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Rmtng. bttt 19. Ott 1931

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6 et Unib-Duchdruckerel qgb. Stag. Koch. Mark, 21/23. ^^,sprrch«r: Rr.54 uud Rr.55. «oftscheckkontv: ®mt Frankfurt Jjr. Rr. 5015. Sprechzeit girüaktion von 1011 nutz

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

Str. 245 »«.Mr«.

Marburg a. Kahn

Der «uzelgeaprrtt beträgt ft« den 11 grstxrlt. Zellemnillimeter 0.08 GM., sog. kkineAnzeigen «d Familien anzeig en bei Barzahluug 0.07 GM.. amtL und auswärtige Anzeigen 0.10 GM. Grundschrift r SoIoneL Bet schwierigem Latz f* tote bei Platzdorschrist 50X Auf­schlag. Gammelanzeigeo 100*1, Aufschlag Reklam.-Millkn. 0.40 GM. Smndschrtst, Petit. Jeder Rabatt g® als Darrabatt. Ziel 1 Tage. Offerten-Gebühr: 25 Pfg^ bei Zustellung der Angebote eknschl. Porto 60 DM. Belege werde» berechnet. ErfLllungsort Marburg.

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Macht Japan mobil?

Teilmobilmachung der japanischen Flotte

Ein Vermittlungsvorschlag Briands in Eens

Gold und Wirtschaft

Volk ohne Raum

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!3n Stockh olm wurde am Sonntag eine große Friedenskonferenz ab- gehalten, die dem Andenken von Erzbischof Soederblom galt. Sven Hedin sprach über die Friedensfrage, wobei er sich scharf gegen den Versailler Ver­trag und gegen die Kriegsschuldfrage aussprach.

Die französischen Eemeinde- und Staatsratswahlen

fk. Paris, 19. Okt. Die französischen Gemeinde- und Staatsratswahlen haben keine wesentliche Verschiebung der bis­herigen Parteilage gebracht. Bemerkens­wert ist lediglich, daß im Wahlkreis Bel­fort die Radikal-Sozialisten und Sozia­listen, die bisher die Mehrheit hatten, von Links-Republikanern, das heißt den An­hängern Tardieus geschlagen wurden. Die Sozialisten haben wesentlich an Stimmen verloren. Ihr Führer Leon Blum ist ge­schlagen worden. In einer großen Reihe von Wahlkreisen werden erst am kommen­den Sonntag die Stichwahlen das endgül­tige Ergebnis bringen.

Die Verhandlungen zwischen der Lank von Frankreich und der Federal Reserve­bank.

Rach einer Agenturmeldung aus New. york soll die Bank von Frankreich sich be- reiterklärt haben, bei der Federal Reserve­bank eine Eoldeinlage von 300 Millionen Dollar zu machen, während die Federal Rerservebank nach und nach ihren Diskont, satz bis auf 5 Prozent heraufsetzen und die nicht garantierten Kredite für Handel und Industrie einschränken würde. Diese Regelung soll auf Grund der seit einigen Tagen von Vertretern der Bank von Frankreich mit den leitenden Persönlich­keiten der Federal Reservebank in Rew- york geführten Verhandlungen erfolgt sein.

Nach dem Ausweis der Reichs bauk vom 15. Oktober 1931 beträgt die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Devisen 28,6 o.H. gegen 30,1 v. H. in der Borwoche.

Die Bestände an Gold und deckungs. fähigen Devisen haben sich um 66,7 Mill. Mark auf 1294,1 Mill. Mark vermindert. Im einzelnen haben die Goldbestände um 63,3 Mill, auf 1156,0 Mill. Mark und die deckungsfähigen Devisen um 3,4 Mill, auf 138,1 Mill. Mark abgenommen.

Die japanische Regierung Über­zelte am Sonntag den Ratsmächten so- dem Vertreter der amerikanischen Re- l^rung im Völkerbund eine umfangreiche Denkschrift, in der sie ihren gründ­lichen Standpunkt über die Ursache des Mandschurischen Konflikts darlegt und die Pdingungen für die Zurückziehung

Truppen bekannt gibt.

Mit dem DampferPari s" sind gestern in Le Havre 366 Barren Gold im Werte von 418 Millionen Franks aus Newyork angekommen. Ferner wur­den in Cherbourg von dem Dampfer O l qm p i c" 281 Barren Gold im Werte von 400 Millionen Franks gelandet.

100000 marschieren

Das Neichstreffen der N. S. D. A. P. in Braunschweig

Wir wollen im Folgenden versuchen, die Eesamtsituation ohne Schönfärberei zu schildern.

Die wirtschaftliche Situation hat sich in den letzten Tagen gerade in Amerika außerordentlich zugespitzt, Und die Aus­wirkungen gehen dahin, daß immer mehr Danken zusammenbrechen, so daß es selbst in wichtigen Industriestädten der Vereinig­ten Staaten schon dahin gekommen ist, daß viele Danken ihre Schalter geschlossen hal­ten und der gesamte Zahlungsverkehr in Anordnung geraten ist. Die gewaltigen Goldabzüge aus Amerika, die allein seit der englischen Pfundkrise sich auf 2Vs bis 3 Milliarden Goldmark belaufen, haben mittlerweile zu einer Anterwertung des Dollars geführt, die heute schon mit rund 10 Prozent zu bemessen ist. Also selbst die festeste und solideste Währung der Erde ist angefressen, und diejenigen großen Finanz­kreise, insbesondere die Exporteure nicht nur bei uns, sondern auch in anderen Län­dern, die nach dem Ab gleiten des eng­lischen Pfundes dazu übergingen, ihre For­derungen auf amerikanische Dollar zu stel­len, haben nun mit erneuten Verlusten zu rechnen.

In England ist die geldwirtschaftliche Situation immer noch ungeklärt. Man sieht int Augenblick noch nicht den Endpunkt, bis zu welchem das englische Pfund ab­rutscht. Man gewinnt aber aus den Maß­nahmen der englischen Regierung, die fast tatenlos dieser Bewegung gegenübersteht, auch nicht den Eindruck, daß sie ein be­stimmtes Ziel bezüglich des Stabilisie­rungspunktes des englischen Pfundes ver­folgt.

Aber diese englische Pfundkrise wirkt sich immer weiter auf die Kapitalwirt­schaft in der Welt aus; die Abkehr vom englischen Pfund führt zu Gold- abzügen in England selber, andererseits zur Umwandlung englischer Pfundkredite in Dollarkredite. Für uns in Deutschland entsteht bei dieser Situation die uner­wünschte Rückwirkung, daß die englische

Abends hielt Adolf SiH'et in der vollbesetzten Stadthalle eine Rede, in der er ausführte, der Reichskanzler ht.be in seiner letzten Rede im Reichstag übersehen, daß neben der Bildung einer Arbettnehrner- irrib Arbeitgeberfront, rote er "sie zu sehen scheine, eine dritte Front bestehe, die nationalsozialistische.

Zwölf bis fünfzehn Millionen seien heute innerlich überzeugt, daß die Lösung der deutschen Frage aus dieser Kraft allein heraus Wirklichkeit werden könne.

Die Nationalsozialisten wollten, daß das deutsche Volk gefragt werde, um seinen Wil­len und seine Meinung. Aber man scheue sich davor. Heute seien 100 000 marschiert, in wenigen Jahren würden Millionen so marschieren. Es marschierte heute das junge Deutschland. Kerne Regierung sei imstande, von heute auf morgen dem deutschen Volke ein glänzendes Leben zu verschaffen. Aber man müsse versuchen, das Volk dahin zu führen, daß eine Besserung seiner Lage in Aussicht stehe. Tie nationalsozialistische Fahne sei das Symbol der Einheit des deut­schen Volkes in der Zukunft, bis die «tunde komme, wo die Fahne der nationalsozialisti­schen Opposition zur Fahne des neuen Deut­schen Reiches geworden sei. Die Rede wurde mit starkem Beifall ausgenommen.

Die Sistierung der 76 Nationalsozialisten.

Berlin, 17. Okt. Die 76 National­sozialisten, die gestern abend und heute früh in Kaulsdorf festgenommen worden waren, sind heute vormittag wieder aus der Haft entlassen worden, da em Verstoß gegen die Notverordnung des Reichspräsidenten nicht begangen ist. In der Notverordnung heißt es ausdrücklich, daß politische Lastkraftwagen­fahrten anmeldepflichtig sind, während es sich in diesem Falle um Auto omn ibu sse gehandelt hat, die nicht unter diese Anmelde­pflicht fallen.

Braunschweig, 18. Ott. Schon in den frühesten Morgenstunden begannen die Standarten der zu dem heutigen Treffen hier versammelten nationalsozialistischen SA. aus ihren Quartieren in den umliegenden1 'Orten nach der Stadt zu zum Franzen- felde zu ziehen, wo die Weihe der neuen Standarten erfolgen sollte. Unter wehenden Fahnen mit Musik und Gesang rückten sie in langen Kolonnen von allen Seiten heran. Don 8 Uhr an begann die Aufstellung auf dem Franzenfelde, die 24 neuen Standarten auf einer Anhöhe. Gegen 10 Uhr erschien, von Heilrufen begrüßt,

Adolf Hitler.

Vor 12 Jahren, so betonte er in seiner Weiherede, sei die Bewegung zum ersten Male an die Oett-ntlichkett getreten. Eine Handvoll Leute habe damals zu der Fahne gestanden, die heute hier zu Tausenden zu sehen sei. Zwölf Jahre Niedergang des Volkes und zwölf Jahre Aufstieg der Be­wegung liegen hinter uns. Ich glaube, sagte Hitler, es werden die letzten Feldzeichen sein vor dem Siege der Bewegung, die sie heute in Treue in Hut nehmen. Er richtete die Mahnung an die SA.-Leute, in Treue zu­sammen zu halten und nicht die Lehren des Weltkrieges zu vergessen. Angesichts der Wende der Zett gelte es, härter und ent­schlossener zu sein denn je.

Wenn wir selbst nicht im letzten Augen­blick die Nerven verlieren, und in letzter Stund« als Deutsche uns selbst besiegen, dann wird keine Macht in Deutschland uns niederzwingen.

In der Stunde, in der ganz Deutschland auf die Bewegung blickt, müsse er erneut das Gelöbnis abnehmen, wie bisher treu zur Bewegung zu stehen, bis dem Vaterland wie­der Ehre und Freiheit gegeben wird.

Die Ansprache wurde mit stürmischen Heil­rufen ausgenommen, dann sang das Feld die erste Strophe des Deutschlandliedes. Hier­auf formierten sich die Gruppen zum

Abmarsch nach dem Schloßplatz, wo bet Vorbeimarsch ftattfand, der um 12 Uhr begann und nach 5 Uhr nachmittags noch nicht beendet war.

Der Umzug ist im ganzen reibungslos verlaufen. In der Stadt haben nach dem Vorbeimarsch zahlreiche Zusammenstöße statt- gefunben, so daß die Schutzpolizei eiittchreiten mußte, jedoch bald die Ordnung wieder Her­stellen konnte. Eine Anzahl Personen wurde verletzt.

Gestern abend wurde Oberst Hoffmann, der frühere Kommandant von Ingolstadt, von Kommunisten niedergeschla­gen. Er ist ins Krankenhaus gebracht wor­den, soll aber nicht schwer verletzt sein.

Der Abschluß des nationalsozialistischen Treffens in Braunschweig.

Der Vorbeimarsch der Nationalsozialisten am Schloßplatz dauerte sechs Stunden und zehn Minuten. Die Teilnehmerzahl wird auf rund 100000 geschätzt.

Der Marinemitarveiter desDaily Telegraph- bringt Meldungen über eine Teilmobilmachung der japa- »ischen Flotte. Verschiedene aus- wngierte Kriegsschiffe seien wieder in Dienst gestellt worden. Die Besatzung uStbe aus dem Mannschaftsdepots er- janjt Die Werften arbeiten mit Hoch druck, um alle Schiffe seetüchtig zu machen. Men den Tank- und Kohlenschiffen der Motte hätten auch 20 Tankdampfer der andelsflotte. die der Reserve an«

»hörten, vom Marineministerium Befehl lten, sich zum Einsetzen bereit zu halten.

Ein Vermittlungsvorschlag Briands.

Der Völkerbundsrat wird -em Montag «mittag eine öffentliche Sitzung abhalten. Am Sonntag haben die Mitglieder des Rates mit Ausnahme des chinesischen und ks japanischen Vertreters eine Zusam- nenfunft bei Briand gehabt, der 4»ch der Vertreter der Vereinigten Staa- beiwohnte. Die Teilnehmer besprachen Dispositionen für die Ratssitzung. Es St zunächst vorgesehen, daß die Vertreter ans und Chinas vom Ratspräsidenten tzsucht werden, etwaige Vorschläge über ie Liquidierung des Konfliktes zu präzi- en. Wie es heißt, hat Briand einen Vermittlungsvorschlag ausgearbeitet, dem _ »eitern die übrigen Mitglieder des Rates / ^gestimmt haben sollen. Briand beabstch- ' tigt, diesen Vorschlag in der Ratssitzung be- bnnt zu geben, wenn die beiden Parteien ich bis dahin nicht einigen sollten. Der Katspräsident gab das ihm zugegangene a Memorandum des japanischen Vertreters bekannt. Man war der Meinung, daß dem Wunsche der japanischen Regierung nach tiifung ihrer juristischen Einwände ent- ochen werden könne, wenn dadurch eine erzögerung in dem Fortgang der Der- ' lungsaktion nicht erntritt.

Japan und der Mandschurei-Konflikt.

Der Genfer Korrespondent des aily Telegraph" meldet, ein Mitglied - japanischen Delegation habe ihm Hern erklärt: Wenn der Völkerbundsrat in Mittel finden kann, um die Rechte der aner in der Mandschurei zu schützen, mn müssen mir dort bleiben, überdies braucht Japan Raum, denn seine ölkerung vermehrt sich derartig, daß fs Land für sie nicht mehr ausreicht. Wir uns darüber klar, daß wir jetzt voll- bmmen isoliert find; aber die öffentliche "einung ist ohne Unterschied der Partei «mig.

Die Frage ist, ob Japan den Völkerbund die Mandschurei verlassen soll; die ^ndschurei können wir nicht verlassen, unsere dortigen Interessen zu groß