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Nr. 261

OerteWÄe 3«ttime. «atHtfl «. L. greHag, den 6. Rovrmb« 1931

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Hauptkampfplätze und Krie- gerfrie dhöfe nassauischer Re­gimenter zeigt am Sonntag, dem 8. November d. 3., abends 8 Ahr in den S t a d t s ä l e n Marburg ein wvhlgelunge- ner Film, der gelegentlich der Einweihung des Kriegerfriedhofes Rohe-St. Gilles vor einigen Monaten gefertigt worden ist. Wie wir seinerzeit berichteten, hat in den letz­ten Maitagen dieses Frühjahrs die erste feierliche Einweihung eines deutschen Krie­gerfriedhofs, nämlich die des vorgenannten größten Sammelfriedhofs des Sommege­biets, stattgefunden. Die Bezirksgruppe Nassau desVolksbundes Deutsche KriegL- gräberfürsorge", die mtt erheblichen öffent­lichen und eigenen Mitteln den Friedhof angelegt hat, forderte zur Beteiligung an der Cinweihungsfeier auf. A. a. betei­ligten sich auf Wunsch der 80er Bereini­gung Delegierte dieses Kameradenbundes. QIn sie erging aus den Kreisen der Ange- hörigen der speziell bei Rohe so zahlreich gefallenen Söhnen des Nassauer und des Hessenlandes die Bitte, es möchten blei­bende Bilder nicht nur von den Einzel­gräbern Gefallener, sondern auch von den Plätzen, auf denen unsere Tapferen öe« stattet sind, angefertigt werden. Die Reise­route führte über Mainz, Simmern. Trier, über die französische Grenze zunächst nach Berdun mit seinen bedeutendsten Schlacht­feldern, sodann über Bouziers und Rechel nach Rohe. Damit werden in dem Bild­streifen die neuesten Ansichten des heuttgen Zustandes von wichtigsten Kampfplätzen der ruhmreichen nassauischen, hessischen und kurhesftschen Regimenter der verschiedensten Waffengattungen in geradezu ergreifender Lebendigkeit vorgeführt. Fast allen Mit­kämpfern des Welttrieges ist so die Ge­legenheit geboten, Kampfgebiete wieder- zusehen, mit denen sie vielfach monate-, ja jahrelanges schwerstes Erleben in der Periode des Weltkrieges verband. Wer auch die Angehörigen der vielen Tausen­den bei Verdun und der etwa 6000 bei Rohe bestatteten Krieger, denen bisher der Besuch der Gräber ihrer Lieben nicht möglich war, werden hier das Gelände kennen lernen, in dem die Gebeine ihrer Gefallenen schlummern. Die Vorführung ist öffentlich. Aeber die Einzechetten der Filmdarbietung unterrichtet morgen eine Anzeige. ____

mächtnis sei der Wille, auch in Zukunft einig zusannnenzustehen. Innige Freund­schaft verbinde ihn mit dem Verstorbenen durch den Hessischen Kommanal-Landtag, wo Mink 12 Jahre seinen Platz voll und ganz ausgefüllt hat. geachtet von sämt­lichen Parteien, besonders geschätzt aber von der Hessischen Arbeitsgemeinschaft, der er angehörte. Mit Mink sei ein echt deutscher Mann dahingegangen, ein echt hessischer Bauer von altem Schrot und Korn, der fest hielt an der Heimat, an alten Tugen­den wie Gottesfurcht und Treue, der er­kannt hatte, daß uns in der gegenwärtigen Zeit nur eine sparsame Lebensführung helfen kann.

Gutsbesitzer Kaiser (Cyriaxweimar) spricht für den Landwirtschaftlichen Kreis - verein in dem Mink 30 Jahre Mitglied war. Der Verein trauere nicht allein um den Führer, sondern auch um den Men­schen, der für jeden ein leuchtendes Vor­bild war.

Landrat Schwebe!, der für den Kreistag und den Kreisausschuß einen

Kranz niederlegt, sieht in dem Berstvrbe» nen einen Hüter der innersten Heiligtümer unseres Bauernstandes, die leider heute bedroht seien, einen Priester seines Hau­ses und einen Beschützer unseres Glaubens.

Weiter wurden Kränze niedergelegt von Bürgermeister W l'ß n e r (Cappel) für den Erzeugerverband Kreis Marburg, von Landesbaurat S ch m o h l im Auftrag des Landeshauptmanns von Pappenheim in Kassel, von Landwirt Preiß (Hachborn) für den kurhessischen Verband der Raisf- eisengenossenschaften, von KreiSauSschuß- dtrektvr Kemps für die Angestellten des Kreisausschusses, von Direktor Loth für die Kreissparkasse und von Vertretern der Zweigvereine des Hessischen Bauern­vereins sowie von dem Kreislandbund Frankenberg und der Deutschen landwirt­schaftlichen Hauptgenossenschaft Kornhaus Eorbach.

Mit einem Choral endete die Dei- setzungsseier für Johannes Mink, den hes­sischen Dauernführer. Möge ihm die Erde seiner Heimat leicht sein! sr.

* Verschiebungen in der Landes- kriminalpolizelstelle. Wie der Amt­liche Preußische Pressedienst einem Rund- erlaß des preußischen Ministers des Innern entnimmt, geht der Landgerichtsbezirk Ha­nau aus dem Bereich der Landeskriminal- poli-eistelle beim Polizeipräsidium Frankfurt a. M. in den Bereich der Landeskriminal- polizeistelle beim Polizeipräsidium Kassel über. Dagegen geht der Kreis Biedenkopf und der zum Landgerichtsbezirk Marburg gehörige Teil des Kreises Wetzlar aus dem Bereich der Landeskriminalpolizeistelle beim Polizeipräsidium Kassel in den Bereich der Landeskriminalpolizeistelle beim Polizei- präsidium Frankfurt a. M. über. Der besetzt gewesene Teil des Regierungsbezirks Wiesbaden geht unter Auflösung der Landes- krnninalpoltzeistelle beim Polizeipräsidium Wiesbaden gleichfalls in den Bereich der Lan- deskriminalpoltteistelle beim Polizeipräsidium Frankfurt a. M. über.

Reue Methode tm Seim-Mtvrseli

Wie wir aus Fachkreisen des Feuerschutzes hören, ist es den Versuchen, den Wehren die größtmöglichste Schlagkraft zu verleihen, ge­lungen. eine neue Art der Feuer­bekämpfung zu erfinden. Diesmal ist es die Feuerwehr Frankfurt a. M. gewesen, die auf einem schon seit längerer Zeit ver­folgten Prinzip der Entlüftung von mit Rauch und Gas angefüllten Räumen weiter aufgebaut und ein günstiges Resultat erzielt hat. Frühere Versuche wandten einen elek­trisch betriebenen Entlüfter an; das ließ sich in der Praxis nicht allgemein durchführen, weil ja nicht überall, insbesondere auf dem flachen Lande der notwendige Strom vorhan­den ist. Deswegen gina man jetzt dazu über, diesen Exhaustor mit Wasserkraft anzu­treiben. Der Apparat wird durch die Motor­spritze, die normalerweise einen Druck von 6 Atmosphären abgibt, in Betrieb gesetzt und auf diese Weise abzusaugen. Man kann also künftig die bedrohten Räume in verhältnis­mäßig sehr kurzer Zeit von, den giftigen Rauch- und Gasschwaden befreien, und das bedeutet einen gewaltigen Fortschritt, denn erfahrungsgemäß wird die eigentliche Be­kämpfung der Flammen gerade durch Rauch- unb Gasbildung am allermeisten behindert. Dieke Erfindung kommt auch nicht nur der Bekämpfung des Feuers zugute; überall wo Vergasung gegeben ist, also in Brunnen, Schächten', Bergwerken usw., wird sie ihre guten Dienste tun. Je nach der Beschaffenheit des Apparates kaffen stch auf d'ese Weise leicht brennbare Materialien wie Sagemehl. Häcksel, Mehl u. a. mit Leichtigkeit absaugen, wodurch die Feuergefahr erheblich gemindert wird.

Von der Dorfiirche in Wolfshausen ru­fen die Glocken: IohannesMink, der bekannte hessische Bauernführer geht den letzten Gang. Auf der Tenne der Scheune steht der Sarg, zwischen Tannengrün und Kränze gebettet. Gleichsam ein Symbol für dos Lebensbild des Verstorbenen, der ein hessischer Bauer war, wie es vielleicht wenige gab. Schlicht und einfach der Sarg, wie der Tote dem Charatter nach war. And für kurze Zeit öffnet man ihn, damit die Freunde von ihrem Kameraden Ab­schied nehmen können.

Aeber 500 Personen sind gekommen, die Abschied nehmen wollen. Von nah und fern, von oen Behörden und aus dem Bauernstand. And manchem wird viel­leicht erst hier Rar, wer Mink war ; aber die Glocken rufen ja schon zum letz­ten Gang, und die Trauergemeinde singt: ^Wer weih, wie nahe mir mein Ende!" Pfarrer Werner (Cappel) hält die An­dacht, und nach einem Choral heben die Bezirksvorsitzenden des Hessischen Bauern­vereins den Sarg ihres Führers auf und tragen ihn zum Friedhof.

Einen lleinen Berg hinan geht der Weg, wo dicht bei der Kirche der Gottesacker liegt, mit offenem Blick in die hessische Landschaft, wo die Natur anhebt zum gro­ßen Sterben.

Dann senkt man während eines ChoralS, den der Posaunenchor begleitet, den Sarg in die offene Gruft. Pfarrer Werner hat seiner Grabrede den 90. Psalm, Vers 12 zu Grunde gelegt:Herr, lehre uns be­denken, daß wir sterben müssen, auf daß wir flag werden". Schmerzlich sei der Tod dieses Mannes nicht allein für die Frau, der noch vor kurzem die Mutter gestorben, sondern auch für Behörden und Standesgenossen, die gerade in der heutt­gen Zeit solcher Führer bedürfen. Im Sinne des Verstorbenen sei es aber, nicht allein von dem irdischen Schaffen zu re­den, denn von Kindheit an habe er sich bei seinem TuO und Lassen eine chnst- liche Welt- und Lebensanschauung be­wahrt, die ihn zu einem treuen Mitglied der Kirche werden ließ. So sei das rechte Gedenken an diesen Mann verbunden mit dem VorsatzHaushalter werben unseres Gottes!" An das Gebet und den Se- i; gen des Geistlichen schließen sich dann die Kranzniederlegungen an.

Landwirt Lauer (Fronhausen) spricht namens des Hessischen Bauernvereins und erinnert an die Stunde, wo vor 8 Jahren cm gleichen Orte der frühere Bauern­vereins- und Landbundsvorsitzende Kapp zur letzten Ruhe geleitet wurde. Jetzt fei Johannes Mink seinem Mitkämpfer ge­folgt, nachdem er stets seine ganze Kraft dem Bauernverein und damit seinem Stand gewidmet hatte.

Syndikus Meyer (Marburg) gedenkt mit herzlichen Worten namens der Angestellten des Hessischen Bauernvereins des Verstor­benen. Landwirt Fenn er (Obergrenze­bach) legt für den Kurhessischen Landbund einen Kranz nieder und Landwirt Römer (Schweinsberg) für die Kreisbauern schast Kirchhain.

Kammerherr von Keudell, der Präsident der Landwirtschaftskammer Kassel, spricht im Aufttage des Kommunal- Landtages und der Frattion der Hessi­schen Arbeitsgemeinschaft. Es seien Worte des Dankes und der Fisundschaft, die er hier zu sagen habe. Für die Landwirt­schaft seines Kreises und des ganzen Be­zirks fei Mink der Führer gewesen, um die S^-^-ftnteressen zu sichern. Sein Ver»

Der letzte Gans

Die Beisetzung des hessischen BauernfShrers Johannes Mink

Aus -em Gerichtssaal

In bet Bahnhofstraße hatte ein Nutz fahrer einen Polizeibeamten angt fahren. Er wurde wegen Uebertretung d, Bestimmungen des Kraftfahrzeugverkehrs , 10 Jl Geldstrafe verurteilt.

Ein Autobesttzer von hier hatte kein« Führerschein und ließ aus diesem Grün» einen anderen das Fahrzeug bedienen, tz, der Straße AmönauWetter wurde em M torradfahrer angefahren Dabet wurde ft« Motorrad beschädigt, und d,e Hose des Fähig erhielt einen Riß. Der Gesckäd'gte wand, sich nun an den Besitzer und den Fahrer n» gen Ersatzleistung^ Beide ließen aber nutz von sich hören. Wegen berussfahrlassiger ft, perverletzung wurde der Chaufteur tn ei, Geldstrafe von 20 Jt genommen.

Auf einem Gutshof in der Nähe von M« bürg war es Sitte, daß die Feldarbeiter ch Hacken nach Vollendung der Arbeit an jede Tage mit nach Hause brachten. Eines Tag« fehlte eine Hacke, die trotz Suchens nicht g funden wurde. Man fand sie schließlich 5 | einem Knecht, der angab, daß er die Hacke g fünften habe Da man ihm nicht glaubt s wurde er aus dem Dienst entlassen; äußert« wurde ihm das Betreten des Hofes vom V, matter verboten. Hebei die Entlastung erb« begab fick der Knecht doch wieder auf den H« um mit dem Verwalter abzurechnen. Hierb mißhandelte er den Verwalter. In der gefh gen Verhandlung hatte sich nun der Ang klagte wegen Diebstahls. $ausfnebcnsbtuj und Körperverletzung zu verantworten. ; den ersten beiden Fällen mußte auf Freypi chung erkannt werden, weil nickt genau f« stand, daß die Hacke gestohlen fei Und n der Anklage wegen Hansstiedensbruchs war i auch so eine Socke Wegen gefährlicher fti perverletzung erhielt er 2 Monate Gl f ängnt s.

Ein hiesiger Einwohner war der Mell pflicht nicht nachgekommen, indem et feil Wohnung nicht umgemeldet hatte. Das z richtliche Verfahren mußte eingestellt werte weil das Schöffengericht nicht mehr zultänb ist. Das Vergehen gegen die Meld pflicht bleibt mithin Polizeiliche.

Spar- und Bauv ereilt. W gestrige außerordentliche G e n e r a l v e sammlungdes Spar- und Bauve eins war gut besucht. Sie war emberus worden, um die Satzung der Genossenschi der Gemeinnützigkeitsverordnung vorn 1. I zeinber 1930 anzupassen. Der Geschah führet, Herr G om oll, verlas paragravhe weise die vom Hauptvorstand der Deutsch Baugenostenfchaften entworfene ststustersatzln Der Name der Genossenschaft bleibt ui verändert. Gegenstand und Zweck b Unternehmens sind entsprechend § 6 1 Geineinnützigkeitsverordnung. Der Ge'chan betrieb ist auf das Gebiet des Stadtkreis j Marburg beschränkt. Das Eintrittsgeld I trägt wie bisher 10 Mark. Der Geschäf anteü wird von 200 a »f 300 Mark e höbt und ist entweder voll oder tn n ' natlichen Raten von 5 Mark einzuzahb Die Höchstmhl der Geschäftsanteile betrü 10. Der Vorstand besteht wie bisher a ; fünf Personen, die Zahl der Aufsichtsra ; Mitglieder wird von 24 auf 15 herabgest | Infolge der Erhöhung des Geschäftsanti müssen mehrere Anteile zusammengelegt w den, doch so, daß die Haftsumme nicht « ringert wird. Der vom Berbandsrevis t erstattete Revisionsbericht hatte nur gerb fügige, meist formelle Beanstandungen, fiel jedoch fest, daß der Stand der Genossensch als günstig zu bezeichnen sei. Der Mtbe ist vorsichtig eingeschätzt, der Neubesitz ni zu hoch. Von weiteren Bauvorhaben w abgeraten. Die Einzahlung auf Geschäft guthaben ist mit 90 Prozent als sehr gür.r zu bezeichnen. Die Rentabilität des D eins ist sichergestellt und der Haushalt dui aus in Ordnung. Die Liguidität der Sp< einlagen ist ausreichend. Zum Schluß wui eine Einladung zur Gedenkfeier der Fett Heilung des Ortenbergstegs am 7. Novei v ber bekannt gegeben. Nachdem noch em Wünsche aus Mitgliederlreisen oorgebrai erfolgte Schluß der Versammlung.

Verlag Dr. C. H t tz e r o t h. Sauptfdjriftlciter und verantwortlich für P litt! und Feuilleton: Dr. Ernst Schelle für Kommunalvv.t.. Prootnz und Voale - Lothar Schneider fämtlfA tn w

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