Keine Fortschritte
Achtung, Schuldner!
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Diese Auffassung wird übrigens von
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ten 12. Moe. 1931
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Damit ist aber erwiesen, daß überall chr und mehr die Erkenntnis wächst, 6 der Aoungplan undurchführ- !r ist, daß jetzt eine Totallösung k Interesse der ganzen Weltwirtschaft Acht und gefunden werden muß, wenn» id) wir uns unbedingt davor hüten An. UNS etwa übertriebenen Hoffnun- r über die Unterstützung, die wir fin- 1 könnten, hinzugeben. Wir müssen r dafür sorgen, daß die Regierungen, J denen wir sprachen, nicht wieder in terem Sinne beeinflußt werden, denn Keht fest, daß Frankreich zur Zeit =) aus formalen Gründen an den Be«
tert sehen möchte. Frankreich lehne diese Erweiterung ab, da es hierin ein stillschweigendes Zugeständnis seinerseits erblicken würde, die privaten Schulden mit den Reparationen auf gleichen Fuß zu stellen oder ihnen sogar den Vorrang zu geben.
Das „I o u r n a I" fragt, worauf man in Deutschland noch warte, um endlich brauchbare Vorschläge zu unterbreiten. Man dürfe in Deutschland nicht so naiv sein, zu glauben, daß Frankreich sich je-
Der Inhalt der erwarteten Notverordnung über die Auftvertungssülligkeiten wird nunmehr bekannt gegeben. Nach dem Gesetz über die Fälligkeit und Verzinsung der Aufwertungshypotheken vom 18. Juli 1930 hat der Grundstückseigentümer wohl die Möglichkeit gehabt, innerhalb von drei Monaten nach Zugang der Kündigung bei der Aufwertungsstelle eine Zahlungsfrist zu beantragen. Eine Reihe von Schuldnern hat keinen Antrag gestellt, weil sie ihren damaligen Verhältnissen ent-
400 Gesetzentwürfe warten auf ihre Verabschiedung, 60 Jnterpellations- anträge in der Kammer und fünf im Senat wollen behandelt werden.
Die- Reise Lavals nach London, Berlin und Washington, die deutsch-französische Politik, die Wirtschaftskrise, die Arbeits-
Der Anzeigenpreis beträgt fllr den 11 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08 GM.. sog. kleine Anzeigen und Familienrnzeigen bei Banablnng 0.07 GM., amtl. und auswärtige AnzeigcnO.10 GM. Grundschrist: §olonrl. Bei schwierigem Sah sowie bei Platzborschrift 50'.'» Aufschlag. — Sammelanzeigen 100’/» Aufschlag Reklam.-Millim. 0.40 DM. Grundschrist, Petit. Jeder Rabatt gilt al« Barrabatt. Ziel S Tage. Sfferwn-G-bühr: 25 <Pfg„ bei Zustellung der Angebote einschl. Porto —.60 GM. Belege werden b«rechvet.Erfüllung«ortMarburg.
Arbeit für die Kammer
Die alte Mehrheit für die Außenpolitik Lavals
sprechend glaubten, termingemäß den Aufwertungsbetrag zahlen zu können. Es gab auch Schuldner, die zuerst den Antrag stellten, dann wieder zurücknahmen, weil sie inzwischen für den zurückzuzahlenden Betrag sich eine Ersatzhhpothek beschaffen konnten. Schließlich haben die Aufwertungsstellen in zahlreichen Fällen auch Anträge abgelehnt.
Durch die Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse seit Juli dieses Jahres sind ganz andere Voraussetzungen geschaffen worden, als sie die alte Gesetzgebung zugrunde gelegt hatte. Darum mußte eine neue Verordnung erlassen werden, die vor- sieht, daß die Schuldner, welche durch die Veränderung der allgemeinen Wittschafts- verhältnisse überrascht wurden, bis zum Ablauf des 3 0. November 1931 der der Aufwertungsstelle den Antrag auf Bewilligung einer Zahlungsfrist nachholen, oder ihn, sofern er bereits rechtskräftig abgewiesen war, erneuern können, vorausgesetzt, daß die für ihn heute zu berücksichtigende Lage nicht schon in einem früheren Zahlungssnstverfahren in Betracht gezogen werden konnte. Die Voraussetzungen: unter denen die Zahlungsfrist bewilligt werden kann, sind dieselben wie nach dem Gesetz vom 18. Iulr 1930. Anangetastet bleiben Vereinbarungen zwischen Gläubiger und Schuldner über die Rückzahlung. Es ist auch dem Wunsch der Schuldner, wenigstens die vor der Aufwertungsstelle geschlossenen Vergleiche in die neue Regelung einzubeziehen, nicht stattgegeben worden.
Nach der Notverordnung kann werter den Schuldnern von Industtie-Obligatto- nen und verwandten Schuldverschreibungen eine Zahlungsfrist für die am 31. Dezember d. I. fällig werdenden aufgewetteten Kapitalbeträge — nicht aber für die bis zum 31. Dezember d. I. gestundeten Tilgungsbeiträge — in ähnlicher Weise gewährt werden. Die Zahlungsfrist, die nur bis zum 31. Dezember 1 93 4 bewilligt werden kann, und während deren nach Möglichkeit Teilzahlungen geleistet werden sollen, dars nur gewährt werden, wenn der Schuldner infolge der allgemeinen Wirtschaftslage nicht über die zur Rückzahlung erforderlichen Mittel verfügt, sie auch nicht zu zumutbaren Bedingungen verschaffen kann, oder wenn die Rückzahlung nicht ohne Gefährdung der Fortführung des Anternehmens erfolgen kann. Die gestundeten Beträge sind ab 1. Januar 1932 mit 7Vs Prozent jährlich zu verzinsen und mit einem Aufgeld von 2 Prozent für jedes angefangene Kalenderjahr, für das die Stundung in Anspruch genommen wird, zurückzuzahlen. Für die Dauer der Stundung darf der Schuldner keine Gewinne an die Gesellschafter ausschütten und in der Regel auch keine Tantiemen zahlen. Zuständig für die Bewilligung der Zahlungsfrist ist die bei den Oberlandesgettchten nath früheren Verordnungen gebildete Sprucbstelle. Die Anrufung der Spruchstelle muß spätestens bis zum 30. November dieses Jahres erfolgen.
Durch diese Notverordnung wird also ein nachttägliches Stundungsverfahren bet'den Spruchstellen zugunsten derjenigen Schuldner von Aufwertungshhpotheken neu eingefügt, denen die Hypothek gekündigt wurde, und die angesichts der Lage auf dem Hhpochekenmartt eine Ersatzbeleihung nicht beschaffen können. Die Fttst für die neue Anttagstellung ist sehr kurz bemessen. Eine Verlängerung der Fttst kommt nicht in Frage. Eö ist wesenüich, daß zwar ab»
Vi« .Oberhessische Zeitung- erscheint sechsmal wöchentlich. Be- . zngspreis monatlich 2.20GM.aus- schließl. Zustellungsgebühr, durch die Post 2.45 GM. Für etwa durch Streik, Maschinendefett oder elementare Ereignisse ausfallend« Kümmern wird kein Ersah geleistet. Verlag, Dr. §. Httzeroth. Drnck der ttnid-Buchdruckerel Job. Aug. Koch, Markt 21/23. Fernspreck r: Nr. 54 uud Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt g. M. Ri. 5015. — Svrechzekt 5er Redaktion von 10—11 und
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tinungen des Aoungplanes festhält, I es sich deshalb auch weigert, die ^npetenzen des Sonderausschusses zu »eitern. Abev die nächsten Tage wer« >. darüber die erforderliche Klarheit tzsen, sodaß eventuell damit zu rech« 1 ist, daß der Sonderausschuß in zehn vierzehn Tagen .zusammentreten und ferner ihm noch vor Weihnachten 8roße internationale Repa« ilonskonferenz folgen kann.
^ie großen Pariser Frühblätter stellen ■ einmal geschloffen und wie auf ^ren Befehl fest, daß die Verhandlun« !> bie seit einiger Zeit zwischen dem Aschen Botschafter von Hoesch im Auf« A der Reichsregierung und den verant« !ie wichen französischen Ministern ge=
An werden, keinerlei Fortschritte ge« y habe. Die Meinungsverschieden« .. zv zwischen den beiden Regierungen W* Men nach wie vor in der Frage der
Müdigkeit des Baseler llntersuchungs«, Muffes, die die Reichsregierung erwei
Anzeiger für (das frühere kurheffifche) Oberhessen
Anzeiger der amttichen Bekanntmachungen, für Stadt und Kreis Marburg-
teidigung der englischen Auffassung betrachtet werden, wonach den kurzfristigen Verpflichtungen der Vorrang vor den Tributen gebührt und die Tribute überhaupt gänzlich verschwinden müssen. Die englischen Banken, denen Deutschland rund 80 Millionen Pfund an kurzfristigen Krediten schuldet, so heißt es in dem Artikel, setzen der deutschen Forderung aus Verlängerung der kurzfristigen Gelder Widerstand entgegen, da sie befürchten müssen, daß Frankreich andernfalls sofort auf der Bevorzugung der politi- schen Schulden bestehen werde. Frankreich sei tatsächlich mit der ganzen Welt entzweit. Außerdem dürfe man nicht vergessen, daß Frankreich ein starkes Interesse am englischen Pfund habe, da England Frankreich rund 100 Millionen Pfund schulde. Bei Kündigung der gesamten französischen Guthaben ergebe sich ein Verlust von 26 Millionen Pfund für Frankreich. Wohl bestehe die Gefahr, daß Rußland seine Zahlungen einstelle. Dadurch werde die Krise, die die englischen Banken bedrohe, noch verschämt werden.
Präsident Hoover hat sich' in einer Rede die These Bora Hs zu eigen gemacht, nach der eine Abrüstung ohne Revision der Vetträge unmöglich ist.
MDie Meinungsverschiedenheiten zwi- Wen der französischen und deutschen Re- Werung über die Kompetenzen des ■ erat e n b e n Sonderausschus ■e s der BIZ. dauern zwar noch an. aber । Wan erhofft doch noch in dieser Woche
■ne Klärung, wenn nicht Einigung. Das- Wlbe gilt für die Differenzen um die ■Mage, ob das politische Kriegsschulden-
)er das Privatschulden-Problem den |jff iorrang haben solle.
. Die Fronten sind eigentlich ziemlich ” lar gegeben. Nach wie vor steht Deutsch- .. nb auf bem Stanbpunkt, daß nur eine a5jnbgültige Lösung Zweck und r™ mn hat, daß also das Kriegsschulden- "7 nb das Privatschulden-Problem zusam
men beraten werden muß. Also muß auch ie Zahlungssähigkeit Deutsch- baa mds nach allen Seiten hin geprüft und
ttnn auch nur in Zusammenhang mit erm er gesamten weltwirtschaftlichen Lage «ii (urteilt werden.
ft. Paris, 12. Roo. Rach 4y, Monaten Ferien Kitt' die französische Kammer am heutigen Donnerstag wieder zusammen. Die erste Sitzung hat nur rein formalen Charakter und dient der Aufstellung des Arbeitsprogramms. Die ersten großen Aussprachen sind nicht vor dem kommenden Dienstag zu erwarten. Ministerpräsident Laval wir.d inzwischen mit den großen Ausschüssen Fühlung nehmen und dann gelegentlich der Aussprache über die außenpolitischen Interpellationen die Haltung der französischen Regierung gegenüber den großen internationalen Fragen vor der Kammer zu rechtfertigen versuchen. Das Arbeitsprogramm ist außerordentlich um« fangrei..,.
losigkeit in Frankreich und ihre Behebung, der nationale Aufrüstungsplan und nicht zuletzt die Erhöhung der Eisenbahntarife sind Fragen, die zu ausgedehnten Aussprachen Anlaß geben werben.-
Heber die Stellungnahme der einzelnen großen Parteien, besonders der Opposition, gegenüber der Regierung, kann man sich im Augenblick nur ein sehr unvollständiges Bild .machen. Die Radikal-Sozia- l i st e n, die auf ihrer letzten Landestagung beschlossen haben, die Regierung nach wie vor , zu bekämpfen, scheinen sich noch nicht einig darüber zu sein, ob es im Interesse der kommenden Wahlen liegt, schon jetzt mit allen Mitteln den Sturz des Kabinetts Laval herlßüzuführen, oder ob sie besser die Ausschreibung der Neuwahlen abwarten. Bei der Abstimmung über die Außenpolitik kann man jedenfalls schon jetzt die Gruppierung der gleichen Mehrheit um die Negierung erwarten, wie dies bisher der Fall war, das heißt einschließlich des rechten Flügels der Mitte, der zwar der Innenpolitik Lavals feindlich gegenübersteht, seine Außenpolitik aber re st los billigt.
mals der Behauptung der vollständigen Zahlungsunfähigkeit Deutschlands anschließen werde. Der „Petit Parisien" wendet sich ebenfalls gegen jede Abänderung des Haager Abkommens. Frankreich kei sicherlich bereit, gewisse Zugeständnisse während der Zeit der wirtschaftlichen Krise zu machen. Es sei auch bereit, bei der Prüfung der Zahlungsfähigkeit die Privatschulden zu berücksichttgen. Es werde aber niemals zugeben können, daß zwischen diesen privaten Schulden und den Reparationen irgend ein Zusammenhang ausgestellt werde. Der „Figaro" ist der Auffassung, daß Frankreich keinesfalls einen Centimes zu Gunsten der amerikanischen und englischen Gläubiger Deutschlands opfern dürfe. Wenn Deutschland Garantien und Pfänder für die kurzfristigen Kredite geben könne und den Ausfuhrüberschuß zur Rückzahlung dieser Kredite verwende, so müsse es auch gegenüber den Reparationen in der gleichen Lage sein.
Ein Aussehen erregender Artikel eines englischen Blattes.
„Evening Standard" sagt in großer Ausmachung eine unmittelbar bevorstehende neue Krise der Weltfinanz voraus. Der Artikel kann als Auftakt einer englischen Propaganda zur Der.'
. v* j j | j 1.4.1 iuuv uuviytnp WIL
.. !N verschiedensten Gläubigerregierungen [teilt. Macdonald hat in seiner ijten Rede eindeutig klar darauf hinge- tefen, daß nur eine endgültige Lösung ? Welt von dem Unheil der jetzigen poli- chen und wirtschaftlichen Verwirrungen freien könnte. Auch Mussolini hat ederholt den gleichen Standpunkt ver- iten und wir haben die Ueberzeugung. ijj der italienische Außenminister r a n d i bei seinem Besuch in Washing- n die gleiche Haltung einnehmen wird, ir wissen ferner, daß die Regierung in a s h i n g t o n eine gleiche Politik ver- Igt, wenn das auch nach außen hin vor- 1 «sig noch nicht so klar zum Ausdruck mmt, da sich Hoover vor bem Zu- umentritt des Kongresses nicht öffent- feftlegen will.
WannkommtdieReparationskonferenz?
I Die deutsche und die französische Auffassung über Reparationen und Schulden - Die Haltung der Gläubigerregierungen