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sechsmal wöchentlich. Be- monatlich 2.20GM.««<-

Zeitung

tote Forderungen der Nationalen Front

Auflösung des Reichstags Neuwahl am 8. November Aufhebung

Verlag. Dr. &. Httzerotb, 6er Univ-Buchdruckerel

Der Anzeigenpreis betragt ftt den 11 gespalt. Zeilemnilllmeter 0.0SGM..sog. kleineAnzeigen und Famtlienanzeigen bei Barzablimg 0.07 ®9R amtl. und answärtige AnzeigenO.IO DM. Grundschrift: SoloneL Bet schwierigem Satz so­wie bei Platzdorschrifl 50*1. Auf­schlag. Gammelanzeigen 100°/» Aufschlag ReNanu-Millim. 0.40 GM. Grundschrist, Pettl. Jeder Rabatt gilt al« Barrabatt. Ziel 5 Lage. Ssferten-Sebührr 25 Pfg. bei Zustellung der Angebote etnschl Porto 60 GM Belege werden berechnet. Erfüllungsort Marburg.

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Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

gtag. Koch. Markt 21/23. I^sprecher: Rr. 54 und Nr. 55. e^schecNontv: Amt Frankfurt

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der Notverordnungen Keine Polizeikostenzuschüsse für Preußen

Geschlossene Front

' Auftakt zum 13. Oktober

t Stahlhelm, der Neichslandbmrd, die

tge ife ä mK

tu gestrigen Sonntag fand in Bad «rz b u r g die große gemeinsame Tagung t Parteien und Verbände der Ratio-

«ng der Nationalsozialisten , tii See Dr. Frick die gemeinsamen

ge der Nationalen Opposition be- aob und Adolf Hitler sodann ein anifest verlaß. Im Anschluß daran

n eine Sitzung der parlamenta- n Vertreter, sodann ein Feldgottes- st und eine große Kundgebung im air nbaehalten. Bei dieser Kund- ng hielten die Führer der Nationalen sition programmatische Reden und

Hugenberg, Adolf Hitler, ldte. Düiterberg, Graf Kalck- n t fi, Dr. Schacht, Nnstizrat Glaß I General v. d. Goltz. Nach einem tzwort Huqenbergs wurde die Kund- sg geschlossen.

ie in Bad Harzbnrg versammelte Ra­te Opposition hat beschlossen, zu der

nden Tagung im Reichstag r Anträge einznbringen, .wonach Reichstag der Reichsregiernng i« Bertrauen entzieht, der hhspräiident ersucht wird, den Reichs- 1 aufzulösen und Neuwahlen ksonntag, den 8. November ^schreiben, die Notverord- ligen außer Kraft zu setzen t die Zahlung der Polizeikosten» Ichusse an Preußen einzustellen. d> einer von der Nationalen Front in Harzburg angenommenen oemein- ir« Entschließung wird der R ü ck t r i t t 'Regierungen Brüning und tB«a, Neuwahl des Reichstages und preußischen Landtages, Bruch mit der ^erordnungspolitik, Wiederherstellung ' deutschen Wehrhoheit und Rüstungs- Veich, und llebergabe der Regierungs-

an die Nationale Opposition ge-

£,pf( deutschen Verbände, die Bereinigten (etl zterländischen Verbände und Vertreter t Wirtschaftspartei und der Deutschen n zgspartei teilnahmen.

erbw _ , . . , _ . ,

lach einer gemeinsamen Kundgebung

tu* Nationalsozialisten und des Stahl- menb jgg ÖOr j)Cm Bahnhof in Harzburg fand werb Echst am Vormittag eine Fraktion s-

^Reich skabinett wird amMon- einer Sitzung zusammenireten, um der Regierungserklärung im und voraussichtlich auch mit der 2^, £. ^r- Schachts in Harzburg zu be- ]93i' ^2en, zu der eine amtliche Stellung- 1:6 herausgegeben werden soll.

Preußische Innenminister Seve » ] 3 sprach am Sonntag in Dortmund d^e politische Vage, wobei er die ^wger Tagung als ein bedenkliches

. : zlen Opposition statt, an der die gerät ktioualsozialisten, die Deutschnationalen,

Vorzeichen kommender Ereignisse be­zeichnete.

Der Führer der Deutschen Volkspartei, Dingeldeh, erklärte in einer Rede in Breslau, daß die Bolkspartei heute Brüning einmütig die Gefolg­schaft verweigert und sich zu einem Zusammenschluß mit der nationalen Op­position bereit erklärt.

Kundgebung

Die große Kundgebung der in Harzburg vereinigten Rechtsoposition hatte sich etwas verzögert, weil vor ihrem Beginn noch eine Besprechung zwischen Hitler und Hugenberg stattfand. Die beiden be­traten dann gemeinsam den Saal, wo man sie stürmisch empfing. Nach den Begrüßungsworten' des deutschnatiönalen braunschweigischen Finanzministers Küchen­thal sprach Dr. Hugenberg. J3tt seiner Eröffnungsansprache hatte er, Erklärt, daß., man Harzburg als Tagungsort deshalb wählte, weil man hier äußerhalb des Machtbereiches der preußischen Polizei sei. Nun, rief er in den Saal, hier in Harz­burg sei heute die Mehrheit des deutschen Volkes, die zeige, daß eine neue Welt tt* Aufstieg sei. Er wandte sich dann gegen die bisherigen Gewalthaber, denen er eben­so wie dem internationalen Kapital, von dem er sagte, es kämpfe irregeleitet gegen das nationale, die Schuld an der Arbeits­losigkeit zuschob. Diese könne nur von der Rechtsopposition niedergerungen werden. Er wandte sich auch gegen die Kabinetts­umbildung, forderte Neuwahlen in Preußen und zeichnete abschließend die Gefahr eines Bolschewismus für Amerika. Die von ihm vorgelegte Entschließung er­klärt, daß jede Regierung, die gegen den

Das Städtchen Harzburg steht vollkom­men im Zeichen tret Tagung der Rechtsoppo- fiition. Schwarzweißrote und Hakenkreuz­fahnen, die braunen uniformen und National­sozialisten und die grauen des Stahlhelms ver­leihen dem äußeren Bilde dieser Tagung das Gepräge. Die Beteiligung ist sehr stark und erstreckt sich außer auf die Nationalsozialisten, die Deutschnationalen und den Stahlhelm auf führende Persönlichkeiten des Reichslandbun- in Harzburg

Willen der geschloffenen Rechtsopposition gebildet worden fei, mit der Gegnerschaft rechnen müffe. Die Entschließung befaßt sich dann mit den vier Anträgen und for­dert einen Kurswechsel im Sinne der Rechtsoppofition.

Nach Hugenberg ergriff Hitler das Wort, deffen Ausführungen, von theoreti­schen Gesichtspunkten ausgehend, sich all­mählich der Kritik der heutigen Berhält- niffe zuwandten, um zu dem Schluß zu kommen, in Deutschland müffe entweder Kommunismus oder Nationalismus herr­schen. Nicht um parlamentarische Ver­änderungen oder um Regierungsänderun­gen gehe der Kampf der Rechtsoppsition, sondern um eine grundsätzliche Entscheidung zwischen den beiden Systemen. Im An­schluß daran verlas Hitler die Kundgebung.

Ihm folgte der erste Bundesführer des Stahlhelms, Franz S e l d t e, der den Willen des Stahlhelms, ehrlich und treu mitzuarbeiten, betonte. Der zweite Vun- desfübrer des Stahlhelms, Oberstleutnant Duesterberg, vertrat den Gedanken der Wehrhoheit, der nächste Redner, Graf Kalckreuth", erklärte, der Reichsland­bund schließe sich der Rechtsopposition an. Der nächste Redner war Dr. Schacht.

Hitlers Erklärung

Hitler führte u. a. aus:

Ich kenne den schönen Gedanken: Wir müs­sen uns in Genf unterwerfen, weil wir zu Hause keine Kraft besitzen: Wir dürfen keine nationale Stärke entwickeln, weil wir sonst nicht die Politik der Verständigung führen können! Doch wir gehen einer Zeit entae- gen, die mit Völkern aufräumen wird, die mit solcher Schwäche versuchen wollen, ihre Eristenz m der Welt zu vertreten.

Niemand wünscht den Frieden mehr als wir. Niemand kann den Krieg entsetz­licher finden als wir, die wir ihn erlebt haben.

Aber ich bin überzeugt, daß, wenn im har­ten Wettkampf die Interessen der Welt sich gegenseitig kreuzten, kein Volk verzichten wird, das Gewicht seiner Kräfte in die Wagschale zu werfen. Kern Staatsmann aber kann den Frieden im Zustand der Wehrlosigkeit erhalten. Daher wünschen wir von der an­deren Welt nichts anderes, als die Aner­kennung als gleichberechtigte Na­tion, wissen aber auch, daß diese Aner­kennung nicht in Genf erfochten wird, sondern in den deutschen Landen. Wir können nicht denen folgen, die sagen, Deutschland ist zer­rissen. Hier ist der Bolschewismus, hier ist Nationalismus. Webe, wenn in Deutschland zu seiner konfessionellen Spaltung auch noch eine ewig dauernde politische kommt.

Es muß in Deutschland entweder d« Kommunismus regieren oder der Ratio­nalismus.

Es muß in Deutschland em Kampf um die Seele des Einzelnen beginnen, ein Ringen um jeden Menschen. Wenn der Gegner dem Geiste den Terror entgegensetzt, dann wollen wir auch davor nicht verzagen. Wir hoffen, daß die Zeit kommt, schneller vielleicht als wir ahnen, daß wir ganz legal das aktive Notwehrrecht berev\wiederherstellen kön­nen, die niemals an Kampf, an Angriff, an Ueberfall gedacht haben, sondern immer nur an einen Gedanken: An Deutschland. In diesem Gedanken allerdings sich wehren gegen jeden, der die Vertretung dieses Idiaks mit Gewalt zu verhindern versucht. Es ist denk­bar, daß Deutschland kommunistisch regiert wird. Es ist sicher, daß es nationalistisch regiert werden kann.

Es ist unmögsich, daß es «in Deutschland gibt, bei dem eine Halst« kommunistisch, die ander« nationalistisch denkt. Hi« muß die Entscheidung gesucht und herbei- geführt werden.

Das ist die größte Aufgabe, die uns die Zeit gestellt hat. Heute müssen wir über die negative Erfüllung staatsbürgerlicher Pflich­ten hinausgehen und zum aktiven Kampf schreiten. Dazu sind wir entschlossen.

des und eine Anzahl bekannter Wirtschaftler, unter denen das rheinisch-westfüliscke Indu­striegebiet besonders stark vertreten ist. Don der Reichstagsfraktion der Deutschen Volks- partei ist dagegen nur Generaloberst von Seeckt anroefenb. Dafür sind aber zwei führende Mitglieder der rheinisch-westfälischen Organisation der Deutschen Volkspartei er­schienen, Hüttendirektor K u h b i e r-Duisburg und H e m b e ck-Lüdenscheid. Von der Wirt- schaftspartei sieht man den Abgeordneten Sachfenberg.

Das sachliche Ergebne der gemeinsamen Be sprechungen, mit denen die Hauptkundgebung vom Sonntag nachmittag vorbereitet wurde, ist in vier Anträgen zu sehen, die die Fraktionen der Nationalsozialisten und der Deutschnationa­len und außerdem die drei stüheren Abgeord­neten der Landvolkpartei im Reichstage ein­bringen werden. Ihr erster Antrag lautetDer Reichstag entzieht der Reichsregierung das Vertrauen", der zweiteDer Reichspräsident wird ersucht, den Reichstag aufzulösen und Neuwahlen auf Sonntag, den 8. November an­zuberaumen". Der dritte Antrag bezweckt die Außerkraftsetzung der Notverordnungen, der vierte verlangt, daß die Zahlung der Polizei- Kosten Zuschüsse an Preußen mit dem 31. Okto­ber eingestellt wird.

Diese vereinbarten Anträge werden aber von feder Gruppe für sich eingebracht: damit wird ihre organifatorische Selbständigkeit betont. Zn allen Erklärungen, die in den einzelnen Frak­tionssitzungen und in der gemeinsamen Kon­ferenz am 'Vormittag abgegeben wurden, wurde die Bereitschaft Zu loyaler Zusammenarbeit und zur Weiterverfolgung der bisherigen ge­meinsamen Taktik auch im Reichstage betont, dabei wurde aber gleichzeitig die Selb­ständigkeit in der Zielsetzung unterstrichen. So erklärte Dr. Fr ich in der nationalsozialisti­schen Fraktionssitzung, er wisse sehr wohl, daß in der nationalsozialistischen Bewegung auch gereifte Bedenken gegen die Harzburger Ta­gung vorhanden gewesen seien, aber auch Mussolini habe zunächst koalitionsmäßig vor- gehen müssen.

Im Verlaufe dieser Sitzung erschien auch Hitler. Er gab vor der Fraktion eine E r - Klärung ab, wie er sagte, nicht, um sie gut- heißen zu lasten, sondern damit die ganze Welt reifte, daß hinter ihr jeder National­sozialist stehe. Der innerpolitische Teil dieser Kundgebung besteht aus neuen, sehr scharfen Angrffen gegen die bisherigen Regie­rungen, besonders gegen die derzeitige Reichs­regierung, gegen die der Vorwurf erhoben wird, daß sie durch das Versäumen einer pflicht- und wahrheitsgemäßen Aufklärung über die furchtbare innere Lage Deutschlands in erster Linie mtfchuldig fei an einer Kata­strophe, die heute in zwangsläufiger Auswir­kung alle Kulturstaaten bedrohe. Die Kund­gebung bezeichnet weiter als Ziel der Natio- nalsozwliften die Ueberwindung der inneren Klassengegensätze. Sie kündigt weiter dem Bolschewismus und Martismus den schärfsten Kampf an. Die NSDAP, sei entschlossen, He Auseinanderse tzung zwischen Bolschewismus und Antibolschewsmus in Deutschland mit allen Mitteln bis zur letzten Konseouenz im Sinne der Erhaltung der deutschen, abendländischen und christlichen Kultur durchzuführen. In dem außenpolitischen Tell erklärt Hitler, seine Be­reitschaftzur Erfüllung jeder nicht poli­tischen finanziellen Verpflichtung, die wir als Kaufmann zum Kaufmann ausgenommen haben". Ein national regierte? und damit von der übrigen Welt wieder geacht: tes Deutschland sei mehr befähigt, aufrichtige friedliche Bezie­hungen zu den anderen Natiomn anzuknüpsen, als unser heutiges von den Fieberkreisen des Bolschewismus durchschütteltes und am Ende gar vollkommen zerstörtes Volk.

In der gemeinsamen Fraktionssitzung, die gegen mittag stattfanü, traten dann die Ver­treter der beteiligten Richtungen nebenein­ander auf. Dr. Frick betonte den Willen, die Macht auf legalem Wege zu. eroinnen. Seine Ausführungen wurden durch den deutsch-