252
Henderson ohne Mandat
Das stabile Pfund
England fanden am gestrigen
Nach den bis 1.30 Uhr früh vorliegenden
38
t. 22.
ies
Der Stand ist um 5.30 Uhr folgender:
4
23
14
3
3
e r-
25
2
Wahlergebnissen find weitere vier malige Minister der Arbeiterpartei zum Teil erheblichen Mehrheiten Gegenkandidaten geschlagen worden,
to.253 66.Mre. Marburg o. Laba
RarimM TaaeSmzei««
Der Anzeigenpreis beträgt für den 11 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08 GM., sog. kleine Anzeigen und Familienanzeigen bei Barzahlung 0.07 GM., amtl. und anewärtige AnzeigenO.10 GM. Grundschrift: §olonel. Bei schwierigem Sah so« tote bei Plahborschrift 5O°/o Aufschlag. — Sammelanzeigen 100°/, Aufschlag Reklam.-Millim. 0.40 GM. Grundschrift: Petit. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Ziel 5 Tage. Offerten-Gebühr: 25 Pfg.. bei Zustellung der Angebote einschl. Porto —.60 GM. Belege werden berechnet. Erfüllungsort Marburg.
liii b!
konservative
Nationale Arbeiterpartei
(Macdonald)
Rationale Liberale (Sir Herbert Samuel)
Liberale Nationalisten (Sir John Simon)
Nationale Unabhängige
zwar der frühere Kriegsminister Tom S h a w, der vormalige Wohlfahrtsminister Arthur Ereenwood, Transportminister M o r r i s o « und Ben Turner.
Der frühere Minister Miß EUen Willi n g s o n, Kandidatin der Arbeiterpartei in Middlesexborough, wurde von den Liberalen geschlagen. Ihre Mehrheit von 399 Stimmen bei der letzten Wahl verwandelte sich in eine Mehrheit von 6 329 Stimmen.
Milche LandeAttung
leit !N iten, en !N. rnd eit
ehe- mit der und
Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg,
Arbeiterpartei
Unabhängige Liberale (Lloyd George)
Der Staatssekretär des Innern Sir Herbert Samuel wurde in Lancashire mit 18 923 Stimmen wiedergewählt. Der konservative Kandidat erhielt 14 636 Stimmen und der Arbeiterkandidat 5184 Stimmen Diesem Wahlergebnis war mit besonderer Spannung entgegengesehen worden, Leil die örtliche konservative Parteiorganisation hier einen Gegenkandidaten gegen einen Vertreter der nationalen Regierung aufgestellt hatte, weil sie ihn im Verdacht hatte, ein überzeugter Freihändler zu sein.
Der Führer der neuen Partei Sir Oswald M o s l e y ist im Wahlkampf unterlegen. Lady Astor wurde wiedergewählt.
♦
„Time s" sprechen in ihrem Leitartikel v ort einem überwältig enden Sieg der Nationalen Regierung. der bereits gesichert sei, und fahren fort: „Die bisherigen Ergebnisse sind um so bemerkenswerter, als von den betreffenden Wahlkreisen mehr als 130 sozialistisch waren, und von denen mehr als 75 bei den letzten Wahlen noch sozialistische Mehrheiten von über 5000 aufgewiesen hatten." Das Blatt nennt das bisherige Wahlergebnis einen Sieg der Demokratie über die Demagogen und sagt, für eine Nation, die gegen die Arbeitslosigkeit kämpft und die von einer schweren Steuerlast bedrückt ist, bedeutet es eine schwere Probe, den Verwirrungskünsten der Demagogen zu entgehen. Diese Probe hat aber, wie es scheint, die britische Demokratie bestanden.
In einem weiteren Artikel führen „T i- m e s" über die nächste Zukunft der Re-
Uhr vorliegenden Ergebnissen haben )t| pt Konservativen ihren Eeg-
fft ^vbrrhessische Zeitung' er- sechsmal wöchentlich. Be- «,,spreiS monatlich 2.20GM.aus- Allcßl. Zusiellungsgebühr, dnrch »le Post 2.45 GM. Für etwa durch streik. Maschinendefekt oder ele- gflttate Ereignisse ausfallende »ggonent wird kein Ersatz ge- ytet Verlag, Dr. §. Hiheroth, Äflt# der Untb-Buchdru<ker«t «Pt Ang. Kock, Markt 21/23. ^«sprech er: Rr.54 uud Rr.S5. Postscheckkonto: Amt Frankfurt
gX. Nr. 5015. — Sprechzeit »et Redaktion von 10—11 und k V,l—1 Uhr.
gierung aus: Die britische Regierung wird vor allem die K a u f k r a " " - ,
>&er.
Sie m#t er A rtis Utttt; Ute nett al. men
tfietii
RIKlvoK, Hit A. Skt. ISA
er« 14 3 Sitze abgenommen, ie Arbeiterpartei 112 Sitze
Mit dem Abgleiten des englischen Psunidkurses sind die Weltwährungen in einen Hellen Aufruhr geraten. Die durchschnittliche Entwertung bei den wichtigsten Ländern, die unmittelbar von Großbritannien abhängen, beträgt entsprechend dem Ausmaß des Niederganges des Psund- kurses zwischen 20 und 25 Prozent. Weit darüber hinaus, sogar bis 50 Prozent, sind inzwischen entwertet worden die Valuten von Argentinien und Brasilien, darüber hinaus noch diejenige von Spanien. Eine nahezu 40prozentige Entwertung zeigt oie australische Währung. Bei Argentinien, Brasilien und Australien ist das Abgleiten der Währung nun zwar nicht als unmittelbare Folge der englischen Vorgänge zu betrachten, der Beginn der Enttoertung
Dienstag die Wahlen zum Unterhaus statt, die nach den bisherigen Er- ztbnisicn den Konservativen sowie tat anderen Parteien, die hinter der Na- bnalregierung stehen, überwältigende Irfolge brachte. Der Führer der Arbeiterpartei, Henderson, ist in httm Wahlkreis von einem konservativen ndidaten geschlagen worden. Auch itere ehemalige Mini st er der rbeiterpartei sind nicht wie- ergewählt worden. Nach den bis
für die Nationale Regierung: 266 dagegen
«I!
>R- bais ch
fällt schon in das Frühjahr 1930, aber Bet allen übrigen WährungSentwertungen, namentlich auch für die nordischen Länder, ist der Beginn des Absturzes gleichzustellen mit dem Datum des Pfundsturzes, also etwa dem 21. September. Die nordischen Währungen haben sich bis jetzt wenigstens noch unter der Entwertungsquote des englischen Pfundes halten können, streifen aber doch auch schon bedenklich die 20- Prozent-Grenze. Nur Schweden steht mit etwa 12 Prozent Entwertung noch am günstigsten da. Das Ausmaß der Entwertung der Währungen in den einzelnen Ländern entspricht der wittschafts- und handelspolitischen Abhängigkeit dieser Länder von England und damit auch von der englischen Währung. ,
Nun ist aber in England etwa eine dieser Währungsentwertung entsprechende Inflation nicht zu beachten, jedenfalls nicht in dem Sinne und in der Richtung, wie damals die deutsche Inflation sich entwickelte. Für die Innenrechnung in England und auch selbst für die ausländischen Abschlüsse ist immer noch Pfund gleich Pfund. Die englische Handelswelt läßt sich bei Tätigung neuer Abschlüsse gerade auch mit deutschen Lieferanten bei der Preisfeststellung keineswegs aus eine Einreichung der Entwertungsquote ein. Sie macht geltend, daß auch sie im eigenen Lande ihre Bedürfnisse mit Pfund gleich; Pfund zu befriedigen habe. Die Preise haben sich in England tatsächlich auch kaum wesentlich verändert, die Entwertung der Kaufkraft des Geldes macht sich lediglich darin geltend, daß die Waren entsprechend der Entwertung höher bezahlt werden müssen. Die Löhne und Gehälter sind aber in England nicht dieser Steigerung der Warenpreise entsprechend gefolgt, so daß wir es hier mit einer ganz anders gearteten Form der Inflation zu tun haben, als wie sie seinerzeit bei uns in Deutschland Jkfj abrollte. Durch die Herabsetzung des Wertes des Pfundes ist in England sozusagen auf indirektem Wege eine Herabsetzung des gesamtenLohn- und Gehaltniveaus um nahezu ein volles Viertel erfolgt. Als Ganzes genommen ist das eine schmerzlosere Operation als diejenige, die wir in Deutschland notgedrungen in Gestalt einer etappenweisen Herabsetzung der Löhne und Gehälter vornehmen müssen, weil sonst Gefahr besteht, daß die Gesamtwirtschaft die dazu notwendigen Mittel überhaupt nicht auf* Bringen Tann.
Eine wichtige und gerade auch für die deutschen Verhältnisse bemerkenswerte Folge der englischen Psundentwertunz und ihrer Auswittung auf die Währungen einer größeren Anzahl von Ländern ist die Flucht vo r dem Metall- und Notengeld und die Anlage des Geldes in Waren. Hier sehen wir eine andere Form der sogenannten Flucht in die Sachwerte, die als Begleiterscheinung der Inftation uns nur zu gut bekannt ist, und — das ist das Merkwürdige der Gesamtsituation, wie sie gegentoärtig auch in Deutschland sich herausgebildet hat — gerade auch jetzt wieder in Deutschland selbst im Zeichen einet schroffen Deflation in die Erscheinung tritt.
Denn was sehen wir jetzt in Deutschland? Mehr und mehr muh beobachtet und feftgefteltt werden, daß gewaltige deuische Markbeträge nun nicht mehr wie biShav in baren Anlagen oder in ausländischen Wertpapieren Unterkommen suchen,
insgesamt 27
Die Konservativen haben bisher ihren «gitern 143 Sitze abgenommen. Die Ver- Mte stellen sich für die Arbeitervartei auf lst Sitze, für Lloyd George auf 28.
Die Wahlbewegung war im allgemeinen W gut, doch liegt noch keine Zahl über -sn Prozentsatz der Beteiligung vor. Die Mengen Ergebnisse umfasien rund sechs Mionen Wähler, wovon über 3 Million aus die Konservativen, etwas über ’i. Millionen auf die Liberalen und an- «obernd 1.8 Millionen auf die Arbeiter- tortei entfallen. Die Bekanntgabe der Ergebnisse von rund 300 Wahlkreisen wird 65 Laufe des Nachmittags oder Abends Wartet. Man rechnet schon mit der Mög- Meit, daß die K o n s e r v a t i v e n so- i," die absolute Mehrheit im Verhaus erhalten.
Die Niederlage Hendersons.
3m Wahlkreis Burnley hat die Ar- ^ierpartei eine außerordentlich schwere Niederlage erlitten. Der Führer ft Partei, Arthur Henderson, ? vormalige Staatssekretär des Äußern, wie gemeldet, von dem konservativen ^ndidaten und zwar mit einer Mehrheit ** 8209 Stimmen geschlagen wor- /*• Bei der letzten Wahl hatte Hender- ** «ne Mehrheit von 7954 Stimmen er- *Üen. Die Stimmenzahl verteilt sich folgt: Konteradmiral Campbell z1126 Stimmen, Henderson 26 917 Stirn«
*> ein kommunistischer Kandidat 511 ^'erarmiral Campbell ist der Schöpfer ^'-8. „U-Boot-Fallen" der sog. Qrn-
Die Liberalen hatten ihren Ä<m« 27tCtt zurückgezogen, um Campbell zu ^rstützeu.
Die englischen Wahlen werden in Frankreich mit größter Aufmerksamkeit verfolgt. Man weiß, haft von der Zusammensetzung der neuen Regierung auch sehr viel für Frankreich abhängtz insbesondere, was die zukünftige Zusammenarbeit der beiden Staaten auf wirtschaftlichem Gebiet angeht. Der Sieg der nationalen Einigung und insbesondere der Konservativen hat auch in Paris weiteste Kreise befriedigt. Die Stellungnahme der großen Blätter ist im Augenblick noch recht spärlich. Das nationalistische „Echo de Paris" versucht, die gestrigen englischen Wahlen unter das Zeichen der vollständigen Vernichtung des Sozialismus zu stellen, der eine Gefahr für die westliche Zivilisation darstelle. Die Wirkung, die die Niederlage der Arbeiterpartei ausübt, sei vor allem in Frankreich unübersehbar. Die Bestätigung der nationalen Einigung lasse zwar für die Zukunft eine Politik des Protektionismus vorausfehen.
Die „R e p u b l i q u e" stellt fest, daß nur die Frankreich interessiere, ob der Ausgang der Wahlen der französisch-eng- lifcken Zusammenarbeit nützlich oder schädlich sei. Leon Blum macht im „P o p u l a i r e“ auf die wirtschaftlichen Auswirkungen aufmerksam, die das Ergebnis der englischen Wahlen für Frankreich haben werden, und erklärt, daß das nationale Interesse in England einen Sieg der Sozialisten gefordert hätte.
l i n 0 s zu erhalten haben, was keine unüberwindlichen Schwierigkeiten bieten sollte, wenn das Budget ausgeglichen und die Handelsbilanz gebessert wird. In außenpolitischen Fragen, wie der der Abrüstung, der Sicherheit und der Bertragsrevision wird die Regierung ihre bisherige Politik zur Befriedigung und Ber- söhnung ab Zuändern haben. In wirtschaftlicher Beziehung wird nach wie vor die Forderung nach allseitiger Herabsetzung der Tarife Gelmng haben. Aber die Methode, um dieses Ziel
fen. Die Politik, die britischen Märkte anderen Ländern weit offen zu halten sogar solchen Ländern, die den britischen Handel von ihren Märkten ausschalten, ist teilweise für die Haltung der Schutz- zolländer verantwortlich. Der Freihandel wird auf gegeben werden, und, soweit dies möglich ist, werden mir grundsätzlich nur von unseren Kunden kaufen. Dann wird es nicht lange dauern, bis die Tarifländer einen neuen Geist zeigen werden. Extreme Maßnahmen, die den Rest der Welt schädigen, werden auf britischer Seite vermieden werden, denn man weiß in England, daß zu erreichen, werde geändert werden müs- die eigene Wohlfahrt und die allgemeine Wohlfahrt innigst verbunden sind.
Englische Arbeiterpartei geschlagen
Der Sieg des Nationalismus — Zahlreiche Minister der ArLeiterregierung nicht wiedergewählt
Der Umschwung in England
Die ersten Pressestimmen
-n.« »erkoren.