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An die Adresse Frankreichs

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Lord Cecil unterstützt den Vorstoß Erandis Mit der Abrüstung steht und fällt die Verständigungspolitik

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Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen

Anzeiger der Etlichen Bekanntmachungen für Stadt «nd Kreis Marburg.

wünsche, weil es durch die Entzweiung der beiden kontinentalen Mächte einen umso größeren Einfluß im Rate der Na« Honen habe. Das ist eine grobe, skanda­löse Beleidigung Englands. Die gegen­wärtige und jede zukünftige Regierung werden ihr äußerstes tun, um eine wirk­liche und sichtbare Freundschaft zwischen den beiden Ländern herbeizuführen. Der Geist von Locarno ist, wenigstens soweit England in Betracht kommt, noch vor­handen.

Die französische Regierung hat gestern ihr am 15. Juli im Völkerbund überreich­tes Memorandum über den Stand der französischen Rüstungen durch ziffer- mäßige Angaben in Form von Ta­bellen ergänzt. In einem Begleitbrief macht die französische Regierung darauf aufmerksam, daß diese Zahlen nicht ohne Verbindung mit dem Memorandum ge­lesen «nd interessiert werden dürften, weil das Memorandum den wesent­lichen Teil darstellt. In dem Begleit­brief erinnert die französische Regierung an die im Memorandum aufgeführten Gründe, warum es nicht möglich sei, Ver­gleiche über den tatsächlichen Rüstungs- stand «nd den qualitativen Wert der Rüstungen der verschiedenen Länder auf rein zahlenmäßiger Basis anzustellen. Die französische Regierung betont, daß die wie­dergegebenen Ziffern nicht das Programm «nd die Vorschläge beeinfl«sien, welche die französische Regierang a«f der Abrüstnngs- konferenz von 1932 präsentieren werde.

Das italienische Rüstungsmemorundum.

Die italienische Regierung hat dem Völkerbundssekretariat die erbetenen Angaben über den Stand der italienischen Rüstungen jetzt gleichfalls elngereicht. Wie verlautet, enthält das Memorandum der italienischen Regierung eine Anspielung auf die Anregung eines Rüstungsstillstan­des während der Abrüstungskonferenz, die bekanntlich Außenminister Erandi in diesen Tagen in der Völkerbundsversamm- lnng eingebracht hat. Italien hat nach den Angaben des Memorandums 280 000 Mann unter den Fahnen und 1501 Kampfflugzeuge. Die Heeresausgaben sollen in dem Memorandum mit 6 Mil­liarden Lire angegeben sein. Das Memo­randum wird erst in den nächsten Tagen veröffentlicht.

Beginn der großen französischen Manöver.

Die großen französischen Manöver in der Champagne, an denen bekanntlich etwa 60 000 Soldaten aller französischen Formationen teilnehmen, beginnen am

tretet werde ihm seine begeisterte Unter­stützung leihen in der ernstlichen Hoffnung eines praktischen Ergebnisses. Die Ab­rüstungskonferenz, so fuhr Lord Cecil fort, muß Erfolg haben, sie muß zu einer wesentlichen Herabsetzung der Rüstungen führen. Wenn wir allge­mein nur darauf bedacht sind, wie unser Land möglichst leichten Kaufes davon­kommt, dann kann nichts erreicht werden.

Die Krise drängt zu entscheidendem Handeln. Ich sehe vor mir die Vertreter zweier hochangesehener Rationen, die auf ihrem Gebiet in der Kultur führend sind. Wenn eine wirkliche Annäherung zwi­schen Frankreich und Deutschland nicht nur in Worten, sondern durch die Tat er­folgen könnte, so wären 75 Prozent der politischen Unruhe aus der Welt besei­tigt. Es ist behauptet worden, daß Eng­land diese deutsch-französische Annähe­rung im Grunde seines Herzens nicht

Die amerikanischen Vorschläge zur Abrüstungskonferenz werden sich nach Washingtoner Meldungen vermutlich auf der Grundlage eines langfristigen Rüstungsfeiertages bewegen. Staatssekretär Stimson dürfte an der Spitze der amerikanischen WrüstungS-Ab- ordnung stehen.

Die deutsche Abordnung hat in der Vollversammlung des Völkerbundes beantragt die Minderheitenfrage dem poliHschen Ausschuß zur weiterem Beratung zu überweisen.

Die heutige Aussprache der Vollver­sammlung des Völkerbundes wird voraus­sichtlich Ende der Woche mit den Reden von EurtiuS und Driand abgeschlos­sen werden.

Der PariserTernps" tritt mit be­merkenswerter Deutlichkeit für die baldigste Freilassung des im Elsaß verhafteten Pro­fessors Schmidlin ein. ,

er die freundlichen Worte, die bisher in der Völkerbundsversammlung der be­vorstehenden Abrüstungskonferenz gewid­met worden feien.Keine Regierung, am wenigsten die meinige", so betonte der Vertreter Englands,würde irgend einen Vorschlag zur Verschiebung der Konfe­renz dulden."

Lord Cecil nahm dann ausführlich Bezug auf die R e d e G r a n d i s, die eine mustergültige Befürwortung des Friedens durch die Abrüstung darstelle.

Die Rede enthalte eine überaus interes­sante Anregung über die Einstellung der Rüstungsvermehrung während der Dauer der Abrüstungskonferenz selbst. Der Vorschlag Grandis sei ein großartiger Auftakt zur Abrüstungskonferenz und werde hoffentlich im dritten Ausschuß der Völkerbundsversammlung konkrete G e st a l t annehmcn. Der englische Ver-

Im Mittelpunkt der gestrigen Sitzung der Völkerbundsversammlung stand eine Rede des englischen Hauptdelegierten Lord Robert Cecil. Es handelt sich im Augenblick, erklärte er, um die Grund­prinzipien des Völkerbundes überhaupt.

s ist notwendig, daß die Weltöffentlich­keit die Gewißheit eines dauernden Frie­dens hat. Es ergeben sich Besorgnisse aus -er Weltwirtschaftskrise, die seit 2 Jah­ren, und der akuten Finanzkrise, die mit r Gefahr einer unmittelbaren Kata­strophe seit drei Monaten herrscht. Es kommt alles darauf an, das internatio­nale Kapital dazu zu veranlassen, die Lücken der Zahlungsbilanz auszufüllen; andernfalls werden in Europa und in lleberfee immer neue Schwierigkeiten mit r Notwendigkeit von Zahlungseinstel- gen und Moratorien auftreten.

Lord Cecil verwies auf Deutschland, das im Mittelpunkt der gegenwärti­gen Krise stehe.

zitierte mit Nachdruck die Stelle aus m Baseler Sachverständigenbericht, die t Wiederherstellung des freien Umlau- von Geld und Waren und ein tat- äftiges Handeln der Regierungen vor dem Ablauf der Stillhaltefrist fordert und tont, daß die internationale politische Loge auf die Grundlage des Vertrauens stellt werden und dch Zahlunzen eutschlands so geregelt werden üßten, daß sie seine finanzielle Stabili­tät nicht gefährdeten.

Was die Regierungen zur Wiederher- ung des Vertrauens tun könnten, hr Lord Cecil fort, fei nicht ausfchlag- benb, folange die Besorgnisse wegen r politischen Lage andauerten. Wohl könne man sagen, daß kaum jemals der ieg unwahrscheinlicher gewesen sei als jetzt, doch bestehe in vielen Ländern eine ' tmosphäre der inneren Unruhe, deren ückwirkunaen sich über die ganze Welt usdehnen. Heftige Reden und aggressive unbgebungen seien in vielen Ländern pn der Tagesordnung. Leider finde die äßiqung nicht den gleichen Widerhall in der Öffentlichkeit. Zum Teil auf diese "mstünde sei es zurückzuführen, daß eine Atmosphäre des internationalen Mlß- auens entstanden sei. Es sollte die be- mdere Aufgabe des Völkerbundes fein, iefes Mißtrauen zu zerstreuen. Lord ecil erklärte in diesem Zusammenhang, » er wisse nicht, ob die Revision der r durch die Friedensverträge geschaffe­

nen Lage den Frieden fördern würde.

Dagegen würde die Weiterbetreibung der ^Abrüstung mehr als irgend etwas ande­rs das Vertrauen fördern und die Ge-

Donnerstag morgen. Die vorgeschriebene Grenze zwischen den beiden Parteien ver­läuft an der A i s n e entlang zwischen FraillicourtSeraincourt und Aussonce. Die Truppenzusammenziehung ist voll­ständig beendet, und die Rote Partei geht in den frühen Morgenstunden des Don­nerstag zum Angriff über, um die Blauen an den letzten Vorbereitungen zu hindern. Das EeneralguarHer der Blauen hefindet sich in Sissonne und das der Roten in Reihel. Im Süden der Aisne werden die Roten ebenfalls zum Angriff über­gehen und versuchen, den Uebergang über den Fluß zu erzwingen. Die erste Phase der Mannöver wird ununterbrochen bis zum kommenden Sonntag andauern. Erst­malig soll bei dieser Gelegenheit auch die Motorisierung der Infanterie erprobt werden, wobei die einzelnen Motortppen auf ihren Brennstoffverbrauch und ihre Manövrierfähigkeit untersucht werden sollen. Der Oberste Befehlshaber der gesamten Truppen, General Clau­del, in dessen Hände auch die gesamte Manöverleitung liegt, versammelte am Mittwoch die 50 Generäle und die höhe­ren Offiziere um sich, um ihnen die letz­ten Instruktionen zu erteilen. Kriegs­minister M a g i n o t wird der letzten Phase der Manöver persönlich beiwohnen. Wieder eine neue polnische Garnison an der ostpommerschen Grenze.

DieOstpreußische Zeitung" meldet: Nachdem D i r s ch a u durch Belegung mit einem Schützen-Bataillon polnische Garnison geworden ist. hat am 8.Sep­tember auch N e u st a d t/Westpreußen, an der Nordspitze des Korridors, unwefi der Grenze gegen Ostpommern, eine polnische Garnison erhalten. Die Truppen, ein Bataillon Marine-Infanterie, sind in der ehemaligen Provinzial-Heilanstalt unter­gebracht worden.

Außer diesen neuen Garnisonen sollen im Weichsel-Korridor noch folgende mili­tärischen Neu-Formakionen aufgestellt werden: Ein Jäger-Bataillon, dessen Standort noch nicht feststeht; je eine Rad­fahrer-Kompanie für die beiden Kavalle­rie-Regimenter in Thorn; eine Maschinen­gewehrabteilung auf Motorrädern mit Bei­wagen und ein vollständig motorisiertes Artillerie-Regiment

y, »Sberhrssisch« Setomfl" et- rteint sechsmal wechrntlich. Be- monatlich 2.20® 9R .au<- Zastellmigsgebühr, durch Post 2.45 GM. Für etwa durch streik, Maschinendefekt oder efc- wCSUtt Ereignisse ausfallend« zmmuera «*» teilt Ersatz ge- jdßct. Verlag. Dr. 6. Httzerotb, yttä der Untb-Buchdruckerel grt. Stag. Koch, Markt 21/23. zemsprrcher: Rr. 54 und Rr. 55. Postscheckkonto: Start Frankfurt £ W. Rr. 5015. Sprechzeit »er Redaktion von 1011 w>

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Frankreich behält sich vor.

Man liebt keine zahlenmäßigen Vergleiche

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rrchfigkeit als Schiedsrichter der inter- ,nationalen Streitigkeiten einfetzen. Das fei eine bringende, sehr dringende Ange­legenheit. Er wolle auf ein Sylptom hin- »eisen: In letzter Zeit hätten in ver- III schiedenen Ländern er möge kein Land " nennen und auch keinem Lande eine be­sondere Schuld geben Luftmanö- 8er zur Ausbildung und Vervollkomm­nung dieser Waffe, die eine ousge = [prodjene Angriffswaffe fei, stattgefunden. Dabei habe sich wieder ein- Nlal ergeben, daß der Besitz von Luft­streitkräften kein Schutz gegen die Luft­streitkräfte des Gegner sei. Die Wirkung °er Luftwaffe bestehe in der Zerstörung größerer Städte, d. h. in der Vernichtung *mer unübersehbaren Anzahl von Men­schenleben und der wichtigsten Zentren °e.s materiellen Reichtums. Welch eine Sicherheit sei das für den internationalen Kapitalmarkt? Das gleiche gelte für die *nnb- und Seerüstung. Deshalb begrüße

Der Eindruck der Cecil-Rede in (Senf.

Die große Rede Cecils hat allgemein ein starkes Echo gefunden, weil man dar-. in eine unmittelbare Stellungnahme der englischen Regierung zu den Fragen der Abrüstung und der Reparationen er­blickt. Viel beachtet wurde seine Erklä­rung, daß die englische Regierung sich jeder Vertagung der Abrüst­ungskonferenz widerfetzen werde. Nach dieser Erklärung erscheint es kaum mehr möglich, daß die sranzö- - fischen Bertagungsversuchs? noch fortge­setzt werden. In Cecils Rede ist ferner zum ersten Male in der Vollversammlung des Völkerbundes von englischer Seite die Frage der Revision der Friedensver­träge zur Sprache gekommen. Die Erklä­rung Cecils, der Augenblick hierfür sei noch nicht gekommen, ist von grundsätz­licher Bedeutung und wird allgemein da­hin aufgefaßt, oaß die englische Regie­rung ine Aufmerksamkeit der Völker­bundsversammlung auf die unabwendbare Notwendigkeit einer kommenden Revision der Verträge hinlenken wollte. Am schärfsten erscheint in der Rede der Teil, der die deutsch-französischen Bezie­hungen behandelt. Cecil stellte das Pro­blem der deuffch-französischen Beziehun­gen in den Mittelpunkt der europäischen Probleme, ohne jedoch den Standpunkt der englischen Regierung näher darzu­legen. Den stärksten Eindruck machte die Forderung, daß die Abrüstungskonferenz unter keinen Umständen zu einem Mißer­folge sichren dürfe und der Hinweis auf die Gefahr der ßuftrüftungen, der allge­mein als eine Anspielung auf die Lust- ft ungen Frankreichs aufge­faßt wurde. Die Erklärung Cecils führt den italienischen Vorschlag auf Schaffung eines Rüstungswaffenstillstandes bis zum Abschluß der Abrüstungskonferenz weiter. Nunmehr ist die Möglichkeit gegeben, daß der italienische Vorschlag im Abrüstungs­ausschuß der Vollversammlung behandelt wird.

ÄbeehMsche TaMmzeiM Zeitung

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