Einzelbild herunterladen
 

Montag.

»en 2. Re». ISA

®fe ^Vberhesstsch« Settuttg* es- scheint sechsmal wöchentlich. Be­zugspreis monatlich 2.20GM.auS- schließl. ZustellungSgebübr, durch di« Post 2.45 GM. Für etwa durch Streik, Maschinendefekt oder ele- tnentote Lreigniffe ausfallende Kummer« wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag, Dr. §. Httzervth. Druck der Unib-Buchdruckerei Job. Aug. Koch, Markt 21/23. Fernsprech r: Rr. 54 uud Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Rr. 5015. Sprechzeit »et Redaktion bo« 1011 and

/.l1 Ubr.

Marburger ragesmeigtt

Mische LandesZejWg

St. 257 Sb.stalikg. Mrbors o. Labs

Der Anzeigenpreis beträgt für den 11 gefpalt. Zeilenmillimeter 0.08 GM.,sog. kleineAn,eigen und FamUienanreigen bei Barzahlung 0.07 GM., am«, und anSwLrtige AnzeigenO.lO SM. Grundschrift: §vlonel. Bei schwierigem Satz so­wie bet Plahborschrtft 5O°/o Auf­schlag. Sammelanzeigen 100"/, Aufschlag Reklam.-Milltm. 0.40 GM. Grundschrist: Petit. Jeder Rabatt gilt al« Barrabatt. Ziel 5 Tage. Sfferten-Gebühr: 25 Pfg.» bei Zustellung der Anaebote einschl. Porto.60 GM. Belege werden berechnet. Erfüllungsort Marburg.

Anzeiger für (bas frühere kirrhessische) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachnngen für Stadt und Kreis Marburg.

Neuer Wahlsieg der N.S.D.A.P.

Die Amtsvertreterwahlen in Mecklenburg Geringe Zunahme der K.P.D. - Schwere Verluste der S.P.D.

20 bis 100 Prozent

Die größte Eoldsendung

Schwerin, 2. Nov. Die gestern in Mecklenburg-Schwerin abgehaltenen Amts- oertreterwahlen werden den Amtsver­sammlungen (Landkreistagen) ein völ­lig verändertes Bild geben. Die Nationalsozialisten haben in allen Aemtern beträchtliche Gewinne zu verzeichnen, die zwischen 20 und mehr als 100 Prozent seit den letzten Reichstagswahlen be­tragen. Die Sozialdemokraten haben in einigen Aemtern bis z« 4 0 Prozent ihrer Stimmen zum Teil an die Kommunisten und. wie es nach den vorläufigen Ergebnissen scheint, insbeson­dere in den Landbezirken auch an die

Nationalsozialisten abgegeben. In einem Amt ist allerdings ein sozia­listischer Stimmengewinn von ?twa 15 Prozent zu verzeichnen. Die Stimmen- znnahme der Kommunisten ist geringer, als man im allgemeinen erwartet hatte. Sic beträgt in einigen Aemtern zwischen 10 und 25 Prozent. In zwei Aemtern sind nach dem vorläuNgen Wahlergebnis geringe Verluste der Kommuni st en festzustellen.

Die bürgerlichen Listen haben diesmal auf die Wähler nicht die von früher ge­wohnte Anziehungskraft ausgeiibt. Die nicht-nationalsozialistischen bürgerlichen Parteien und Wirtschaftsverbände, die durchweg in Einheitslisten zusammenge- fatzt waren, verloren gegenüber den letz­ten Reichstagswahlen 2070 Prozent ihres Wählerbesitzstandes und zwar über­wiegend an die Nationalsozialisten. Man wird bei dieser Gegenüberstellung berück­sichtigen müssen, das; die Wahlbeteiligung bei diesen Komunalwahlen im allgemeinen nicht so stark war wie bei der letzten Reichstagswahl. Eine sozialistiscke oder etwa sozialistisch-kommunistische Mehrheit ist in keinem Amte erzielt worden. Mit Ausnahme von zwei Aemtern sind, wenn man die Nationalsozialisten' zu der bür­gerlichen Seite rechnet, ziemlich st a r k e bürgerliche Mehrheiten entstan­den. So ist z. V. in einem Amt die Zahl der bürgerlichen Amtsvertreter dovpelt so groß wie die der Sozialisten und Kom­munisten. In zwei Aemtern hat weder das Bürgertum einschl. der Nationalsozia­listen noch die sozialistisch-kommunistische Linke die Mehrheit erlangen können. In diesen beiden Aemtern ist Stimmengleich­heit vorhanden.

Bei den Wahlen zu den Amtsversammlun- tzen (Landkreistagen) in Mecklenburg-Schwe­rin wurden folgende Stimmen abgegeben:

Amt Malchin:

(Die Zahl in Klammern bezieht sich auf di» letzte Reichstagswahl.)

Sozialdemokraten 7 606 (10 165)

Nationalsozialisten 10 625 ( 6 906)

Bürgerliche Einheitsliste 5 265 ( )

Kommunisten 2 839 ( 2 506)

Die Mandate verteilen sich wie folgt: So­zialdemokraten 7, Nationalsozialisten 10, Bür­gerliche Einheitsliste 5, Kommunisten 2.

Amr Parchim:

Nationalsozialisten 11388 ( 7 280)

Sozialdemokraten 6 026 ( 7 857)

Kommunisten 2 680 ( 2 260)

Litze für städtische Wähler 1020 ( )

Xenon, Liste f. Stadt n. Laad 2 386 ( j

Mandate' 12 Nationalsozialisten. 6 Sozial­demokraten. 2 Kommunisten. 1 Einheitsliste für städtische Wähler und 2 Nationale Liste für Stadt und Land.

Amt Waren:

Sozialdemokraten 6 520

Christlich-Soz. Bolksdienst 8»4

Wirtsch.-Liste f. Stadt u. Land 1 817

Kommunisten 2 491

Unpolitische Beamtenliste 659

Nationalsozialisten 9 400

( 8 386)

( 728)

( - )

( 2 903) ( - ) ( 4 985)

London, 1. Nov. Die Bank von Eng­land hat gestern den angekündigten Ber­kaus von 15 Millionen Pfund Barren-Gold durchgeführt. Dies ist die grösste Eoldmenge, die die Bank von England jemals an einem einzigen Tage abgegeben hat. Die Presie kommentiert die Angelegenheit nach wie vor in opti­mistischem Sinne. Ein konservatives

Rückkehr Lavals

Das Ende des Moratoriums

fk. London, 2. Nov. Der Dampfer Ile de France" traf heute früh um 1 Uhr in Southampton «ein. Minister­präsident Laval äußerte in einem Interview mit einem Vertreter der Asiociated-Presi": Ich freue mich über den persönlichen Erfolg Macdonalds. Ich bin sicher, daß das Ergebnis der eng­lischen Wahlen eine enge Zusammen­arbeit zwischen Großbritannien und Frankreich bedeuten wird. Ich glaube fest, dasi die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern ausgezeichnet bleiben werden. Mehr denn fe ist innigere Zusammenarbeit zwischen ihnen im Inter- esie der Welt notwendig. DieIle de France" trifft heute um 9.05 Uhr in Le Havre ein.

Erklärungen Lavals über seine Amerika- reife.

Ministerpräsident Laval hat sich mit verschiedenen französischen Pressevertretern an Bord derI l e d e F r a n c e" unter­halten. Dabei erklärt er dem Sonder­berichterstatter derAgentur Radio' u. a., der Bericht über die Washingtoner Ergebnisse sei für die Regierung bestimmt und könne vorher nicht im einzelnen er­

örtert werden. Er wolle jedoch fetzt schon betonen, dasi Frankreich über seine >dich:rhei-t selbst wachen werde,, solange die Völker feine ausreichende Mit­tel gefunden hätten, um den Frieden durch eine feste und tmnerhofte Einrichtung zu organisieren. Was die Schulden­frage angehe, so sei diese schwierige Frage in Washington eingehend geprüft worden.

Er habe die Ersetzung des Hoover» moratoriums durch eine Neuregelung auf der Grundlage des Aoungplanes ins Auge gefaßt.

Es sei richtig, daß für die Zeit der Krise und wirtschaftlichen Depression eine Neu­regelung der zwischenstaatlichen Schulden beschlossen wurde, doch habe man die Be­dingungen der Neuregelung noch nicht fest­gelegt. Auf die Frage des Berichterstatters, ob die Vereinigten Staaten jetzt zum ersten Male der Möglichkeit einer Herab­setzung der französischen Schulden grund­sätzlich zugestimmt hätten, erwiderte Laval lächelnd, diese Voraussetzung sei keine schlechte Auslegung der amtlichen Verlaut­barung.

Amt Güstrow:

liste 2.

8 093

3 003

10 501

2 771

693

9 388)

2 704)

4 867)

Sozialdemokraten Kommunisten

Nationalsozialisten Bürgerliche Einheitsliste Mecklenburgische Heimaisliste

Mandate: Sozialdemokraten 8, Kommunisten

3, Nationalsozialisten 10, Bürger!. Einheits-

Mandate: 8 Sozialdemokraten, 2 Kommu­nisten, 8 Rationalsztzialisten und 3 Bürger­

liche Einheitsliste.

Amt Hagenow:

Sozialdemokraten

Kommunisten

Nationalsozialisten

Bürgerliche Einheitsliste

9 212 ( 7 759) 2 189 ( 2 199) 9 767 ( 4 766) 3915 ( )

Amt Schwert«:

Nationalsozialisten 7 888 ( 3 644)

Mecklenburgische Heimatliste

(Bürgerliche Einheitsüfe) 2188 f )

Kommunisten 719 f 607)

Sozialdemokraten 5 424 ( 6589)

Mandate: Nationalsozialisten 9, Mecklen­burgische Heimatliche 2. Kommunisten 0, So­zialdemokraten 6.

Amt Ludwigslust:

Kommunisten 2 279 f 1872)

Mecklenburg. Bauernverein 1135 f )

Sozialdemokraten - 7027 ( 6882)

Liste f. Handel, Handwerk

und Beamte 2 363 ( )

Nationalsozialisten 8 040 ( 6 882)

Landoolkliste 2188 ( )

Mandate: 2 Kommunisten, 1 Mecklenburg. Bauernverein, 6 Sozialdemokraten, 2 Liste für Handel, Handwerk und Beamte, 7 National- srqialisten und 2 Landvolk.

Amt Rostock:

Sozialdemokraten 7175 (7 Sitze)

Kommunisten 2 338 ( 2 Sitze)

Nationalsozialisten 11638 (11 Sitze)

Schsiefftmg der Erwerdslosenheime des Stahl- hekms und der Nationalsozialiften in

Fürstenwalde.

Fürstenwalde, 1. Nov. Bei einer Haussuchung im Fürstemoalder Erwerbslosen­heim des Stahlhelms waren Waffen gefun­den worden. Der Erste Bürgermeister in Fürstenwalde als Ortspolizeibehörde hat da­her auf Grund der Notverordnung zur Be­kämpfung politischer Ausschreitungen die so­fortige plüizeüiche Schließung des Erwerbs- kosenheims des Stahlhelms angeordnet. Gleichzeitig hat er auch das Erwerbslosen­heim der Nationalsozialisten schlichen lassen, weil zu besorgen sei, daß diese Räume als Stützpunkte für politische Gewalttätigkeiten benutzt werden könnten. Die Insassen der Heime sind durch Polizei aus den Heimen entfernt worden: die Heime werden oeriieaelt.

Blatt geht sogar soweit, zn bedauern, datz die Bank nicht noch mehr Gold abgegeben hat, um den französisch-amerikanischen Kredit noch weiter zu verringern.

Die Nachricht hat aber natürlich trotz dieser optimistischen Kommentierung einen beklemmenden Eindruck an der Börse ge­macht. Der Pfundkurs ist weiter zurück­gegangen und zwar von 3,86% Dollar bei Schluß der gestrigen Börse auf 3-82% von 98% Franken auf 97% Franken und von 16% Mark auf 16% Mark. Die Bewe­gung griff sofort auf den Markt der Re- gierungswerte über. Kriegsanleihe ver­lor % Prozent und ging auf 96-% zurück. Auch alle anderen festverzinslichen Regie­rungswerte gingen zurück. Deutlcbe An­leihen lagen fester und'erholten sich von ihren gestrigen Rückgängen. Es hat die City doch überrascht, daß die Bank von England nicht in der Lagö gewesen sein sollte, über mehr ausländische Devisenbe­stände zu verfügen als über 5 Millionen Pfund.

Neichsverkehrsminikte Treviranus dementiert.

«Essen, 1. Nov. Anläßlich der heu­tigen Sitzung der volkskonserdativen Ver­einigung, in der ReichSderkehrSmimster Treviranus über die Siedlung sprach, berührte der Redner auch die ReparationS- zahlungen und den Ablauf des StM- halteabkommens. Hierbei erklärte er, daß man in einem Bericht über eine Sitzung Iber Weltwirtschaftlichen Gesellschaft in Berlin vor etwa 14 Tagen ihm die Aeuße- rung in den Mund gelegt habe, Deutsch­land könne die Reparationszahlungen wie­der aufnehmen, aber nur in einer Höhe bis zu einer Milliarde Mark. Der Minister stellte fest, daß er damals nicht verstan­den worden sei. Er habe gesagt, daß Deutschland seine privaten Schulden, vor allem die kurzfristigen, einmal zurückzahlen müßte. Es müsse ein diesbezüglicher Plan vorgelegt werden. Bei der jetzigen Lage Deutschlands könne aber unmöglich über eine Zahlung von einer Milliarde pro Jahr zur Tilgung der privaten Schulden hinausgegangen werden.

Die dentsch-schweizerischen Handelsver­tragsverhandlungen. Entgegenkommen der deutschen Regierung.

Bern, 1. Nov. Die deutsche Gesandt­schaft hat heute dem eidgenössischen Wirt­schaftsdepartement zur Kenntnis gebracht, daß die deutsche Regierung bereit sei, die für die Kündigung des schweizerisch-deut­schen Handelsvertages bestehende Frist von drei Monaten auf zwei Monate herabzu­setzen, um so den Beweis zu geben, datz die deutsche Regierung keine Möglichkeit unversucht lassen werde, einen Bruch zu vermeiden. Die Annahme des Vorschlages durch die schweizerische Regierung würde gestatten, die Verhandlungen im Novem­ber fortzusetzen, ohne datz dadurch der Ab­lauf einer etwaigen Kündigungsfrist ver­säumt würde. Der Bundesrat wird in die­ser Angelegenheit am Dienstag Beschluß fassen.