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Oesterreich erhält keinen französischen Kredit — Einfuhrsperre als Auftakt zur Verständigung
Marburger ragesanzeiger.
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Anzeiger für (das frühere kurhessischef Oberheffen
Anzeiger der amtliche« Bekanntmachungen siir Stadt «nd Kreis Marburg
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Vergebliche Unterwerfung
Preußens Sparprogramm
Die Havas-Agenlur meldet aus 8e«f, daß entgegen den veröffentlichten Nachrichten es nicht richttg fei. dah Oesterreich sofort ein neuer Kredit eröffnet werde. Jeder zusätzliche Kredit an Oesterreich hänge von dem Ergebnis der Enquete ab. die demnächst an Ort «nd Stelle unter Leitung des stellvertretenden Generalsekretärs des Völkerbundes, Aveol, über die österreichischen Finanzen stattfinden werde. Der Havas-Vertreter unterstreicht, zu der Erklärung autorisiert zu sein, dah der französische Finanzmini st er im Laufe der gegenwärtigen BöMrbunds- tagung keine Kreditverpflichtungen gegenüber irgendeinem Staat übernommen habe.
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Die französische Regierung hat mit dem Datum vom 28. August Einfuhrverbote für Wein und Holz erlassen, die am 4. September in Kraft getreten sind. Diese beiden Einfuhrverbote berühren auch deutsche Interessen, insbesondere wird der deutsche Holzhandel in Mitleidenschaft gezogen.
Abgesehen von einer unmittelbaren Schädigung des deutschen Wein- und Holzhandels ist man in deutschen politischen Kreisen auch aus grundsätzlichen Erwägungen von den plötzlichen Einfuhrverboten überrascht, da sie in Wider- spruch zu dem deutsch-französischen Handelsvertrag stehen. Wenn dieser Vertrag auch für einzelne Güter Einfuhrverbote vorsieht, so dürfen diese Verbote jedoch nur aus lebenswichtigen Interessen für die betreffende nationale Industrie erlassen werden. Im Hinblick auf die verhältnismäßig geringe Zahl von 100 000 Arbeitslosen, die Frankreich im Vergleich zu Deutschland hat, kann man die Begründung der Einfuhrverbote mit lebensnotwendigen Interessen nicht verstehen. Das Auswärtige Amt wird mit der französischen Regierung in Verbindung treten, um die deutschen Interessen zu wahren. Wenn Deutschland nach demselben Prinzip verfahren würde, so könnte es so ziemlich jede Einfuhr verbieten, da bei feiner ungeheuer großen Zahl von Arbeitslosen durch jede Einfuhr ein deutsches Gewerbe betroffen wird.
Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß auch hier wieder von französischer Seite eine Politik der Ra - d e l st i ch e gegenüber Deutschland getrieben wird. Auch in Genf macht sich bei den dort geführten Verhandlungen nicht das geringste Entgegenkommen der Franzosen bemerkbar.
Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" bezeichnet die französischen Einfuhrverbote für Wein und Holz als oen Ausdruck einer eurvpafeindlichen Handelspolitik. Das Weineinfuhrverbot richte sich in schroffster Weise gegen Italien und vor allen Dingen gegenSpanien. Don dem Hvlzeinsuhwerbot werde am stärksten Deutschland betroffen. Mit Recht vertrete die deutsch Regierung den Standpunkt, dah hier eine glatte Verletzung des deutsch-französischen Handelsvertrages vorliege. Die Franzosen hätten feit einiger Zeit schon mehrfach durchblicken lassen, dah ihnen der deutsch-sran- -ösische Handelsvertrag nicht mehr beson
ders gefalle, inan könnte also die Einfuhrverbote zu den Vorbereitungen der L i - quidati on dieses Handelsvertrages rechnen.
Dann bleibt aber immer noch, so schreibt das Blatt, dieses abrupte und ziemlich grobe Verfahren reichlich merkwüroig, wenn man in den bevorstehenden französischen Ministerbesuch in Berlin denkt, zu dessen Programmpunkten auch so etwas wie eine wirtschaftliche Derständi- ugng gehören soll. Einfuhrverbote Psle-
Der Ministerpräsident Macdonald brachte am Mittwoch im Unterhause ein Gesetz ein, durch das die Regierung zum Erlaß von Kabinettsverfügungen, sogenannten „orders in council" zu dem Zwecke ermächtigt wird, Einsparungen in den aus öffentlichen Geldern zu bestreitenden Ausgaben zu erzielen und Verbesserungen in der Art und Weise der Begrenzung der Ausgaben herbeizuführen. Dieses Gesetz, das der englischen Regierung neue bedeutende Vollmachten etwa im Sinne des §48 der deutschen Verfassung gibt, passierte die erste Lesung. Die zweite Lesung soll am Freitag stattfinden.
Ohne Abstimmung wurde heute ein A n- trag Baldwins angenommen, wonach alle Haushaltsvorlagen, die morgen durch Snowden eingebracht werden, mit einer einzigen Ausnahme noch vor Ende der morgigen Abendsitzung angenommen sein sollen. Diese Maßnahme hat den Zweck, den Bestimmungen, die diese Beschlüße enthalten, sofortige Wirkung zu verleihen und die Spekulation zu verhindern. Eine der Vorlagen wird vertagt, um eine Debatte zu ermöglichen.
gen eigentlich nicht unter die Rubrik „Wirtschaftliche Verständigung" gerechnet zu werden.
Die „Deutsche Allgemeine Zeitung "gibt weiter der Ansicht Ausdruck, daß die französische Aktion entweder auf die Aktivität von ein paar ehrgeizigen Deputierten aus der Provinz im Dienste lokaler Interessen zurückMführen sei, oder daß man es für gut befunden habe, das deutsche Holz auszusperren, weil man in der französischen Handelsbilanz Platz schaffen möchte für das Holz der Russen, mit denen man in Wirtschaftsverhandlungen steht. Beides sei eine seltsame Vorspeise in dem Menü der beabsichtigten Berliner Besprechungen.
Der neue französische Botschafter in Berlin, Francois Poncet, wird feinen Poften am 20. September antreten.
Der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes von Bülow, der auf Wunsch des Reichsaußenministers Dr. Cnrttus nach Genf gekommen war, fährt im Laufe des heutigen Tages wieder nach Berlin zurück. Er hat während seines Anfenthaltes in Genf mit dem Reichsaußenminister die Vorbereitungen der Berliner Reise
Das preußische Staatskabinett beendete am Mittwoch nachmittag seine Beratungen über die Sparmaßnahmen und stimmte der preußischen S p a r- notvcrordnung zu, die indessen erst nach dem Abschluß der Beratungen über die Reichssparnotverordnung veröffentlicht werden wird.
Die Verordnung umfaßt selbst, wie der Demokratische Zcitungsdienst hört, cm«
” Das englische Kabinett trat am Mittwoch zu einer Sitzung zusammen, um den neuen Haushaltsvorschlägen ihre endgültige Form zu geben. Der Schatzkanzler Snowden wird am Donnerstag nachmittag nach 15.30 Uhr diese in einer Rede, die etwas über eine Stunde dauern soll, dem Unterhause darlegen, woran sich dann baldigst die Komiteeverhandlungen anschließen sollen.
Die Presse rechnet damit, daß der Schatzkanzler dem Unterhause ein Steuerbukett überreichen wird, das insgesamt 1,2 bis 1,4 Milliarden Mark mehr Erträge einbringen soll. Grundsätzlich würde er an der gegenwärtigen direkten Besteuerung, mit Ausnahme vielleicht der hohen Einkommen, festhalten, jedoch durchgreifende Aenderungen in den Bestimmungen der Steuerrabatte usw. vornehmen, auch glauben die Londoner Blätter, eine Erhöhung der Tabakzölle, der Abgaben auf Bier, Zucker und Tee sowie der "ustbarkeitssteuern für Theater und Hunderennen und endlich auch eine Erhöhung der Rundfunkbeitrage voraussagen zu können.
des französischen Ministerpräsidenten Lava l «nd des sranzöfischen Außenministers B r i a n d besprochen «nd die Wünsche «nd Anreg«ngen des Reichsministers entgegengenommen. Rach seiner Rückkehr nach Berlin werden die Besprechnngen über die Borbereitnngen zwischen Berlin and Parisdirekt geführt werden.
In französischen Kreisen wird hervorge- hoben, daß Laval sich ausdrücklich die Festsetzung des Berliner Berhandlungs- programms vorbehalten hat.
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Der tschechoslowakische Gesandte in Berlin hat dem Auswärtig» Amt einen Protest gegen den Hopfenverwendungs- zwang übermittelt und mit Gegenmaßnahmen der Prager Regierung gedroht.
In Washington wird offiziell der italienische Vorschlag auf Einlegung eines Rüstungsfeierjahrs begrüßt. \
Von der Christlichsozialen Partei in Oesterreich ist der bisherige Bundespräsident Niclas wiederum zumu Kandidaten nominiert worden.
mal die eigenen Maßnahmen des preußischen Staates, zweitens die Maßnahmen zur Sanierung der k o m m u n a l e n Finanzen. Die eigenen betreffen emen Scvchabbau auf allen Gebieten der preußischen Verwaltung.
Eine allgemeine Eehaltssenknng ist nicht in Aussicht genommen, dagegen ein Abbau der besonderen Leistnngs- und Funktionszulagen, die seit der Besoldungsregelung von 1927 gewisse Gruppen der Beamtenschast haben.
Der preußische Etat erfährt für den Rest des Jahres 1931/32 voraussichtlich eine Ausgabensenkung von 200 bis 300 Millionen RA. .
Die Maßnahmen zur Sanierung der kommunalen Finanzen beruhen nn wesentlichen aus den Vorschlägen des Deutschen Stadtetages Der Abbau betrifft sämtliche Gebiete des Kommunalwesens, insbesondere Schulen, Wohlfahrtswesen, Krankenanstalten und sonstige Einrichtungen, sowie Betriebe. Die Staatsregierung ermächtigt gemäß der Notverordnung des Reichspräsidenten die Gemeindeverwaltungen ihrerseits, die Haushalte durch geeignete Maßnahmen zu sanieren. Man ist bestrebt gewesen, das Niveau, des Schulwesens zu halten und auch auf den übrigen Gebieten nur folche Betätigungen abzubauen, die im gegenwärtigen Augenblick schwerster Krise nicht lebensnotwendig sind. Die Verordnung enthält schließlich Bestimmungen über die Bezüge der Gemeindebeamten. Abgesehen von einzelnen Fällen ist in letzter Zeit eine Nachprüfung der kommunalen Besoldungsordnungen durch die staatlichen Aufsichtsbehörden erfolgt.
Eine nochmalige allgemeine karz- fristige Revision der Besold»ngscrdnung soll die Staatsregiernng von der erfolgten Angleichung der Kcmmunal- gehälter an vergleichbare Sätze der Staatsbeamtengehälter überzeugen.
Die Revision soll binnen weniger Wochen beendet sein, damit eine nochmalige starke Beunruhigung der kommunalen Beamtenschaft vermieden wird. Für die leitenden Kommunalbeamten find Richtlinien über die Besoldung beschlossen worden. Ob diese Richtlinien auch aus die jetzigen Stelleninhaber Anwendung finden können, wird allerdings immer noch geprüft. Die Rechtslage ist außerordentlich zweifelhaft. Die eigenen Sparmaßnahmen der Gemeinden und Gemeindeverbände und die Sparvorschriften der Staatsregierung werden für die preußischen Gemeinden und Verbände voraussichtlich 200 Millionen für den Rest des Etatsjahres erbringen. Der preußische Staat ist seinerseits nicht in der Lage, über die bisherigen Zuschüsse hinaus
Beihilfen für die Kommunen
S leisten. Infblgedessen wird wahr- einlich die Staatsregierung die Reichsregierung auffordern müssen, ihrerseits auf Grund der Einsparungen an Repara- sionen auszuhelfen. Anscheinend erwartet man auch in Kreisen der preußischen Regierung, daß die Reichsregierung nunmehr entscheidende Schritte zu einer finanziellen und organisatorischen Re«
Notverordnungen in England
Kurze Frist für das Unterhaus