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Berlin den 17. September 1931.
gez. Hirtsiefer.
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Auswärtige Deranstaltunge
Cölbe: Kirmes bei Gastwirt Orthwein.
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Mrd veröffentlicht:
Marburg, den 2. Oktober 1931.
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Berlin, den 12. September 1931. (Siegel)
ruhiges Geschäft, da Anregnungen vorliegen. Die Tendenz taxierx man etwas schwächer.
r. B e r l i n, 5. Okt. Der Ma für Jnlandbrotgetreide ist nach wie stetig, doch ist das Geschäft sehr klein Angebote gering. In Effektivware den Umsätze getätigt. Weizen ist a mein y2 Mark höher, während R unverändert notiert. Hafer sehr und unverändert.
Probe.
Kreishaus, Darfüßerftrahe: Ab Handgewebeausstellung.
Bekanntmachung
(Abdruck aus dem amtlichen Äeetlblatt Berorduung
über die Aufhebung de» Mieterschutzes tz Reubauteu. vom 12. September 1931
Auftrieb: 1470 Rinder, bannst« Ochsen, 175 Bullen, 493 Kühe, 390 ferner 521 Kälber, 115 Schafe und ” Schweine.
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5- Oktober mittags 12 Uhr. (Darbe
1. Rinder:
(Siegel) toner
Der Preussische Minister fSr BolkswohW *,^n gez. Hirtsiefer.
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Capitol, Diegensttahe: Ab 20.15 y „Olie wieder Liebe".
Kamera. Kasernenstr.: 17 und 20.15 $ „Dienst ist Dienst".
Achtspiele, Bahnhofstraße: 15.30, 17 •, lose 20.15 Uhr: „Die goldene Hölle" *<-t' „Die Dame hinterm Borhang".
Stadtkeller: 20.30 Uhr: Künstlerkonzert.
Eine SandgewebeAursteNung
<S6 mag im Zeitalter der Maschine eigen anmuten, für Handgewebe gu werben; dennoch ist eS gerade in unserer Zeit, — trotz aller Normierung — der Wille zu persönlicher Gestaltung bei Kleid und N<rum, der dem Kunschandwerk ein neues Arbeitsfeld erschloß. Und wer könnte individueller arbeiten als der Kunstgewerbler, der wieder auf die Technik des alten Handwerks zurückgreift und die vielseitigen Möglichkeiten der Handweberei mit dem modernen Kunstgeschmack verbindet.
Im Sitzungssaals des KreiShaufeS sind da in feiner schlichter Weise die Erzeugnisse der Handweberei Schloß Westerburg (Westerwald) des Bundes Deutscher Iugendvereine (BDI.) ausgestellt: Tisch« und Diwandecken, Borhänge, Uebergardinen, Kissenplatten, Möbelbezug- stoffe; Eigenkleider, Schürzen, ab gepaßte Stoffe, daß man einen ganzen Nachmittag dableiben möchte, um alles gründlich gesehen zu haben. Gewöhnlich hat man von Handweberei 'die Borstellung derber grober Stoffarten. Durchaus mcht! Man ist beschämt, wenn man mit diesem Gedanken hinging. Man sieht Stoffe vom derbsten Wollstoff bis zum feinsten Seidengelvebe. Bor allem entzückt die Ausstellung durch ihre Reichhaltigkeit, zweckmäßige Bearbeitung der Stoffe und die geschmackvolle harmonische Farbenzusammenstellung, die ihr ein ganz eigenes Gepräge geben.
Es wird jeder etwas für seinen Geschmack finden, — und fei er noch so anspruchsvoll. Ja, es kann sogar die Anfertigung nach eigenen Wünschen und Entwürfen in Farbe und Muster erfolgen. Die Preise für alle Sachen sind im Verhältnis sehr niedrig. Die Ausstellung, die noch bis zum 7. Oktober von 11 bis 13 und von 15 bis 20 Ahr (Sonntags von 15 bis 20 Ahr) bei freiem Eintritt geöffnet ist, möge von unseren Frauen und Mädchen recht zahlreich besucht werden. Sie ist bestimmt etwas Wertvolles, ist Gewinn und Anregung.
* Werbeabend der ReichsVereinigung Deutscher Hausfrauen. Man schreibt uns: Auf den heute Abend in den Steinweasälen stattfindenden Werbe-Abend der Reichsvereinigung Deutscher Hausfrauen e. 93., Ortsgruppe Marburg (Vorttag, Kindersinphonie, Wochenmarktszene, Tanz Tombola) sei nochmals hingewiese».
Seitens der W o h l f ay r ts-O r gan i- fotionen ist bereitwilligstes Mitarbeiten zugesichert, und es sind Wege gefunden worden, die ein rationelles Arbeiten und em rationelles Berteilen der Gaben ermöglichen.
Der unterzeichnete Ausschuß betrachtet es als seine Aufgabe, Mittel zusammenzubringen, um den Wohlfahrts-Organisationen die Möglichkeit geben zu können, auf ihren Gebieten durch Gewährung von Nahrungsmitteln, Kohlen, Kleidern, Wäsche und Schuhen an die Unterstützungsbedürftigen in ausreichendem Maße Gaben verteilen zu können.
Wir richten an alle unsere Mitbürger die dringendste Bitte, unser Dorhaben nach besten Kräften zu unterstützen.
Besonders dankbar sind wir für mo- n a t l i ch e G a b e n für die Zeit von Oktober bis März, damit der Ausschuß in der Lage ist, Pläne für die ganze Zeit hin- sichtlich seiner Verteilung machen zu kön- nett,
und zwar bitten wir nm Eeldgabe« und um Gaben von Nahrungsmitteln, Kleidern, Wäsche, Schuhen und Kohle«. Auch einmalige Naben werden mit herzlichstem Danke entgegengenommen.
Wir werden bei allen in Betracht kommenden, organisatorisch erfaßbaren Stellen Sammellisten herumgehen lassen und bitten auf das herzlichste darum, in dieser Notzeit das Vaterland und unsere Stadt nicht im Stiche zu lasten. Außerhalb dieser vorgesehenen Listensammlung liegen bei allen Banken und Sparkassen Zerch- nungslisten über Spenden für die Winterhilfe auf.
Der Ausschuß wird über seine Tätigkeit Veröffentlichungen ergehen lassen, aus denen jeder ersehen kann, wie die gewährten Gaben verwendet werden.
Marburg, den 3. Oktober 1931.
Der Ausschuß für die Winterhilfe: Oberstudiendirektor Dr. Brand, Schneidermeister Bremer, Vollziehungsbeamter Emmerich, Kaufmann C. E u k e r, Kaufmann Fachinger, Oberpostschaffner Henkel, Metzaermeister K. Kuhl, Oberbüroermeister Müller. Univ.-Prof. Dr. Nobel, Bäckermeister B. Raabe, Vankdirektor Rothschild. Lehrer Trieschmann, Gastwirt Wagner. Rechtsanwalt W a r n k e, Werkmeister Weigert.
t. Frankfurt, 5. Ott. Im Fm fefffitf furter Effektenfreiverkehr verzeichnet ■ 5 S auch zu Beginn der neuen Woche N "ade-
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Mieterschutz und _ ...
Fassung der Bekanntmachung vom 17. Feby 1928 (Reichsgesetzbl. IS. 25) wird folget
angeordnet:
Einziger Paragraph.
Die Verordnung über Mieterschutz bei $ nur bauten vom 16. März 1928 (Eesetzsamml. S.( T? a i in der Fassung der Verordnung vom 27. bruar 1931 (Eesetzsamml. S. 12) und vo, März 1931 (Eesetzsamml. 6. 35) tritt 1. April 1932 außer Kraft.
81-
27-
Marburg« Etabtzetlung
„Um Stldtt tat üemilir
Zweck und Ziele der Ausstellung.
Es find lange und gründliche Vorbereitungen getroffen worden, um das große Werk nach Maßgabe der vorhandenen Kräfte auszuaestalten, daß ein Erfolg in jeder Hinsicht so gut wie gesichert ist. Der Marburger Hausfrauenverein e. 93. hat mit dem Zustandekommen der Ausstellung bewiesen, daß er den Geist der Zeit richfig verstanden hat, daß es heute mehr denn je darauf ankommt, nicht nur Industrie, kaufmännische Betriebe und Verwaltungsorgane sondern den Haushalt möglichst rationell zu gestalten, Sparsamkeit ist die große Losung, oben wie unten. Unser verarmtes Volk kann die ungeheuren Anforderungen, die an es gestellt werden, nur erfüllen, wenn es sich von Grund auf umstellt. Bei der Bedeutung, welche der Hausfrau im volkswirtschaftlichen Organismus zukommt, muß diese Umstellung auf weise Arbeits-Oekonomie bereits im Hause einsetzen. Die Erkenntnis für die Notwendigkeit der hauswirtschaftlichen Nationalisierung zu wecken und Wege ihrer Verwirklichung zu weisen, ist ein Ziel der Ausstellung. Ihm dient vornehmlich das vortrefflich geordnete und überörtlich gehaltene Anschauungsmaterial der Sonderschau.
Vertreter aller Volks- und Berufskreise haben sich in der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Woche zusammengeschlossen, um die Werbung für Deutsche Arbeit — Deutsche Ware einheitlich und wirkungsvoll durchzuführen, um zersplitternde Einzelaktionen zu vermeiden. Die Deutsche Woche beginnt am Mittwoch, dem 7. Oktober. Der großen Hausfrauen« werbeabend der Arbeitsgemeinschaft findet am nächsten Montag, dem 12. Oktober statt. Presse und Kaufmannschaft stellen sich in den Dienst einer aufklärenden Werbepropaganda. Die Deutsche Woche hat ihren Höhepunkt in der großen Ausstellung deutscher Waren vom 8. bis 11. Oktober in allen Räumen der Stadtsäle. Siehe heutiges Inserat.
* Polizeiliches, In der Nacht zum 4. Oktober ist em unbekannter Täter durch ein offenes Elosettfenster eingestiegen, in der Abficht, in dem Hause Geld zu erlangen. Es wird dringend darum gebeten, die Hoftüren und Elosettfenster zu schließen, da vor einigen Tagen derselbe Fall bereits in einer anderen Straße sich zu- getragen hat. In leiden Fällen ist der Täter durch das Erwachen der Bewohner verscheucht worden.
, Unfall. Heute morgen stürzte am Schröcker Brunnen eine Frau aus Marburg mit dem Rad. Sie erlitt erhebliche Verletzungen und mußte mit einem Auto in eine Marburger Klinik gebracht werden.
* Die neue Turbine im Betrieb. Nachdem die neue Turbine des Marburger E-Werles in den letzten Tagen bereits Probe- dienst geleistet batte, ist heute die Neuanlage endgültig in Betrieb genommen worden. Durch sie hat das E-Werk eine wesentliche Verbesserung erfahren, wird doch die jährliche Leistung der Turbinen von 200 000 auf 650 000 Kilowattstunden erhöht.
* Kriegerkameradschaft Marburg. Am Sonnabend, 3. Oktober, abends, fand in der Boppschen Wirtschaft eine sehr gut besuchte Kameradenversammlung unter Leitung des Vorfitzenden, Kronemmm, statt. Oberst a. D. Immanuel, Vorsitzender des Kreiskriegerverbandes und Ehrenmttglied der Kriegerkameradschaft, gedachte zunächst des 84. Geburtstages des Herrn Reichspräsidenten, Eeneralfeldmarschalls v. Hindenburg, des Ehrenvorsitzenden des Reichs- tiiegerbunbes „Kyffhäuser". und huldigte ihm als dem hochragenden Führer im Kriege und des Beispiels der Pflicht, Treue, Vaterlandsliebe in der schweren Notzett des Friedens. Folgende Kameraden erhielten für vaterländische Kameradschaft das Krieaer- vereins-Ehrenkreuz 2. Klasse: Jakob Meister, Johannes Michel, Jakob Müller, Heinrich Johannes Werner. Hieran schloß sich der knapp einstündige Vorttag des Obersten a. D. Immanuel: „Der Kampf des Deutschen Reichskriegerbundes KiMäuser um die Rüstungsfrage." Der Redner setzte auseinander, daß tn Wirklichkeit überhaupt keinerlei Abrüstung der Mächte rings um Deutschland stattgefunden hat. Das Deutsche Reich ist ohne allgemeine Wehrpflicht und ohne die neuzettlichen Kampfmittel beschränkt auf das Freiwilligenheer von 100 000 Mann. Frankreich und seine Gefolgschaft verfügen über mehr als IVr Millionen Manu Friedens-, 14 bis 15 Millionen Mann Kriegsstärke auf dem Boden der ausgedehntesten allgemeinen Wehrpflicht und der ungeheuerlichsten Kriegstechnik. Gleichwohl ist von der Abrüstung 1932 nicht viel zu hatten, weil die Feindmächte nicht wollen. Der Deutsche Reichs- ttiegerbund „Kpffhäuser" hat sich als die stärkste Verbundenhett Deutschlands mit mehr als 3 Millionen alter Soldaten den Kampf um die Abrüstung zu eigen gemacht. Er verbindet damit das Gttöbnis, die Soldaten- tngenben, den Wehrwiilen, die Wehrhaftig- keü festzuhalten und auf die Jugend zu über» tragen. Der Vorttag fand vollen Bestall. HocherfreÄich ist es, daß die Kriegerkamerad- schaft eine tüchtige Kvfihäuser-Jusendgruppe gebildet hat.
Der Preußische Minister fie Bolkswohls, gez. Hirtsiefer.
Wird veröfientlicht:
Marburg, den 2. Oktober 1931.
gez. Echwebel, La
Verordnung über die Aufhebung des Schiedsvers
vor dem Mieteinigungsami vom 17. Sept
Auf Erund des § 52a des Gesetzes Mieterschutz und MieteinignngsSmter in Fassung der Bekanntmachung vom 17. bruar 1928 (Reichsgesetzbl. I 6.25) wird gendes angeordnet:
Uns geht folgender Aufruf zu:
Die Krisis in der Weltwirtschaft und insbesondere in der deutschen Wirtschaft hat m einer nie geahnten Weise große Not über uns gebracht. Reich, Länder und Gemeinden können nur unter schärfster Drosielung ihrer Ausgaben und durch äußerst starke Anspannung der Steuern ihre Haushaltspläne in Ordnung bringen. Reich und Land lehnen ein weiteres Anziehen der Steuern ab in der Ueberzeu- gung, daß damit der Wirtschaft nur noch größerer Schaden zugefügt werden würde. Die Gemeinden sind, soweit sie zur selbständigen Steuererhebung berechtigt sind, auch fast an die Grenze des Tragbaren gegangen. Weite Kreise der arbeitsfähigen Bevölkerung haben nicht mehr die Möglichkeit, sich Arbeit beschaffen zu können, und eine große Anzahl von Sozial- und Kleinrentnern und von Armen steht mit ihnen vor der bangen Frage, wie sie diesen Winter durchkommen sollen.
In der Stadt Marburg müssen ungefähr 10 Proz. der Bevölkerung unterstützt werden. Die Ausgaben für die Wohlfahrtspflege der Stadt werden für 1931 fast 1 Million Mark betragen.
Nach den Weisungen der Regierung hat die Stadt die früheren Unterstützungssätze teilweise heruntersetzen müssen, und wird infolge des stündigen Anwachsens der Unterstützungsfälle auch nicht mehr in der Lage sein, in der gleichen Weise wie in den früheren Jahren zusätzliche Unterstützung durch Nahrungsmittel, Kleider und Kohle zu gewähren.
Es ist deshalb die heiligste Pflicht für jeden, der noch ein ausreichendes Einkommen hat, mitzuhelfen, um die Not zu lindern, und um das Vaterland über den schweren Winter hinweg- zubringen.
Die Marburger Bürger mit einem aus- reichtznden Einkommen müssen sich dieser Pflicht bewutzt werden, und müssen durch die Tat beweisen, daß die Schicksalsgemeinschaft, die das deutsche Volk umfaßt, ein zwingender Grund ist, zu helfen, soweit es jedem Einzelnen möglich ist. Denjenigen, die ohne ihr Verschulden in die Notlage gekommen sind, muß gezeigt werden, daß die anderen fid) mit ihnen eins fühlen und bereit sind, Ihrerseits für sie Opfer zu bringen.
D6f en, vollfleischige ausgemästete Z höchste« Schlachtwerts jüngere Ml.
sonstige »oll fleischige jüngere
Bullen, jüngere, vollfleischige
höchsten Schlachtwerts
sonstige vollfleischige od. ausgemästete „ fleischige . „
gering genährte
Kühe, jüngere, vollfleischige
höchsten Schlachtwerts . „
sonstige vollfleischige od.ausgemäftete „ fleischige „
gering genährte
Färsen (Kalbinnen, Iuugrinder) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts . .
vollfleischige . . „
fleischige
2. Kälber:
beste Mast- und Saugkälber „
mittlere Mast» und Saugkälber .
geringe Kälber . „
3. Schaße:
Mastlämmer und jüngere
Mafthämmel Weidemast .
Stallmast .
mittlere Mastlämmer, ältere Mast- hämmel und gut genährte Schafe „ fleischiges Schafvieh . »
gering genährtes Schasvieh . .
4* 6d)n>cittc:
Fettschweine über 300 Pfd. Lebendgewicht . vollfleisch.Schweiue v. ca.240—300 Ps.Lbdg. - oollfleisch.Schweine v.co200—240 Ps.Lbdg. „ vollfleijch.Schweine v. ca.160—200 Ps.Lbdg. . fleischige Schweine v. ca.120—160 Ps.Lbdg. , lleikchige Schweine unter 120 Psd.Ldbg. - Sauen •
8 33 Abs. 3 des Gesetzes a| Mieteinigungsämter h, j ''nf.
Einziger Paragraph.
Die Verordnung über ein Schiedsve vor dem Mieteinigungsamte vom 28.
1927 (Eesetzsamml. S. 36) tritt mit soforüMtbr c
Wirkung außer Kraft. im>t
Oberhesfische Zeitung, Marburg a. L, Montag, den 5. Oktob« 1931
Aufruf für dir Winterhilfe!
Fn den Spuren Baier Vo-tlsKwiliM
Der Film, der gestern im Philippshaus lief, war ein ganz großer Erfolg. Der,Saal war überfüllt, das Publikum voll beftiedigt. Der Film wirbt in prächtigen Bildern für das Bodelschwingh'sche Werk, für die Bodel- schwinghschest ÄMalten. Man sieht einen westfälischen VÄiernybf aus dem vorigen Jahrhundert, in dem der Sohn des Hauses, Karl Hiliing, sein theologisches Examen bestanden hat. Er und seine Schwester gehen nach Bethel und werden so gepackt von der Missionsarbeit, daß es fie nicht mehr losläßt. Der junge Pfarrer geht nach Ostafrika und seine Schwester wählt den Schwesternberuf. Der Film wurde umrahmt durch eine Ansprache und Elektrola- Darbietungen. Der Erfolg war so groß, daß die Veranstaltung auf Wunsch im Winter noch einmal wiederholt werden soll. Interessenten mögen sich melden bei dem Evangel. Wohlfahrtsdienst im Philippshaus in der Zeit von 9—12 und 15—17 Uhr.
Kulturfilm im Capitol. „Achtung, Asien! Achtung, Aufttalien!" heißt der hochinteressante Film, den morgen Dienstag einmalig um 4M und 8*4 Uhr das Capitol auf den Spielplan fetzt. Colin Roß, der ja auch hier in Marburg durch seinen persönlichen Vorttag bekannt ist, hat den Film in zweijähriger mühevoller Forscherarbeit und unter großen Gefahren mit Unterstützung der Ufa Kulturabteilung geschaffen. Das Werk stürmt in einem Tempo, das selbst für den temperamentvollen Mitreisenden Colin Roß unerhört ift. Eindrucksvolle Bilder ziehen vorüber, urweltliche Fauna und Flora: Kängeruhs, Emus, riesige Echsen, zeigt der Film, man sieht Tiere, die noch nie einen Menschen gesehen haben und deshalb harmlos vertraut sich von den kühnen Forschern greifen lassen. Daneben find die rätselhaften Ureinwohner Australiens, deren seltsame Tänze und Zeremonien in Bild und Ton festgehalten find. Australien allein bietet schon so viel Interessantes und dennoch ist dem einzigartigen Film noch ein Teil des südöstlichen Asien angegliedert, eine Welt mit mehrtausend Jahre alter Kultur. Ein wunderbares Stück Erde tut sich auf. Riesige Städte mit ungeheurem Verkehr find im Bilde festgehalten, daneben märchenstille Farrenwälder, ttopische Landschaften und hohe Gebirge, deren schneebedeckte Gipfel in merkwürdigem Kontrost zu der heißen Ebene stehen. Der Besuch des Capitol ist morgen um 4l% und 8% Uhr nicht zu versäumen.
Tagesauzeiger.
Montag, den 5. Oktober. Bergnügungsanzeiger.
Eafe Epangeuberg, Bahühositt.: 20 Ahr: Konzert.
Reichsvereinigung Deutscher Hausst«, W e. N., Ortsgr. Marburg: 20.30 Uh; drei den Steinwegsälen: Veranstaltung Rahmen der Deutschen Woche, Äini ■ «. finfonie, Vorttag des Herrn Hench usw.
Konzertvereinschor: 20.15 Uhr: Daq rn tvrnbe v l.