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Somadenk,

ten 31. Skk. 1931

«Die .Ober-essisch« Zeitung" er­scheint sechsmal wöchentlich. B«- jugsprei« monatlich 2. 20GM.au«- schließl. Zustcllungsgebübr. durch , hie Post 2.45 GM. Für etwa durch \ Streik. Maschinendefekt oder ele- (niare Ereignisse ausfallend« immern wird kein Ersatz ae- stet Verlag. Dr. 5 Hitzervth.

uck der Unib-Vuchdruckerei

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Anzeiger für (bas frühere knrhefsische) Oberhessen

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Das akute Problem

Wer beginnt?

Neue revolutionäre Erhebung in Nordbrasilien

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der Ver- Werte von vereinbart

Berlin, 30. Okt. Zn den in der Presse erschienenen Schätzungen über die deutsche Auslandsverschuldung wird von maßgebender Seite mitgeteilt: Auf Grund der Anmeldung, welche mit Notverordnung vom 27. Juli 1931 angeordnet wurde, er­gibt sich nach dem Stande vom 28. Juli 1931 eine deutsche Auslandsverschuldung von 12 Milliarden 9L« an kurzfristigen Schulden (weniger als 12 Monate) und 11,5 Milliarden 9L* an langfristigen Schul­den (länger als 12 Monate). Diese Ziffern find Bruttoziffern. Die deutschen Anlagen im Auslande ebenso wie die im Wiggins- Bericht erwähnten Anlagen des Auslandes in Deutschland (Aktien und andere Werte sowie Grundstücke) find bisher staüftisch nicht ersaht worden. Seit Juli dürfte etwa 1 Milliarde R.« zurückgezahlt sein.

Teilweise Verlängerung franko-amerilanischer Kredite an die Bank von England.

London, 30. Oki. Nach einem mit Zu­stimmung der Bank von England veröffent­lichten Eommuntgue über die am 31. Okto­ber ablausenden Kredite von je 25 Millionen

15 Millionen Pfund Sterling worden.

Der Augenblick zu der Initiative, £i welcher das Kommunique über die Be­ratungen zwischen Laval und Hoover Deutschland anregen wollte, ist gekommen. Don allen Seiten her, am stärksten von den ASA. aus, drängen die Stimmen zu einem solchen Schritt und es fragt sich nur.

Blick auf die Sauvtfirabe von Pernambuca,

das von den Aufständigen besetzt sein soll. Unten links: Eetulio Vargas, der Staatspräsident von Brasilien. Gegen den gegenwärtigen Staatspräsidenten von Brasilien, Vargas, der erst im vorigen Jahr durch eine Revolution an die Macht kam. ist ein Aufstand ausgebrochen, der im Norden Brafiliens seinen Herd bat. Angeblich ist es den Aufständigen gelungen. Pernambuco in die Gewalt zu bekommen.

wie er getan werSen soll. Der Kllirung dieser Frage dient ganz offenbar die Reise des deutschen Botschafters in Paris, Herrn von Hoesch, nach Berlin. Die Klärung dürfte auch schleunigst vollzogen werden müssen, da Herr von Hoesch bereits am Montag wieder in Paris sein muß, wo am Dienstag schon der französische Mi­nisterpräsident mit seinen Kabinettskollegen über die Ergebnisse seiner Amerikareise beraten und dann ganz zweifellos sehr bald mit dem deutschen Botschafter in Fühlung treten wird.

Kein Zweifel also, daß die Initiative zu dem erwarteten Reparationsschritt unmit­telbar bevorsteht. Angesichts dieser Lage ist es unerläßlich, sich über den Mecha­nismus des Verfahrens rechtzeitig klar zu werden. Nachdem die fortschreitende Wirtschaftskrise die wirtschaftlichen Grund­festen in aller Welt in ungeahntem Maße erschüttert hat, werden die Däter des Poungplanes kaum mehr allzu empfindlich angesichts der Feststellung sein, daß mit aller Welt auch sie sich über den Gang Der Entwicklung und über die wirtschaftlichen Möglichkeiten Deutschlands getäuscht ha­ben. Andererseits bedarf es keineswegs mehr neuer grundsätzlicher Feststellungen über die Deränderungen in der Struktur der deutschen und der Weltwirtschaft. Solche Feststellungen liegen bereits seit mehr als acht Wochen in dem Baseler Wiggins-Lahton-Bericht vor.

Mein formal gesehen müßte sich die deutsche Reparationsinitiative auf die In­gangsetzung der im Poungplan vorgesehe­nen Sicherungsmaßnahmen richten. Diese Maßnahmen beziehen sich auf die Einbe­rufung desBeratenden Sonderausschus­ses", dessen Prüfung der Lage sich jedoch zunächst nur auf die Transferfrage be­schränken könnte. Es bedarf keines Wor­tes, um klarzulegen, daß die Gewalt der Tatsachen diese engen formalen Grenzen längst gesprengt hat und daß nichts sinn­loser wäre, als hn gegenwärtigen Augen­blick einen Mechanismus in Dang setzen zu wollen, der den zu verarbeitenden Pro­blemen nicht im entferntesten gerecht wer- 'den könnte. Der Weg über diese Bin­dungen hinaus ist dann ja im WigginS- Bericht gewiesen: Reinigung der politi­schen Atmosphäre, Herstellung des Ver­trauens, Neuregelung der äußeren, ins­besondere der kurzfristigen Verpflichtungen Deutschlands. Die Stimmen, die sich in diesen Tagen in den ASA. für eine Im-, tiative in der Reparationsfrage erhoben haben, gehen bereits weiter. Man braucht dabei nur auf den sensationellen Vorstoß des Vorsitzenden des Dank- und Wäh­rungsausschusses des amerikanischen Ab- geordnetenhauses, McFadden, zu verwei­sen, der mit herzerfrischender Deutlichkeit gesagt hat, was nottut. Er zeigte sich nicht im geringsten einverstanden und mit dem Ergebnis der Besprechungen zwischen Hoover und Laval, deutete vielmehr Frank­reichs Politik im Sinne des Bestrebens, aus Washington einfestes amerikanisch- französisches politisches Bündnis mit nach Hause zu nehmen, das dem schwachen und ehrgeizigen Frankreich zur Welcherrschaft verhelfen würde". Hoover habe Laval sogar bestätigt, daß der Poungplan auch von Amerika voll anerkannt werde, aber der Poungplan sei eine verhängnisvolle Folgeerscheinung des Verbrechens von Versailles und Amerika solle sich wei­gern, Frankreich die Aufrechterhaltung des

Rückkehr Lavals nach Paris Montag nachmittag.

f&. Paris, 31. Oki. Es steht nun­mehr fest, daß der DampferIle de France" mit dem französischen Minister­präsidenten an Bord erst am Montag vormittag um 9 Uhr in Le Havre einläuft, sodaß Ministerpräsident Laval und die französische Delegation gegen 13 Uhr in Paris eintreffen werden. Laval wird über das Ergebnis seiner Reise zunächst dem Ministerrat und alsdann den Der- einigten Kammerausschüssen für Auswär­tiges und Finanzen einen Bericht er- . statten.

Die Auslandsschulden

22,5 Milliarden Mark

werde unverzüglich Gegenstand Erörterungen und namentlich

internationalen Kou- sein, die wahrscheinlich im De-

/ Don Bord derIle de France" mel­det der Außenpolitiker desPetit Pa- !r i s i e n, daß Ministerpräsident Laval /nach seiner Rückkehr mit verschiedenen europäischen Regierungen wegen der Er- gebnifie seiner Washingtoner Besprechun­kgen Fühlung nehmen werde. In erster ILinie natürlich mit der deutschen Re - I 8 i e r u n g, und es sei sogar möglich, daß I er sich direkt mit Reichskanzler Brüning ktelephonisch in Verbindung setzen f werde. Sicher sei auch, daß die Lon­doner Regierung, als deren Ver­treter Lord Reading kurz vor der Ab- : reife Lavals nach Amerika sich über den [ bevorstehenden Meinungsaustausch be- \ treffend des Reparations- und Schulden- Problems in Paris unterrichtet hatte, wie­der einen Delegierten nach Paris l entsenden werde, um erneut Fühlung 3« ' nehmen. Das Schulden- und Reparations-

Pftmd Sterling, die bis Bank von Frankreich und die Federal Reserve Bank von Neuyork der Bank von England gewährt hatten, ha­ben die beiden erstgenannten Banken auf Er­suchen der Bank von England sich damit ein­verstanden crflärt, für drei Monate einen Kredit zu gewähren, der sich auf je annähernd 15 Millionen Pfund Sterling be­läuft. Zur tellweisen Deckung des Saldos zu Lasten der Bank von England, Hessen Rückzahlung diese vorschlug, ist kauf von Goldbarren im

Schuldenkonferenz im Dezember?

Schulden, Reparationen und Stillhalteabkommen im Vordergrund Aufnahme der Besprechungen nach Rückkehr Lavals

Schuldner nicht solche Bedingungen zu schaffen, die sich lediglich als Mühlsteins um den Hals erweisen würden. Es werde eine bessere Sicherheit angeboten werden müssen als es die Verpflichtungen der Schuldner unter dem Stillhalteabkom­men find.

gemSet zusammentreten werde.

Zu der Frage der kurzfristigen Schul­den berichtet der Pariser Korrespondent derTimes": Da Laval von seiner Reise noch nicht zurückgekehrt ist, ist man l in offiziellen Kreisen mit Aeußerungen I über die Stellungnahme oder auch nur < über die Erwartungen der französischen [ Regierung sehr Zurückhaltend. Es wird ! hier allgemein angenommen, daß Deutschland die wichtige Frage der Zahlungsfähigkeit aufwerfen wird. In Erwartung eines derartigen Schrittes ist man allgemein für die Ein­berufung einer internationalen Konferenz, sobald der erforderliche Meinungsaustausch zwischen der deut­schen und französischen Regierung stattge­funden hat. Selbst in den Kreisen, in oenen gewöhnlich Zweifel an Deutschlands gutem Willen gehegt werden, wird jetzt uneingeschränkt anerkannt, daß Deutsch- latzd dringend Hilfe braucht.

Auch der Berliner Korrespondent des Blattes befaßt sich mit der gleichen Frage.

' Er vertritt Den Standpunkt, Deutschland werde wohl die Frage, welche Konsequen- |3en es aus den zwischen Hoover und La- ! val gepflogenen Verhandlungen ziehen | werde, erst entscheiden, wenn Laval wie- i der in Europa eingetroffen sein werde, [ bann würde sich auch der Hintergrund I der Washingtoner Besprechungen klarer | abzeichnen.,

| »Financial Rems" über die internationale Verschuldung.

|Financial News" widmet dem Problem der internationalen Verschuldung einen ausführlichen Artikel, in dem es ; u. a. heißt: Die Zeit ist gekommen, wo rs dringend notwendig ist, sich auf breite­ster Basis mit der Sache zu befassen und zwar in solcher Weise, daß man zu einer Regelung kommt, die mindestens eine an­gemessene Zeit umfaßt. Mit Bezug auf jfrancquis Vorschlag zur Auftauung der m Deutschland festgefrorenen Kredite meint das Blatt, wesentlich für den Erfolg eines solchen Vorschlages würde sein, den

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