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Der An;elgenp«k« beträgt für den 11 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08 SM., sog. klein-Anzeigen und Familienanzeigen bei Barzahlung 0.07 SM., amtl. und auswärtige AnzeigenO.IO GM. Grundschrift: Solonel. Bei schwierigem Sah sowie bei Plahvorschrift 50°/e Aufschlag. — Sammelanzeigen 100"/« Aufschlag Reklam.-Millim. 0.40 GM. Grundschrift: Petit. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Ziel 5 Lage. Sfferteu-Gebühr: 25 Pfg., bei Zustellung der Angebote einschl. Porto —.60 GM. Belege werden berechnet. Erfüllungsort Marburg.
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Marburger Tagesaozelger
Anzeiger für (das frühere kurheffifche) Oberheffen
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
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1,6 Milliarden Kredit für England
Die enlische Regierung genießt volles Vertrauen — Erörterungen über die Gewährung einer Anleihe von 2 Milliarden
Erfolg der Entschlußkraft
Notruf der Bauwirtschaft
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beqa» «eldungen die Tatsache einer französifch-
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merikanischen Kreditgewährung an Eng-
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bi Betrage von 2 Milliarden Reichsmark avgelöst werden. Als Garantie werden, wie auch bei der sng- lischen Anleihe in Amerika vom Jahre 1925, englische Schahanweisungen dienen.
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Sie * hmd in Höhe von etwa 1,6 Milliar- W h« Reichsmark festzustehen, der sich ßhichmätzig auf Paris und Newyork ver- teilen soll. Der Kredit wird zunächst für 12 Monate laufen und wird möglicher 1(1/) Leise durch eine langfristige An- leihe — man spricht von 20 Jahren —
ft. Paris, 28. August. Hier find Mischen Vertretern des französischen Fi- aanzministeriums und des britischen Schatz- «tes sowie der Bank von England Fi- lnanzverhandlungen begonnen vorden.
Obwohl eine amtliche Erklärung noch «sstrht, scheint nach englischen Blätter-
| Einzelheiten über den Zinssatz sind noch »jU nicht bekannt gegeben, ebensowenig dar- iber, in welchem Ausmaß von dem Kredit
In der Pariser Morgenpresie wird die Anwesenheit der Vertreter des englischen Schatzamtes und der Bank von England ausführlich besprochen. Nach Auffassung des „Echo de Paris" handelt es sich diesmal nicht um ein Abkommen zwischen den großen Emmisstonsbanken Frankreichs, Englands und Amerikas, sondern vielmehr mn eine direkte Einigung zwischen dem englischen Schatzamt, dem französischen Finanzministerium und dem amerikanischen Schatzamt.
„I o u r n a l" berichtet ferner, daß der Vertreter des englischen Schatzamtes, Leith Roß, der gestern mit Finanzminister F l a n d i n konferierte, diesem «ne Botschaft Snowdens überreicht habe. Das Blatt fügt hinzu, datz während der Verhandlungen Flandins mit Leith Rotz und dem Vertreter der Bank von England, S i e p m a n, die Bank von Frankreich in dauernder Fühlungnahme mit der Federal-Reservebank von Newyork gestanden habe.
Das „I o u r n a l" ist der Auffasiung, datz ein Abkommen zwischen England einerseits und Frankreich und Amerika andererseits noch im Laufe des heutigen ^ages zustande kommt. Frankreich und «Merika würden sich, wie bereits das letzte Mal,, in den an England zu eröffnenden Kredit teilen, der diesmal wesentlich daher sein soll, als der letzte. Der „P e - 6 t Parisi en" ist der Auffassung, datz Ae Bedürfnisse der Dank von England die -Kreditmöglichkeiten der Emmisstonsbanken Frankreichs und Amerikas übersteigen, und *6man deshalb zu einer öffentlichen Anleihe in Newyork und Paris die Zu- Mt nehmen müssen. Im allgemeinen aeht man in der französischen Presse den Verhandlungen mit Wohlwollen entgegen and betrachtet es als ganz selbftverständ- "ch. datz die französischen Finanzen der Wischen im Nahmen des Möglichen zu ytffe kommen. So betont das „Jour-
I" u. a., datz der neue Kredit, der sich Wahrscheinlich um etwa 12 Milliar- n Franken bewegen werbe, geradezu ^kommen sein, weil er die Zusammen-
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arbeit der beiden Länder wieder einmal ganz besonders in den Vordergrund rückt. Es sei dies eine der besten Anwendungen der sogenannten Entente cordiale. Der „M a t i n" betont u. a., datz sich die Verhandlungen auf die Eröffnung eines Kredits in Form einer Anleihe bezögen, die auf dem Newyorker und Pariser Markt aufgelegt werden solle *
Wird man den deutschen Wählern auch jetzt noch erzählen, datz die Ausschaltung überspannter sozialistischer Tendenzen für die Wiederaufrichtung des Vertrauens von Nachteil ist?
Die gesamten Verbände der deutschen Bauwirtschaft, die Fachgruppen Bauindustrie, Baustoffindustrie, holzverarbeitende Industrie, Sägeindustrie und Holzhandel des Reichsverbandes der Deutschen Industrie, das Bauhandwerk, vertreten durch den Reichsverband des Deutschen Handwerks. Baustoffhandel und Baustofferzeuger, die Baumaschinenindustrie, Architekten und Ingenieure haben an die Reichsregierung eine Eingabe gerichtet, in der auf die G ef ahr en der gegenwärtigen amtlichen Bau- politik und auf die Schäden hingewiesen wird, die hieraus der deutschen Wirtschaft erwachsen mühten. In der Eingabe wird il a. festgestellt, dah der Produktionsrück
gang ber der Bauwirtschaft seit dem Jahre 1929 etwa 55 bis 60 v. H. betrage, während bet den anderen Produktkonsgüterindustrien der Rückgang etwa 26,3 v. H. und bei den Verbrauchsgüterindustrien etwa 13,8 v. H. ausmache.
öiet lieg« der eigentliche Herd der Wirtschaftskrise,
zumal wenn man bedenke, dah rund 70 bis 80 v. H. des Wertes der errichteten Bauwerke auf Löhne und Gehälter entfielen. Jede Milliarde Produktionsausfall bei der Bauwirtschast mache rund 350 000 Arbeiter arbeftslos. Gleichwohl setze sich der P r o z e tz tödlicher Erstarrung in beschleunigtem Tempo fort. Man wolle den Zufluh auch der letzten öffentlichen Mittel abschneiden. Ueber eine Million Arbettslose in der Bau-
Das Defizit in Preußen
Eine Notverordnung in Sicht
wirtschaft betrage beinahe eine Milliarde jährlicher Unterstützungsbeträge. Sie bedingten einen gewaltigen Steuerausfall und bedrohten den Bestand der Sozialversicherung. In der Bauwittschaft selbst, die unter ihren insgesamt etwa 360 000 Betrieben besonders zahlreiche selbständige mittlere und kleinere Bettiebe aufweise, bedeute es das Erlie-
Berlin. 27. Aug. Die Vorarbeiten der preuhischen Ressorts für ein Finanzprogramm zur Deckung des Defizits im preuhi- schen Staatshaushalt, das
auf etwa 350 Millionen beziffert wird, sind jetzt so weit gediehen, dah in den nächsten Tagen mit ihrem Äbschluh zu rechnen ist. Man ist weiter gegenwärttg da- mtt beschäftigt, die auf Grund der neuen Notverordnung des Reichspräsidenten notwendigen Verordnungen fettigzustelten, die auch den Gemeinden die Möglichkett geben sollen, ihre Etats soweit wie möglich p» Ordnung zu bringen.
Wie das Nachrichtenbüro des Vdz. er« fährt, wird das preuhische Staatsministerium am Dienstag nächster Woche zu einer Sitzung zusammentreten, um zu den einzelnen Vorschlägen Stellung zu nehmen. Ob in dieser Sitzung schon endgültige Beschlüsse gefaßt werden, läht sich angesichts des Umfanges der Materie noch nicht mit Sicherheit sagen.
Entsprechend der Notverordnung des Reichspräsidenten werden sämtliche Beschlüsse des preuhischen Kabinetts gleichfalls auf dem Wege der Notverordnung
ln Kraft gefetzt werden. Der Preuhische Landtag wird also zunächst mit diesen Dingen nicht besaht.
Ueber den voraussichtlichen Inhalt des Programms ist im Augenblick noch nichts zu erfahren. Es haben in den letzten Tagen im preuhischen Finanzministerium mehrfach Besprechungen mit den Vertretern der Finanzministerien der anderen großen Länder stattgefunden, um eine Klärung über die notwendigen und möglichen Mahnahmen herbeizuführen und
«in möglichst «inheftliches Vorgehen der
Länder
zu gewährleisten. Zuletzt hat am Mittwoch eine solche Konferenz stattgefunden, an der neben den Referenten auch die mahgebenden Minister der Länder teilgenomrnen haben. Der Deutsche Städtetag, dessen Programm auch eine Grundlage der neuen Spar- oorschläge bildet, ist an den Vorarbeiten weitgehend beteiligt worden. Fast täglich haben Verhandlungen preuhischer Regierungsstellen mit den Vertretern des Städtttages stattgefunden.
gen von Tausenden von Cristen- zen des selbständigen Mittelstandes. unübersehbares Elend m den Kreisen der Arbeitnehmer und wiederum umfangreiche Steuerausfälle. Eine grundsätzliche Wendung der amtlichen Baupolitik sei daher unbedingt erforderlich.
Die Eingabe zählt dann eine Reihe von Maßnahmen auf, die von der Bauwittschaft für unbedingt notwendig erachtet werden. Die öffentliche Bautätigkeit müsse in dem durch die Voranschläge des Frühjahrs bestimmten Ausmah aufrecht erhalten werden. Alle Besttebungen öffentlicher Stellen, unter Ausschaltung der Unternehmer und der Angehörigen freier Berufe, Bauten auszuführen, mühten unterbunden werden. Die Bauaufträge der öffentlichen Hand seien so- wett auszufüllen, dah annähernd die durch- schntttliche Bautätigkeit dieser Stellen wieder erreicht werde, selbstverständlich unter Beschränkung auf unbedingt erforderliche Bauten.
Das amtliche Wohnungsbauprogramm für 1931 müsse in vollem Umfang durchgeführt werben.
Die Zwangswittschaft ttn Wohnungswesen ser unter Abkürzung der Fristen der Notverordnung vom 1. Dezember 1930 beschleunigt aufzuheben. Für die Hauszinssteuer müsse ein Endtermin und die Stufen des Abbaues bestimmt werden, jedoch unter unveränderter Beibehaltung der geldlichen Zuschüsse, für den Kleinstwohnungsbau mindestens für die Jahre 1931 und 32.
Kurze Meldungen
Der Wirtschaftsausschuß des Reichs!« binettS wird amSonnabend eine Ätzung abhalten, in der voraussichüich die Entscheidung über die Organisatton der Danken fallen wird, auf die das Reich Einfluß hat. Auch in der Frage der Dankaufsicht wird die Erörterung fottgefühtt werden.
Zwischen dem Reichskanzler Dr. Drü- ning und dem Führer der DRBP., Dr. Hugenberg, fand am Donnerstag nachmittag eine Besprechung statt, die etwa 3V- Stunden dauette und an der auch Prälat K a a s und Geheimrat Q u a a tz teil» nahmen.
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Bei den revolutionären Unruhen in Lissabon sind 35 Personen getötet und etwa 300 verletzt worden. Etwa 500 Personen befinden sich im Gefängnis.
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Zn einer gemeinsamen Sitzung des Generalrates der englischen Gewerkschaften und der Arbeiterpattei wurde eine scharfe Entscheidung gegen die Ra-
tional-Regierung gefaßt, in der besonders die drastische Kürzung der Sozialausgaben krftisiert wird.
Zwischen Macdonald und Stim- s on hat in London eine neue Unterredung über „den weiteren Ausbau der freundschaftlichen Beziehungen zwischen England und den Bereinigten Staaten" stattgefunden. Staatssekretär Sttmson wird sich am Freitag nach Amettka zurückbegeben.
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Der polnische Außenminister Zaleskr hat am Donnerstag Wattchau verlassen, um sich zunächst nach PaW za Derhand- lungen mit dem französischen Außenminister und sodann nach Genf zu begeben.
Der Kreditausschuß des PaneUrvpavUS- schusses in Genf hat feinen Bericht über die internationale Finanzlage abgeschlossen. Rach den dishettgen Inhaltsangaben soll er sich vollkommen trott der französischen Auffassung decken und z. B. k e i - netlei Hinweis auf die Revara- tionsfrage enthalten...
150 Millionen zur Russenfinanzierung.
Die Verhandlungen mit der Reichsbahn über Bereitstellung von Mitteln für die Finanzierung des Lieferungsgeschäftes nach Rußland haben laut „In- dufttie und Handel" zu einem vorläufigen Ergebnis geführt. Danach werden garantierte Ruffenwechsel. die bis Mitte nächsten Monats fällig werden, von der Reichsbahn rediskontiert. Der dafür in Aussicht genommene Betrag bewegt sich um 15 0 Millionen 9tdl. Ueber das anzuwendende Verfahren schweben noch Besprechungen, an denen auch die zuständigen Vertreter der deutschen Industrie und des Bankenkonsortiums teilnehmen. Die bisher gefundene Teillösung ist noch nicht voll befriedigend, man hofft aber, daß es gelingt, durch Entlastung des Wechselportefeuilles der Großbanken Mittel für die Finanzierung der im Sommer 1931 vergebenen und langfristig kreditierten Rußland- gefchäste freimachen zu können. Hebet die Höhe der Diskontspesen sind Beschlüsse . noch nicht gefaßt.