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ferenz von nationaler Bedeutung sei. Es wird vermutet, daß die europäische Frage, die Eoldstandardfrage und die Abrüstungs- frage behandelt werden.
Sieuttag, ten 6. Skt. 1931
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Senator Dwight SB. Morrow f.
Reuhork, 5. Oft. Nach einer Mitteilung der „Associated Preß" wurde der frühere Botschafter in Mexiko, Senator Dwight W. Morrow, der ehemalige Partner dÄ Bankiers Morgan und der Schwiegervater Lindberghs, heute in seinem Heim in Englewood (New Jersey) im Bett tot aufgefunden' Der Tod war durch Gehirnblutung eingetreten.
ken, seine Stellung nach links gefährde. Die Gefahr sei sehr groß, daß er sich zwischen verschiedene Srühle auf den Boden setze.
Die „Vossische Zeitung" will wissen, daß Brüning in den letzten Tagen zu dem Entschluß gekommen sen dem Reichspräsidenten seine Demission anzubieten, die mft der Demission des Gesamtkabinetts gleichbedeutend sei, um nach erfolgter Wie- derberatung freie Hand für einen Wechsel in einzelnen Ressorts und die Neubesetzung der erledigten Ministerien zu haben. Das Blatt hält es für notwendig, darauf aufmerksam zu machen, daß die Notwendigkeit für eine Neubildung des Kabinetts Brüning unmittelbar vor dem Zusammentritt des Reichstages nicht so groß sei. Ob das Kabinett Brüning sich halten könne ober nicht, das hänge letzten Endes davon ab, ob es vor allem eine Wirtschaftspolitik treibt, die populär sei oder nicht.
Die „Deutsche Allgemeine Zeitung "sagt: Endlich Ambildung des Kabinetts?" Wäre die Mitteilung von dem Rücktritt des Reichsauhenministers vor einer Woche gekommen, so wäre ihr politischer Nutzen noch außervrüenüich groß gewesen. Heute aber stehe die Absicht der Ambildung bereits so sehr im Schatten des bevorstehenden Reichstagszusammentritts, daß die Dechandlungen schon aus diesen! Grunde viel schwieriger sein werden.
Ein Berliner Abendblatt meldet, daß der amerikanische Botschafter Sacket! den Reichsautzenminister und den Staatssekretär von Bülow besucht und mit ihnen über die von seiner Regierung geplante Einberufung einer internationalen Währungskonferenz gesprochen habe. Dabei habe es sich zunächst wohl nur um die organisatorische Vorbereitung für eine solche Konferenz gehandelt, die auch das Hauptthema bei der bevorstehenden Unterredung Hoovers und Lavals in Washington bilden dürfte. Wie wir hierzu von unterrichteter Seite erfahren, hat Botschafter Sackett in den letzten Tagen ausführliche Aussprachen mit Dr. C u r t i u s und auch mit Dr. v o n B ü - I o w gehabt. Sie bezogen sich auf alle Fragen namentlich wirtschaftlicher Art, die augenblicklich aktuell sind.
Streik in Cadix.
Madrid, 5. Oft. In Cadix ist ein 24stündiger Proteststreik gegen die Lebensmittelteuerung und die Erhöhung der Mieten ausgebrochen. Die öffentlichen Gebäude werden von Militär bewacht. Wie- decholt ist es zu Zusammenstößen gekommen. Syndikalisten haben von den Dächern aus die Polizei beschossen. 3n La Paz wurden bet Arbeitslosenkundgebungen zwei Personen getötet und viele verletzt. Die Menge versuchte, die Warenhäuser zu plündern.
Kommunistischer Schaufenstersturm.
Berlin,«. Okt. Gestern zwischen 11 und 12 Uhr nachts wurden in verschiedenen Gegenden Eroßberlins Schaufensterscheiben von Zeitungsfilialen der Berlage Scherl und Ullstein durch Steinwürfen zertrümmert. Mehrere Steine waren eingewickelt in Handzettel der Kommunistischen Partei, die folgende Aufschrift trugen: „Sos Verbot der „Roten Fahne" ist sofort aufzuheben! Der Rote Frontkämpferbund". Die Täter konnten in allen Fälle« unerkannt entkommen.
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Letzter Ausweg?
Wie die „E e r m a n i a" in ihrer Diens- -Morgenansgabe mittellt, darf als sicher genommen werden, datz das Reichs- abinett in seiner heutigen Zu-
ammensetzung nicht mehr vor eu Reichstag treten wird. Auch i nicht mehr daran zu zweifeln, datz der eichsautzenmiuister in den aller-
wenn der Reichskanzler sehr rasch und energisch handele, könne er die Dinge noch in der Hand behalten.
Die „Börsen-Zeitung" will jeden Zweifel darüber ausgeschaüet wissen, daß eine „Kabinettsumbildung" dieser Art alles andere als ein« ideale Lösung im Sinne der nationalen Bewegung bedeuten werde, nichts Ganzes, sondern wieder nur eine Halbheit, keine Entscheidung, sondern nur die Fortsetzung der bisherigen Laviertaktik unter wenig veränderten Umständen.
Der „Tag" spricht von einem letzten Rettungsversuch Brünings. Personalverschiebungen innerhalb der schon an der Regierung beteiligten «Splitterparteien seien selbstverständlich keine Garantte für einen Kurswechsel, den die Entwickelung gebieterisch erfordere.
Die vom Kanzler offensichtlich ins Auge gefaßte Ambildung seines Kabinetts deute in ihrer Tendenz darauf hin, daß Brüning sich die sozialdemokratische Rückendeckung erhalten wolle. Das sei eine Behelfslösung, die an der bisherigen Lage pralttsch nichts ändern würde.
Dr. Eurttus zurückgetreten
WiP wir um 12.33 Uhr erfahren, hat Dr. Curtius fein Rücktrittsgesuch bereits -lnaereicht.
Heute abend grotze Konferenz im Weitzen Haufe.
fk. Washington, 6. Okt. Präsident Hoover hat an führende demokratische und republikanische Senatoren und Kongreh - Abgeordneten telegraphische Einladungen zu einer am heutigen Donnerstag abend im Weihen Hause stattfindenden Konferenz ergehen lassen. In polittschen und Finanzkreisen wird dieser Konferenz weittragende Bedeutung beigemessen. Das Weihe Haus hüllt sich wie üblich in Schweigen und erklärt lediglich, dah das Gesprächsthema der Kon-
Zweites Kabinett Brüning
Rerchsautzenminister Dr. Curtius zurückgetreten — Weitere Neubesetzungen nach vorheriger Eesamtdemission
M«chsten Tagen seinen Rücktritt e h m e n werde. Darüber hinaus sei da» nt zu rechnen, datz noch im Laufe dieser loche eine UmbildungderReichs- egierung stattfindet. Es stehe aller- ings noch nicht fest, ob es sich hierbei nur m die Neubesetzung der seit langem «n-
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Neuer Schritt Amerikas?
Immer wieder Anlatz zu Gerüchten
Anzeiger für (das frühere kurheffifche) Oberhessen Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg
fk. Paris, 6. Okt. Wie die Pariser Frühpresse zu berichten weih, wird der englische Außenminister Lord Reading, der Dienstag abend hier eintrifft, erst Tonnerstag abend nach England zurückkehren. Ministerpräsident Laval und der Präsident der Bank von Frankreich nehmen an allen Veranstaltungen für Lord Reading teil.
Dem „Daily Telegraph" zufolge wird Lord Reading auf seiner Fahrt nach Varis von dem Finanzsachverständigen im Schatztamt. Sir Frederie Leit-Roß, begleitet sein. Hieraus ist zu entnehmen, datz sich die Pariser Besprechungen vornehmlich um finanzielle und wirtschaftliche Fragen im Zusammenhang mit der Reise Lavals nach Washington drehen werden.
«setzten Ministerien handele Wirthast und Justiz —, zu denen noch das atzenministerium treten würde, oder ob och weitere personelle Veränderungen er» ilgen. In jedem Fall sei abe- anzuueh- en, dah diese Entscheidungen noch in die- t Woche getroffen werden.
Vertrauliche Aussprache vor Vorlage der Notverordnung.
Entgegen anderslautenden Nachrichten ird amtlicherseits mitgeteilt, datz heute ine öffentliche Sitzung des Neichsrats, nbern eine vertrauliche Aussprache zivilen Reichsregierung und den Länder- yierungen und preußischen Provinzial- ntretern stattfindet. Es handelt sich vor srlage des endgültigen Entwurfs einer tuen Notverordnung an den Herrn leichspräsidenten um eine Erörterung be- «utsamer die Länder interessierender imelfragen.
Die Berliner Presse schreibt zu der be- »stehenden Kabinettsumbildung, dah »raussichtlich das gesamteKabinett »rücktrete und Brüning mit der ieubildung der Regiernng beauftragt «rden wird. Auher dem Auheumtnisterium M auch im Innen-, Verkehrs- und Justiz- ünisterium eine Aenderung vorgenommen Erden.
Cs handelt sich baber zunächst um einen iederschlag von Gerüchten, die in Politiken Kreisen bereits fest einer Reihe von agen zi» hören waren, ohne dah bisher R einer zuständigen Stelle eine Bestäti- tog zu erlangen ist. Möglichkeiten dieser tt werden zwar nicht abgestritten, aber e Entscheidung liegt schließlich beim Angler und beim Reichspräsidenten. Der wnzler ist im Augenblick so stark durch die chlußarbeiten in Anspruch genommen, daß sch feine nähere Umgebung kaum schon ,er seine Absichten orientiert sein dürfte. Wer diesen AmstLnden dürfte das, was l den Gerüchten als richtig gelten kann, &or Ende der Woche praktisch akut ^rden. Inzwischen kann man sich nur rrauf beschränken, diese Dinge zu regi»
$£r „Vor wärtstz ist der Ansicht, daß Ufa L . Ansehen des Reichskanzlers nicht ^>erlich (?) fti, wenn er sich unter den 188 -gebenen Amständen zu einer Ambildung Kabinetts entschließe. Es entstehe ^Nirch der Eindruck, daß er unter starkem handele und nicht mehr ganz Herr Entschlüsse fei. Im übrigen werde Oamtt rechnen müssen, daß Druck Ge- erzeuge und dah er durch jeden
Lord Reading in Paris
Sackett bei Curtius
... obeiMfW Leitung' et- sechsmal wöchentlich. Be- monatlich 2.20@9R.ciK- Zusiellungogebühr, durch c^Post 2.45 GM. Für etwa durch
Sn, Waschtneudefekt oder eie- ■tE| Ereignisse ausfallende
Schnelle Arbeit in England
London, 5. Okt. Wie verlautet, hat das Kabinett einschließlich der beiden liberalen Minister Samuel und Lord Reading nach Lstündiger Sitzung eine Ber» einbarung erreicht. Ueber den genauen Inhalt der Bereinbarung ist noch nicht bekannt. Doch ist die Mitteilung bedeutungsvoll, da man verschiedentlich mtt der Möglichkeit eines Rücktritts des Staatssekretärs des Innern Sir Herbert Samuel rechnete.
Am Donnerstag Auflösung des englischen Unterhauses.
Auf Grund des Ergebnisses der gestrigen Kabinettssitzung ist man in politischen Kreisen der Ansicht, daß die Tarifformel, über deren Wortlaut soviel Zeit verloren worden ist, jetzt keine wesentliche Bedeutung mehr habe. Aus der Tatsache, daß im Kabinett Einstimmigkeit erzielt wurde, wird der Schluß gezogen, daß es überhaupt keine Rücktritts-Erklärungen geben werde. Das Parlament wird am Mittwoch vertagt werden und am Donnerstag dürfte die Auflösung des Parlaments erfolgen. In diesem Fall würde am Sonnabend, dem 17. Oktober, die Nominierung der Kandidaten stattfinden und die Neuwahlen am Mittwoch, dem 28. Oktober, abgehälten werden.
Programmaflsche Entschließungen der Britischen Arbeiterpartei.
Die Konferenz der Arbeiterpartei in Scarborough nahm auf Antrag des früheren Innenministers Clynes u.a. eine Entschließung an. die eine Ausdehnung der von der Oeffentlichkeit verwalteten Industrien und Dienste verlangt. In weiteren Resolutionen wurden sofortige Schritte für die Regelung des Problems Kriegsschulden und Reparationen und die Verwaltung der Bergbauindustrie unter öffentlicher Kontrolle gefordert. Eine andere Entschließung verlangt, daß England aus der Abrüstungskonferenz weitreichende vraktische Herabsetzungen beantragen werde.
wird teilt Grs«» ge- nsch verleg. Dr. &. Httzeroth,
n'l( der Univ-Buchdruckerei
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