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Wilder Streik

Abwehr gegen England

Setmttitag, den 1. ort. mi

wurden, nommen geführt.

RMVMStr

TageZansMt!

Von links nach recht: Dr. Bragard-Wuvvertal. Beisitzer: Vorsitzender Prof. Dr. Brahn-Dortmund der Sonderschlichter für das Ruhrrevier: Regierungspräsident Bergemann-Düsfeldorf. Beisitzer.

Der Anzeigenpreis beträgt für den 11 gestalt. ZeilenniiMinrter 0.08 GM., sog. kletne Anzeigen und Familicnanzeige« bei Barzahlung 0.07 SM^ «mtl und auswärtig« Anzeigen 0.10 SM. Grundschrist r SofontL Bei schwierigem Satz so­wie bei Platzvorschrift 50*1« Auf­schlag. Sannnelanzetgen 100*/, Ausschlag ReNam.-Millim. 0.40 SM. Srundschrift i Petit. Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. Ziel 5 Tage. Offerten-Grbührr 25 Pfg bei Zustellung der Angebote etnschl. Porto 60 GM. Belege werden berechnet. Erfüllungsort Marburg.

SMche Lan-rWtinrs

Zeche Friedrich Heinrich find von den in der Morgenschicht Streikenden 47 in der Mit­tagsschicht eingefahren.

Die Streikbewegung in Duisburg.

Auf den Duisburg-Hamborner war die Anfuhr gestern abend mit Ausnahme der Zeche Westende normal.

der Polizei auseinandergetrieben Zwölf Personen wurden festge- und dem Polizeigefängnis zu-

Die neue Notverordnung der Reichs­regierung zur Regelung der Lohnverhält­nisse im Ruhrbergbau wird von einem Teil der Berliner Presse eingehend besprochen.

DerVorwärts" spricht von einer unhaltbaren Zwischenlösung, die eme 'Sen­kung der Lvhnkosten um ICn/i Prozent be­deute wovon die Arbeiter 33/'i Prozent, das Reich, d. h. die Steuerzahler 6V2 Proz. zu tragen hätten. Die wirkliche Lohn­senkung beträgt 33/4 Prozent (7 Prozent weniger 34 Prozent Beitrag zur Arbeits­losenversicherung). Da der Reichsarbeits­minister ermächtigt sei, diese SubveMio- nierung auch auf die anderen Steinkohlen-

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Marburg n. Laha

Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

Anzeiger der amtliche« Bekanntmachung-:» für Stadt u«d Kreis Marburg

Vie .Oberhesflsch« Zeitung* er­scheint sechsmal wöchentlich. Be­zugspreis monatlich 2L0GM.au«- schiießl. Zustellungsgrbühr, durch die Post 2.45 GM. Für etwa durch Streik, Mafchtnendefekt oder e!e- Uleutare Ereignisse ausfallend« Rmnmern wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag, Dr. fc. Httzeroth, Druck der Unid-Buchdruckerei Job- Aug. Koch, Markt 21/23. Fernsprechert Rr. 54 uud Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt tz.Dk.Rr. 5015. SprechM der Redaktion von 1011 m* ^11 Ubr.

Am Abend sammelten fich auf den Duisburger Hauptverkehrsstraßen mehrere Truppen linksstehender radikaler Elemente, die von

reviere auszudehnen und von dieser Er­mächtigung natürlich Gebrauch machen werde, bedeute das Praktisch ein Geschenk des Reiches an die Grubenbesitzer von mindestens 25 Millionen, wozu noch die Lohnkürzung komme, die ebensoviel betra­gen dürfte.

DieVossifch e Zeitung", die ins­besondere Kritik übt an der Art, wie die Notverordnung verkündet wurde, spricht ebenfalls von einer Subvention des Rei­ches an den Ruhrbergbau in Höhe von 7 Prozent der gesamten Vvhnsumme. Für die Verkürzung der Laufzeit des Schieds­spruches sei in erster Linie die Anüber­sichtlichkeit der Verhältnisse durch den Sturz des englischen Pfundes maßgebend gewesen.

DasBerliner Tageblatt" äu­ßert gleichfalls Bedenken gegen dieSub­vention" für den Ruhrbergbau. Der Bergbau werde hierdurch in die Lage ge­setzt, den englischen Anterbie- tungen mit größter Kraft entgegen zu treten. Wie es scheine, habe die Regie­rung an ihrer Hilfsmaßnahme keiner­lei Bedingungen in Bezug auf eine Senkung der Inlandspreise geknüpft. Es müsse also fraglich erscheinen, ob die Zn- landsverbraucher von dieser Regelung ir­gendwelche Vorteile hätten.

DerBörsenkurier" bezeichnet es als verhängnisvoll, die mehr als bankrotte Arbeitslosenversicherung wieder anzumel­ken, um den Lohnabbau unnötig zu machen oder zu mildern. Subventionen seien unter diesen Umstünden Bilanzverschleierungen.

Auch dieDeutsche Allgemeine Zeitung findet die Lösung bedenklich. Der Ausfall der DersicherungSeinnahme müsse schließlich doch wieder von der Wirt­schaft aufgebracht werden.

Vor allem aber scheine diese für den Ruhrbergbau angewandte Taktik als solche ganz besonders angreifbar. Ein Lichtblick sei lediglich daß die Regierung durch die Verkürzung der Laufdauer des Tarifvertrages erneut zum Ausdruck ge­bracht habe, daß sie binnen kürzester Frist eine Gesamtregelung aller zur Zeit noch geltenden wirtschafllichen Bedingungen für notwendig halte.

DieBörsenzeitung"ist der Auf­fassung, daß der von der Reichsregierung eingeschlagene Weg den Gedanken der Arbeitsgemeinschaft der Tarifparteien noch mehr als bisher zerstöre. Dadurch, daß der Staat einen Tell der Lasten über­nehme, werde er die Hartnäckigkeit der Ge­werkschaften int Bestehen auf ihren Fvrde- rimgen nur noch verstärken.

DieDeutsche Zeitung" nennt die Notverordnung einen neuen Beweis für den Widersinn unseres heutigen Schlich­tungswesens, dessen Aufrechterhaltung in Zeiten der Not sich als nmöglich erweise. Tatsächlich könne ja aller Widerstand der Gewerkschaften nicht über die Tatsache Hin­wegtäuschen, daß dieses Schlichtungswesen bereits allenthalben durchlöchert sei.

Zwischen den Fronten

Reichsregierung und S.P.D.

WM

lieber ihren Besuch beim Reichskanzler geben die sozialdemokratischen Unterhändler folgende Mitteilung heraus:

In einer Besprechung beim Reichs­kanzler Dr. Brüning am Mittwoch brachten die sozialdemokratischen Vertre­ter die in der neuen Notverord­nung zu regelnden Fragen zur Sprache. Sie unterrichteten den Kanzler nochmals eingehend über ihren Standpunkt, na­mentlich in Bezug auf die Frage der Neu­regelung der Arbeitslosenver­sicherung und der restlosen Auf­rechterhaltung des Tarifrech­tes. Sie legten insbesondere Gewicht darauf, daß eine weitere Herabset­zung der Unter st ützungssätze in der Arbeitslosenversicherung nicht zu tragen fei. Im Zusammenhang damit wurde nochmals betont, daß die zugesagte Beseitigung der schlimm st en so­zialen Härten aus der Juni-Notver­ordnung nunmehr in der kommenden Notverordnung erfolgen müsse. Der Reichskanzler nahm diese Ausführungen zur Kenntnis und betonte, daß das Reichskabinett sich bereits in den näch­sten Tagen abschließend mit dem Inhalt der neuen Notverordnung befassen werde.

Im Verlauf der Aussprache erklärte der Reichskanzler, daß die Presse­meldungen, wonach sich die Reichsregie­rung mit dem Programm der Wirt­schaftsverbände identifiziere und die daraus gezogenen Schlußfolge­rungen der Begründung entbe.h- r e n.

Wie wir in Ergänzung des parteiamt­lichen Berichte, den die Sozialdemo­kraten über ihren Empfang beim Reichskanzler ausgegeben haben, erfah­ren, wird in Regierungskreisen betont, daß der Aussprache keineswegs die zugespitzte Bedeutung zukomme. Die man ihr in einem Teil der Presse ge­geben hat. Es wird vielmehr betont, daß es sich um einen der üblichen Emp­fänge handelt. In diesem Zusammen­hang wird auch darauf hingewiesen, daß der Reichskanzler gestern eine ähnliche Besprechung mit dem Führer der Land­volkpartei, Hauenschild, hatte, der sich ebenfalls über den Stand der Kabi­nettsberatungen informieren wollte.

Amtlich wird ferner mitgeteilt:

In Anknüpfung an eine Zeitungsnotiz war bei der Presseabteilung der Reichsregierung angefragt wor­den, welcher Zweck mit der Eingabe der Wirtschaftsverbände nach amtlicher Auffassung wohl verfolgt werde. Daraus ist amtlicherseits erwi­dert worden, daß nach Feststellung bei den in Betracht kommenden Verbänden die Eingabe nicht als eine Kampf­ansage cm die Regierung, sondern als Stütze für die fRegierungsarbeit ange- fehen werden soll. Dieser amtlichen Mitteilung war keine eigene sach- l ich e Stellung der Reichsregierung beigefügt, insbesondere in keiner Weise erklärt worden, daß die in der Eingabe der Verbände enthaltenen Grundsätze das Programm der Rei<^regierung bar« stellten

Der Verband Berliner Metallindustriel- ler hat den Lohntarisvertrag, der für die Arbeiter und Arbeiterinnen der Berliner Metallindustrie mit dem Deutschen Me- tallarbeite rverband abgeschlossen war, zum 31. Oktober 1931 gekündigt. Von dieser Kündigung werden rund 114 000 Beschäftigte in 270 Betrieben betroffen.

Ein unfruchtbares Kompromiß

Notverordnung im Ruhrkonflikt Lohnschiedsspruch verbindlich Das Reich bezahlt die Versicherungsbeiträge

Der Reichsarbeitsminister hat den Schiedsspruch über die Arbeitszeit im Ruhrkohlenbergbau im öffentlichen Interesse für verbindlich erklärt.

i Die Verbindlichkeitserklärung des gleich- I zeitig ergangenen Lohnschiedsspru­ches begegnete insofern Schwierigkeiten, als die darin vorgesehene Laufdauer von vier Monaten unter den obwaltenden wirtschaftlichen Verhältnissen nicht möglich

; erschien. Bei dieser Sachlage hat der Reichspräsident den Reichsarbeitsminister durch eine Notverordnung ermiich- tkgt, bei der Berbindlichkeitserklärung des ? auf Erund der Notverordnung vom 27.9.

1931 ergangenen Schiedsspruches die Lauf­dauer abzuändern. Der Reichs­arbeitsminister hat von dieser Ermäch­tigung Gebrauch gemacht und nunmehr auch den Lohnschiedsspruch unter Ver» Krzung seiner Lanfdaner auf die Zeit bis zum 30. November 1931 für verbindlich erklärt.

Die Notverordnung

Auf Gründ des Artikels 48 Absatz 2 der Reichsverfassung wird unter dem 30. Sept, folgendes verordnet:

§ 1.

, Der Neichsarbeitsminister wird ermäch­tigt, bei der Verbindlichkeitserklärung von Swiedssprücken. die auf Erund der Ver­ordnung des Reichspräsidenten über die Beilegung von Schlichtungsstreitigkeiten öffentlichen Jnteresies vom 27. Sevtember 1931 (Reichsgeietzblatt 1, Seite 513) er­gangen sind, die in dem Schiedsspruch »orgeschlagene Lausdauer der Regelung ohne Zustimmung der Parteien zu andern.

§ 2.

! Absatz 1: Die Reichsregierung wird ermächtigt, die Untertagearbeiter des Steinkohlenbergbaues des Ruhrgebietes md ihre Arbeitgeber mit Wirkung vom . Oktober bis zum 30. November 1931 ton der Beitragsvflicht zur Reichsanstalt ur Arbeitsvermittlung und Arbeitslosen­versicherung zu Befreien. Sie kann die Befreiung über den 30. November 1931 finaus verlängern.

Absatz 2 : Durch die Befreiung von ler Beitragspflicht wird das Versiche- ungsverhältnis der Arbeitnehmer nicht lerührt. Der Ausfall an Beiträgen wird er Reichsanstalt vom Reich ersetzt.

§ 3.

Diese Verordnung tritt mit dem Tage Ihrer Verkündung in Kraft.

Unterschriften.

Teilstreiks im Ruhrgebiet.

In Esten haben in der gestrigen FMH- hicht auf einzelnen Schachtanlagen kom­munistische Elemente versucht, die Belegschaft zum Streik zu veranlasten. kur in den Bergrevieren Krefeld, Esten 2 >nd Esten 3 sind geringe Teile der Beleg- baft der Arbeit ferngeblieben. In den brigen Revieren sind die Belegschaften llst vollzählig ungefaßten.

5n der Mittagsschicht feierten auf er Zeche Friedrich Ernestine von 177 Rann 104, auf Vereinigte Welheim fuh-

«n von 255 Mann 130 nicht ein. Auf der rchachtanlage Thysten IV bis VIII blie- en von 348 Mann 133 der Arbeit fern, luf Schachtanlage Norddeutschland der

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