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RmwW, den 21. SN. 1931

Di« .Oberhessisch« 3d tuns' « sechsmal wöchentlich. Be- ,ugspi-i« monatlich 2.20®9K.au«* schliesil. ZuflellungSgebübi, durch die Post 2.45 EM. Für etwa durch Streik. Maschiuendefekt oder rle- Ereignisse ausfallend«

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*/»l1 lldr.

Marburm ragesemiser

Selsische

LaaLeZzeirung

ÄbevheMche Seftuno

Anzeiger für (das frühere kurhessische) OSerhessen

9?r.24< 66.Mtg. Mardnrg o. Safin

Der Anzeigenpreis beträgt für den 11 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08 SM., sog. kleine An,eigen und Familienanzeigen bet Barzahlung 0.07 GM., amtl. und answLrttg« AuzeigenO 10 SM Srundschriftr frolonel. Bei schwierigem Satz s»» wie be, Platzvorschrift 50*1. Auf­schlag. Sammelanzeiqen >00'/» Aufschlag Reklam.-Millim 0.40 <8M. Grundschrift i Petit. Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. Ziel S Tag«. Sfferteu'Sebühr: 25 Pfg, bei Zustellung der Angebote einschl. Porto 60 EM. Belege werden berechnet. Erfüllungsort Marburg.

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachnngen für Stadt und Kreis Marburg.

Hilfe auf dem Papier

Die Lage der Reichsbank

E®

Der Kampf um die

Machte.

Hinweise wird die

Tung der Staatsbank m den letzten Tagen ab- gefaht wurden und folgendes besagen:3m Prinzip bleibt es bei dem Devrsenbe'chaf- fungsprogramm, das den Vertretern Auf- bringungskontingente nach Termin und Menge zumeist. Gelingt es einem Handelsvertre­ter nicht, das Kontingent termingerecht ab­zuliefern, so soll er ermächtigt sein, in Höhe des Fehlbetrages Prolongaticmsverhandlun» gen mit den Lieferanten zu führen.

Marschall Tfchiangtaischek, der Präsident der Nanking-Regierung, hatte am Dienstag eine erste Besprechung mit verschiedenen Vertretern der Kanton-Regierung in

japanische Regierung, wie verlautet, die Gründe wiederholen, aus denen sie den Kelloggpakt in der mandschurischen Frage für unanwendbar hält. Sie wird ferner geltend machen, daß China durch die anti­japanische Agitation und den Boykott, die durchaus keinen friedlichen Charakter hät­ten, seine Verpflichtungen verletzt habe.

20 000 Nankinger Studenten demonstrieren gegen Japan.

Wie die Agentur Zndopcrcifique berich­tet, haben in Nanking etwa 20 000 Stu­denten vor dem Gebäude der nationalen Regierung demonstriett. Sie haben der Regierung eine Denkschrift überreichen las­sen. In dieser wird gefordert, daß die chinesische Regierung nicht direkt mit Ja­pan vechandeln solle. Die Studeitten ver­langen die Aufstellung von Freiwilligen­formationen. 'Die Negierung wird aufge­fordert, endlich die nationale Eini­gung Chinas durchzuführen.

Die Nankinger Studenten wünschen fer­ner, daß die diplomatischen Beziehungen mtt Sowjetruhland wieder aufgenommen werden. Die gleiche Forderung wird von einem Teil der chinesischen Presse vertte- ten. Dazu ist zu bemerken, daß die diplo­matischen Beziehungen zwischen China und Sowjetrußland seit zwei Jahren infolge des Konfliktes wegen der Ostchinesischen Eisenbahn unterbrochen sind.

Zn einem Teil der Presse werden Gerüchte verbreitet über eine Zahlungseinstel­lung Sowjetrutzlands b;w. über An- träae auf «in Moratorium für fällia- Zahlungsverpflichtllngen in Deutschland. Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, ent­behre« diese Nachrichten jeder Begründung.

Unter der aufsehenerregenden Ueberschrift Stellt Moskau die Zahlungen ein?" schreibt dagegen dieGermania" in ihrer Mittwochaus­gabe u. a.: Die kürzlich besonders in der nordischen Presse erörterten Gerüchte über eine bevorstehende Zahlungseinstel­lung Sowjetrußlands entbehren nich^ einer realen Grundlage. Sie sind darauf zurückzuführen, daß die Sowjethandelsvertre- tungen im Auslande auf Moskauer Weisung begonnen haben, mit großer Vorsicht bet ein­zelnen Erohgläubigern Fühler wegen Pro- kongierung von Akzeptverbind­lichkeiten auszusttecken. Wenn auch heute noch nicht abzusehen ist, ob eine volle Zah­lungseinstellung zur Tatsache wird, so weisen doch die Geheiminstruktionen, die vom Polit- Büro an die Handelsvertretungen ergangen sind, darauf hin, daß die Sowjetunion, deren Finanzen noch nie auf gesunder Basis im Sinne eines europäischen Staatshaushaltes gestanden haben, sich

zur Zett « ein« akuten Finan^eise von bisher nicht dagewesen« Schwere befindet, die sehr leicht zur Zahlungseinstel­lung und damit zum offenen Bankerott des kommunistischen Wirtschaftssystems führen kann. Das dritte Planjahr steigerte den De- visenbedaff ungeheuer, denn emerietts er­schwerte das rapide Absinken der Weltmartt- preise die Devisenbeschaffung, and«erseits be­gannen jetzt erst die Akzepte aus den Ein­käufen der ersten beiden Planjahre fällig zu werden.

An deutsche Firmen sind in der nächsten Zeit etwa 500 000 000 RM. abzudecken, an amerikanische Firmen etwa 250 000 000 RM. Die Versuche, hierfür ausreichende Mittel aus Anleihen m Deutschland, Oesterreich, Norwegen oder England bereitzustellen, schei­terten.

. Der Autzenhandelskommissar Rosenholz dik- tierte ben Handelsvertretungen nun ein neues Deoisenbeschaffungsprogramm". Dieses Pro­gramm stellt den Handelsverttetern termm» und mengenmäßig derart unerfüllbare Auf­gaben, daß die Mehrzahl der sonst so gut disziplinierten Handelsvertreter die Verant-

bisher auch an dieser Stelle nicht der-, schwiegen haben, noch zu verstärken.

Seit der letzten Septemberwoche, feit dem Inkrafttreten des SttllhalteabkommenS also, hat die Reichsbank bis heute nicht weniger als rund 400 Millionen an Gold und Devisen verloren. Davon treffen auf Die durch das Süllhaiteabkommen ent. fallenden Abzüge rund 300 Millionen. Die weiteren 100 Millionen erklären sich durch Nuswirkungen der Pfundknse. In viel höherem Maße, als man Wohl auch in lei­tenden Reichsbankkreisen erwattet hatte, siitd in Ausnutzung des mit dem Sinken des, Pfundkuffes verknüpften Differenz­gewinns von deutscher Seite her Pfuno- Schulden zur Rückzahlung gekommen. Zu diesem Zwecke wurden Devisen in Anspruch genommen. Diese vorzeitigen und frei­willigen Zurückzahlungen ausländischer, auf Pfund lautender Schulden haben angesichts der Kursdifferenz zwischen Pfund und Mar kbettächtliche Markgewinne zur Folge gehabt. Freilich stellte sich infolge der Verringerung des PfmrdWettes anderer­seits auch eine Erhöhung der Zufuhr aus­ländischer Waren ein. Man will sogar be­obachtet haben, daß neuerdings in nicht un­beträchtlichen Mengen englische Kohle nach Deutschland verbracht wurde.

Bei der Gesamtlage muß man damit rechnen, daß der Tiefstand der Devisen­abhebungen noch nicht erreicht ist. Die letzten Auswirkungen des Süllhalteab­kommens, das zunächst eine Rate von 28 Prozent der Marttguthaben zu Abhebungen für das Ausland freigab, dem nunmehr Mm 15. Oktober eine weitere Rate von 15 Prozent gefolgt ist, sind bei der Beurtei­lung der gegenwättigen Devisensituaüon der Reichsbank noch nicht berücksichtigt. Die Reichsbank rechnet damit, daß noch un­gefähr 60 Millionen Mark für diese Zwecke in Anspruch genommen werden müffen.

Doch ist bei aller Anspannung der Kräfte der ReichSbank noch eine ruhige Beuttei­lung der Vage gerechtfertigt. Die stärk­sten Inanspruchnahmen sind erledigt in­sofern, als die einmaligen großen Auf­wendungen der Reichsbank für die Erledi­gungen der Devisen-Termingeschäfte, sowie für die Befriedigung der Ansprüche aus der 25prozenügen Freigabeuqote nicht mehr weiter belastend in die Erscheinung treten werden.

Zum Zweiten deuten doch wohl gewisse gewichüge Gründe darauf hin, daß das englische Pfund sich auf dem gegenwättigen Niveau ziemlich zu beruhigen und einzu- ttchten sucht, Wäre dem so und würde das Geschäftsleben, insbesondere der Waren­handel, keine Möglichkeiten mehr zur Mtt- nahme an Kursdifferenzen des englischen Pfundes erblicken insbesondere wenn man erkennen muß, daß ein weiteres An­steigen des Pfundes nicht mehr zu erwarten ist so wäre sehr rasch auch der Reiz ver­flogen, Pfundschulden vorzeitig abzu- tragen.

Damit in Wechselwirkung würde sich aber auch ein Rückgang der Einfuhr ausländi­scher Waren ergeben und damit eine Ver­ringerung der Inanspruchnahme des De­visenbestandes der Reichsbank für Import - zwecke. And man daff des weiteren auch nicht vergessen, daß die staffen Expott­überschüsse aus den letzten Monattn sich auch nach und nach geltend machen müssen. Eine j Df artige Auswirkung gerade auch des September-Aeberschusses von 387 Milli­onen ist ja auch schon um deswillen nicht

die Wohlfahrts«w«bslosen am Leben $H «halten.

Der Präsident des Deutschen Lcmdge- meindetages, Dr. E e r e ck e, M. d. R., un­terstrich die Ausführungen über die besondere Notlage der kreisangehörigen Gemeinden, und wies darauf hin, daß die Notlage der Land­gemeinden noch wesentlich dadurch verschärft würde, daß

di« St«n«krast ganz besonders ans dem

Lande ht den letzte« Jahren in einem

- «schreckenden Maße znrückgegangeil sek. Das Hinzutreten der unerträglich ge­steigerten neuen zwangsläufigen Erwerbslosen- lasten müsse eine Finanzkatastrophe der Land­gemeinden herbefführen, wenn nicht schleunigst mit durchgreifenden Maßnahmen des Reiches eine wesentliche Erleichterung geschaffen würde.

. Die ReichSbank hat feit der Bankenkrise einen sehr schweren Sturm auszuhalten. Ein anschauliches Bild über die wechsel- vollen Kämpfe und ihre Ergebnisse wird durchs die achttägigen Reichsbankausweise vermittelt, die heute mehr denn je uns einen finanz- und wirtschaftspolitischen An- schauungsunterttckst M vermitteln ver­mögen. Es gibt wohl heute kaum noch einen wirtschaftspolitisch interessierten Menschen, der nicht mit größtem Interesse und auch mit starker Spannung auf das jeweilige Erscheinen dieses Ausweises wattete.

Was wir nun im letzten Reichsbankaus­weis sehen, ist dazu angetan, unsere Sorgen über die Stellung der Reichsbank, die ivir

zu erwarten, weil die Geschäfte auf mehr- L mouatiae Sicht getätigt werden. And letz-

Mandschurei

Die japanische Antwort an die In ihrer Beantwortung der der Mächte auf den Kelloggpakt

Serif«, 20. Oft. Die Arbeitsge­meinschaft der kommunalen Spit- ;env er bände hielt heute eine Besprechung Über die kommunale Finanzlage ab.

Der Präsident des Deutschen Städtetages, Dr. Mulcrt, ging aus von dem unge- Ijeuren Fehlbetrag der Gemeinden und Ge- ineindeverbände nach der Zahlungskrise im 3uli, den man für das Rechnungsjahr 1931- 1932 auf 800 Millionen Mark berechnet habe. Reich, Länder und Gemeinden hätten iljre Haushalte im Juli auf die Deckung die­ses gewaltigen Defizits einstellen müssen. Die Gemeinden ihrerseits haben, so fuhr der Red­ner fort, auf dem Wege der Selbsthilfe eine rücksichtslose Drosselung aller Aufgaben ein­geleitet und allen Gebieten kommunaler Ar­test schwerste Opfer auf erlegt.

Damit ist di« Grenze des Tragbar«« «««echt worden.

Die Reichsregierung hat durch die Not- «Torbnung vom 6. Oktober einen Betrag dm 170 Millionen für die Gemeinden und Eemeindeverbände bereitgestellt, die mit den durch die Notverordnung vom 5. Ium gege- iffien 60 Millionen eine wesentliche Ent- Wung herbefführen sollten.

ks stellt sich ad« jetzt heraus, daß die een d« Reichsregierung beabsichtigte Hilf« keineswegs emgetrete« ist. Denn die Reichsregierung hat «in« Reih« eige- etr Maßnahme« beschlossen, oder durch «der« Organ« durchführen lasten, die

- bk Gemeinden aufs neu« schwer be­lasten und die Reichshilf« illusorisch »scheu. Insgesamt werden di« Gemein­den durch di« jetzigen Maßnahmen d« Neichsregittung mtt rund 265 Millionen Start mehr belastet. Diese Summe deckt sich fast ganz mtt d« Reichshllfe.

Die Gemeinden und EememdeoerbSnde er« nten auf das bestimmteste die zugesagte tttlastung ihrer Finanzen, die nur vom Reich geschehen kann. Es wird dem Reich Ws anderes übrig bleiben, als auch feiner« Äs alle Kräfte auf die Ernährung der Ar- «islofen zu konzentrieren und Aufgaben, die -bleiern Rahmen nicht unbedingt notwendig »d, abzubauen. Außerdem wird das Reich "sanifatorische Reformen in der Mstsiownhilfe und Arbeitslosenfürsorge Währen müssen. Die von den Gemeinden ® Cemeindeverbänden immer wieder gefor« We Zusammenlegung der Krisen- llilorge und der Wohlfahrtser- Lfoslosenfürsorge zu einer einheit- y Reichsarbeitslosenfürsorge würde die Haltung wesentlich vereinfachen.

allem ab« ist die Zett des Neben- E»and« und Gegeneinaud« vorbei: die itonrer stärker wachsenden Schwierigkei- erfordern «in vorbehaltloses, Zusam-

Änarbetten von Reich, Ländern und Gemeind««.

Ausführungen Dr. Muletts wurden die übrigen kommunalen Spitzenver- ergänzt.

den Deutschen Landkreistag sprach E* Präsident, Dr. von Stempel, der Mtzend die Verhältnisse in den ländlichen L-fisTürorgeeerbänben barlegte. 3m be« n,ies er darauf hin, daß eine Anzahl M'cher Landkreise und sächsischer Bezirks- ^snde höher belastet sind als die kürzlich dem Reichsfinamminister genannten Mae Berlin, Köln, Franksutt a. M. und |C,n- . Die steigenden Ausgaben und sin- Einnahmen hätten zur Folge, daß die die für sie noch verfügbaren Mit- ^eus.die Versorgung der Wohlfahttser- "'en konzentrieren müßten. Obwohl tzarien Notwendigkett die übrigen Auf- yc "er Landkreise fast ganz zum Opfer i i»Jnu°ten> >er die Finanzdecke immer noch

ij* Instanzen müßten bei der einen ^Stichen Aufgabe rusammenwttkeu:

wottung für die Erfüllung dieses unettüll baren Dekrets unter lebhaftem Protest abge- lehnt hat. Diese Protestaktionen der Ham bel5uer.re.er lösten neue Be chiüise des Außen- banöelswnuniiiaxs aus, b« unter Mitwir- Schanghai.

Notruf der Kommunalverbände

Protest gegen die Maßnahmen der Reichsregierung Die Reichshilfe durch neue Lasten wieder ausgewogen

Moskau in Schwierigkeiten?

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