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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen
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Frankreichs Sturm auf den Dollar
[ajei Rückschläge i Amerikanische Banken lehnen Diskonterhöhung aL - Hoover gegen Frankreichs Garantieforderungen
Laval eingetroffen
Nervöse Währungen
fl.Aewyorr, 22. Okt. Der Dampfer zle d e France" traf um 3 Uhr mor- n (9 Uhr M. E. Z.) am Kar ein. Die sizirlle Begrüßung des französischen imfterpräsidenten Laval an Bord fin- i jedoch erst «m 8 Uhr (14 Uhr M. E. Z.) ttt Die Blätter widmen dem Eintreffen » Ministerpräsidenten großen Raum.
Das Zinsultimatum abgelehnt.
Re amerikanischen Bankiers haben ein- mnig die Erhöhung des Zinssatzes für zizSsische Dollarguthaben von 1,5 auf ,.H. abgelehnt. Wallstreet nahm ijen Beschluß mit großer Genugtuung j ü«d erblickt darin den Beweis dafür, s die Bankiers großes Vertrauen in die chinft haben.
Der Beschluß der Newyorker Großban- i. die Verzinsung des französischen Ka- hfe in Amerika nicht zu erhöhen, scheint -kürzliche Abkommen zwischen der Bank s Frankreich und der Federal Reserve- rk ernstlich in Frage zustellen. Der uergouverneur der Bank von Frankreich S diese Erhöhung zur V o r b e d i n - ing für die Belassung der 200 illion en Dollar in Amerika aircht haben. In Kreisen der Bank oow mikreich verhält man sich im Augenblick ch sehr zurückhaltend, da tijctn an- tinenh annimmt, daß es dem fran- üichen Unterhändler doch noch gelingen «de, eine Erhöhung des Zinsfußes durch- irürfen. Sollte dies jedoch nicht der Kall ®, !o erscheint es nicht ausgeschlosien, daß e Bank von Frankreich ihr Geld aus serika zurückzieht, was natürlich zur lige haben würde, daß auch die übrigen rriser Großbanken ihre Guthaben voll- kldig löschen wijrden.
3a der französischen Forderung nach Kerer Verzinsung der französischen Gütern in Newnork meldet der Pariser Be- ^erstatter des „Daily H e r a l d", daß *ts Ultimatum der Bank von Frankreich 6 den französischen Privatbanken, beten' Herzigkeit bei internationalen Trans- d»nen charakteristisch sei, eifrig unter- P wurde. Die französischen Geschäfte strichen heutzutage nur zwei Fragen ^War erstens: „Wann wird der Dollar 'sMmenbrechen?" und zweitens: „Wie wird er fallen?" Daß die Bereisten Staaten vom Eold- -adard ab geh en würden, werde 5 ieststehende Tatsache angesehen.
^wisse französische Kreise führten als für das Ultimatum an die amerika- Banken an, daß es das Damokles-
^ttt sei, das über dem Kopfe des Prälaten Hoover am Vorabend seiner $e< langen mit Laval schwebe. Laval nach dem Weltfrieden, aber im wüschen Sinne, und der Franken sei ^Knüppel, mit dem er die französische Zeugung, nämlich das Wort „Siche r-
. in den Kopf des amerikanischen ^nten hineinhauen wolle.
^„Financial News" schreibt, abwarten, ob Amerika dem mit Hellen Mitteln ausgeübten politischen l? weichen werde. In diesem Falle $ natürlich das Ansehen Amerikas Erheblich mehr leiden, als wenn die ^rgten Staaten vom Goldstandard
abgehen würden, was wiederum nicht im französischen Interesse liegen könnte.
Frankreich hat der südslawischen Regierung einen 300 Millionen Frankenkredit gewährt.
Der Poungplan ein Fehlschlag.
Aus gutunterrichteter Washingtoner Quelle verlautet, daß Hoover vor Finanzberatern rundweg erklärt hebe, der Poungplan sei ein ebenso trauriger Fehlschlag wie der Dawesplan. Präsident Hoover ist im Au-
Die augenblicklichen Verhandlungen in Neuyork zwischen französischen und amerikanischen leitenden Finanzmännern müssen das allerstärkste Interesse auch der daran unmittelbar nicht beteiligten Länder in Anspruch nehmen. Die französisch-amerikanischen Absprachen bezwecken nichts Geringeres, als die Statuierung eines Stillhalteabkommens zwischen Frankreich und Amerika, bei dem die Finanz- und Kapitalwirtschaft Amerikas der passive Teil ist.
In Amerika ist es jetzt soweit gekommen, daß die Federal-Aeserve-Dank in Aeuyork
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Die Forderungen Chinas.'
Der Vertreter Chinas, S z e, hat gestern abend Briand folgende vier Forderungen
Entscheidung in Genf
Heute öffentliche Sitzung des Völkerbundsrates
überreicht:
1 .Sofortige Räumung der besetzten Gebiete durch Japan,
2 . Einsetzung einer neutralen Beobachterkommission,
3 .Angemessene Entschädigung,
4 . Bildung einer ständigen Schlichtungsund Schiedskommission für alle künftigen Streitigkeiten in der Mandschurei.
Mit diesen Forderungen wird sich heute das Komitee der Großmächte beschäftigen.
Die Bemühungen des Völkerbunds- r a t e s um eine Lösung des japanisch- chinesischen Konfliktes haben im Laufe des Abends eine bedeutungsvolle Wendung genommen. Briand. bei betn Rate präsi- biert, hat sich nämlich entschlossen, eine öffentliche Sitzung bes Rates für heute in Aussicht zu nehmen, in ber der Rat einen Beschluß fassen soll. Inhalt und Form dieses Beschlusses hängen wesentlich davon ab, welche Antwort Japan auf eine von Poshisawa auf Wunsch
Vriauds bei der japanischen Regierung an- gestellte Rückfrage geben wird. Diese Antwort war abends noch nicht eingetroffen. Jnfolaedesien hat das Komitee der vier europäischen Großmächte und Spaniens beschlossen, heute vormittag um 10.30 Uhr nochmals zusammen zu treten in der Erwartung, daß bis dahin die japanische Antwort vörliegt. Es ist jedenfalls in bestimmte Aussicht genommen, daß der Rat, mag die japanische Antwort posittv oder negativ ausfallen, feine Tagung noch in dieser Woche abschließen wird, und daß er in vierzehn Tagen bis drei Wochen nochmals zusammentreten wird, um Feststellungen über die Aufforderungen zu treffen, die er an die beiden Parteien je nach Lage der Umstände in der öffentlichen Sitzung titfiten wird.
Reue Kämpfe in der Mandschurei?
Reuter meldet aus Tokio, daß sich die japanische Garnison in Mukden, wie aus einem Telegramm zu entnehmen sei, in einer schwierigen Situation befinde, da 2000 chinesische Soldaten in der Nähe von Tie-Ling, nördlich von Mulden, an der südmandschurischen Bahn ständen und in Gefechte mit der japanischen Garnison verwickelt seien.
genblick noch mit der Ausarbeitung des Programms für die Besprechungen mit Laval beschäftigt. Aus diesem Grunde wird er auch an der Beisetzungsfeier für Edison nicht teilnehmen. Hoover hatte erneut lange Besprechungen mit Staatssekretär Stimson, llnterstaatssekretär Mills und anderen Beratern.
„Associated Preß" bringt folgende Meldung aus Washington über die Stellungnahme Washingtons zu den bevorstehenden Besprechungen mit Laval:
Eine Abfuhr
Die Bereinigten Staaten find nicht in der Lage, Versprechungen hinsichtlich der Sicherheit Frankreichs oder irgend einer anderen europäischen Nation zu machen; sollte Laval tatsächlich einen derartigen Schritt Vorschlägen, so werde das hier eine lleberraschung Hervorrufen. Hier ist die Auffassung vorherrschend, daß die Sanieruug der Weltwirtschaft die einzige
Grundlage der Besprechungen bilden wird. Bon jeher haben die Bereinigten Staaten darauf gedrängt, daß die „Zahlungsfähigkeit bei der internationalen Schuldenfrage als Maßstab zu gelten hat; Hoover wird bei den Besprechungen mit Laval diesen Maßstab auch wiederum zur Anwendung bringen. Ferner haben die Bereinigten Staaten schon immer die ungeheuren RL- stungsausgaben als den verschärfenden Faktor für die Weltdepression angesehen. Unter einem solchen wirtschaftlichen Ee- sichtspunkt wird auch die gesamte Rüstung von Hoover betrachtet werde«. Da Frankreich große Summen für seinen Rüstungs- etat verwendet, wird Hoover Laval von der unmittelbaren und gewaltigen Wirkung z« überzeugen versuchen, die ei« derartiges Gebaren nach Ansicht Amerikas auf die Weltzahlungsbilanz haben muß.
die Abgabe von Goldmünzen einsteW und nur noch Barrengold abgibt. Man hofft damit die außerordentlichen Dargeldham- . stereien einzudämmen, denn infolge der mit den Bankzusammenbrüchen verknüpften Panik der Bevölkerung find Mefen-- beträge zu Hause aufgestapelt worden. Allein in den letzten sechs Monaten hat sich der Notenumlauf in Amerika verdoppelt, und zwar von 1,3 auf über 2,5 Milliarden Dollar. Die Abgaben dim Barrengold aber hat nur zur Folge, daß, ebenso wie in Frankreich, sich Familien oder son- sttge Gesellschaften zusammentun, um einen Barren zu kaufen, den sie dann stückweise, je nach Anteil, zersägen.
Nach den letzten Mittellungen hat Frankreich zugestimmt, daß Amerika 200 Millionen Dollar Gold, die französische Duchaben sind, belassen werden. Frankreich wußte sich aber dadurch zu sichern, daß in Höhe dieses Betrages ein Garantzefvads durch Amerika zur Verfügung gestellt wird. Außerdem hat Frankreich die bei 'privaten amettkanischen Banken, insbesondere ber Morganbank bestehenden Guthaben in diese Garantie einschließen lassen. And nicht zuletzt sollte die Besttmmung über den amettkanischen Diskont in der Hauptsache ber Frankreich lieget. Dieses Ansinnen haben die amettkanischen Danken aber abgelehnt.
Während so Amerika unter dem Druck des Angttffs auf den Dollar steht, ein Druck, der sich auch weiterhin in Zahlungs- schwiettgkeiten und vollkommenen Zusammenbrüchen von Danken drastisch äußert, sehen wir andererseits beispielsweise in der Schweiz eine Goldaufspeicherung, die in der Geschichte der Schweizer Finanzwitt- schaft überhaupt noch nicht erlebt worden ist. Die Schweiz hat in ganz außerordentlichem Umfange ihre Dollarguthaben aus Amerika zurückgezogen und die Devisenzuflüsse in Gold umgewandelt. Heute verfügt die Schweiz über 2100 Millionen Franks an Gold, so daß sich eine Notendeckung von über 150 Prozent (gegenüber knapp 30 Prozent in Deutschland) ergibt'. Diese Entwicklung ist selbstverständlich tm höchsten Grade ungesund, und das zeigt sich ja auch schon dattn, daß rund eine Milliarde Franks in der Schweiz gegenwärtig nicht zinsbringend anzulegen sind, wodurch erhebliche Einbußen erwachsen.
Eines ist so ungesund wie das andere: Die Erschütterung des englischen Pfundes und die Attacke auf den amettkanischen Dollar sind ebenso wie die Aeberspihung ber Flucht in das Gold, die, wie das Schweizer Beispiel zeigt, nachgerade zu einer Erstickung der gesunden Kräfte der Volkswirtschaft führt, Zeichen einer ungeheuren Nervosität, die den ganzen welt- wittschafüichen Organismus in Gefahr Bringen. '
Rußlands Zahlungsfähigkeit
Bei den Gerüchten über angebliche Zah- lungsschwiettgkeiten der Sowjetunion ist eine Emm 5s s i on sb ila n z der Staatsbank von Moskau von Interesse. Danach betrug am 1. Oktober der Notenumlauf 253 Millionen Tscherwonzen. Dieser Summe stand eine Golddeckung von 56,9 Millionen Tscherwonzen gegenüber, während „sonstige Metallbestände" mit 2,2 und Valuten mit 5,0 Millionen angegeben waren. Dabei ist zu beachten, daß der Tscherwonez nominell einen Wett haben soll, der etwas höher liegt als das frühere englische Pfund, daß er aber an den auÄändischen