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Kurze Meldungen

DerTimes"-Korrespondent in Peking berichtet, nach einer dort aus Mukden ein­getroffenen Nachricht hätten die Japaner den chinesischen Oberst Knau (?), der beschuldigt wird, für die Ermordung des japanischen Hauptmannes verantwortlich zu sein und der sich in chinesischer Haft be­funden habe, in ihre Gewalt gebracht.

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wurde.

Völkerbund

und chinesisch-japanischer Konflikt.

SonsMas,

HW 24.Levi.1SA

Nr. 224 «6. Mw. Marburg a. Sahn

fmit den Großmächten an die japanische °und chinesische Negierung gerichtete tele- kgraphische Appell, der jetzt offiziell be­kanntgegeben wird, gibt den Inhalt der gestrigen Entschließung des Völkerbunds- jrates in drei Punkten wieder und weist darauf hin, daß der amerikanischen Re­gierung die Protokolle der Ratssitzung kund das gesamte Dokumentenmaterial -übermittelt worden sind. Der telegraphische Apell schließt mit dem Ausdruck der festen Meberzeugung, daß die beiden Regie­rungen alle Maßnahmen ergreifen wer- Fben, um irgendwelche Handlungen zuver- xhindern, die zu einer Erschwerung der

Renier meldet aus Tokio: Die Japaner bestehen darauf, daß die Vorgänge in der Mandschurei nicht als Krieg, sondern als Zwischenfall" angesehen werden müs­sen. der sich aus der Notwendigkeit ergeben habe, Rechte und Jnteresien zu schützen, die China häufig verletzt habe. Demgemäß wird hier allgemein angedeutet, die Re­gierung werde es nicht zulasien, daß man von Seiten des Völkerbundes oder von anderer Seite sich aus den Antikriegspakt beruft. Die Angelegenheit sei vielmehr ausschließlich zwischen China und Japan - zu regeln.

fc Nach einer amtlichen Mitteilung hat die I Nankingregierung den Vorschlag abge- , lehnt, eine aus drei Japanern und drei f Chinesen zusammengesetzte Kommission zu I schaffen. Diese gemischte Kommission sollte ; die Aufgabe haben, alle schwebenden Fra, gen über den gegenwärtigen Mandschurei, konflikt zu prüfen. Rach Ansicht der x-Nankingregierung ist die Entwicklung der LDinge schon zu weit gegangen.

I Eine dritte chinesische Note an Japan.

F Die Nanking-Regierung hat der japa- knischen Regierung eine dritte sehr scharfe kNote übersandt, in der noch einmal die k sofortige Zurückziehung aller japanischer k Truppen verlangt wird. Die Note be- l hauptet, daß die japanischen Truppen un-, - nötiger Weise Zivilisten getötet und deren' f Eigentum zerstört hätten und klagt die ^Javaner an, daß sie die internationalen ^Gesetze verletzt hätten. In Nanking fan- pen Massenkundgebungen statt, in denen reine sofortige Mobilisierung gefordert

genb^rg und setzte sich eingehend mit der Politik der Regierung auseinander.

Im preußischen Innenministerium fand eine Konferenz der Oberpräsidenten und Regie­rungspräsidenten statt, in der Innenminister Severing Ausführungen über die innen­politische Lage machte.

In Genf wird jetzt der Bericht des Finanz- ausschusses über di« Finanzlage Oester- reichs veröffentlicht, aus dem hervorgeht, daß Oesterreich sich zu der Durchführung einer Reihe von drakonischen Maßnahmen bereit finden mutzte.

Reichsautzenminister Dr. Curiius, der am heutigen Donnerstag in Berlin eintrifft, wird noch vor Beginn der Kabinettssitzung eine Aussprache mit dem Reichskanzler haben, die voraussichtlich seine Stellung klären wird.

Die Lage in der Mandschurei.

DerT i x e s"-Korrespondent in To- f t o meldet: Nur bei Mukden, Tschangtschun und Kirin sind alle japanischen Truppen in der Mandschurei in die Eisenbahnzone zurückgezogen worden. Die Berichte von einem Vormarsch gegen E h a r b i n sind unbegründet. Dafür ist aber die Räu­mung dieser Stadt durch die japanischen Frauen und Kinder angeordnet worden.

Zuversicht in England

Nachher Wiedereröffnung der Börse-

i Die .Oberhessische Zeitung' er­scheint sechsmal wöchentlich. Be- , ngSpreismonatlich2.20GM.au«- schließl. Zustellungsgebühr, durch die Post 2.45 GM. Aüt etwa durch Streik, Maschinendefett oder ele­mentare Ereignisse ausfallende Kummern wird kein Ersatz qe- leistet. Verlag, Dr. L Kitzervth, Druck der Unib-Buchdruckerel Zob. Aug. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 54 und Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Nr 5015. Sprechzeit der Redaktion von 1011 «**

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Mobilmachung des Goldes

Der hervorragende schwedische Wäh- rungsthevretiker Gustaf Cassel nimmt im 'S. B. C." in bemerkenswerten AuSfüh- mngen zu den brennenden Fragen der englischen Pfundkrise Stellung. Da die Warnungen Cassels auch bei der Beur­teilung der letzten deutschen Krise eine be­deutsame Rolle gespielt haben, besitzt feine englische Prognose ein besonderes Inter­esse.

Im Degensatz zu der in den letzten Tagen in Deutschland verbreiteten Auffassung, daß die Dank von England und die eng­lische Regierung weit tatkräftiger der Krise entgegentraten als die deutschen Stellen, betont Professor Cassel zunächst, daß in England dieselben prinzipiellen Fehler ge­macht wurden wie in Deutschland. Zwar echöhte die Dank von England im Juli ihren Diskont bis auf 4'4 Prozent. Sie hielt aber an diesem relativ niedrigen Dis­kontsatz fest, trotz der gesteigerten An­sprüche, die an die Dank gestellt wurden, und trotz der außerordentlichen Derschär- fung der Krise. Wenn man den jetzigen Diskontsatz von 6 Proz. wenigstens einen Monat früher eingeführt hätte, um alle Ansprüche zu befriedigen, wäre nach Auffassung Cassels die Aufhebung der englischen Goldwährung durchaus ver­meidbar gewesen. Dieser Ausweg wäre nach Cassel sogar noch am Montag be­schreitbar gewesen. Freilich setzt er selbst neben diese etwas optimistische Beurteilung einVielleicht-. Zweifellos war die Krise bereits am vorigen Samstag so weit ge­diehen, daß mit monetären Mitteln allein dem rapiden Schwund des internationalen Vertrauens nicht mehr begegnet werden, konnte.

Bei der Beurteilung der Krisenursachen legt Cassel als überzeugter Verteidiger des kapitalistischen Systems den Hauptnachdruck auf das in England besonders greifbare Mißvechältnis zwischen dem absinkenden Weltpreisniveau und dem unveränderten inländischen Lohnniveau. Dadurch wurde eine Störung der natürlichen wirtschaft­lichen Gleichgewichtslage erwirkt, die zu einer steigenden ArbeitKosigkeit führte. Als die Regierung ihr mit wachsenden Unter­stützungen der MbeitSlofen begegnete, rui­nierte sie die Staatsfinanzen und setzte das Land einem wachsenden Mißtrauen aus. Die Folge war ein steigendes Defizit in der Zahlungsbilanz, das sich schließlich in einer Pfundexplosion entladen mußte.

Das jetzt Geschehene, so betont Cassel, muß eine sehr kräftige Warnung sein gegen jede Fortsetzung der entarteten Unter­stützung Spolitik und der sozialistischen Ex­perimente. Gr hat damit, was die äleber- höhung des englischen Lohnniveaus an­geht, zweifellos recht. Auf der anderen Seite veickennt er jedoch die Tatsache, daß mit bloßen Lohnherabsetzungen die wirt­schaftliche Krise heute nicht mehr zu ban­nen ist, da ja nicht die hohen Löhne der Arbeiter, sondern in erster Lmie die denk­bar groben politischen Mißgriffe an der Erschütterung der Weltwirtschaft Schuld tragen.

Von hohem Interesse ist, was Cassel über die zukünftige englische Geldpolittk zu sagen weih. Eine große Gefahr, so betont er, wächst aus dem Zweifel, ob England wirklich ernschaft an die Wieder­herstellung seiner alten Goldwährung denkt. Sin solcher Zweifel kann England einen unmittelbaren Schaden zufügen. Hätte die Welt dolle Klarheit darüber, daß Eng­land entschlossen wäre, seine Goldwährung wiederherzustellen, so wäre es wohl immer möglich, ck>as Vertrauen wieder aufzu- bcmen. Dafür wäre aber vor allem nötig, daß die Dank von England durch hin­reichende Einschränkung der inne­ren Zahlungsmittelversorgung die englische Valuta in ihrer vollen Kcmfkraftparität aufrechterhrellr. Es ist bisher nicht zu übersehen, ob England wirklich diesem Vorschlag Cassels zu folgen beabsichtigt. Es sieht eher danach aas, als ob Enalanv grundsätzlich mit einer Senkung der Kauf-

gestrigen Nacht vom Prä­sidenten des Völkerbundsrates gemeinsam

Anzeiger für (das frühere kirrheffische) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

rungen in Genf Beratungen über die Durchführung des Vorschlages der Zurück­ffziehung der Truppen beginnen würden.

Hat England französische Finanzhilfe abgelehnt?

Wie das führende Finanz- und Wirt­schaftsblattAgence Economique et Financier e am Mittwoch $u be­richten weiß, ist der zwischen dem britischen Schatzamt und dem französischen Finanz- ministerimn bis Sonntag geführte leb­hafte Meinungsaustausch zur Zeit unter­brochen worden. Wie es scheint, wolle man sich auf englischer Seite vorläufig darauf beschränken, die Schwankungendes Pfundkurses zu beobachten. Erst wenn die natürlichen wirtschaftlichen und finan­ziellen Kräfte dem Pfunde zu einer gewis­sen Stabilität verhalfen hätten, sei eine reale Grundlage vorhanden, um den Kurs de jure stabilisieren zu können. Je höher man den Kurs ansehen werde, umso grö­ßere Bedeutung erhalte die ausländische Hilfe. Man müsse in diesem Zusammen­hang besonders unterstreichen, daß die aus­ländische Hilfe umso leichter zustande kom­men werde, je weniger die Hoffnungen derjenigen getäuscht worden seien, die ihr Vertrauen auf die Unerschütterlichkeit der englischen Währung gesetzt hätten. Es sei nicht anzunehmen, daß die von Snowden angeregte internationale Eoldkonferenz in absehbarer Zeit zufammentreten werde, da die Mächte, die sich bisher einer der­artigen Konferenz widersetzt hätten, augenscheinlich nicht anderen Sinnes ge­worden seien.

Diese Darstellung derAgence Econo- migue et Financitzre" bestätigt in ver­schleierter Form die aus London stammen­den Nachrichten, daß England die fran­zösische Finanzhilfe zurückgewiesen habe.

Das Unterhaus nahm in dritter Lesung mit 297 gegen 238 Stimmen das neue Finanzgefetz an.

Der Völkerbund versagt

Der Konflikt im fernen Osten - Japan lehnt die Untersuchung ab

(Lage führen könnten, und einer friedlichen Regelung vorgreifen würden. In dem (Telegramm an die chinesische und japa- Lnische Regierung weist der Präsident des Mates ferner darauf hin, daß unverzüg- flich mit den Vertretern der beiden Regie-

Die heutigen Blätter heben einstimmig die Fortschritte hervor, die die Beruhigung der Wcltmeinung über die. Krise des eng­lischen Pfundes gemacht hat. Kreise, die am Außenhandel interessiert sind, äußern sich besonders optimistisch und erwarten von der in England cinsetzrnden Belebung des Außenhandels allgemein günstige Fol­gen.Herald Tribüne" weist auf die eng­lischen Wünsche nach einer internatio­nalen Eoldkonferenz hin, e«r Vorschlag, den dieTimes" in ihrem Leitartikel auf- greift, der für eine «eltkonferenz plädiert, die über sämtliche Kredit- und Schulden­sragen zu beraten hätte.

Die Londoner Effektenbörse hat gestern ihr Geschäft zu der üblichen Zeit in vollem Umfange wieder ausgenommen. Es ent­wickelte sich eine rege Umsatztätigkeit. Die Stimmung war allgemein sehr zuversicht­lich. Britische Rentenwerte lagen schwach, Dividendenpapiere dagegen haussierend. Die Arbitragewerte spiegelten die inter­nationale Entwertung des Pfundes klar wieder.

Die Morgenpresse bekundet ihre Be- friediaung über den erfolgreichen Ausgang des Wagnisses, den Verkehr an der Fonds­börse gestern ohne jede Einschränkung wie­der aufzunehmen.Financial Ne ms erklärt zusammenfassend: 1. hat der kleine Kapitalanleger keineswegs Unruhe ge­zeigt, sondern im Gegenteil volles Ver­trauen zum Kredit des Landes bezeugt, 2. war die Verkaufslust, die von Seiten ausländischer Banken erwartet wurde, nicht dringend genug, um diese zu ver­anlassen, den mit einer solchen Operation verbundenen Verlust hinzunehmen. Der Gang der gestrigen Geschäfte hat den Markt überrascht.

Der Berliner Börsenvorstand veröffentlicht eine Erklärung, wonach in die­ser Woche eine Notiz von Wertpapieren und Devisen an der Berliner Börse nicht mehr stattfindet.

Nach einer KorrespoickenzmeDum, beÄrsich- tigt die Reichsregierung vom 1. April 1932 ab, die Hauszinssteuer um 25 Proz. zu senken.

Der Reichspräsident hat dem Reichsgevichts- präsidenten Prof. Walter Simons anläß­lich feines 70. Geburtstages den Adlerfchiid des Reiches überreicht und seine Glückwünsche übermittelt.

Die vereinigten Reichsratsausschüsse haben die Durchführungsbestimmungen zur A r beitszeitverkürzung angenommen.

Auf einer Wahlkundgebung der D. N. D. P. in.Hamburg sprach der Parteiführer Dr. Hu^

ru'gland gegen den japanischen Vormarsch.

Bei der Unterredung mit dem japa­nischen Botschafter am Dienstag, erklärte l Außenkommissar Litwinow, daß die ^russische Regierung gegen einen Vor­marsch der japanischen Truppen an die : chinesische Ostbahn sei und bat, die japa- fNische Regierung sofort davon in Kenntnis ju setzen. Ein militärischer Vorstoß gegen die chinesische Ostbahn sei nach russischer Meinung durchaus unzulässig und un­erwünscht. Es sind heute weitere Mit­teilungen in dieser Angelegenheit zu er­warten.