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ft Wie«. 17. Oft. Wie die Pssizei- korrespondent mittellt, hat Matuska heute früh nach eingehendem Verhör durch Polizeirat Dr. Böhm gestanden, sowohl die beiden Attentate in Anspach als auch je in JStsrbog und Bia Torbagy verübt und zwar allein verübt zu haben. Seine früheren Angaben Aber den angeblichen Anstifter Bergmann hat er vollständig widerrufen. Weiter gestand Matuska, daß er für die nächste Zeit noch
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Marburger ÄgesaWiser
Sonnabend, -rn 17. Skt. IM
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D«r Anz«!g«nprc!s beträgt für bett 11 gestalt. Zellenmilltmettt 0.08 GM„ sog. kleineAnzeige» ttnb Famtlienanzeigen bei Barzahlung 0.07 GM^ omtl. und anowLrttg« Anzeigen 0.10 GM. Gnmdschrift, SoloneL Bei schwierigem Satz so- tote bet Platzvorschrtft 50*1. Aufschlag. — Saouaelanzetgen 100*/, Aufschlag Reklam.-Milll«. 0.40 GM. Grundschrift i Petit. Jeder Rabatt gilt al« Barrabatt. Ziel 5 Tage. Sfferten-Gebührr 25 Pfg^ bei Zustellung bet Angebote einschl. Porto — 60 GM. Belege werden berechnet. Erfüllungsort Marburg.
SbevheUche Zeitung
haben fünf Abgeordnete gegen die Miß- trauenSanträge gestimmt, und zlvar die Abgeordneten Dr. Kahl. Glatzel, Thiel, Dr. Kall e und Dr. von Kar- do r f. Die Abgeordneten Dr. Molden- benhauer und Dr. Schneider - Dresden haben sich an der Abstimmung nicht beteiligt. DaS Landvolk hat bis auf die Abgeordneten Schlange-Schöningen Und Dersch-Hessen für die Mißtrauens- mrträge gestimmt.
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Anzeiger fnr (bas frühere kurhessische) Oberhessen
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
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Polizei ko st enzufchüsse an die Lände: gegen die Antragsteller a b g e l e h n t; ebenso der nationalsozialistische Antrag auf Einstellung der Polizeikostenzuschüsse an Preußen gegen die Kommunisten und das Landvolk. Zahlreiche Cinzelanträge gehen an die Ausschüsse.
Angenommen wird ein sozialdemokratischer Antrag, der Maßnahmen zur Winterhilfe für die notleidende Bevölkerung verlangt.
Det kommunsstische Antrag auf sofortige Verhaftung von Hugenberg, Hitler und anderen Führern der Rechtsopposition wird gegen die Antragsteller a b g e lehnt.
mehrere große Eifenbahnattentate und zwar auf der Strecke Amsterdam—Paris—Marseille und bei Ventimiglia geplant und vorbereitet habe. Der Vorstand des Sicher- heitsbüros der Wiener Polizeidirektiou erklärt, daß keine Zweifel an den Aussagen Matuskas bestehen. Ueber das Motiv seiner Handlungen macht er unverständliche und phantastische Mitteilungen.
Die der Regierung nahestehenden Blätter begrüßen den gestrigen Erfolg Brünings im Reichstag mit großer Genugtuung.
Die „Germania" spricht von dem „Erfolg des gesunden Menschenverstandes", die kleine Mehrheit der sachlichen Arbeit sei wertvoller als eine große Mehrheit der Phrase und des sozialfeindlichen Klassenkampfes.
Das „Tageblatt" bezeichnet die Abstimmung als eine sichtbare Niederlage der Verschwörer von Harzburg und ihrer volksparteilichen Komparserie. Brünings Erfolg wäre stärker, wenn er nicht durch peinliche und kleinliche Verhandlungen mit Interessentengruppen, die der Wirtschafts- Partei, hätte erkauft werden müssen, auf die politisch kein Verlaß sei.
Die „Vos fische Zeitung" schreibt, es habe sich bestätigt, daß das zweite Kabinett Brüning trotz der geringen Veränderungen einen ganz anderen Charakter trage, als die Regierung der drei Notverordnungen. ‘ Die Personen seien geblieben, aber der Geist habe sich gewandelt.
Auch der „Vorwärts" spricht von einer „Niederlage der Harzburger". Der Vorstoß der Sozialreaktionäre von 'Harzburg habe eine Einheitsfront der Gewerkschaften aller Richtungen zur 'Verteidigung der Arbeiterrechte zusammengeschweißt! Diese Front habe den Sturz Brünings verhindert.
Die Blätter der Rechtsopposition glossieren scharf die Stellungnahme der Wirtschaftspartei. Der „T a g" bezeichnet die Mehrheit Brüning als einen Notsteg. Die Offensive von rechts sei nicht zu dämmen. Die Zeit des Sowohl-als-auch sei vorbei, das werde binnen kurzem auch das Sutrum spüren.
Matuska gesteht!
Er hat die Katastrophen von Jüterbog und Bia Torbagy ohne Mithilfe verursacht
Die „Deutsche Zeitung" sagt, der Reichstag sei mit einer tragikomischen Abschiedsvorstellung von der politischen Bühne verschwunden. Die weitere Entwickelung werde zwangsläufig sein. Der Weg der kommenden Wochen und Monate werden von furchtbarem Ernste sein. Wir würden ihn gehen in der Gewißheit, daß die Stunde der nationalen Opposition, die alle parlamentarischen Versuchungen überwunden habe, niemals näher gewesen ist, als nach diesem „Siege" Brünings.
Der „B ö r se n - C o u ri e r" betont. Mehcheit sei Mehrheit. Ihre Bedeutung erwachse vor allem aus der Tatsache, daß die maßgebenden Faktoren diesen Reichstag seine Aufgabe erfüllen lassen wollen.
Die „D ö r s e n - Z e i t u n g" sieht in dem Ergebnis der Abstimmung die vorläufige Rettung des Systems Braun-Seve- ring in Preußen. Brüning habe mit Dotier Entschiedenheit wiederum für links optiert. Dadurch sei die preußische Ehe zwischen dem Zentrum und der herrschenden Sozialdemokratie abermals so fest geworden, daß das Zentrum sich nicht beschweren könne, wenn man es die katho- lische Sozialdemokratie nenne.
Nach Auffassung der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" bedeutet das Ergebnis, die noch vorhandenen Mittel für die Rettung des Staates und der Wirtschaft beschleunigt einzusetzen. Noch einmal stehe Dr. Brüning vor einer Chance, wie er sie im Frühjahr, freilich sehr viel günstiger und offener, vor sich gehabt habe, noch einmal sei der Bann einer parlamentarischen Krise von ihm genommen, die 'Bahn für notwendige Entschlüsse frei. Geschehe das Notwendige nicht in allerkürzester Frist, so poche die Katastrophe an die Tür.
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die Verwendung der so ersparten Mittel für Kinderspeisuug. 5m Hammelsprung wird dieser Antrag mit 211 Stimmen der Sozialdemokraten beider Richtungen und Kommunisten, die wegen des Fehlens der Rechtsopposition die Mehrheit haben, gegen 181 Stimmen angenommen.
In parlamentarischen Kreisen nimmt man an, daß dieser Beschluß dasselbe Schicksal erleiden werde, wie ein ähnliche: auf genau sa zusammengesetzter Mehrheit fußender überraschender Antrag gegen das Panzerschiff B. vom Mürz d. Fs., der daran' vom Reichs rat abgelehnt worden rxtr.
Angenommen wird mit der gleichen Mehrheit eine kommunistische Entschließung, die das uneingeschränkte Koalitionsrecht für alle Arbeiter, Angestellten und Beamten fordert.
Der in erster Beratung angenommene fo- so-ialdemokratische Gesetzentwurf über die Fürstenabfindung wird nachträglich dem Rechtsausschuß überwiesen.
Zahlreiche weitere Anträge und Ini- tiativgesetzemwürfe, darunter auch die der Bayerischen Volkspartei auf Aenderung der Notverordnung, werden den zuständigen Ausschüßen überwiesen.
Im Namen des W oh n u ngsaus sch uf- f e,3 empfiehlt Abg. Lipinski lSozü dann eine Entfckließung, die die Regierung ersucht,,von einer Aenderung des Mieterschutzgesetzes, des M i e t e n g e s e tz e s und des Woh- nunasmangelaesekes A b st a n d zu nehmen, bis das soziale Mietsrecht gesickert ist.
Abg. Lucke (Wirtschaftsparteil fordert dagegen schleunige Aufhebung der Z w a n g«- g e s e tz e für die Wohnung s wirtschaft. Durch das' Fehlen der Recktsogposition Habs der Wohnnngsausschutz eine sozialistische Mehrheit gestabt. ■\'
Die Ausschußentschließung wird angenonv men.
Vertagt.
Um 22,30 Uhr vertagte sich der Reichstag auf den 23. Februar 1932.
Rettung durch die
Wirtschaftspakte:
In Kreisen der hinter der Regierung stehenden Parteien ver-eichnet man das Ergebnis der Abstimmungen mit großer Ge- ni'gtuung. Die Mehrheit von 24 Stimmen, mit der die zusammenaeleqten Mißtrauensanträge rtegen das Kabinett erledigt wurden, war größer, als man zeitweilig erwartet hatte. Nachdem die Wirtschaftspartei sich in die Reihe der Gegner der Mitztrauensanträge einreihte, war der Sieg des Kabinetts absolut sicher. Eine Ueberraschung war noch, daß nicht nur Geheimrat Kahl, sondern auch vier weitere Abgeordnete der Deutschen Dolksvartei gegen das Mißtrauensvotum stimmten. Es handelt sich dabei um die Abgeordneten von Kardorf, Kalle, Thiel und Glatze!, während Dr. Schneider- Dresden und Dr. Molden- Hauer sich der Stimme enthielten. Diese Aenderung gegenüber der Haltung, die nach dem Verlauf der Fraktionssitzung zu erwarten war, hat ihren Grund darin, daß Geheimrat Kahl erklärte, er könne es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, sich nur der Stimme zu enthalten. Darauf haben dann auch die vier anderen Abgeordneten sich seiner Stimmabgabe gegen das Mißtrauensvotum angeschlossen. Die L and- volkpartei ist übrigens mit ^Ausnahme des Abgeordneten Schlange-Schöningen für die Mißtrauen-anträge emgetreten.
Die Nationale Opposition, die Nationalsozialisten und b:e Deutschnationalen, hat in der Freitagssitzung des Reichstages erneut ihren Auszug aus dem Parlament vollzogen.
Der Reichstag hat in der Freitagssitzung noch einen kommunistischen Antrag auf Einstellung des Baues des Panzerkreuzers B. mit sozialistisch-kommunistischer Mehrheit angenommen. Nach Auffassung der parlamentarischen Kreise kommt diesem Antrag jedoch nur der Charakter einer Demonstration zu. Ein weiterer kommunistischer Antrag, der die
Ein sozialdemokratischer Antrag, der Maßnahmen gegen überhöhte Kartellpreise verlangt, wird mit großer Mehrheit angenommen.
Ein sozialdemokratischer Antrag, Pläne und Forderungen auf Beseitigung oder Aushöhlung des Tarifrechtes a b- zulehnen, insbesondere die Angriffe auf die Unabdingbarkeit des Tarifvertrages abzuwehren, wird in namentlicher Abstimmung mit 319 gegen 80 Stimmen bei 7 Enthaltungen angenommen.
Ein kommunistischer Antrag verlangt die Einstellung der Pauzerkreuzerneudlmteu und
Der Sieg Brünings
Dgs Urteil der Berliner Presse
Die Abstimmungen
Zunächst wird in namentlicher Abstimmung iiier den von den Kommunisten, Deutschnatio- ralen und Nationalsozialisten eingebrachten Rißtrauensantrag gegen das Gesamtkabinett entschieden. Die Abstimmung ergibt die Ablehnung des Mitztrauensantrages mit 294 grgen 270 Stimmen bei 3 Stimmenthaltungen.
Das Msstimmungsergebnis wird von der Mitte mit Beifall, von der Rechten und den Kommunisten mit Schweigen aufgenommen.
Der kommunistische Mißtrauensantrag gegen Minister Gr oener wird in namentlicher Abstimmung mit 321 gegen 233 Stimmen bei 16 Stimmenthaltungen abgelehnt.
Mit 337 gegen 233 Stimmen wird dann nach der vorläufigen Zählung der Mißtrauensan- trag gegen den Reichsernährungsminister Cchi ele abgelehnt, mit 326 gegen 235 Stimmen bei 16 Enthaltungen der Mißtrauens- ntrag gegen den Reichsarbeitminister S t e 8 e r io a I b.
Der on den Deutschnationalen. National- lezialisten und Kommunisten gestellte Antrag ttf Reichstagsauflösung wird mit rra gegen 252 Stimmen der Antragsteller ab- plehnt.
In der namentlichen 9lbftimmung wird der $>n den Deutschnationalen und Nationalsozialisten gestellte Antrag auf Aufhebung sämtlicher Notverordnungen mit $6 gegen 233 Stimmen abgelehnt.
Abgelehnt werden auch die Anträge auf Aufhebung einzelner Notverord "ungen.
Abg. Dr. Frick sNatsoz.) erklärt nach diesem Verlauf der Verhandlungen hätten die Astionalsozialisten kein Interesse mehr ** den parlamentarischen Beratungen. Sie Würden den Reichstag verlassen und außer- tfllb des Parlaments oaran arbeiten, letzten Stützen dieses Systems zu zerbre- 9en. Die Deutschnationalen schließen ™ dieser Erklärung am
, Der kommunistische Antrag auf Einstellung der Joung Zahlungen und auf Austritt aus dem Völkerbund wird daraus Men die Stimmen der Antragsteller abg e- l« h n t.
> Dor der Abstimmung über die weiteren Üln- ^°9e vertagt sich das Haus bis 8.15 Uhr, inzwischen dem Aeltestenrat Gelegenheit WM einer Sitzung zu geben.
t^Qd) Wiedereröffnung der Citiung wird der "humanistische Antrag auf Einstellung der
,,, .Ob-rb-ssisch« Srihmg' et- sr-hsm-I wöchentlich. De- ^«preis monatlich 2.20GM.auS- Zuslellungegebühr, durch lügest 2.45 GM. Für etwa durch «reit, Maschinendefekt oder «le- ® tatt Ereignisse au-fallend« gttnnmern wird kein Ersatz ge- Vertag, Dr. &. pitzrroth.
ff-gj der Unid-Buchdruckeret «3b Aug. Koch, Markt 21/23. «strusprecher: Rr. 54 uud Rr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt 2®. Rr. 5015. — «Sprechzeit w Redaktion do» 10—11 w>
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‘Berlin, 16. Ott. Der Reichstag wies b« den Abstimmungen eine Besetzung auf, wie sie noch nidfyt da gewesen ist. Von den 577 Abgeordneten sind 571 anwesend gewesen, nur sechs haben also gefehlt. Die Fehlenden waren bei den Sozialdemokraten der preußische Ministerpräsident Dr. Braun, bei den Kommunisten die Abgeordneten Maddalene «nd Kreutz bürg, bet der Deutschen Dolkspartei'die Abgeordneten Dr. Cur- tius und Dauch und bei der Wirtschaftspartei der Parteivorsitzende Dr. Bredt. Die Fraktionen der Nationalsozialisten, der Deut sch- nationalen, des Zentrums, der Christlich-Sozialen, der Bayerischen Volkspartei, des Landvolks und der Staatspar- iei waren hinauf den letzten Mann erschienen. Enchalken haben sich bei der Abstimmung die drei Deutschhannoveraner.
1 ‘Bei der Den tschen Volksparte».
Vis zum 23. Februar 1932
Der Reichstag nach den Abstimmungen vertagt — Eine Mehrheit von 25 Stimmen für Brüning