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Wahlsieg der N.S.D.A.P.
Schwere Verluste der S.P.D. und der Staatspartei
Äberhessssche Zeitung
interessierten europäischen Mächten gefun- den werden müssen, aber auf der Grundlage des legal in Kraft bleibenden Bvungplanes. Eine Abmachung Kur Herabsetzung der Regierungsschulden werde als Folge hiervon getroffen werden müssen. Das Kommunique werde die Notwendigkeit hervorheben, mit ernstem Be- mühen die Bedingungen zu schaffen, die geeignet sein würden, das Vertrauen in der Welt wieder herzustellen und das Zurückfließen der Kredfte zu ermöglichen. Das Kommunique werde dann die zwischen der Dani von Frankreich und der Federal Reserve Bank zustande gekommene Einigung über das Verbleiben französischer Golddepots in Amerika begrüßen und den Wunsch zum Ausdruck bringen, daß diese Zusammenarbeit andauern und sich entwickeln möge.
Die Ergebnisse, di« man von den Washingtoner Unterredungen erwarten könne, entsprächen den optimistischsten Vermutungen aufmerksamer Beobachter der amerikanischen Politik. Die amerikanische Politik habe noch nicht eine Entwickelung durchgemacht, die es Präsident Hoover erlaube die Vereinigten Staaten in größerem Ausmaße für die Angelegenheiten m Europa zu interessieren. 3m Verlaufe seiner sehr freimütigen, herzlichen und ein
wirtschaftlichen Lebens der Welt, wobei die Aufrechterhaltung des Goldstandards in Frankreich und in den Vereinigten Staaten den größten Einfluß ausüben wird. Es ist unsere Absicht, die Prüfung der Methoden zur Aufrechterhaltung der Stabilität in den internationalen Währungen fortzusetzen. Wenn es auch in der kurzen uns zur Verfügung stehenden Zeit nicht möglich gewesen ist, endgültige Programme aufzustellen, so sind wir doch zu dem Ergebnis gekommen, daß wir die Natur dieser finanziellen und wirtschaftlichen Probleme in demselben Lichte sehen und daß diese Verständigung unsererseits dazu * dienen sollte, den Weg für eine hilfreiche Aktion durch unsere beiden Regierungen zu bahnen.
Cine Auslegung von Havas
Der Sonderberichterstatter der Agentur Havas meldet über den Inhalt des französisch-amerikanischen Kommunique, indem er an seine Ausführungen von gestern an» knüpft: Hinsichtlich der Reparationszahlungen werde das Kommunique die Notwendigkeit hervorheben, die Zahlungen nach Ablauf des Hoover- Moratoriums wieder aufzuneh- m e n. Dor Juli 1932 werde also eine Neuregelung zwischen den in direkter Weise
Die Mandate im Dessauer Kreistag.
Dessau, 25. Olt. 3m neu gewählten Kreistag verteilen sich die Mandate wie folgt: Sozialdemokraten 7 (bisher 9), Nationaler Block 2 (8). Deutsche Staatspartei 0 (2), Kommunisten 3 (1), Nationalsozialisten 8 (0).
Stadtverordnetenwahlen in Zerbst.
Zerbst, 25. Oft. Bürger!. Arbeitsgemeinschaft 1352 Stimmen 3 Sitze (bisher 10), S o - zialdemokraten 3280 Stimmen 7 Sitze (bisher 10). Staatspartei 425 Stimmen 0 Sitze (bisher 2), Kommunisten 2029 Stimmen 4 Sitze (bisher 2). Nationalsozialisten 4626 Stimmen 10 Sitze (bisher 0).
Statverordnetenwahlen in Cöthen.
Cöthen, 25. Okt. Sozialdemokraten 5965 Stimmen 11 Sitze (bisher 13), Bürger!. Einheitsliste 1237 Stimmen 2 Sitze (13), National Mitte 8511 Stimmen 2 Sitze (3), Kommu- nisten 1126 Stimmen 2 Sitze (0), Nationalsozialisten 6851 Stimmen 12 Sitze (1). Deutschnationale Volkspartei 787 Stimmen 1 Sitz.
Stadtverordnetenwahlen' in Bernburg.
Bernburg, 25. Okt. Sozialdemokraten 7387 Stimmen (7548), 10 Sitze (11), Nationale Liste 1119, Bürgerliste 563 (diese beiden zusammen bisher 5680, jetzt 2 Mandate (gegen 9), Staatsp artet 467 (787), kein Sitz (1), Kommunisten 3116 (2378), 4 Sitze (4), Nationalsozialisten 7785, 11 Sitze (bisher keinen), katholische Liste 535, Mittelstandsvereinigung 1780 (3463), 3 Sitze (5).
Danach werden künftig in Bernburg 16 bürgerliche 14 monistischen Stadtverordneten gegenüberstehen, während das Verhältnis bisher 15 zu 15 war.
Kreistagswahlen im Kreise Bernburg.
Bernburg, 25. Okt. Sozialdemokraten 16 870, 7 Sitze (8), Volksgemeinschaft Stadt und Land 7631, 3 Sitze (8), Kommunisten 10 493, 4 Sitze (3), Staatspartei 1520. kein Sitz (1), Nationalsozialisten 16 325, 6 Sitze (0), Katholische Gemeinde 1166, kein Sitz (0).
Der Anzeigen» «i« Bettäflt ffr 6en ii «spalt. Jellenwilllwetee 0.0SGM-sog. klein «Anzeigen und Familien anzeigen bei Varzablung 0.07 GM- amtl. und ^-owärtig« Anzeigen0.10 «M «nm'tfW» froIoneL Bei schwierigem sowie bei Plahdoischrift 50*U Aufschlag. — Gammelanzeige» 100*1« Aufschlag Reklam.-Milltm. 0.40 GM. Grundschrift > Petit. Jeder Rabatt gilt al« Barrabait. Ziel 5 Tage. Sfferteu-Debührr 25 Pfg„ bei Zustellung der Angebote einschl. Porto —.60 GM. Belege werden berechnet. Erfüllungsort Marburg.
gehenden Unterredung mit Hoover und Stimson habe sich Laval rasch von dieser Unmöglichkeit überzeugt. ®r sei so klug gewesen, nicht darauf zu bestehen, um auf dem Gebiete der Sicherheit illusorische Genugtuung erhalten zu wollen. , Dagegen habe er sich bemüht, und dies sei ihm auch gelungen, die Aufrechterhaltung des Rechtes Frank re ichs aus seine Reparationen im Rahmen oes Poungplanes geltend zu machen und darin eingeschlossen die Notwendigkeit einer Herabsetzung der Regierungsschulden ankündigen zu lassen.
Englische Stimmen
Der Bericht der englischen Presse zu den Laval-Hoover-Despruchungen gipfelt in der Feststellung, daß Frankreich, um die Worte der liberalen »News Ehrv- nicle“ zu gebrauchen, einen unzweideutigen diplomatischen Sieg über Hoover davongetragen hat und daß das geringe Maß einer Einigung auf Kost enDeutschlands erzielt wurde. Die Washingtoner amtliche Mitteilung verschleiert nur, daß Hoover den Beweisgründen Lavals in der Frage der Reparationen nachgegeben hat. Laval habe die Unverletzlichkeit des sZoung- planes sichergestellt.
Die amerikanische Geschäftswelt, so berichtet die „Mornin g Post", sehe in der amüichen Verlautbarung die Erklärung, daß Deutschland bankerott gehen mühte, ehe Hilfe kommen würde. Die Zusammenkunft habe das Vertrauen eher geschwächt als gestärtt.
Die Entscheidung, daß der A n st o ß v o n Deutschland innerhalb des Rahmens des Poungplanes erfolgen solle, deutet nach Meinung des Washingtoner Berichterstatters der „Times" in verhängnisvollster Weise an, daß die Reparationsfrage nui; in der jetzigen Krisenzeit als akut angesehen wird.
Die Amerikaner seien völlig enttäuscht, so heißt eS im „Daily Telegraph", daß Hoovers Lieblingsplan zur Abrüstung keinerlei Fortschritte gemacht habe. Auch in England müsse man enttäuscht sein.
Die Einigung Mr Erhaltung des Goldstandards sei das einzige Ergebnis der Konferenz, meint „News Ehr o nie le", und hierbei sei nicht einmal irgend ein Hinweis auf die Bedürfnisse anderer Nationen erfolgt.
Enttäuschung ht Paris
„Avenir" sagt: Man darf nicht betrübt fein, wenn dieser Besuch große Praktische Ergebnisse nicht gehabt hat. Hoover hat ja seine Besprechungen längst nicht abgeschlossen. Es hat sich nichts ge ändert. Das ist sehr schön, unt> das wird uns nur 400 000 Francs kosten. Wir kennen aber Reisen, die kostspieliger waren.
Der Außenpolitiker des „Journals" sagt auf jeden Fall könne das Ergebnis als gut bezeichnet werden. Ministerpräsident Laval habe zwar trotz seiner zwei Unterredungen mit Senator B o r a h diesen nicht M seiner Ansicht bekehren können, und es sei demnach eine politische Zusammenarbeit unter den gegenwärtigen Umständen nicht möglich. Die französische Delegation werde aber Washington genau so wie Berlin verlassen, nämlich unter Wahrung der Aktionsfreiheit Frankreichs.
Ouotidien" ruft aus: Ist denn Laval in London, Berlin und Washington gewesen etwa nur um des Pomps der Emp«
_.t .Oberdessische Settang' et- JLfcrt sech«mal wöchentlich. S$e* Tötete monatlich 2.20GMXM«- SSirfl. Zusiellung«gebühr, durch ' «ost 2.45 GM. Für etwa durch -zreik, Maschinendefekt »der efe- Lntate Ereignisse ausfallende »utrnneCT wird kein «rsa, ge» Ljflrt. Verlag, Dr. fr. Hi-erottz.
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Aug. Koch, Markt 21/23. ^,sprecher: Nr. 54 und Rr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt 2$?. Nr. 6015. — Sprech,eil w Redaktion von 10—U *•
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Das gemeinsame Communiqu6 des Msidenten Hoover und des französischen Ministerpräsidenten Laval hat fol- nben Wortlaut: Die traditionelle reundschäft zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich, das Fehlen Den Streitpunktes zwischen unseren beiten Regierungen, die Erinnerung an zahlreiche Fälle der Zusammenarbeit für den Weltfrieden, darunter in letzter Zeit die Annahme des Kellogg- Sriand-Paktes, machen es möglich und »portun für die Vertreter unserer Negie- wngen, jede Seite der zahlreichen Pro- lleme zu erforschen, an denen wir beiderseits interessiert sind. In der Tat ist es
Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg,
Die Ergebnisie der anhaltischen Wahlen, die kurz vor Mitternacht aus allen Kreisen und Gemeinden vorlagen, werden gekennzeichnet durch die Tatsache, daß in sämtlichen Kreisstädten bürgerliche Mehrheiten zustandegekommen sind. In Desiau, wo die Demokraten bisher den Ausschlag gegeben haben, ist die bisherige Mehrheit, die von Sozialdemokraten, Kommunisten und Demokraten gebildet wurde, gebrochen. Bemerkenswert ist daß gegenüber der Reichstagswahl 1930 die ' Sozialdemokraten durchweg starke Verluste erlitten haben. Prozentual noch stärker hat die Staatspartei an St im men einge- büßt, die in den Kreistagen überhaupt nicht mehr und von den fünf Kreisstädten nur noch in Cöthen vertreten ist. Gegenüber der Reichstagswahl haben die Kommunisten mit Ausnahme von Desiau überall um 1000 Stimmen und darüber angenommen. Die stärksten Verluste erlitten die, Sozialdemokraten . in < Kreis und Stadt Desiau.
Stadtverordnetenwahl in Dessau.
Dessau, 25. Okt. Sozialdemokraten 17 893 (Reichstagswahl 1930 21466), Nationaler Block 2519 (Deutsche Volkspartei 8677 und Wirt'chaftspartei 1708), Demokraten 1227 (1270), Kommunisten 5449 (4092), National sozial! st en 21149 (11776), Hausbesitzer 2764, Deutschnationale 1306 (1660). (Als Vergleichszahlen die Ziffern der Reichstagswahl vom 14. September 1930.) Die Verteilung der Sitze in der Dessauer Stadtverordneten-Versammlung.
Dessau, 25. Okt. Im neugewähllen Stadtparlament werden sich die Sitze wie folgt vertellen: Sozialdemokraten 13 (bisher 14), Nationaler Block 2, Staatsparter 0 (3), Kommunisten 4 (2), Nationalsozialisten 15 (0), Hans- und Grundbesitzer 2 (4), Deutschnationale 0 (5). Außerdem gab es bisher zwei Aufwertler und sechs Deutsche Volksparteiler.
Dessau« Kreistagswahlen.
Dessau, 25. Okt. Sozialdemokraten 23 266 (Reichstagswahl 1930 27 619), Nationaler Block 7651 (18 578), Staatspartei 2070 (3190), Kommunisten 8366 (6920), Nationalsozialisten 28265 (15702).
«e Pflicht der Staatsmänner, keine Mit- 1 ktischer Zusammenarbeit für das Allgemeine Wohl außer Acht zu lassen. Dies rifft besonders zu für den gegenwärtigen seitpunkt, wo die Welt Ausschau erhält ach Führern zur Erleichterung von einer »epression, von der zahllose Häuser in je- , em Lande betroffen werden. Beit ieHungen gegenseitigen V er- -3. rauens zwischen den Regie- - kling e n haben den wichtigsten Einfluß • tuf die Förderung der Erholung, nach der Bir suchen. Wir haben uns an diese Auf- . gäbe mit voller Aufrichtigkeit herange- > «acht. Wir haben dabei einen wirk- - ichen Fortschritt erzielt. Wir er- ' irtern die wirtschaftliche Lage in der Welt, tie Strömungen in den internationalen Beziehungen, die sie beeinflussen, die Pro- ' !eme der bevorstehenden Konferenz für die Beschränkung und Herabsetzung der Rüstungen, die Wirkung der Depres- |sn auf die Zahlungen auf Grund der „ Mischen den Regierungen bestehenden schulden, die Stabilisierung kt internationalen Währungen und iNdere finanzielle und wirtschaftliche Semen. Eine informelle und herz- sche Aussprache hat dazu gedient, die Nadir der Probleme mit größerer Eenauig- » eit zu umreißen. Es ist nicht unsere ■ beiderseitige Absicht gewesen, unsere Regie- ■Äang bindende Verpflichtungen sondern eher durch die Ent- ^Utzicklung des Tatbestandes jede der beiden ^ßinber instandzusetzen, wirksamer Jjtuf seinem eigenen Gebiet zu > «rbeiten. Es ist unsere gemeinsame 1 »sicht, daß die Konferenz für die E Rüstungsbeschränkung nicht verfehlen wird, ’s ich des Vorteils der sich ihr bietenden gro- y kn Gelegenheit zu bedienen, und daß sie I «istande fein wird, ihre wirkliche Aufgabe ktiächlich zu erfüllen, die in der O r g a - .Wliiati an einer festenErund- V '»ge für dauernden Frieden be- _J ieht. Hinsichtlich der zwischen den Regie-
I hingen bestehenden Verpflichtungen er- J ^nnen wir an, daß vor Ablauf des J öoooer-Moratoriums irgend ein d| Abkommen darüber notwendig sein dürfte, yl ktttb das die Periode g e s ch ä f t - vjl 'ich e r Depression überbrückt \\ «iid, über dessen Einzelheiten und Ve- ’ j Tilgungen jedoch die beiden Regie- Jl«n g en alle Vorbehalte machen.
Die Initiative hierfür sollte «aIb i g ft von den europäischen ^ächten ergriffen werden, die “ !® Rahmen der vor dem 31. Juli 1931 behenden Abkommen hauptsächlich daran -tteiligt sind. Mit besonderem Eifer prüf- ftn wir die wichtigeren Mittel, durch welche die Bemühungen unserer Regierun- h für die Wiederherstellung der wirt- ^aftlichen Stabilität und des Vertrauens ^gesetzt «erden könnten. Insbesondere wir überzeugt von der Wichtigkeit der ^ldstabilität als eines wesentlichen Fak- **ts bei der Wiederherstellung normalen
Der Abschluß in Washington
-eine Garantien für Frankreich — Für Aufrechterhaltung des Goldstandards — Die Reparationsfrage bleibt ein europäisches Problem