Einzelbild herunterladen
 

Witwe», WL6.WMM1

__ Ob«rh-ssisch- Bettung' « TV, sechsmal wöchentlich. Be- monatlich 2.20®9R.aa#- Zustellungsgebühr, durch £ Post 2.45 GM. Für etwa durch kLetf, Maschinendefett oder «le- Sretgniffe ausfallend« wird kein Ersatz ge- Verlag, Dr. §. Hitzerotb» bet Univ-Buchdruckerei ^Aug. Koch, Markt 21/23. Ausprecher: Rr. 54 und Rr.55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt , Süt. 5015. Sprechzeit bet Redaktion von 1011** »/,!! Uhr.

SbeehMsche

»mtmm 4 4^ Milch»

Zagtstmtigtt 4 11/ H I Sil III Wtistihme

Sir. IW fi6.Äp.

Marburg n. Sohn

Der Anzeigenpreis betrügt für de» 11 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08 GM., sog. kleine Anzeigen und Familienanzrigen bei Barzahlung 0.07 GM., amtl. und auswärtige Anzeige» 0.10 SM. Srundschrift: Solonel. Bei schwierigem Sah so­wie bet Platzvorschrift 50% Auf­schlag. Sammelanzeigen 100% Aufschlag Reklam.-Millim. 0.40 GM. Grundschrift r Petit. Jeder Rabatt gilt als Barrabalt. Ziel 5 Tage. Offerten-Sebührr 25 Pfg., bet Zustellung der Angebote einschl. Porto.60 GM. Belege werden berechnet. Lrsüllungsort Marburg.

Anzeiger für (das frühere knrheffifche) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Frankreichs Annäherung an Rußland

Verstärkte diplomatische Rückendeckung - Die Rolle Polens -- Deutschland soll unterrichtet werden

Nicht-Angriffs-Pakt

EnglandsNot-Regierung"

In amtlichen französischen Berichten wird «tinnehr der Z «s a mm e n h a n g zwischen tat russisch-französischen und polnisch-rus- sischen Verhandlungen über einen Nicht- »ngriffspakt zugegeben.

Der russische Außenminister S i t w i - ,off wird bei der nächsten Gelegenheit tau deutschen Botschafter über den Stand der Verhandlungen mit Frankreich und Polen unterrichten.

Die Pariser Morgenblätter geben die amtliche französische Mitteilung über die Verhandlungen mit Sowjetruhland über *tat Abschluß eines Nichtangriffs­paktes wieder, ohne dazu Stellung zu nehmen. Nur dasI 0 u r n a 1 widmet der Angelegenheit einen kurzen Artikel, in dem es u. a. hervorhebt, dah der Wrder- spruch zwischen der Erklärung der sowjet- russischen Agentur T. A. S. und tatsäch­lichen Vorgängen nur scheinbar sek.

Die russischen Mitteilungen besagten lediglich, daß keine augenblicklichen Verhandlungen im Gange seien, wäh­rend sie das Bestehen eines Paktoor- schlages nicht in Abrede stellen.

Man kann daraus höchstens schlichen, dah der Sowjet-Regierung die polnische Lertrauensformel nicht genügt.

Bisher habe Polen den sowjet-rus­sischen Vorschlägen gegenüber stets eine -starke Zurückhaltung beobachtet, da man in Warschau der Auffassung ge­wesen sei, dah die Räte-Unton die Absicht verfolge, das polnisch-rumänische Bündnis zu sprengen und so das zwischen Deutsch­land und Sowjet-Ruhland errichtete Boll­werk zu beseitigen. Es sei interesiant, fest­zustellen, dah Polen nicht aller« stehe, wobei man unterstreichen mllsie, dah Frankreich durch sein Bündnis mit Polen verbunden sei und sich niemals verpflich­ten könne, Polen im Angriffsfall nicht zu Hilfe zu kommen. Unter dielen Be­dingungen sei es klar, dah der Weg zwi­schen Paris und Moskau über Warschau führe.

DerExcelsi 0 r" fügt vem amtlichen Bericht eine kurze Stellungnahme an, in der es heiht, dah zum Zweck einer fried­lichen Verständigung mit Der Sowjet- Union die Verhandlungen zwischen Paris Moskau, WarschauMoskau und Paris Warschau geführt worden seien. Als Er­gänzung zu der Politik einer deutsch-fran­zösischen Annäherung bedürfe es der Be­freiung der Lage von Lasten Ruhlands, dem es wünschenswert erscheine, nicht den Eindruck der Isolierung zu erwecken, wenn es sich um die Herbeiführung einer besie- ren persönlichen Zusammenarbeit im Rahmen der europäischen Union' handele.

Die französischen Blätter verfolgen mit großer Spannung die Neubildung der englischen Regierung. Im Vordergrund >l»ht natürlich die Frage, welche Rück­wirkungen auf die englisch-französischen Beziehung zu erwarten sind. Das »Echo de Paris" erklärt, das Kabinett lei schon durch seine heterogene Zusammen- lehung dazu verurteilt, nur halbe Arbeit Zu leisten. Es sei aber notwendig, die eng- chche soziale Politik gründlich zu ändern, Cq die Erfahrungen gezeigt haben, daß so- gar das reidje England durch die Last der Arbeitslosenversicherung erdrückt worden.

sei. DerPetit P a r i s i e n" hebt her­vor, der neue Außenminister Lord Reading sei ein erfahrener Parlamentarier und Anhänger der französisch-englischen En­tente. Man könne in seiner Ernennung ein gutes Vorzeichen für die Festigung des europäischen Friedens erblicken. Auch andere Blätter widmen Lord Reading wohlwollende Begrüßungsworte und glauben, auf eine Politik des Zusammen­gehens mit Frankreich rechnen zu können. So erinnert derM a t i n" an die enge Zusammenarbeit Lord Readings mit Tardieu.

Die wichtigsten Posten des neuen Kabi­netts sind wie folgt besetzt:

Premierminister Macdonald, Staatssekretär des Aeuheren Lord

Reading,

Staatssekretär für Indien Sir Samuel Hoare,

Lordpräfident des Geheimen Staatsrates Baldwin,

Schatzkanzler Snowden,

Innenminister Sir Herbert Samuel, Lordkanzler Lord Gantet,,

Doch Besoldungskürzung?

Möglichkeiten der neuen Notverordnung

Berlin, 25. Aug. Aufgrund des Ar­tikels 48 Abs. 2 der Reichsverfassung wird verordnet:

1. Die Landesregierungen sind ermäch­tigt, alle Maßnahmen, die zum Ausgleich der Haushalte von Ländern und Gemein­den (Gemeindeverbände) erforderlich sind, im Verordnungswege vorzuschrei­ben. Sie können dabei von dem bestehen­den Landesrecht a b w e i ch e n.

2. Die Landesregierungen können ins­besondere bestimmen, daß und in welcher Weise die Personalausgaben und andere Ausgaben der Länder und Gemeinden (Gemeindeverbände) herabgesetzt werden. Verpflichtungen aus Verträgen bleiben unberührt, soweit es sich nicht um Per­sonalausgaben handelt.

gez. Unterschriften.

Vom Reichsfinanzministerium ist zwar vor kurzem dementiert worden, daß eine neue Besoldungskürzung für die Beamten vorbereitet werde, aber die Anzeichen da­für, daß die für September zu erwartende Notverordnung abermals einen Eingriff bei den Beamtengehältern bringen werde, haben sich in der letzten Zeit verdichtet. Vor allem spricht dafür der Umstand, daß in der angekündigten Notverordnung zur Sicherung der Haushalte der Länder die Landesregierungen ausdrücklich zur Kürzung der Personalausgaben ermächtigt werden sollen; insoweit entspricht diese Verordnung zweifellos einem Wunsch:, der von einer Reihe von Landesregierungen selbst an die Reichs­regierung herangebracht worden ist. Wenn aber in den Ländern und Gemeinden er­neut hie Gehältere gesenkt werden sollen, kann sich auch das Reich nicht davon aus­schließen, zumal da der Betrag, den es zum Ausgleich seines eigenen Hausetats und der Haushalte der anderen öffent­lichen Körperschaften braucht, durch die auf dieses Jahr entfallende Reparations­ersparnis von 1200 Millionen 9IM kaum gedeckt sein dürfte.

Innerhalb der Reichsregierung selbst ist über die kommenden Maßnahmen noch nichts entschieden. Es ist jedoch zu er­warten, daß nach der Rückkehr des Kanz­lers nach Berlin eine gemeinsame Be­sprechung zwischen der Reichsregierung, den Landesregierunaen und den Ver-

: Z" - MV . >» - . . .

tretern der Gemeinden stattfindet, m der versucht wird, für alle beteiligten öffent­lichen Körperschaften ein gemein sames Finanzprogramm auszu­arbeiten. Im Zusammenhang damit dürfte dann auch die Entscheidung über die Frage einer etwaigen neuen Besoldungs- küxzung getroffen werden.

----*-----

Brünings Vertrauen

Stuttgart, 25. Aug. Auf einem par­lamentarischen Abend, den die Zent rums­part ei im Vereinsbaus St. Vinzenz beute aus Anlaß der Tagung der Reichstagsfrak­tion des Zentrums veranstaltete, richtete Reichskanzler Dr. Brüning an die Par­teifreunde eine Begrüßungsansprache. Der Kanzler erllärte u. a.: Die Welt kann nur gesunden, wenn eine Reibe von Maßnahmen auf internationaler Basis in diesem Augenblick und in dieser Zeit der größten Wirtschaftskrise, die die moderne Geschichte zu verzeichnen hat, erfolgt. Die Regierung ist sich bei allen lleberlegungen und bei allen Maßnahmen, die sie getroffen hat, darüber fiat gewesen, daß, wenn nicht das Ver­trauen, die Disziplin des deutschen Volkes vorhanden gewesen wären, diese Maß­nahmen nicht von Erfolg begleitet gewesen wären. Und es gibt keinen größeren Erfolg im ganzen Ausland, keipe größere Erhöhung der Achtung und des Prestiges, als daß das deutsche Volk in den Wochen, wo die Banken und Sparkassen vorübergehend auf Geheiß der Regierung ihre Zahlungen einstellen muß­ten, es niemals zu einer Ausschrei­tung und nirgendwo zu einem Tumult ge­kommen ist und daß die kritischsten Auslän­der festgesteltt haben, daß das deutsche Volk noch nie so ruhig gewesen sei, als in diesem Augenblick höchster Not.

Und das soll uns die Hoffnung geben, ge­trost trotz aller Schwierigkeiten dem außer­ordentlich schweren Winter entgegen zu sehen. Es ist ja so, daß durch die Bot­schaft des Präsidenten Hoover, wenn sich ihre Auswirkungen auch nicht sofort in voller Tragweite zeigen konnten, immerhin die erste Grundlage gelegt wurde für eine dauernde Besserung. Damit ist es nicht allein geschafft, und viele internatio­nale Besprechungen und Vereinbarungen müs­sen folgen, wenn die Völker der Welt diese ungeheuerste aller Wirtschaftskrisen werden überstehen sollen. Und ich betone das aus­drücklich, um Ihnen auch zu sagen, wo die Grenzen unserer Möglichkeiten liegen. Und wir sind der festen Ueberzeu- gung, daß, wenn das deutsche Volk diese Proben durchmacht, so wie es die Proben in den vergangenen Monatm zur Bewunderung der Welt überstanden bat, dann wird es gelingen, die deutsche Krise zu überwinden.

Staatssekretär für Dominkons und Ko­lonien I. Thomas,

Wohlfahrtsminister Neville Cha.m« berlain,

Präsident des Handelsamtes Sir Philip Cunliffe-Lister.

Folgende Persönlichkeiten gehören dem Ministerium, aber nicht dem Kabinett an: Luftfahrtminister Lord Amulree, Erster Lord der Admiralität Sir Austen Cham­berlain, Sekretär für Schottland Sir Archibald Sinclair, Unterrlchtsminister Sir Donald Maclean, Arbeitsminister Sir Henry Betterton, Erster Kommissar der öffentlichen Arbeiten Lord Londonderry, Kanzler des Herzogtums Lancaster Lord Lothian.

Das neue Kabinett hat 10 Mitglieder: vier Vertreter der Arbeiterpartei, vier Konservattve und zwei Liberale.

Zu der neuen Ministerliste stellt Times" fest, daß alle arbeiterpartei- lichen Mitglieder des engeren Kabinetts ihr Portefeuille behalten werven. Die liberalen und konservativen Kabinettsmit­glieder seien alle Mitglieder früherer Ka­binette gewesen. Baldwin Nabe es vor­gezogen, kein Ministettum zu übernehmen. Er werde statt dessen den Ministerpräsi­denten bei der Festlegung der allgemeinen politischen Linien unterstützen, ohne vor­aussichtlich von seiner Stellung als Spre­cher der Regierung im Unterhaus praktisch Gebrauch zu machen. Neville Chamber­lains Rückkehr ins Gesundheitsministe­rium sei auf seinen eigenen Wunsch er- foglt. Ueberraschender Weise fehlt in der Ministerliste der Name Lord Hails- h a m s. Da der arbeiterparteiliche Lord Sankey weiter Lordkanzler bleibt, wird Hailsham voraussichtlich an anderer maß­geblicher Stelle Verwendung finden, viel­leicht das Kriegsministerium übernehmen, daß bisher unbesetzt geblieben ist und zwar wie verlautet auf besonderen Wunsch Macdonalds, der noch versuchen will, T. Mr. Shaw zum Bleiben zu veranlas­sen. Sir Henry Betterton als Ar­beitsminister dürfte nach Ansicht der Times" allgemeine Zustimmung finden, weil er als Parlamentssekretär dieses Ministeriums unter der letzten konser­vativen Regierung und als konservativer Vertreter im Ausschuß für Erwerbslosen- verficherung wertvolle Dienste geleistet habe.

Die Aufnahme des englischen Kabinetts in der englischen Presie.

Die neueNationale Regierung" wird von fast sämtlichen Blättern mit Wärme begrüßt. Ihre Mitglieder werden als die Männer bezeichnet, die geeignet seien, im In- und Ausland Vertrauen zu erwecken. NurDaily H e r a l d" nennt das Ka­binett ein Erzeugnis des Druckes eng­lischer und ausländischer Banken. Das Blatt schlägt vor, die im Auslande ange­legten brittschen Kapitalien zur Stützung und Verteidigung des Sterlingkurses zu mobilisieren. Die gleiche Maßnahme sei bereits während des Krieges mit Erfolg durchgeführt worden.

Die liberaleNews C h r 0 n i c I e beklagt das Fehlen Hendersons im neuen Kabinett. Henderson habe sich bei der Lösung der auswärtigen Angelegen­heiten ungemein ausgezeichnet.

Der liberaleManchester Guar­dian" schreibt:: Wenn es sich als ttchtig erweist, daß die Arbeiterpartei der Re-