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Nr. 239

E»etbefiW Zeitung, Marburg «. L. «Eta«, den 12. Oktober 1931

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bext Dr. Adelung, ferner die Vertre­ter der wissenschaftlichen Vereinigungen sowie die zahlreichen anderen Ehrengäste willkommen und betonte, daß mit dieser Klinik, die in enger Gemeinschaft mit der medizinischen Fakultät der Universität Eiehen arbeiten werde, sowohl für die Behandlung der Krüppel wie auch für die Forschungs- und wisienschaftliche Arbeit an der Universität Eietzen ein wertvoller Bau geschaffen sei.

Nationalsozialistisch« Kundgebung in Frankfurt

F r a n k f u r t a. M.. 10. 061. Di« NSDAP. Frankfurt veranstaltete im Hippodrom em« Kundgebung, die von etrva 4000 Personen be­sucht tvar Zu Beginn der Versammlung gab der aus einer Sitzung der Frakttonsführer der Stadtverordneten mit Vertretern des Ma­gistrats kommende Stadtverordnete Lange intereffante Einzelheiten über das Sparpro­gramm des Magistrats bekannt. Der Redner ging u. a. auf die bekannte Wechsel- onoelegenheit der Stadt Frankfurt ein und teilte mit, datz der Fehlbetrag im Etat auf 10,g Millionen R-K gestiegen sei und datz die kurzfristige Ver­schuldung der Stadt etwa 70 Millionen be­trage. Reichstagsabgeordneter Tauleiter Spranger schilderte in seinem Referat die innen- und außenpolitische Lage und gab dabei die Zusammensetzung der neuen Regierung be­kannt.

Die Mannheimer Gemälde rasch wieder herbeigeschafft.

Frankfurt a.M., 10. Okt. Die aus her Staatlichen Gemäldegalerie im Mann­heimer Schloß gestohlenen 12 wertvollen Gemälde find schon im Laufe des Freitag vormittag in Frankfurt zum Verkauf an­geboten worden. Die Polizei wurde sofort benachrichtigt und es gelang zwei Krimi­nalbeamten, den Einbrecher im Laufe des Tages festzunehmen. Es handelt stch um den 27jährigen russischen Ingenieur Iwan M a s I a n t a. Er mutzte bei seiner Ver­nehmung zugeben, daß sämtliche Bilder in seinem Besitz seien, will sie aber von einem Unbekannten erworben haben. Man fand bei ihm einen Glasschneider, den er an­scheinend bei der Tat benutzt hat. Alle gestohlenen Gemälde konnten bereits wie­der herbeigeschafft und beschlagnahmt werden.

Pier! fer u freier Sieg hebe abfol roeifi Tage Grfc ivuri les ! schal dura frrän

stadt." _

Frank Loberg nickte:Natürlich wm dies der Palast sein. Auf die Idee nm? ich nicht gekommen. Also wohnt W Gräfin, die sich so närrisch benommen 6$ zur Zeit wahrscheinlich hier." Er lämeiK- Es mag ja wohl seine Reize haben, » so einem Palast wohnen zu dürfen sich des Nachts ein wenig von den AkM vorspuken zu lasten, denn hinter solche« klotzigen alten Mauerwerk spukt es *>* stimmt, aber ich ziehe eine hübsche Eta? am Berliner Kurfürstendam empor.

Marlene hatte verträumte nachdenksta» Augen. , .

Ich weiß nicht, ob ich nicht den Ame^ halt in dem Palast vorzöge, selbst auf Gefahr hin, ein paar Gespenstern zu ßegnen."

Bei den letzten Worten lachte sie Frank Loberg lachte auch.

Fortsetzung folgt-

Freispruch im Kasteler Banküberfall- Prozeß.

Kassel, 9. Okt. Die zwölfstündige Verhanödrng des Schwurgerichts gegen die beiden angeblichen Bankräuber endete mit einem glatten Freispruch. Selbst der Sttiatsantoalt hatte die Freisprechung beantragt, da das Belastungsmaterial, wie ein Berteidiger sich ausdrückte, aus der Sphäre der Verdachtsmomente nicht in die Sphäre der Gewißheit aufgerückt war. Die beiden Hauptzeugen, auf deren frühere An­gaben sich die Anklage in der Hauptsache aufgebaut hatte, erwiesen sich in der Ber- Handlung als vollkommen unglaubwürdig, so daß die stärkste Stühe der Anklage selbst vom Staatsanwalt aufgegeben tourt»'. Die beiden Angeklagten wurden sofort aus der Hast entlassen.

Neuer Bürgermeister in Hersfeld.

Hers seid, 11. Okt. In der letzten Sitzung der Stadtverordneten wurde mit 12 Stimmen bei 10 Enthaltungen Stadtshn- dikus Schafft zum Bürgermeister ge­wählt. Der bisherige Bürgermeister Wag­ner, seit 1916 im Amt, tritt in den Ruhe­stand. Der neue Bürgermeister Schafft stammt aus Verna, Kr. Homberg, wo sein Vater als Pfarrer tätig war (später Su­perintendent in Hersfeld).

Einweihung der orthopädischen Universi­tätsklinik in Eietzen.

Gießen, 10. Okt. In Gegenwart einer großen Festversammlung fand heute mittag die feierliche Einweihung der vom Hessischen Fürsorgeverein für Krüppel in Darmstadt in Eietzen errichteten ortho­pädischen Universitätsklinik statt. Der bauleitende Architekt Stadt­baurat Erawert-Eießen gab in einer ein­leitenden Ansprache einen Ueberblick über die Geschichte dieses neuen Klinikbaues und erwähnte dabei, daß die Kosten der für rund 80 Patienten eingerichteten Klinik sich auf rund 350 000 Mark belau­fen. Der Vorsitzende des hessischen Für- sorgevereins für Krüppel, Oberbürger­meister Mueller- Darmstadt, hieß so­dann die zahlreich erschienenen Vertreter der Behörden, an der Spitze Staatspräsi-

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n- und Eassengewtrr, das sich von chttgen Kathedrale nach allen Sei- sbreitend, einem Labyrinthe gleicht.

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gelbe Rancherzähne

(Nachdruck verboten.)

Schatten über Marlene

Roman von Anny Panhuhs. Copyright 1931 by Verlag Bechthold, Braunschweig.

38 Fortsetzung.

Sie betraten das Rollteppichband, das eine dieser bequemen modernen Errungen­schaften ist unb ebenso wie die Rolltreppe ben Menschen das Laufen erspart. Mar­lene stand vor Frank Loberg, und der Läufer zog sie mtt sanfter Sicherheit vor­wärts, zog alles mit sich, was auf ihm stand. Man kann, obwohl man weiter bewegt wird int Stehen, auch auf dem sich bewegenden breiten Band laufen, bann kommt man doppelt schnell voran. Aber Marlene und Frank Loberg rührten sich nicht. Marlene fand es amüsant, daß man, ohne die Beine rühren zu brauchen, weiter kam. Ein Stückchen hinter ihnen stand Mercedes Campo, sie stand anfangs auch da, ohne sich zu rühren, doch plötzlich fing sie an Schritte zu machen, ganz dicht heran wollte sie an das Paar da vorn. Aber sie erreichte es erst, als die beiden gerade am Ende des Rollteppichs wieder festen Boden unter sich gewannen.

Sie stolperte ein wenig beim liebergang vom beweglichen zum unbeweglichen Halt der Füße und stieß Marlene dabei an. Es war keine Absicht, aber auf die Zwei, denen ihr Gebaren schon ausgefallen war, wirkte es wie Absicht.

Ein paar Herzschläge lang streiften sich die beiden Frauen dicht mit den Schultern und Armen und Marlene hielt die Gräfin bann flüchtig fest, weil es war, als müßte sie sonst hinfallen. Unwillkürlich sagte Marlene dabei auf deutsch:Das Roll­band hat seine Tücken!"

Die Gräfin sah sie groß an, öffnete die Lippen und erwiderte auf spanisch:Ich verstehe Ihre Sprache leider nicht, vielen Dank, datz Sie mich gestützt haben." Sie neigte leicht den Kopf und wandte sich zum Ausgang. Die beiden, die ihr folgten.

Am Nachmittag streifte Marlene mit Frank Loberg durch die Altstadt Barce­lonas. Ein wenig schauten sie in das Viertel hinein, das zwischen der Straße der Vergnügungsstätten, der Straße Mar­ques del Duero und den Ramblas einge­fangen ist. Aber sie gelangten da in Gäßchen, in denen sie sich doch nicht ganz wohl fühlten, weil den Männern, die sie darin trafen, die Mütze zu verwegen saß und weil die Frauen Marlene mit zu neidischem Spott maßen. Sie überquerten die Ramblas, diese einst sehr breit schei­nende, für ben heutigen Verkehr aber wenig ausreichende Verbindungsstraße zwischen dem Platz Catalunna und dem Hafen, und durchwanderten nun das

man darauf.

Feudal ist so ein alter Gtabtpalali . meinte Marlene,die Menschen, die hi» ter solchen Mauern leben, brauchen nicht von ihrer Nachbarschaft zu sehen, die sich« viel später entstanden ist". Ihr Bltz schweifte umher. Mietskasernen waren b« , Nachbarn des Feudalbaues. Miek < kasernen die gegenüberliegenden Häuser , Dazwischen hatte sich der alte Palast sei« < altes Recht gewahrt. *

Hören Sie, Herr Loberg", sagte Mar­lene,wäre die Auslegung bes Wapve« nicht auf folgende Weise möalich? Mei« bißchen Spanisch reicht schon 7>azu. Camv- heißt Feld, molino heißt Müble, rnolin« heißt also Mühlen. Auf dem Wappen sie» man auf flachem Feld drei Mühlen. Ileba dem Wapven siebt man eine neunzacW Krone, die Erafenkrone. Glauben & nicht auch, daß dieser Palast dem Grafe« Campo de Molinos gehören könnte? Tt Kellner im Bergbahnrestaurant erzähl« uns boch heute vormittag, der Graf diesü Namens hätte einen Palast in der W>°

gurtg Sektion nur wenig Hilfe bringen. Die Preise sind nunmehr auf einem solchen Tief­stand angelangt, daß man schwer an eine wei­tere Verschlechterung glauben kann und Mäster- kreise hoffen, daß Rindermast sich in Zukunft wieder etwas lohnender gestalten wird. Be­sondere Beachtung verdienen für die Schwein e- halter die Ergebnisse der letzten September- zählung. Danach sind die Gruppen, die im näch­sten Halbjahr den Auftrieb liefern, noch um rund 12 o/0 stärker als im Vorjahr: bei den .Ferkeln ist nur noch ein Plus von 4 % vorhan- I den. Der gefamte Mehrbestand wird voraus- I sichtlich bis Sommer 1932 aufgebraucht sein.

Die trächtigen Sauen dagegen haben sich um

sahen, wie sie draußen ein Auto anrief und einstieg.

Marlene hatte sich in dem halben Jahr in Berlin, weil sie wußte, daß sie mit zur Weltausstellung nach Barcelona sollte, durch spanischen Unterricht auf den Aufenthalt in Spanien vorbereitet und obwohl ihr Können natürlich noch gering war, verstand sie einfache Sätze sehr gut.

Sie mußte jetzt lächeln, daß sie deutsch zu der Dame gesprochen hatte. Die deutsche Sprache lag den Spaniern im allgemeinen nicht. Gestern hatte ein Apotheker, in des­sen Farmacia (Apotheke), deren es in Barcelona überviel gibt, sie etwas kaufte, geäußert, die deutsche Sprache wäre fast so schwer wie chinesisch.

Diese Gräfin sprach wahrscheinlich fran­zösisch und italienisch wie ihre Mutter­sprache, während sie vom deutschen keine Ahnung hatte. Aber unwillkürlich sah sie dem Auto nach, ebenso wie Frank Loberg, und da geschah etwas sehr Merkwürdiges. Die Gräfin drehte den Kopf seitlich, suchte mit ben Augen und winkte Marlene zu. Es sah aus wie ein Gruß, wie ein Ab­schied sgrutz.

Frank rückte mit den Schultern.

Kornisch, wirklich komisch! Die atme Frau muß an einer fixen Idee leiden."

Marlene blickte noch immer dorthin, wo das Auto schon längst verschwunden war. Ein eigentümliches Erlebnis war das heute gewesen. Sie wollte Frank Loberg nicht widersprechen, es hatte ja keinen Zweck, aber sie dachte anders als er. Sie glaubte nicht an eine fixe Idee. Die Grä­fin mutzte einen Grund zu ihrem seltsamen Betragen haben.

Aber welchen?

Es hatte keinen Sinn, über das Rätsel nachzugrübeln, doch während sie sich mit ihrem Begleiter schon wieder über ganz andere Dinge unterhielt, mußte sie immer von neuem an die vornehme Spanierin denken, deren Augen auf ihr geruht, als wollte sie eine große, große Frage an sie richten.

(BottesbienfL

Dienstag, ben 13. Oktober.

Julienstift. 20 Uhr: Frauenhilfe de Elisabethkirche, Pfr. Metz.

Verlag Dr. C. Hitzeroth.

Haupfschriftleiter und verantwortlich für Po TOTm' litik und Feuilleton: Dr. Ernst Schell« für Kommunalpost«. Provinz und Lokal« Lothar Schneider. fänfTt* in Warbt!«

10 % vermindert; die Zahl der Iungsauen s, gar um 30 «/,. Der Sachverständigenaussch» zieht hieraus die Folgerung, daß zwar bis zy Frühfommer 1932 noch mit großen Auftrieb, und ungünstigen Preisen zu rechnen ist. Datt wird sich aber der Rückgang der Nachzucht; sinkenden Auftrieben auswirken. Es erschein daher erforderlich, die Nachzucht nicht n» weiter einzuschränken. Auch wird darauf gewiesen, daß die Schweinepreise wahrschej, sich noch viel mehr gefallen wären, wenn r# der Produzent nicht richtigerweife auf die lieferung leichter Schweine eingestellt hätte. wird daher geraten, auch weiterhin cm triefe Prinztz, festzuhalten.

Prosesior Dr. Warmbold aus dem Vorstand tz,

I. ®. Farbenindustrie A.-G. ausgeschiede»

Wie wir erfahren, ist Pros. Dr. H. War» bofö mit seinem Eintritt in das Reichskoh nett aus dem Vorstand der I. G. Farbenint» ftrie A.-G., Frankfurt a. M., ausgeschieden.

Der Saatenstand in Preußen anfangs Oktober 1931.

Rach dem amllichen Bericht könnt, die Getreideernte in allen Gebieten be Freistaates unter großen Schwierigkeit^ geborgen werden. Mit der Kartoffeleny ist überall begonnen worden. Wenn ; gleich gut, 3 gleich mittel, 4 gleich gern, bedeutet, ergeben sich folgende Deautach tungsnoten: Ändere Kohlarten Anfan Oktober 1931: 2.8 Anfang September 1931 0,0, Anfang Oktober 1930: 2,7. Klee: 2,6 2,7, 2,6; Luzerne: 2,5, 2,6, 2.5; Bewäsfe rungSwiesen: 2,7, 2,6, 2,5; Andere Wie fen: 2.9, 2,8, 2,7; Viehweiden: 2,9, 2,8 2,7. Die Herbstbestellung machte in de letzten Tagen des September einiger maßen gute Fortschritte.

Das neue Milchgesetz.

Das neue Milchgesetz, das am 1. Samte 1932 in Kraft tritt, wird, wie mir hören, ab eine seiner wesentlichster Bestimmungen bi Verordnung zu Einführung eines allgemeine Pasteurisierungszwanges enthalten Es i| anzunehmen, daß von dieser Verordnung h Prinzip alle im Verkehr erscheinende Mb betroffen sein wird, und daß höchstens solch Milch, die als Vorzugsmilch zu bettachten st bei beten Gewinnung also alle notwendig« Vorsichtsmaßregeln hygienischer. Art Betül sichtigt wurden, nicht unter diesen Zwo» fällt. _______________________________

SerlMiauf Mt NretsentwMung

Die nervöse Stimmung aus dem B r o t g e- treidemarkt hielt auch in der Berichts­woche noch teilweise an. Die Gründe sind hier wiederholt angeführt worden: die Ungewißheit der ganzen Wirtschaftslage, die dadurch be­dingte ülbhängigkeif von allen möglichen Stim­mungen, die Zurückhaltung des Handels von ®efhaften auf längere Sicht führen zu verhält­nismäßig großen Preisschwankungen, sobald das Angebot die vorsichtige Nachfrage auch nur etwas übersteigt So hatte beispielsweise in Berlin die Forderung des Backereigewerbes auf Erhöhung der Brotpreise gleich ein Abgleiten der Brotgetreidepreise zur Folge unb in ähn­licher Weise wirkte sich eine mißverstandene Rede des Reichsernährungsminister aus. Da­bei liegt umso weniger Beranlassung zu einer Aenderung der Getreidepolitik vor, als der Ernährungsindex mit 126 % immer noch wesentlich unter der vorgesehenen Grenze von 133 o/6 siegt, den Arbeitslosen bereits eine besondere Ermäßigung des Drotpreises zuge- standen ist unh die schwierige Devisenlage bei der Reichsbaua uns immer gebieterischer auf die Volksernährung durch die eigene Produk­tion hinweist. Man darf daher den verschie- dentlichen Preisschwankungen, so unbequem sie besonders für den Produzenten sind, keine übertriebene Bedeutung beimessen. Nach der ganzen Versorgungslage können wir auch wei­terhin mit einer durchaus festen Grundtendenz auf dem Brotgetreide markt rechnen; wenigstens solange, als die Landwirtschaft bei ihrer vor­sichtigen Belieferung der Märkte verbleibt. Dagegen ist vorläufig mit einer Befestigung der Futtergetreide wohl kaum zu rechnen. An Hafer sind nur gute Qualitäten gesucht, für welche, besonders von der Nährmittelfabri­katton, teilweise erhebliche Aufgelder gezahlt werden; vorläufig kommt aber nur wenig bes­seres Material auf den Markt. Auch auf dem Hafermarkt ist kaum mit einer wesentlichen Preisbesserung zu rechnen, solange man sich nicht zur Hebung der Ausfuhr durch besondere Maßnahmen entschließt.

Auf verschiedenen Speisekartoffel- Märkten konnte sich eine etwas freund­lichere Stimmung durchsetzen; das war aber lediglich der Verringerung der Zufuhren zuzu­schreiben, da die Nachfrage unverändert gering bleibt. Nur vereinzelt geht der Handel zu Einkellerungskäufen im bescheidnen Ausmaß über; aller Voraussicht nach wird sich die Dor- ratsbeschaffung in diesem Fahre in besonders engen Grenzen halten. Die Landwirtschaft wird auch weiterhin nur bei vorsichtigster Be­lieferung der Märkte mit einwandfreier Ware auf einigermaßen genügende Preise hoffen kön­nen. Es zeigt sich bereits setzt, daß das Haupt­interesse der Verbraucherschaft, wie auch in den ganzen vorigen Jahren, in erster Linie wieder auf gelbfleischige Sorten geht. Mitt­lerweile ist die sünfprozenttge Beimischung von Kartoffel- zum Weizenmehl sowie die Flocken­aktton beschlossen. Die Folge war eine Preissteigerung der Fabrikkar­toffeln von 5 auf 7 Pfg. pro Stärkeprozent.

Trotz der sehr geringen Inlandsproduktion und der tiefen Preise mußten die Butter notierungen noch weiter herabgesetzt werden. Die Gründe liegen, außer in dem ge­ringen Verbrauch, in dem dringenden und billi­gen Auslandsangebot, was wiederum durch die Währungskrise im Ausland bedingt wird. Die Aussichten für das Eiergefchäft sind als wenig befriedigend anzufehen.

Die ungünstige Geschäftslage auf den Schlachtviehmärkten hält im allge-

Sie sahen viele alte Kirchen und ent­deckten dort, wo man es am wenigsten vermutete, manchen köstlichen alten Bau, manchen alten Palast, der jetzt als Ge­schäftshaus diente.

Man sieht an den hohen Häuiern und den engen Straßen, wie wichtig schon früher hier die Raumausnutzung gewesen ist", stellte Frank Loberg fest,man merkt daran, daß man sich in einer ehemaligen Festungsstadt befindet".

Marlene stimmte ihm zu und machte ihn auf ein Haus der gegenüberliegenden Seite aufmerksam.Ist das nicht herr­lich?" fragte sie mit leuchtenden Augen.

Es war eigentlich ein ziemlich einfaches Gebäude, für das sie sich begeisterte, aber es hatte etwas Trotziges, Machtvolles. Die Mauern fügten sich wuchtig zusammen und das breite, hohe Eingangstor, das eine kleine Extratür enthielt, war mit alter gediegener Schmiedearbeit verziert. Die unteren Fenster ruhten hinter dichten Eisengittern wie große Augen hinter einem Schleier und die beiden oberen Stockwerke hatten schmale Balkons, dis wie viele Vogelkäfige an dem Haus hingen, das einer kleinen Zwingburg

meinen weiter an; nur da, wo die Auftriebe ganz erheblich nachgelaffen hatten, konnten leichte Preisbefferungen erzielt werden. Von der allgemeinen Wirtfchaftsdepression sind, wie wir sckon häuttg Hervorhoben, die Rinder- märhte am allerfchwersten beirren. Die Durchschnittspreise liegen hier um 35 % nied­riger, wie im Vorjahr und um ein Drittel unter den Preisen von 1913. Am schwersten betroffen ist durch diesen katastrophalen Preiszusammenbruch die nordwestdentsche Fett- Weidewirtschaft. Dieser schweren Notlage ge­genüber können auch die vom Reich gewährte Frachtbeihilfe, Ausfuhrförderung und Einbe­ziehung des Weideviehs in die Zmsoerbilli-

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