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Odertzeflllcke Zeitung. Marvutg a. L.. Mittwoch, den II. November 1931

Nr. 265

Helfen Nassau unö Nachbar-e-iete

Der Favag Prozetz

Frankfurt a.M., 10. Aov. In bei Verhanblung am Dienstag wurde Zunächst die Sekretärin des Angeklagten Mädje vernommen, die verschiedene Auhagen über den Geschäftsverkehr zwischen Mädje einerseits und den Frankfurter Favag- Direktvren machte. Daraus ging hervor, daß Dumcke und Decker verschiedentlich Darbeträge in Berlin abgehoben haben. Weitere bemerkenswerte Angaben konnte die Zeugin nicht machen. Im Anschluß an diese Vernehmung kam es zu erregten Auseinandersetzungen zwischen einem Er­satzrichter uno Mädje, wobei die Anklage gegen Mädje und Sauerbreh wegen De- günstigung erweitert wurde. Es wurde weiterhin beschlossen, Generaldirektor Schmitt von der Allianz als Zeugen zu vernehmen. Wetter gab die Detteidigung von Mädje bekannt, daß sie auf die Beweis­führung ihrer Behauptung, in neuerer Zett hätte eine führende Persönlichkeit im Ver­sicherungswesen eine Vergütung von einer Million Dollar erhalten, verzichte. SS ka­men dann verschiedene Briese zur Ver­lesung, Die Generaldirektor Decker an Mädje geschrieben hat, die eine Rechtsertt- gung der Angeklagten darstellen und zeigen sollen, daß sie nicht als Ausbeuter der Favag zu bettachten wären. Aus den Driesen geht erneut die enge geschäftliche und persönliche Verbundenheit vor allem zwischen Dumcke und Mädje hervor. Das Gericht schritt dann zur Verhandlung des Falles Keramik. Diese Gesellschaft wurde von Dumcke tot 'Interesse seines Sohnes gegründet und befand sich bald in "finan­ziellen Schwierigketten. Zunächst wurde der Angeklagte Schumacher vernommen, der ausführte, Ende 1923 seien von Ame­rika Gelder der Favag in Höhe von 1,6 Mill. Goldmark freigegeben worden. Mit Einverständnis eines engeren Ausschusses, dessen Zusammensetzung noch nicht endgül­tig bekannt ist, und des damaligen Auf- sichtSratSvorsitzenden Rother wurden an Dumcke 9000 Dollar, an Decker, Lindner und Schumacher je 4500 Dollar als Ersatz für entgangene Tantieme aus dem Ame­rikaguthaben gegeben. Schumacher behaup­tet jedoch, höchstens 1000 Dollar davon er­halten zu haben, der Rest sei der Keramik zugeslossen. Schumacher äußert bei fei­ner Vernehmung Ansichten, die in ihrer Geschäftsfremdhett für ein Vorstandsmit­glied der Favag erftMnlich find. Da der Angeklagte Mädje nach einer kurzen Pause fehlt, ergeht mit Einverständnis der Pro- . zehbeteiligten der Gerichtsbeschluß, daß die ^Verhandlung ohne Mädje weitergehen soll, denn Mädje sei bereits zu dieser Anklage vernommen worden.

Vor Eintritt in die Mittagspause wurde noch kurz der Fall Deutsche und ^Rheinische Atlas-Versicherung besprochen. Diese Ver­sicherungsgesellschaft litt unter starkem Ka- pttalmangel und wandte sich deshalb an die Favag. Dott wurde unter Leitung von Decker ein Konsortium zur Behebung dieser Finanzschwiettgketten gebildet. Rach Ab­

schluß des Geschäfts fiel den Beteiligten ein Gewinn von 40 000 Mark zu, von dem jeder der vier Detettigten rund 10000 Mark erhielt. Während bei Kirschbaum in diesem Falle von einer Anklageerhebung abgesehen wurde, da die Transaktton zu undurchsichttg ist, wird Decker Antreue vor­geworfen. Da die Verhandlung gegen 'Becker wegen dessen Erkrankung abgetrennt ist, diente die Behandlung dieser Ange­legenheit nur zum Zwecke der Informatton. Darauf erfolgte die Mittagspause.

Berkehrsunfall.

Hersfeld, 10. November. Ein töd­licher Verkehrsunfall ereignete sich an der Straßenkreuzung Johannesstratze-Eichhof- stratze. Dort stieß ein Tankauto aus Kas­sel mit einem hiesigen Radfahrer zusam­men. Der Radfahrer kam unter das Auto und wurde schwer verletzt. Kurze Zeit danach starb er, Wie sich das Unglück er­eignet hat, konnte noch nicht festgestellt werden, da sich die Zeugenaussagen widersprechen.

Som Zuge überfahren.

Altenkirchen (Westerwald) 10. Nov. Heute vormittag kurz vor 7 Uhr wurde zwischen den Bahnhöfen Raubach und Puderbach der Strecke AltenkirchenSiers­hahn eine Frau Nöll aus Hahnrath von einem Zuge überfahren und getötet. Es liegt anscheinend Freitod vor.

Flugzeugabsturz bei Offenbach.

Offenbach, 10. Nov. Der Student Hans Sander aus Aachen, der sich auf sei­nem Prüfungsflug von Aachen nach Frankfurt a. M. befand, stürzte gestern vormittag mit seinem Eindecker-Flugzeug

Trotz Sorgen

sorgenlos leben"

das ist nach Hilty die Lebenskunst, zu der jeder sidi erziehen kann. Sollte ein geschontes Herz, sollten ruhige Nerven, gesunder tiefer Schlaf und körperliches Wohlbefinden diese geistige Haltung nicht sehr erleichtern?

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auf Klein-Auheimcr Gebiet ab, nachdem er in dem herrschenden Nebel die Orien­tierung verloren hatte. Herbeieilende Arbeiter konnten nur mit großer Mühe den Flugzeugführer aus seiner gefähr­lichen Lage befreien. Beim Sturz hatte er sich Verletzungen am finken Unter­schenkel und am Kopf zugezogen, die glück­licherweise nicht schwerer Natur sind. Der Verunglückte wurde nach dem Offenbacher Krankenhaus gebracht.

Die Wahlen zur Wiesbadener Landwirtschaftskammer.

Wiesbaden, 10. Nov. Nach den bis Dienstag abend vorliegenden Ergeb- nisien der am Sonntag stattgefundenen Neuwahlen zur Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Wiesbaden haben die Nationalsozialisten vctt den 16 Sitzen drei erobert, und zwar je einen in den Kreisen Biedenkopf, Dill und Ober­westerwald. Die endgültigen Resultate sind erst in den nächsten Tagen zu er­warten.

Altertumsfund bei Koblenz.

K o b l e n z, 10. Nov. In einer Kies­grube zwischen Kettig und Meisenheim wurden drei Urnen und das Skelett eines Kindes in guterhaftenem Zustande in einem Steinsarg gefunden. Die Gegen­stände, deren Herkunft Direktor Günther vom Koblenzer Museum in die Zeit von etwa 300 bis 500 v. Chr. verweist, wur­den dem Koblenzer Museum zugeführt.

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Wirtschaft und Sandel

Berliner Devisenbericht vom 10. Nov.

HelsingforS 8,348,36, Wien 58,94 bis 59,06, Prag 12,4712,49, Budapest 73,28 «bis 73,42, Sofia 3,0623,068, Holland 169,88170,22, Oslo 89,4189 59 Kopen­hagen 90,6690,84, Stockholm 90,91 bis 91,09, London 15,9415,98, Buenos Aires 0,981,02, Neuhork 4,2094,217. Belgien 58,6958,81, Italien 21,7821,82, Patts 16,5616,60, Schweiz 82,2482,40, Spa­nien 36,7636,84, Danzig 82,2782,43, Japan 2,0582,062.

Warenmärkte

Getreide tn 1000 Kilogr., Mehl und Futter mittel fe 100 Kilogramm.

Berliner Produktenmarkt vom 10. Nov.

Weizen 227230: Roggen 198200; Brau­gerste 174178; Futter- und Industriegerste 170173; Hafer 150155; Weizenmehl 28.75 bis 32.75; Roggenmehl 27.7529.90; Weizen­kleie 10.7511.00; Roggenkleie 10.50-11.00.

Das Geschäft im Produktenverkehr ist seit einigen Tagen bereits wieder sehr ruhig ge­worden. Die Unsicherheit bezügl. der btegie- rungsmaßnahmen auf wirtschaftlchem und ins­besondere auf agrarpolitischem Gebiet läßt nur geringe Unternehmungslust auskommen, anderetteits hat sich auch das Jnlcmdsange-

(Nachdruck verboten.)

Schatten über Marlene

Roman von Anny PanhuyS.

Copyttght 1931 by Verlag Bechthold, Braunschweig.

64. Fortsetzung.

Gert Wendemann fand, der Ton klang zufrieden und selbstbewußt. Jedenfalls ein so galanter Chef gab zu denken. Aber er besaß ja kein Recht, über dergleichen nach­zugrübeln, er, der Marlene achtlos beiseite geschoben, als Elinor ihre kleinen Koket­terien hatte springen lassen. Frank Loberg sprach von Ewald Försters Zustand und lenkte den Jüngeren dadurch etwas ab.

Am nächsten Tage ward Marlene, die Erlaubnis besaß, den Verletzten täglich zu sehen, gestattet, Gert Wendemann mitzu­bringen. Marlene bereitete Ewald Förster vor. und dann durfte Gert in sein Zimmer treten. Erschüttert blickte er auf den starr Daliegenden. Er hatte Mühe, seine Er­regung zu verbergen.

Ich danke Ihnen für Ihr Kommen, lie­ber Wendemann", sagte Förster in zu­friedenem Ton,nun können Sie mir be­richten, wie alles daheim geht. Ob es in der Fabrik keine Cchwiettgkeiten gibt und wie sonst alles zu Haufe steht. Mir kommt es, seit ich hier liege, vor, als wäre ich schon endlose Zeit von zu Hause weg."

Marlene warf ein:Ich werde mich ein Weilchen ins Wartezimmer setzen. Dort liegen ein paar deutsche Zeitungen, damit kann ich mich unterhalten."

Sie wartete keine Antwott ab und ver­ließ das Zimmer. Sie dachte, die beiden würden sich bester über alles aussprechen, als wenn sie dabei faß.

Ewald Förster meinte bedauernd:Mar­lene hätte uns nicht zu verlasten brauchen! Ich freue mich stets auf ihr Kommen. Sie bringt mir immer ein bißchen Lebensmut mit. Marlene ist ein gediegener Mensch,

ich habe das erst jetzt so ttchttg erkannt, und daß ich ihr damals den Unfug zuge­traut habe, kommt mir geradezu blöd­sinnig vor. Der Mann, den Marlene ein­mal nimmt, bekommt ein Juwel. Aber ich glaube, so leicht schenkt sie ihre Liebe nicht her, es muß schon ein Besonderer sein, dem sie ihr Bestes gibt."

lleber Gert Wendemanns Gesicht ging ein Zucken, und sein Blick ward dunkel vor Erregung. Noch zu keinem Menschen hatte er davon gesprochen, was ihn beengte und quälte, was sein Herz mtt Glück und Neue erfüllte. Aber plötzlich, drängte es sich ht ihm empor, wollte ihm über die Lippen. Nur schwer bezwang er die Regung.

Ewald Försters Äugen hingen an seinem Gesicht.

Sie sehen plötzlich so verändert aus, was denken Sie, Gert? Fällt Ihnen Elinor ein, tut es doch sehr weh, daß dieser kleine Tunichtgut Sie so bitter enttäuschte?"

Marlene überlegte im Wartezimmer, daß sie eigentlich fortgehen könnte; Frank Loberg erwartete sie so bald wie möglich in der Ausstellung. Gert Wendemann konnte sich ins Hotel zurückfragen.

Sie wollte sich also vom Onkel verab­schieden.

Leise öffnete sie die Tür und hörte noch den letzten Teil desten, was Ewald Förster gesagt. Sie stand schon im Zimmer, aber die beiden hatten ihren Eintritt nicht be­merkt. Gert Wendemann saß mit dem Rücken zur Tür am Lager, und der Kops Ewald Försters wurde von einer Gestalt verdeckt.

Gert Wendemann sann, es wäre gut, offen zu fein, weshalb sollte Elinors Vater nickt die Wahrheit wisten.

Marlene wattete gespannt auf Gett Wendemanns Antwort, sie wollte hören, sie brachte es nicht fertig, sich leise zurück­zuziehen.

Und Gert bekannte nun doch:Ich habe die Enttäuschung, die mir Elinor bereitet,

reichlich verdient, aber ich leide gar nicht darunter. Ich habe Elinor nicht so geliebt, wie ein Mann die Frau lieben soll, mit der er sich für das ganze Leben zusammentun will. Sie ist sehr hübsch, und ihr ganzes Wesen hat einen Zauber, der wie ein Lasso ist, das sie geschickt handhabt. Sie hat mich eingefangen damit; dumm und betäubt war ich, als ihr Mund mir kindlich be­kannte, wie gern sie meine Frau würde." Er sprach sehr schnell, als müsse er sich eine Last von der Seele reden.Ich habe Mar­lene geliebt, Herr Förster, und wenn ich zu ihr auch noch nichts Entscheidendes ge­sprochen hatte, genügte es doch, daß sie an meine Liebe glauben und damit rechnen mußte, ich würde sie zur Frau begehren. Statt besten packte mich der Teufel beim Schlafittchen, und ich fiel wie ein richtiger blöder Junge auf Elinor hinein. Sie suchte ein Spielzeug und fand es sehr schnell in mir. Ich bin überzeugt, sie bildete sich in jener Stunde wirklich ein, mich zu lieben. Wir kannten uns eben schon lange, und Ge­wohnheit ist schon oft mtt Liebe verwechselt worden. Es kam so: Marlene saß eines Abends am Klavier, sie spielte, und Elinor saß neben mit und sah so verlockend lieb­lich aus. Ihre offenkundig zur Schau ge= tragene Zuneigung schmeichelte mir, stieg mir zu Kopf. Ich war wie einer, der im Rauschzustand handelt, und so küßte ich Elinor und konnte nicht mehr zurück. Dann bat Marlene, die sich am nächsten Vormit­tag bei meinem Kommen in Ihrem Büro befand, Sie sogar um Elinors Hand für mich und äußerte, sie könne sich nicht vor­stellen, daß ich ihr Mann wäre. Sie würde darüber lachen wüsten! Ich haßte sie dafür. Erst später erkannte ich, Mar­lene hatte so gesprochen, um sich gegen ihr eigenes Herz zu wehren. Denn Marlene liebte mich, wie ich sie liebte und noch liebe, ich Narrenkönig, der eine Perle weg­warf, um ein buntes Elitzerchen aufzu­heben. So Herr Förster, nun wisten Sie,

bot kaum nennenswert verstärkt. Am Liefe- rungsmarkte fetzte auch nur Weizen eine halbe Mark niedriger ein. Weizen- und Roggen­mehle liegen bei unveränderten Forderungen ziemlich ruhig. Hafer bei mäßigem Angebot am hiesigen Platze stetig, der Konsum kauft allerdings nur vorsichtig; an der Küste zeigt sich vereinzelt mehr Abgabeneigung. Das Ge­schäft in Gerste stagniert fast völlig, das An­gebot ist zwar durchaus genügend, Umsätze kommen aber kaum zustande, da Forderungen und Gebote schwer in Einklang zu bringen sind. Weizenexportscheine waren bei ruhigem Geschäft ziemlich behauptet, Roggenexport­scheine werden gegen das gesttige Börsen­niveau etwa lyz Mark niedrger gewertet.

Der Frankfurter Effektenfreiverkehr.

Frankfurt a.M., 10. Nov. Im Heuti, gen Telefonverkehr von Büro zu Büro zeigte sich im allgemeinen eine gewisse Zurückhal­tung. Am Aktienmarkt entwickelte sich nur sehr geringes Geschäft. Die Stimmung neigte jedoch zur Schwäche, da der Stillstand der deutsch-französischen Berhandlungen etwas verstimmte. Die feste Haltung der gestttgen Neuyorker Börse blieb vollkommen eindrucks­los. Im großen und ganzen blieben die Kurse gegen gestern ziemlich gehalten, und nur einige Spezialpapiere, wie I. G. Farben, Elektto- roerte und Reichsbank neigten um etwa 12 Prozent nach unten. Dank- und Montanaktien wiesen nur geringfügige Veränderungen auf. Von lokalen Werten senkten sich Scheidean­stalt erneut um 2 Prozent, ohne daß jedoch besondere Motive dafür vorgelegen hätten.

Der Rentenmarkt zeigte nach den Rurs- bereuten in den letzten Tagen heute eine ge- wiffe Beruhigung, wobei die starke Gegenwehr großer Wirtschaftszeitungen und einiger füh­render Persönlichkeiten des Handels, die sich gegen eine Zwangskonvertierung wenden, etwas anregte. Bei etwas regerem Gefchäfi blieben so ziemlich alle Rentenpapiere gegen­über den gestrigen Tiefkurven fast unverän­dert. Dollarbonds waren heute vernachläfligt und bis 1 Prozent abgeschwächt. Don deut­schen Anleihen gingen Altbesitz geringfügig zu­rück.

Rinber-Rutzviehmarkt in Sietzeu.

Der heutige Rinder-Nutzviehmarkt ht Me­ßen war mit 828 Stück Großvieh, 137 Fres­sern und 197 Kälbern beschickt. Das Handels- geschäft verlief sehr schleppend, es verblieb Ueberstcmd. Man bezahlte für Kühe l.Qual. 300400 X, Kühe 2. Qual. 200275 X, Kühe 3. Qual. 100180 X, Schlachtkühe (schwer ver- käuflich) 50250 X, »/--»/«jährige Rinder 60130 X, »/«2jährige Rinder 80180 X, tragende Rinder 180300, Kälber 2080 Psg. je Pfund Lebendgewicht.

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Geschäftliche Mitteilungen.

toter Theaterfreund! Wenn Sie trotz Ihm Erklältung ungestört das Theater be­suchen wollen, empfehlen wir Ihnen die be­kannten Sodener Pastillen während des Auf­enthaltes zu nehmen. Sie werden dadurch keinen Hustenreiz empfinden, die Nachbar­schaft nicht stören und selbst einen größeren Genuß der Vorstellung haben.

rote es in mit ausfieht! Niemand sonst weiß es, und niemand sonst soll es wisten. Ich schäme mich vor mir selbst, mein gan­zes Leben werde ich nicht darüber weg­kommen, so leichtsinnig mein Glück verpaßt zu haben. Wie muß mich Marlene ver­achten, jämmerlich klein komm' ich mir in ihrer Nähe vor."

Er schluckte ein paarmal.

,Zch möchte so bald wie möglich wieder abreisen, ich ertrage es nicht, Marlene oft zu sehen. Ich habe mir zu Hause und wäh­rend der ganzen Fahrt klargemacht, es würde schon gehen, aber ich habe erkannt, es geht nicht. Ihr Anblick ist wie ein un­unterbrochenes Erinnern an das Schönste und Wertvollste in meinem Leben, das ich verlor durch eigene Schuld. Das eine aber weiß ich, nie werde ich Marlene vetgesten, aber ich gönne ihr den besten Mann der Welt, wenn ich ihn auch beneide." Ek hüstelte etwas verlegen.Verzeihung, Herr Förster, daß ich mich so gehen ließ, ich brauche Sie wohl nicht zu bitten, zu nfemanb etwas von meiner, nun sagen wir, von meiner Beichte zu erwähnen."

Ewald Förster hatte stumm zugehört, nun versprach et:Ich werde natürlich schweigen, aber schade ist's, Gert, daß alles so verkehrt gekommen ist. Marlene und Sie, ich glaube, so wäre es richtig gewesen. Schade, jammerschade, aber das Leben ist dazu da. daß man darin große Torheiten begeht, ich habe es selbst erfahren.

Et dachte daran, daß er Susanne von Bergener von ihrem Kind getrennt und ihren llnschuldsbeteuerungen nicht ge« glaubt hatte.

Eben wollte Marlene ganz leise das Zimmer verlasten, als Gert plötzlich den Kopf wandte. Et sprang fastungslos von seinem Stuhle hoch, und nun sah auch Ewald Förster, wer sich hier befand und alles mit angehört haben mußte ;

Schluß folgt l

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