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D6tAemfdk Jettuns. Marburg a. L. Sonnabend, den 7. November 1931

Nr. 262

liehe Textauthentisch- sei. Damit ist aber die ursprüngliche Fassung der Telunion und desDeutschen" nicht dementiert worden. Man kann also als sicher unterstellen, daß der Kanzler jene ersten Aeutzerungen, die übri­gens inzwischen zu einer Protesterklärung der Deutschen Volkspartei geführt haben, tatsäch­lich getan hat DieGermania" berichtet nun unter der UeberschriftEntstellte Kanzler­rede", es müsse ausdrücklich sestgestellt wer­den. daß die Rede des Kanzlers in jenem ersten Bericht der Korrespondenz (TU.) unzu­treffend und entstellt wiedergegeben sei. Aber auch das Zentrumsblatt gibt zu, der Kanzler habe selbstverständlich nicht umhin können, in dieser internen $errammlung seiner Partei und im Hinblick auf den letzten Reichstags­kampf gewisse parteipolitische Fragen zu strei­fen. In Wirklichkeit hatten diese Dinge aber ganz an der Peripherie seiner Rede gelegen... Also war der TU-Bericht unzutreffend oder nicht? Diese Frage muß gestellt werden, da dieGermania" im letzten Satz zugibt, was sie im ersten abstreitet.

Auch die innerpolitischen Konsequenzen der Tagung des Parteiausschuffes des Zen­trums find bitter. Zum erstenmal redete auch der Reichskanzler ganz offen.Wir sind noch nicht am Ende. Das Jahr 1932 wird für Reich, Lander und Gemeinden noch schwerer als das jetzige sein. Um weitere ganz schwere und harte Maßnahmen auf allen Gebieten ist nicht herumzukommen." Wir sind schon jetzt so ausgeblutet, daß uns die politische Diagnose eines neuen Krankheitsprozeffes fast uner­träglich dünkt, selbst wenn er zur Heilung un­bedingt notwendig sein sollte. Leider hat der Reichskanzler aus Rücksicht auf die noch un­abgeschlossenen Verhandlungen des Wirt­schaftsbeirates die Angabe von Einzel­heiten vermieden. Er beschränkte sich darauf, den Mittelstand, die Beamten und die kleine und mittlere Industrie seines Schutzes zu versichern. Aber gerade dort, wo man eine klare Entscheidung gewünscht hatte, beim Pro­blem der Landwirtschaft, sprach er nur allgemeine Warnungen aus, die über den praktischen Weg noch nichts Sicheres besagen. Wenn aber die Preise der Landwirtschaft un- lüsbar von der Kaufkraft der Bevölkerung abhängig sind, wie sttmmt dazu die neue Ent­wicklung, die Deutschland mit neuen Preis­steigerungen bedroht? Schon heute sind die Stimmen in der Mehrzahl, die fm Gegensatz zum Reichsernährungsministerium einen er­höhten Getteideeinfuhr-Bedarf zu ungünstige­ren Bedingungen erwarten und die bei der Fortführung des jetzigen Kurses auch einen wachsenden Einfuhrbedarf an Fleisch befürch­ten. Eine solche Entwicklung würde nicht die Preise senken und die Kaufkraft erhöhen, sie würde nicht, wie es Etegerwald formulierte, den Reallohn retten, wenn auch der Nominal­lohn gesenkt wird. Sie würde die Entwick­lung in ihr Gegenteil verkehren und die ver­armte und immer mehr verarmende Bevöl­kerung einer neuen unerträglichen Belastung gerade der lebenswichtigsten Bedürfnisse aus­setzen. Hier klafft zwischen dem Ziel des Kanzlers und der Wirklichkeit eine Lücke, die nicht mit Worten, sondern allein mit Taten zu schließen ist. Auch der Landwirtschaft kann nur wirklich geholfen werden, wenn sie ihre Produkte nicht anBettler" verschenken muß. Hoffentlich gibt der Wirtschaftsbeirat in die­ser Beziehung der Reichsregierung endlich je­nes Programm an dte Hand, das einen gerech­ten Ausgleich zwischen den Produkiions- und Konfumttonsinteresfen schafft. x

Die nationalsozialistische Stellungnahme zur Brüning-Rede.

ImVölkischen Beobachter" wird heute mehrfach zur Rede des Reichskanzlers Stel­lung genommen. In einem Redaktionsartikel heißt es, ob das Volk die Politik Dr. Brü­nings als die einzig mögliche betradjte, werde Brüning am 15. November erneut in Hes­sen feststellen können. In den Augen der Nationalsozialisten fei das einzig mögliche der Riidttritt des Kabinetts Brüning, das jeder rettenden Aenderung der deutschen Außen- und Innenpolitik hemmend im Wege stehe.

In einem Aufsatz des Hauptschriftleiters Rosenberg heißt es am Schluß: Trotz aller Zenttumstagungen bleibe nur eine Wahl. Ent­weder mit Httler als Führer zu gehen oder unter die Walze der nationalsozialistischen Volkserhebung zu geraten.

Die Pressestelle der Reichsleitung der NSDAP, endlich schreibt zur Kanzlerrede, die beongsttgende Not unserer Tage hätten nicht jene zu verantworten, die seit Jahren vor der Derelendungspolitik des Systems gewarnt haben, sondern die politische Machtgruppe, die die Macht im Staate in den Händen hielte. Daß Herr Stegerwald eine koalitions- po'itilche Fronterweiterung nach rechts als unmöglich ablehnte, sei ein Meisterstück zen- ttümlicher Dertarnungskunst.

Painlevä in Berlin.

ff. Berlin, 7. Nov. Der ehemalige französische Ministerpräsident Paul Pain- levä ist beute morgen hier eingetroifen. Zu seinem Empfang hatten sich der fran­zösische Botschafter in Berlin, Francois Poncet, und Mitglieder der französi­schen Kolonie in Berlin, am Bahnbof ein­gefunden. Painlevs wird einige Tage in der Hauptstadt verbleiben.

Der Konflikt in Halle

Abbruch der Verhandlungen

Halle 6. Nov. Im Anschluß an eine Be­sprechung 'des Hochschulringes Deutscher Art fand Freitag nachmittag eine Asta-Sitzung der Deutschen Studentenschaft Halle statt, an der auch zwei Professoren teilnahmen.

Nach mehrstündiger Aussprache wurde be- schlosieu, den Kampf gegen Dehn vor alle« auf Gründ neuen gegen ihn einge­gangenen Materials unvermindert fort- znsetzen.

Die Studentenschaft forderte weiter mit be- sanderem Nachdruck den Rücktritt des Rektors Dr. Aubin, da ein anderer Rektor zwar vielleicht Prof. Dehn schützen, für die Studentenschaft aber bester einireten würde. Wegen der Vorgänge auf dem Uni- verfitiitsplatz am Mittwoch und da nach ein­wandfreien Zeugenaussagen

die Polizei auch innerhalb der Univerfitäts.

getoube den Gummiknüppel gebraucht habe und schließlich wegen des neu eingegan­genen Materials halte die Studentenschaft es für zwecklos, sich am Nachmittag mit Professor Dehn persönlich auseinanderzusetzen. Die Stu­dentenschaft lehne daher den Besuch der für den Nachmittag angesetzten Besprechungen ab.

Nach Schluß der Asta-Sitzung begab sich eine Abordnung zum Rektor, um ihm diese Ent­schließung zu unterbreiten.

Inzwischen waren Vermittlungsversuche nunmehr auch der Altherrenschaft im Gange, und der bei der Studentenschaft sehr beliebte Dekan der juristischen Fakultät, Prof. Boeh-

mer, versuchte, die verantwortlichen Führer des Hochschulringes und der Deutschen Stu­dentenschaft von einem Abbruch der kaum auf­genommenen Verbindungen mit den Hoch- schulbohörden abzuhalten.

Die Bermittlungen sollten vor allem einen Weg finden, der ein Eingreifen der Staatsregierung in die Selbstverwaltung der llniverfität verhindert, zumal bekannt geworden war, daß die Reichsregierung der preußischen Regierung die Schließung zweier Universitäten nahegeleat hat, unter denen sich die Hallesche Universität bisher nicht befand.

Die Studentenschaft blieb jedoch dabei, auf keinen Fall ihren bisherigen Standpunkt im Falle Dehn aufzugeben; sie stützt sich dabei auf neues Material, von dem auch die Ent­schließung der Deutschen Studentenschaft spricht, in der der Abbruch der Verhandlungen erklärt wurde.

Dieses neue Material soll sich, wie man hört, auf die Haltung Prof. Dehns als Pfar­rer der Reformationskirche in Berlin gele­gentlich der Beerdigung der verstorbenen Kai­serin beziehen. Damals soll Dehn mit dem größten Teil des Gemeindekirchenrates ge­gen eine Beteiligung der Neformationskirche am Trauergeläut gestimmt haben.

Rektor Aubin hat der Studentenabordnung, die ihm die Entschließung überbrachte, erklärt, daß er den Rücktritt ablehne.

Forderungen der Wirtschaft

Los von der Parteipolitik!

D orkmund, 6. Nov. In einer gemein­samen Tagung des Zweigverbandes der In­dustrie- und Handelskammern zu Bochum, Dortmund, Essen und Münster wurde eine Entschließung angenommen, in der es heißt, daß die Wirtschaft des enge­ren Ruhrbezirks nach den seit der Staats- umwälzung mit staatlichen Wirt'chaftspro- grammen, Ausschüssen, Untersuchungen usw. gemachten Erfahrungen eine Rettung aus den Nöten der Gegenwart durch diese Mit­tel nicht mehr erwarten kann.

Nur Männer, die unbeeinflußt von Par­teipolitik, insbesondere marristischen Ge- danfengängen und Hemmungen seien, könnten Deutschland aus der Tiefe wie­der emporführen.

Verlangt wird die Einstellung der Tri- butzahlungen und der Abschluß eines Abkommens mit den ausländischen Privat- gläubigern, das dem deutschen Volk Zeit und Ruhe lasse, unter Wahrung einer men­schenwürdigen Lebenshaltung seine privat­rechtlichen Verpflichtungen zu erfüllen. Vor­aussetzung sei dabei die Wiedergewinnung Doller staatsrechtlicher Oberhoheit und Unverletzlichkeit des Staatsgebietes gegen Sanktionen.

Die Reichsreform fei als wesentlicher Bestandteil dieser Sanierung unter verstän­diger Schonung geschichtlich gegebener Tat­sachen unverzüglich durchzuführen. Die Dop­pelarbeit in Reich und Ländern müsse aufhö­ren. Es fet unmöglich, die durch politischen Zwang in günstigerer Wirtschaftsentwicklung heraufgesetzten Selbstkosten der Wirtschaft und zugleich die gewaltig gesteigerten öffentlichen

Aufgaben noch im Zeichen abstiirzender wirt­schaftlicher Entwicklung ausrecht zu erhalten. Die Fülle von Notverordnungen trage nicht zur Behebung der Notlage bei. Besonders an der Ruhr sei der Fortbestand der Wirt- schaft äußerst gefährdet, um so mehr, als die bisher schon stark gefährdete Wettbewerb­fähigkeit von Kohle und Eisen gegen­über dem Auslande durch das Heranrücken des englischen Pfunddumpings endgül­tig vernichtet werde.

Jeder Tag der Verzögerung bedeute neuen Zusammenbruch von Arbettsstätte« und Arbeitsstellen.

Das System habe versagt. Endgsilttge Ab­kehr vom Marrismus zugunsten des indi- vidualiststchen Witt'chaftssnstems müsse da­her gefordert werden. Vereinzelte Irrtümer und Mißgriffe der Privatwirt­schaft, die nicht in Abrede zu stellen seien und schwer gerügt werden müßten, könnten nicht verallgemeinert und als ein Versagen der kapitalistischen Wirtschaftsweise bezeichnet werden. Im einzelnen wird gefordert: Be­schränkung der Ausgabenwirtschaft durch Abbau der öffentlichen Ausgaben und der Wirtschaftsunternehmungen der öffent­lichen Hand. Reform des Tarif-und Schlichtungswesens derart, daß den Vertragsparteien selbst die Verantwortung überlassen bleibt, Neuordnung der sozia­len Einrichtungen unter Senkung der hohen Beitragssätze und Vermeidung von Zuschüssen aus dem allgemeinen Steuerauf­kommen, Steigerung der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft durch gründliche Senkung aller Gestehungskosten und Wiedereinstellung des Nealkredites.

Zwei weitere Ausschüsse

Berlin, 6. Nov. Unter Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Brüning und unter Beteiligung des Reichsbankpräfidenten Dr. Luther befaßte sich das Reichskabinett am Donnerstag mit der Vorbereitung der weiteren Beratungen des Wirtschaftsbei- rats, nachdem die Arbeiten des zunächst allein eingesetzten Ausschusses für die Stillhalteprobleme inzwischen be­reits zu Ende geführt werden konnten.

Es wurde beschlossen, zwei weitere Ausschüsie zu bilden, dem Ausschuß i für Produkttonskosten und Preise wird Reichskanzler Dr. Brüning oder Reichsarbeitsminister Stegerwald, dem Ausschuß II für Kredit und Zins der Stellvertreter des Reichs­kanzlers, Reichsminister der Finanzen Dietrich, oder Reichsnnrtsckmftsmini- ster Professor Dr. Warmbold Vor­sitzen.

Sämtliche Mitglieder des Wirtschaftsbei­rates sind gleichmäßig auf die beiden Aus­schüsie verteilt worden.

Die Ausschüsie werden am Dienstag, den 10. November, in der Reichskanzlei zum Beginn ihrer Beratungen zusammen­treten. Es ist in Aussicht genommen, zur Beratung wichtiger Einzelfragen Sachver­ständige hinzuzu»iehen. Die ersten Sitzungen werden der Feststellung des genauen Ar­beitsprogramms dienen, dem Leitsätze der Reichsregierung zugrunde liegen werden.

Schlange-Schöningen ernannt.

Berlin, 6. Nov. Der Herr Reichs­präsident hat den Reichsminister T re- vir a n u s und den preußischen Staats­minister Dr. h. c. H i r t s i e f e r ihrem An­träge entsprechend von den Aemtern als Reichskommisiar für die O st st e l l e ent­bunden.

Auf Vorschlag des Herrn Reichskanzlers hat der Herr Reichspräsident das Mitglied des Reichstages, Rittergutsbesitzer Schlange, zum Reichskommisiar für die Osthilfe und zugleich zum Reichsminister ohne Geschäftsbereich ernannt.

Die zweite Notverordnung in Mecklenburg aufgehoben.

Schwerin, 6. Nov. In der heutigen Vollsitzung des Mecklenburg-Schwerinschen Landra ges wurde dem Beschluß des Hauptausschusses, die zweite Notver­ordnung aufzu heben, mit den «Stirn® men der Sozialdemokraten, Kommunisten, Demokraten und Nationalsozialisten, gegen die Sttmmen der Arbeitsgemeinschaft der Nattonalen Mecklenburger z u g e st i m m t.

Mit 26 Sttmmen der Anken und der Nottonalsozialisten gegen 23 Sttmmen der Rechten wurde der zweite Teil des Nn® träges Dr. Möller (Dem.) auf Neu­fassung oer Beo mtengehälter - kürzung der Notverordnung ange­nommen.

Die nattonalsozialistischen Anträge auf Neuwahl eines Ministerpräsiden­ten und auf Auflösung des Land­

tages wurden abgelehnt. Zur Annahme eines solchen Anttages ist eine Zweidrst» telmehcheit erforderlich. Der Antrag er. zielte aber nur 25 von 48 Sttmmen.

Ausland

Rewyorker Banken über KurzkredUe und Reparationen.

Zwischen den Verttetern der Rewyorker Banken, die an dem Stillhalte, [ abkommen für die Deutschland gewähr, ten Kredite teilnahmen, haben Besprech»«, gen stattgefunden, in denen sich Ueber. einsttmmung darüber ergab, daß die Kurzkredite für Deutschland auch weiter gewährt werden müß­ten. Eine Umwandlung dieser Kurz- kredite in Kredite mit fünf- oder zehn, jähriger Laufzeit sei jedoch untunlich.

Es herrsche weiter Uebereinsttmmunz darüber, daß gemäß dem Geiste des Boung- planes die Deutschland gewährten private, Kurzkredite den Reparattonszahlunge« nicht nachstehen dürften.

Flugzeugzusammenstoß.

Riga, 6. Nov. Bei einem Uebungs- fluge stießen über der Stadtgrenze von Libau zwei Marineflugzeuge in etwa 300 Meter Höhe zusammen. Beim Absturz fanden sechs Personen den Tod,. unter ihnen die Gattin eines Fliegerofsiziers. Ein Verkehrsflugzeug der Strecke Washing­tonNewyork stürzte am Donnerstag in der Nähe des Flugplatzes von Camden ab und verbrannte. Der Flugzeugführer und vier Fluggäste fanden den Tod in den brennenden Trümmern.

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Deutsches Reich

Die Strafanträge im Kurfürstendamm-Prozeß.

Berlin, 6. Nov. Zn dem bekannte« Prozeß wegen der Krawalle am Kur­fürstendamm beanttagte der Staatsanwalt gegen den Grasen Helldorf und gegen den Stabsleiter Ernst wegen schweren Landfriedensbruchs in Tateinheit mit Auf­reizung WM Klassenkamps je drer 'Zähre Gefängnis und wegen Beleidigung 300 Mark Geldstrafe, gegen den Angeklagten Brandt wegen schweren Landfriedens­bruchs in Tateinheit mit AufreiWng WM Klasfenkampf zwei Jahre sechs Monate Gefängnis, gegen die Angeklagten Dame- row, Schulz, Hell und Hagemeister je etn 'Jahr Gefängnis und gegen Samerskt neun Monate Gefängnis.

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Kurfürstendamm zusammengefunden hätten.

Das Urteil wird aller Wahrscheinlich­keit nach erft am Montag oder Dienstag W erwarten sein.

Staatsanwaltschaftsrat Dr. Stenig schil­derte in seinem Plädoyer die Ueberfälle und Gewalttätigkeiten, die am 12. Septem« £ ber am Kurfürstendamm vor sich gegangen sind. Aus der ganzen Art dieser Ge- walttättgkeiten gehe hervor, daß es sich nicht um wahllos zusammengesetzte An- _ greifergruppen handelte, sondern es fet g klar erkennbar, daß hier eine planmäßige Zusammenrottung stattfand mit dem aus­gesprochenen Zweck. Ausschreitungen ge­gen die jüdische Bevölkerung zu begchen. Das sei auch von nattonalsozialisttfchen Zeugen bekundet worden. Entscheidend sei auch, daß die Angehörigen von cktwa 13 Stürmen der Berliner SA. sich am «

Kündigungen in der Textilindustrie.

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Geltung sind. Von den Kündigungen wer­den rund 20 0000 Arbeiter und Ar-s beiterinnen bettoffen.

Ausschreitungen in Hamborn.

Hamborn, 6. Nov. Im Stadtteü Obermaxloh kam es gestern abend wieder zu Ausschreitungen. Mehrere Trupps Jugendlicher drangen in Lebensmittelge­schäfte ein und raubten Brot und Fleisch­waren. Als die Polizei einschritt, wurdk sie mit Steinen beworfen. Die Polizei­beamten gaben Schreckschüße ab Als die jugendlichen Demonstranten versuchten, i« einer Straße Verkehrshindernisie aus Mülltonnen zu errichten, wurden sie von der Polizei überrascht und mußten die Hindernisse selbst wieder forttäumen.

Gladbach-Rheydt, 6. Nov. 2« den Textilfabriken von Gladbach-Rheydt und Umgebung haben die Unternehmer y am Freitag sämtliche Arbeitsverträge, die auf Grund des bisherigen am 10. Oktober = abgelaufenen Lohntarifes abgeschlossen waren, gekündigt. Vor Ablauf der Kündigungsfrist soll nach der Bekannt­machung den Arbeitern ein Angebot zur Fortsetzung des Arbeitsverhältnisies ge­macht werden. Aehnliche Maßnahmen sind in fast allen rheinisch-westfälischen Bezirken von den Arbeitgebern in der Textilindustrie getroffen worden, soweit die bisherigen Lohntarife nicht mehr i«