Sette 6
OberdesstsAe Zettm,«. Marburg «. L. Frritag, den 6. November 1931
Nr. 261
Aus der Umgegend
stres; Marburg
Cölbe, 5. Nov. Gestern brachte der Gesangverein Cölbe seinem Mitglied K. Muth ein Ständchen zu seinem 50. Geburtstage. Muth ist der Erbauer des Steges über die Lahn und wo dem Nächsten geholfen werden muh, steht Muth in den ersten Reihen.
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Schwerer Autounfall.
r. Rauschenberg. 5. Nov. Bei der Harthmühle ereignete sich heute nachmittag ein schwerer Unfall. Der 24jährige Handlungsgehilfe Gustav Röhm, hier, bei der Firma 3. H. Theih Nachf. tätig, wurde auf der Fahrt mit einem Fahrrad in der Richtung nach Kirchhain von einem Kasseler Personenauto, das mit erhöhter Geschwindigkeit fuhr, überholt, dabei von diesem ersaht und schwer verletzt. Er trug sehr schwere, tiefgreifende Verletzungen in der rechten Lendengegend, Verletzungen am Hrnterkopf und eine Gehirnerschütterung davon. Das Auto sauste bet dem Versuch, dem Radfahrer auszuweichen, die Böschung vor der Harthmühle hinab. Glücklicherweise überschlug sich dabei der Kraftwagen nicht. Er wurde nur ver- hältnismähig leicht beschädigt.. Der Metzger Wilhelm Eamb, hier, Mttglied der Sani- tätskolonne Rauschenberg, der sich in der Nähe der Unfallsteile befand, nahm die erste Hilfeleistung vor und sorgte dafür, dah der Verletzte alsbald in ärztliche Behandlung gelangt. Auf Srzttiche Anordnung wurde der Verletzte der Klinik in Marburg zugeführt.
r. Rauschenberg, 5. Nov. Am Sonntag, abends 8.30 Uhr, gibt das Musikkorps des Ausbildungsbataillons in Marburg unter Leitung des Obermusikmeisters Grobe nn Sri« bertschen Saal ein Konzert.
r. Rauschenberg, 5. Nov. Aist dem Spielplatz an der Wohra führt der Sportverein am Sonntag Pokalspiele durch.
r. Iosbach, 5. Nov. Ein hiesiger Lieferwagen, mit mehreren Personen besetzt, fuhr bei Marburg infolge Bruchs eines Hebels gegen einen Baum. Die Insassen kamen mit leichten Verletzungen davon, eine Frau erlitt einen Armbruch, eine andere Verletzungen am Kopf. Der Wagen wurde im vorderen Teil schwer beschädigt und muhte abgeschleppt werden.
KreiS Medenkvoi
Erhöhung der Kreisumlage im Kreise Biedenkopf abgelehnt.
o. Biedenkopf, 5. Nov. Der Kreisausschuh des Kreises Biedenkopf hat eine Erhöhung der Kreisumlage — wie angenommen um 20 Prozent — abgelehnt. Der Krrisausschuh stand auf dem Standpunkte, dah die Lage der Gemeinden des Kreises nicht io rosig sei, um noch neue Lasten auf- U zubürden. Ob nun allerdings die., Regie-, ■ rung die zwangsweise Einführung einer erhöhten Kreisumlage nicht anordnen wird, mag dahingestellt bleiben. Bei einer Erhöhung der Umlage um 20 Prozent würde für den Kreis eine Mehreinnahme von rund 90 000 RM. entstehen. Dann bliebe immer noch ein Fehlbetrag von etwa 200 000 RM.
o. Biedenkopf, 5. Nov. Die Gesellenprüfung tut Schreinerhandwerk haben folgende junge Leute bestanden: Heinrich Walbrecht-Rüchenbach, Karl Trüsch- Friedensdorf, Friedhold Rink-Wommelshau- fen, Fritz Roth-Eifa, Karl Wimd-Bromskir- chen, Paul Dippel-3tzenheim, Karl Schäfer- Puderbach, Otto Thomä-Breidenbach und Willi Schmidt-Breidenstein.
o. Biedenkopf, 5. Nov. Wolzhausen verpachtete die Jagd zu 600 RM., während Quotshausen 300 RM. bekam. Die letzte Pocht im erstgenannten Orte betrug 1ÖÖ0 RM., im letztgenannten Otte 450 RM. Auch Zeichen der wirtschaftlichen Not.
o. Oberhörlen, 5. Nov. Pfarrer Weller hat sich im Gottesdienst am Sonntag von der Gemeinde verabschiedet. Nachmittags und Abends trug die Jugend dem Scheidenden einige Lieder und Gedichte vor. zudem überreichte man ihm ein sinnvolles Andenken.
-z. Bromskirchen, 5. Nov. Am Dienstag sprach im Gasthaus „Zur Poft" im Namen der Nationalsozialistischen Pattet Landwirt Haak-Rügen über das Thema: „Hepp oder Hitler". Die Ausführungen fanden den ungeteilten Beifall der zahlreichen Zuhörer.
Kreis ®(tffltnf!efn
Laasphe, 6. Nov. Das 7 Monate alte Töchterchen des Holzarbeiters R. von hier ist an spinaler Kinderlähmung er- kranft. Das Kind wurde nach Feststellung der Krankheit sofort in eine Marburger Klinik gebracht.
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Ein schwerer Automobilanfall.
Siegen, 5. Nov. In der berüchtigten Kurve am Ättzmicker Hammer verunglückte ein mit vier Personen besetzter Kraftwagen. Der Führer des Wagens, Kaufmann Fritz T h e i I e aus Kirchesohl (Sauerland), wurde dabei getötet.
Heften Nassau un- Nachbargebiete
Berheereude Erotzfeuer.
Frohnhausen (Kr. Warburg). 5. Nov. Gestern gegen 22 Uhr entstand im Anwesen des Landwirts Knüppel ein Erohfeuer. Ehe die Feuerwehr eingrrifen konnte, war das Feuer auf Stallung und Scheune Lbergesprun- gen. Das Vieh konnte bis auf die Hübner und einen Teil der Schweine gerettet werden. Der ganze Hof mit Nebengebäuden wurde ein Raub der Flammen. Der Schaden ist nur zum Teil durch Versicherung gedeckt. Die Entstehungsursache ist noch unbekannt.
Gehrden (Kr. Warburg), 5. Nov. 3m Anwesen des Landwirts Hahnewinkel entstand ein Erotzfeuer. Das Feuer griff auch auf den benachbarten Hof des Landwirts Zorü über und legte beide Anwesen in Asche. Der Schaden, der 30 000 M betragen soll, ist durch Versicherung gedeckt. Auch hier war die Entstehungsursache noch nicht festzustellen.
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Das Maschinenhaus der Saline in Bad Königsborn bei Unna besitzt eine Dampfmaschine, die vor 132 Jahren, im Jahre 1799, aufgestellt wurde und noch heute in Betrieb ist.
Bei der Feldarbeit vom Tode ereilt.
Gießen, 4. Nov. Der etwa 60 Jahre alte Landwirt Johannes Schmidt aus Ober-Kleen (Kreis Wetzlar) wurde gestern, als er sich mit seinem Gespann auf dem Acker beim Pflügen befand, von einem tödlichen Schlaganfall betroffen. Andere Landwirte, die in der Nahe arbeiteten, wurden durch längeres Stehen des Gespanns veranlaßt nachzusehen und fanden den bedauernswerten Mann tot neben seinen Pferden auf dem Acker vor. Das Wiesbadener Palasthotel schließt seine
Pforten.
Wiesbaden, 5. Nov. Die Wiesbadener Palast-Hotel-E. m. b. H. hat sich infolge der ungünstigen Verhältnisse im Wiesbadener Fremdenverkehr gezwungen gesehen, das Hotel bis auf weiteres zu schließen. Die Zwangsversteigerung wurde nicht beantragt, da man hofft, das Hokel im Frühjahr des kommenden Jahres wieder eröffnen zu können. Die angeschlossenen Gaststätten sollen bis auf weiteres geöffnet bleiben.
Wirtschaft und Sandel
Berliner Devisenbericht vom 5. November.
Helsingfors 8,19—8,21, Wien 58.94—59,06, Prag 12,47—12,49, Budapest 73,28—73.42, Sofia 3,072—3,078, Holland 170,03—170.37, Oslo 88,91—89,09, Kopenhagen 90,91—91,09, Stockholm ~ 91,41—91,59, ' London 15,78—15,82, Buenos Aires 1,028—1,032. Newvork 4.209 bis 4,217, Belgien 18,74—58,86, Italien 21,78 bis 21.82 Paris 16,58—16.62, Schweiz 82.12 bis 82,28, Spanien 36,91—36,99, Danzig 82,37 bis 82,53, Japan 2,048—2,052.
Warenmarkts
Getreide tn 1000 Kilvgr., Mehl und Futter mitte! te 100 ffffogromm
Berliner Produktenbörse vom 5. November.
Weizen 227—230, Roggen 198—200, Braugerste 177—180, Futtergerste 173—177. Hafer 152—157, Weizenmehl 28,75—33, Roggenmehl 28—30, Weizenkleie 10,50—11. Roggenkleie 10,25—10.75.
Die scharfen Preisschwankungen der letzten Tage an den überseeischen Terminmärkten haben hier eine gewisse Unsicherheit ausgelöst, so daß sich im heutigen Produktenverkehr stärkere Zurückhaltung zeigte, die in einer erneuten Einengung des Eeschäfisumfangs zum Ausdruck kam. Im handelsrechtlichen Lieferungsgeschäft setzte Weizen zwar bis 1,50 .ft höher ein, bei Roggen war die Preisgestaltung bereits uneinheitlich, besonders da im Vormittagsverkehr Abgaben von besonderer Seite erfolgt sind. Nur Märzroggen blieb zunächst gut behauptet. Weizen- und Roggen- meble hatten kleines Bebarisgeschäit bei wenig veränderten Preisen. Hofer und Eer^e sind weiter knapp offeriert: infolge des ichlep- penben Konsumaeschäftes bewilligt der Handel nur zögernd höhere Forderungen. Weizenexportscheine waren gefragt und etwa 1 .ft fester, Roggenexportscheine waren gefragt und etwa 1 .ft fester, Roggenexvortscheine wurden auf gestrigem Niveau angeboten.
Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 5. Nov.
Auftrieb des Nebenmarktes: 104 Rinder, 803 Kälber. 467 Schafe, 894 Schweine. Bezahlt wurde je Zentner Lebendgewicht: Kälber b) 39—44, c) 35-38, b) 28-34; Schafe al) 27 bis 30, 6) 22—26 c) 17-21: Schweine b) 46 bis 48, c) 44—48, b) 43—47, e) 38-44 Gegen bte Notierungen des letzten Nebenmarktes bröckelten die Preise bei Kälbern und Schweinen weiter ab. während Schafe unverändert blieben. Marktverlauf: Schweine ruhig ausverkauft; Kälber schleppend .geräumt; Schafe rege, ausverkauft.
Für Organisierung des Marktauftriebes.
In Kreisen der Bauernschaft sieht man es, wie verlautet, als einen großen Mißstand an, daß, sobald ein geringerer Austrieb an den Schlachtviehmärkten feste und beffere Preise erwarten läßt, noch am Markttag selbst aus der nächsten Umgebung des Marktes möglichst viele Tiere herangebracht werden. Auf diese Weise wird aus einer anfangs knappen Versorgung plötzlich ein lleberange- b o t, das die Preise drückt. Als Mittel dagegen wird vorgeschlagen, von einer bestimmten Stunde an jede nicht mit der Eisenbahn ankommende Zufuhr an dem dem Markttage vorhergehenden Tage zu sperren. Eine derartige Regelung wurde, wie verlautet, schon vor längerer Zeit von einigen Städten bezw. ihren Verwaltungen getroffen und hat sich als zweckmäßig erwiesen. Da solche Maßnahmen nicht gesetzlich zu regeln find, sondern der Kompetenz der Marktverwaltungen unterliegen, wird von der Schlachtvieh haltenden Bauernschaft die Hoffnung ausgesprochen, daß alle Marktverwaltukk- gen möglich st bald entsprechende Vorkehrungen treffen.
Gegen spröde Haut
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MIVEA
(Nachdruck verboten.)
Schatten über Marlene
Roman von Anny PanhuyS. Copyright 1931 by Verlag Dechthold, Braunschweig.
59 Sortjesuna.
Sie begann zu ihrem Mann von dem §u reden, was sie dachte and meinte: „5kf> muß nun natürlich nach Deutschland reifen und mein Prozeß wird noch einmal aufgewühlt werden. Man wird mich glänzend freisprechen, man wird mir auch wahrscheinlich eine Entschädigung für die sechs bitteren Jahre bieten. Natüttich Geld! Aber höre, Alfredo mio, ich brauche doch kein Geld, wir wissen ja kaum wohin mit dem unseren. Also würde ich das Geld für irgend einen wohltätigen Zweck spenden. Das ist etwas, was ich auch so tun kann. 3m übrigen aber werden die Blätter sich den Sensattonsfall nicht entgehen lassen. Bor fast neunzehn Jahren wurde mein Mann erschossen, Monate später kam es zum Prozeß. Damals beschrankte sich das Interesse an dem Fall auf, einen sehr kleinen KreiS. Auf mein Heimatstädtchen und die Nachbarschaft; vielleicht hatten auch ein paar Leute in Berlin Interesse, jetzt aber dürfte mein Fall, wenn er noch einmal, wenn auch noch so kurz, das Gericht beschäfttgte, größere Aufmettsamkeit erregen. Denn jetzt steht im Mittelpuntt dieser alten Mordgeschickste die spanische Gräfin Campo de Molinos. Man wird auch hier davon erfahren und erst jetzt hören, wovon man bisher keine Ahnung hatte, daß ich nämlich sechs Jahre meines Daseins im Zuchthaus verbracht habe. Trotz glänzender später Ehrenrettung werde« viele unserer
Bekannten noch nachträglich ein heimliches Frösteln spüren, werden in mir plötzlich eine ganz Andere sehen als vorher. Ich werde in eine unangenehme Rolle hineingedrängt werden, die verzweifelte Aehnlichkeit haben könnte mit einem Am- Pranger-Stehen." Sie sprach leise aber erregt: „And das darf nicht geschehen! 3ch fürchte mich davor! Ich will keine neugierigen oder mitleidigen Blicke, ich toill kein Tuscheln und Raunen um mich herum, ich möchte nicht auf den hochmüti- gen Gesichtern unserer Gesellschaft lesen: Wie durfte Graf Campo de Molinos es wagen .diese Frau in unseren Kreis zu bringen als vollwerttg, so lange sie noch die Schande mit sich hermutrug."
Sie dämpfte ihre Stimme noch mehr, als fürchte sie Lauscher. „Alfredo, es darf nicht soweit kommen, meinetwegen nicht, aber auch deinetwegen nicht. And darum will ich auf die Rechtfettigung verzichten."
Er blickte sie betroffen an.
„Aber. Mercedes, liebste Frau, tätest du dir und deiner Tochter durch solchen Entschluß nicht das bitterste Anrecht an? Laß doch die Menschen klatschen und schwatzen, die Ehre über alles, deine Ehre muß rein werden."
Sie lächelte versonnen. *
„Das soll sie und kann sie auch. Aber auf möglichst ftiHe Weise. Eö genügt, wenn wieder nur die Menschen davon er- sahren, die damals Publikum waren. Sieh, wenn es möglich wäre, ich gelte weiter für tot, dann wird man nichts andere» tun, als der Toten ein« Art offizielle Ehrenerklärung geben. Das geht durch ein paar Blätter und die meisten lesen darüber hin. Bis hierher dringt es kaum. -2>u weißt, man legt hier nur Wett auf die Geburtsnamen der Fra«. Ma« nennt
sich nach Vater und Mutter. Mein Vater hieß Kirchner, meine Mutter Sohnland. Niemand dentt hier, falls ihm wirklich ein deutsches Blatt nrit der Nachricht meiner An schuld vor die Augen käme, daran, daß eine gewisse Susanne von Bergener, geborene Kirchner, dieselbe sein könnte, wie Mercedes Kirchner y Sohnland Gräfin Campo de Mosinos." Sie nahm seine Hand. „Alfredo, ich möchte Ruhe haben, wir wollen alles tun, um zu verhindern, daß ich selbst mitspiele bei der Ehrenrettung Susanne von Bergeners. Die war ich einmal, aber das ist schon lange her. Susanne von Bergener soll tot bleiben. Es wissen bis jetzt nur zwei Personen darum, dah sie lebt. Mein Schwager Ewald Förster und Marlene. Beide werden schweigen, wenn ich ste darum bitte. Aber es darf keine Zeit vettoren werden. Ewald Förster wohnt im Hotel Salon, ich telephoniere sofort, er soll mich nochmals besuchen."
Alfredo Campo de MolinoS saß sehr nachdenklich da. Er gab seiner Frau recht in allem, der alte Aristokrat in ihm sträubte sich, die geliebte Frau im Mittelpunkt einer Sensation zu sehen.
Die Gräfin war schon am Telephon. Sie rief das Hotel Eoion an und dann sah chr Mann, wie sie erschrak und abhängte.
Schon wandte sie sich ihm zu.
„Ewald Förster ist dicht vor dem Hotel unter ein Auw gekommen und soeben in das Hospital Climco eingesiefett worden." Sie klagte sich an: „Ich habe ihn fott- gewiesen, weil er damals zu hart gewesen, weil er mich aus der Heimat gejagt hat."
„Ich bin daran Schuld, er ging so verstört, er war sicher mit seinen Gedanken noch bet unserer Antechaltung und ist in
das Auto hineingerannt." Sie stöhnte laut: „Alfredo, ich habe nicht an das schöne Christuswort vom Vergeben gedacht, sondern nur daran, mich zu rächen, ihm wehe zu tun. Aber das, beim Himmel, das habe ich nicht gewollt!"
Ihr Mann versuchte sie zu beruhigen.
„Ich werde im Hospital Clinico an» fragen, was ihm geschehen ist." Er trat jetzt an das Telephon, erhielt bereitwillig Auskunft: Der vor einer Stunde eingelieferte Deutsche wäre soeben aus der Bewußtlosigkeit erwacht, er habe einen Beinbruch davongetragen, ob er auch innere Verletzungen habe, könne man nicht sagen.
Die Gräfin schluchzte leise auf, als sie hörte, was der Arzt telephoniert hatte.
„Wenn er stirbt, bin ich daran schuld, Alfredo!" jammerte sie.
Er schüttelte den Kopf.
„Du warst zornig auf ihn und hattest wahrhaftig Grund genug dazu. Denke darüber nicht nach und martere dich deshalb nicht mit Gewissensbissen. Ich fahre selbst ins Hospital Clinico und werde dort Anweisung geben, daß man dem Verletzten alle erdenkliche Sorgfalt angedeihen lassen soll."
Er küßte seine Frau, rief seinen Chauffeur in der Garage an, die sich nicht im Hause befand, fuhr bald daraus ins Hospital Clinico. Er sorgte dafür, dag Ewald Förster ein sehr gutes Zimmer erhielt und deponierte eine größere Summe für vorläufige Unkosten. Er erklärte, et handle im Auftrage eines deut'chen Freundes des Verletzten, der sich mit der spanischen Sprache nicht gut helfen könne und deshalb seine Vermittlung erbeten hätte.
(Fortsetzung folgt.)