22!
>845
5841
Marburger Sagtamsetor
üniMtiiime
DlesSIas, rrnW.Eevr.iM
Re. WZ 66. W?. Marburg o. Laba
pie .Obrrhrssisch- Seitens' «■ rteint sechsmal wöchentlich. Be- ^SpreiS monatlich 2.20GM.aus- GNeßl. ZusiellungSgebühr, durch
Post 2.45 GM. Für etwa durch streik, Maschteeudefekt oder ele- pentaee Ereignisse ausfallende Kikmurern wird kein Ersatz ge> ietstet. Verlag, Dr. &. Hitzervch. peuck der Unid-Buchdruckerei «oh. Steg. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 54 und Rr.55. Postscheckkonto; Amt Frankfurt «. M. Rr. 5015. — Sprechzeit der Redaktion von 10—11 w»
’M—1 Uht
Der Anzeigenpreis beträgt für den 11 gestalt. Zellenmilltmeler 0.08 GM., sog. kleine Anzeigen und Familienanzeigen bei Barzahlung 0.07 GM- am«, und answärttge Anzeigen0.10 SM. Grundschrift: §olonel. Bei schwierige« Satz sowie bei Plahborschrift 501. Aufschlag. — Sammelanzeigen 100*/. Aufschlag Neklam.-Millim. 0.40 GM. Grundschrift > Petit. Jeder Rabatt gilt al« Barrabatt. Ziel 5 Tage. Offerten-Sebühr: 25 Pfg., bei Zustellung der Angebote einschl. Porto — 60 GM. Belege werden berechnet. Erfüllungsort Marburg.
-sucht.
Die G elfter, die ich rief...
Frankreich verliert an einem Tag eine halbe MMarde — Paris will das englische Pfund stützen — Laval fährt zu Hoover nach Washington — Die englische Börse bleibt geschlossen
Anzeiger für (das frühere kurhesfische) Oberhessen
Anzeiger der amtliche« Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg
kreich hat infolge des Pfund-
Fran
fturzes am Montag etwa U Milliarde
In französischen
ehe l sprachen, das; die Finanzlage Frankreichs
■ । Hilfe kommen wurden.
Laval nach Amerika eingeladen
h^x
h234 Hoover amtlich zu einem Besuch nach
:hotf itr.27’ S. I
inkreich und Amerika England erneut einem großen Kredit zur
n.
«. 21,1
Der französische Ministerpräsident La- Wj,a l i t am Montag von Präsident
58HI ja keiner Weise gefährdet sei und daß •el
Washington eingeladen worden. Laval wird seine Reise nach Washington ver- .1 «ntlich zwischen dem Berliner Besuch und der Wiedereröffnung des französischen Par- ents unternehmen.
Schnelle Arbeit im Unterhans
Schatzkanzler Snowden brachte gestern mittag im AnterhcmS die Gesetzesvor- agc zur Suspendierung des Gold- andardgesetzcs vom Jahre 1925 . „Aniere interne Position", betonte owden, „ist sicher und es ist für uns lebenswichtiger Bedeutung, diese Po- ion sicher zu halten. Diejenigen, die ertrauen in das Pfund Ster» si n g haben, werden sich in ihrem. Per» auen nicht getäuscht sehen. Die Welt h lernen, dah das gegenwärtige Wirt- ftSshstem nicht aufrecht erhalten werden nn, wenn jeder gleichzeitig versucht, seine nlagen zu liquidieren. CS' besteht die Möglichkeit, dah die gegenwärtige Krise fe Wege für eine bessere int er» nationale Zusammenarbeit eb» Den wird, aber es besteht die Gefahr, dah rläufig die Maschinerie des internationalen Kredites in Anvrd- Dun g gebracht ist."
Snowden forderte das Haus auf, das besetz als eine Angelegenheit äu ß e r st e r ringlichkeit in allen Stadien anzu- tzchmen. Wir können, sagte er, der Situation mit Ruhe ins Äuge sehen.
Der Führer der Opposition Hender- kvn gab für die Opposition das Ver- tzwechen ab, daß sie alles nur Mögliche tun werde, um Äußerungen oder Erklärungen zu vermeiden, die dazu an» tetan sein könnten, eine Panik in England und im Auslande hervorzu» rufen.
Rach Schluß der Aussprache tat der Sprecher den ungewöhnlichen Schritt, die Mitglieder aufzufordern, ihre Meinung tvrch Erheben von den Sitzen zum Ausdruck bringen. Alle Regierungs» Anhänger erhoben sich zuWnsten der Regierungsvorlage, aber auch die meisten her Führer der Opposition und Einige chrer Mitglieder.
Dann schritt man zur zweiten Le» fit n g. Der linke Flügel der Arbeiterpartei beantragte Ablehnung der Vorlage mit örr Begründung, daß das Haus die zweite Lesung ablehne, bis Bekehrungen getrof» sen seien, um die Preise zu kontrollieren vrd die Kaufkraft der Lohnempfänger, der Bezieher von Arbeitslosenunterstützung und der Pensionäre der Arbeiterklasse auf- ^cht zu erhalten. Bei der ersten Lesung »säte ebenfalls der linke Flügel eine Zu- tückweistmg der Gesetzesvorlage beantragt.
' M a r k verloren.
isteFi Finanzkreisen wird die Ucberzeugung ans-
5m englischen Unterhaus wurde am Montag das Gesetz zur Abänderung des Eoldstandardgesetzes in einem Tage durchberaten und in allendreiLesungen angenommen.
Auch das Oberhaus verabschiedete die Gesetzesvorlage über Aufhebung des Goldstandards. Der König unterzeichnet sie danach.
Die deutschen Provinzbörsen schließen sich der Berliner Börse an.
Die Börsenvorstände der Frankfurter, Hamburger, Münchener, Kölner • und Dresdener Börse haben dieselben Be- schlüsie über den Börsenverkebr gefaßt wie der Borstand der Berliner Börse.
Die Wiener Börse geschlossen.
Nach Beratung mit den Banken wurde auf die Nachricht von der Sperrung großer
Montag vormittag vor der Londoner Börse
M-
M
*■
BP
Ä
HM .
MMM
Unser Bild zeigt den Riesenandrang des Publikums vor dem Börsengebäude der englischen Hauptstadt. das jetzt im Mittelpunkt der Ereignisie sieht.
Die Kämpfe in der Mandschurei
Weitere Besetzung durch japanische Truppen Gegensätze zwischen Befehlshaber und Regierung
Sn der Mandschurei ist es erneut zu schwereu Kämpfe« gekommen, da ei- japanischer General ohne Befragen seiner Regierung in eine chinesische Provinz einmarschiert ist. •
A« das chinesische Polt find Aufrufe er- lafien worden, in denen zum General- boykott japanischer Waren aufgefordert wird.
Der Bormarsch der Japaner in China.
Japanische Truppen haben um 5.30 Uhr nachmittags die an der Eisenbahnlinie Tschangtschun—Kirin liegende Stadt Kirin, Hauptstadt der Provinz gleichen Namens, besetzt, nachdem japanische Flugzeuge eine Kundgebung abgeworfen hatten, die der Bevölkerung die Gründe der Besetzung erklärt.
,^D a i l y M a i l" meldet aus Tokio, daß man gestern die ersten japanischen Verstärkungen für die Mandschurei und Korea abgesandt habe. Dieses eigenmächtige Vorgehen des Militär widerspreche der.
Politik des japanischen Kabinetts und die Beziehungen zwischen diesem, und dem Eeneralstab seien äußerst gespannt. Der Eeneralstab sei nicht dem Kabinett, sondern dem Monarchen direkt verantwortlich.
Wie die „Times" berichtet, hat der japanische Oberbefehlshaber in Mukden, General Hongo, eine Proklamation erlaßen, in der er sagt, die Besetzung richte sich nicht gegen die chinesische Bevölkerung, sondern gegen die „ehrgeizigen Militaristen", die Japan planmäßig verletzt hätten.
Reuter meldet aus Tokio, daß japanische Truppen gestern abend Kirin, die Hauptstadt der Kirinprovinz, besetzt haben. Die Verwaltung der südmandschurischen Eisenbahn wird vorläufig die Kontrolle der Eisenbahn Tschantschun—Kirin übernehmen. Ein weitverbreitetes Gerücht, 40 japanische Einwohner seien in Kirin von chinesischen Truppen niedergemetzelt worden, hat sich als unrichtig erwiesen.
ausländischer Börsen auch die vorläufige Sperrung der Wiener Börse verfügt. Die Bundesregierung ist zur Erkenntnis gelangt, daß die zur Zeit aus dem Auslands vorliegenden Meldungen zu weiteren Verfügungen keinen Anlaß geben.
Die Meinung der englischen Presse.
Die „Times" machen die Länder für dis Währungskrise in England verantwortlich, bte in bisher noch nicht dagewesener Weise Gold gehortet hätten. Die Gläubigerländer, bte bie gewährten Kredite zurückverlangten, würden eine Erschöpfung der letzten Hilfsquellen der Schuldnernationen herbeiführen. Das Goldwährungssystem könne nur so lange funktionieren, als alle daran beteiligten Staaten die bewährten Regeln beachten. Nach den von Frankreich und den Vereinigten Staaten in der Nachkriegszeit eingeführten neuen Regeln sei ein einwandfreies Spielen b es Eolbwährungsme» chanismus unmöglich. Die Golbwäh- rungsinstation in den Vereinigten Staaten — so erklären die „Times" weiter — habe zu einer Erhöhung der amerikanischen Preise über da- Weltmarktpreisniveau geführt. Jetzt sehe sich Amerika gezwungen, sein Preis- mloeau wieder zu senken. Vielleicht werden die dafür erforderlichen Mahnahmen zu einer neuen internationalen Verteilung der amerikanischen Eoldoorräte führen.
„Daily Erpreß" erklärt: Wenn die Goldwährung nicht nur in England, sondern auch in anderen europäischen Ländern aufgegeben würde, dann würden die Eoldoorräte in den Gewölben der Bank von Frankreich, und der Bundes Reserve Bank nicht mehr den Platz wert sein, den sie einnehmen.
Paris wird »«ruhig
Die französische Presse beschäftigt, sich heute erneut mit den Londoner Ereignissen.
Der „Excelsior" sagt, der Gold- ftancwert der französischen Waren für die englischen Käufer wirke drückend und deshalb werde die Ausfuhr noch weiter nachlassen. Andererseits werde sich Handel und Industrie Frankreichs gegen die Konkurrenz billiger englischer Waren wehren müssen. In gut unterrichteten Kreisen Frankreichs sei man der Ansicht, daß England in sparpolitischer Hinsicht einen Stoß empfangen werde, daß es sich aber davon ohne allzu große Störung für die englische Gesamtheit wieder erheben werde.
„Iournee Industrielle" schreibt, eine Zeit künstlichen Aufblühens des englischen Außenhandels stehe bevor. Die englische Regierung wolle dadurch Zeit gewinnen, um nach ernsten Hilfsmitteln für die Krise zu suchen. Frankreichs Interessen seien eng mit denen Englands verbunden. Frankreich müsse alles tun, um den Absturz Der englischen Währung zu bekämpfen.
Der „Quotidien" befürchtet, daß Frankreich ernst getroffen werde, wenn es sich nicht gemeinsam mit den Vereinigten Staaten um die Rettung des englischen Pfundes bemühe.
Die ameriranifch-ftanzösische Fühlungnahme.
Im Zusammenhang mit den Vorgängen in England und dem Sturz des Pfundes, das bis zu 20 vom Hundert verloren hat, wird in Amerika mit Genugtuung hervorgehoben, daß Newyork nunmehr unbestritten die Tür zum Finanzmarkt der Welt sei.
Der „Matin schreibt zur englischen Währungskrise: Die Initiative der Vereinigten Staaten, Laval einzuladen, stärkt die die beiden Länder verbindenden Freundschaftsbande und gewinnt unter den gegenwärtigen Umständen — steht doch das Gleichgewicht der ganzen Welt auf dem Spiele — eine besondere Bedeutung. Sie beweist, daß auch die Vereinigten