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Oberhessische Zeitung, Marburg a. L.. Donnerstag, den 20. August 1931

Sr. 154

Marburger ElablzeUung

Ovfer -er Straße

Wer in der Stadt seine Augen etwas offen hält, der hat gewiß schon eine der folgenden Szenen beobachtet:

Ein alter Mann ist auf der Straße ausge­glitten. Eine achtlos weggeworfene Bananen­schale hatte ihn zu Fall gebracht. Stöhnend liegt er da, kein Versuch aufzustehen gelingt. Niemand legt aber Hand an oder geht Hilfe herbeizurufen. Dafür bespricht man vor den Ohren des Verletzten, was der Mann alles gebrochen haben könnte. Endlich zwängt sich unter Protest, der Menge ein Samariter durch. Er hat Mühe durchzukommen wer will auch auf seinen Platz verzichten er muß sich plagen, bei seiner Hilfeleistung nicht auch von den Neugierigen überrannt zu werden. Man merke sich: Wer nicht gelernt hat,- Hilfe bei Unfällen zu leisten, der störe nicht Berufene« bei ihrer ersten Hilfeleistung, son­dern gehe weiter und verständige die Unfall­stelle oder den nächsten Schutzmann. Ein an­deres Bild: Es ist Volksfest. 3n dichten Strömen schieben sich die Massen zum Fest­platz. In der Menge ist auch eine Familie eingekeilt: der Vater mit einem dreijährigen Jungen an der Hand, die Mutter das kleinere der Geschwister auf dem Arm. Plötzlich ent­steht eine Drängelei. Schon ist der kleine Junge der Hand des Vaters entglitten und entgeht mit knapper Not dem Zertretenwer- .den. Darum die Mahnung: bleibt mit Kin­dern und Gebrechlichen großem Trubel fern, sie können dabei schweren gesundheitlichen 'Schaden erleiden und verderben auf alle Fälle den Erwachsenen den Genuß. Der Ver­kehr erfordert X Opfer durch die Unzu­verlässigkeit von Maschinen, Versagen von Bremsen usw. Die vermeidbaren Verluste aber, die aus der Gedankenlosigkeit, ja der Rücksichtslosigkeit der lieben Mitmenschen ent­stehen, müßten durch eine ,,Verkehrshygiene" in Bälde ganz zum Verschwinden gebracht «erden!

* Eine neue Sehenswürdig­keit des unteren Lahntales. Es scheint dem großen Publikum noch sehr we­nig bekannt zu sein und darum sei an dieser Stelle nachdrücklich darauf hingewie­sen, daß seit dem 1. Juli dieses Jahres das Stammschloß des Fresherrn vom Stein in Nassau der allgemeinen Besichtigung zugänglich gemacht worden ist. Niemand, der den idyllischen Unterlauf der Lahn zum Ziel seiner Wanderfahrt erwählt, sollte versäumen, Schloß Nassau zu besuchen, um seinem Auge und Herzen eine erhebende Feier zu bereiten. Die Wohnräume des Schlosses und ihre Ausstattung sind Zeug­nisse edelster künstlerischer Gesinnung aus längst vergangener Zeit. Leber diesen tein ästhetischen Wert hinaus aber erhal­ten sie noch die besondere Weihe und Be­deutung, Heimat und Lebensaufenthalt eines der größten deutschen Männer ge­wesen zu sein.

* Don der Universität. Die Wahl des Prof. Dr. Alfred Thiel, Di­rektor des Physikalisch-chemischen Instituts, zum Rektor der Universität Marburg für das Amtsjahr 15. Oktober 1931 bis dahin 1932 ist vom Kultusministerium be­stätigt worden. Der aus Waldenburg (Schlesien) gebürtige Ehemiker, Schüler von Ä. Ladenburg und F. W. Küster, be- ?ann seine akademische Laufbahn im Jahre 904 in Münster, wo er später die Stelle eines Abteilungsvorstehers am Ehemischen Institut und 1909 die Beförderung zum Extraordinarius erhielt. Zwei Jahre später kam Thiel nach Marburg, wo er 1919 zum Ordinarius ernannt wurde. Thiel» Arbeiten betreffen besonders anor­ganische und physikalische Ehemie.

Polizeiliches. Festgenommen wurde «n Bettler und dem Amtsgericht zugeführt.

'Auf einer llebungsf«hrt passierte gestem eine Reichswehrabteilung mit Panzer­wagen, Motorrädern und Maschinengewehren die hiesige Stadt.

* Ein schweres Gewitter ging gestern abend über unsere Stadt und Um­gegend nieder. Gegen 23 Uhr war plötzlich die ganze Oberstadt in Dunkel' gehüllt. In den Straßen herrschte eine Finsternis, die nur durch starke Blitze erhellt wurde. Der wolken- bruchartiae Regen brachte so große Wasser­massen, daß die Kanäle diese nicht fassen konnten. Den Wiesen ist das nasse Wetter der letzten Zeit stellenweise recht gut bekom­men, und der nächste Echmtt dürfte nach Bes­serung des Wetters recht gut ausfallen. Grö­ßeren Schaden hat die Nässe an der Körner­frucht angerichtet, die noch auf den Feldern steht. Auch an den Obstbäumen, die vielfach reichen Behang aufweisen, haben Regen und Sturm starken Abfall bewirkt, so daß auch hier fühlbarer Schaden entstanden ist. Wie das bisherige Wetter sich bei den Kartoffeln auswirkt, bleibt abzuwarten.

* Die Allgemeine Ortskranken­kasse Marburg.Etadt wird am kom- menben Dienstag in das eigene Kranken- kassengebäude in der Wörthstraße verlegt. Aus diesem Grunde bleibt die Kasse am Diens­tag geschlossen, und am Mittwoch ist die Kasse nur von 11 bis 13 Uhr Le. öffnet. Zahlungen, die am Dienstag fällig find, können bereits am Montag geregett werden.

* Die ehemaligen Pioniere von Warburg und Umgebung wollen am Sonn- tag, dem 23. August, nach Hermershausen wandern, um ihre Kameraden dort zu be- suchen. Sie treffen fich Lei erträglichem Wet- ter nm 13,45 Uhr am Wilhelmsplatz.

SaMauen- und Kinder RaKmlttag des Marburger SaMauenverelns e. B.

Schon viele Hausfrauen-Nachmittage hat der Marburger Hausfrauen - verein e. 93. veranstaltet, aber keiner war so der Jugend gewidmet wie der gestrige. Und die Jugend war auch dank­bar dafür, denn das konnte man an der Fröhlichkeit erkennen die unter ihnen herrschte. Zu bedauern war es nur, daß die Veranstaltung durch das schlechte Wet­ter im kleinen Stadtsale abgehalten wer­den mußte, denn int Freien hätte sie noch mehr an Reiz gewonnen. Aber die Kin­der waren auch so zufrieden, denn es ent­wickelte sich bald ein fröhliches Treiben und als auch noch die Hauskapelle der Stadtsäle ihre lustigen Weisen ertönen ließ, und die altbekannten Kin­derlieber, wieFuchs du hast die Eans ge­stohlen",Der Ketzerbach ein Hujeija" oderWer will unter die Soldaten" spielte, da wurde kräftig mitgesungen und die Eltern freuten sich, welchen Geist ihre Sprösslinge entwickelten. Den Höhepunkt erreichte die Veranstaltung, als die Schelle ertönte und Herr Mülle r-Bary mit seinen Puppenspielkünste begann. Da war der Jubel groß. In geschickter Weise ver­stand der Künstler seine Darbietungen so zu gestalten, daß auch die Kinder ein Wort mitreden konnten. Denn das ist doch die Hauptsache bei Puppenspielen. Man hat schon oft Puppenspiele gesehen, aber die Spiele die von Herrn Müller-Bary

* Kvnzert-Abend. Unter der be­währten Führung des Musikmeisters Große bot der gestrige Konzertabend des Musikkorps des Ausb.-Batl. wieder ebenso anregende wie genußreiche Stunden. Jede Nummer der Vortragsfolge wurde mit starkem Beifall belohnt. Das Orchester folgte mit ausgezeichneter Diszipün den Ausdeutungen ihres Meisters, der bei Wahrung der großen Linie auch nicht die Details außer acht lieh und diese auf das subtilste herausarbeitete. Die Schallmeien- gänge in der Tell-Ouvertüre bildeten ein Kabinettstück der Holzbläser, welche sich in allen Stücken hervortaten, wie auch die Blechbläser. Die im Schlußteil desSom- mernachtStraumeS" Und derDellouver­türe" Unit prachtvollem Glanz bei flottem Dempo Und straff gewahrtem Rhythmus ein Leuchtfeuer über die Fottisstmoftellen schütteten. 3mSiegfried-Idyll", der Balletmusik Der OperGioconda", dem Glöckchen des Eremiten" zeigte sich auch der Streichkörper gut eingespiell. Wie in diesen Stücken, so wußte Große auch in den Vorspielen zuCarmen" und tmVol- kunger Marsch", wie imZigeunerbaron" die Schattierungen der einzelnen Instru­mentengruppen fein herauszuheben und in emotionellen Dellen der Partitur die Dynamik in bester Abstufung wirksam zu gestalten. Dem auffordernden Beifall folgte Der Dirigent mit einigen flotten Zu­gaben. Wie wir hören, sollen diesem Kon- zertabend noch mehrere folge», deren Be­such wir nur aufs Beste empfehlen können. Richt ohne Grund hat das Musikkorps in allen Städten, in denen es spielt, wie Mainz, Wiesbaden usw., immer ein aus- verkauftes Haus. Richt ohne Grund wird Musikmeister Große zur Mitwirkung im Rundfuick aufgefordert. Wir hoffen, daß auch in Marburg die Leistungen des Mu- sikkorps Durch besseren Besuch dieser Kon­zerte jene Anerkennung finden, die eine treue Gemeinde ihnen schon seit langem zollt.

* Fahrpreisermäßigung für Jugendpflege. Durch einen Erlaß des preußischen Dolkswohlfahttsministers ist dem Reichsverband der Kleingartenvereine Deutsch­lands für die in diesem Verband zusammen­geschlossenen Jugendgruppen die Berechtigung zur Inanspruchnahme der Fahrpreisermäßi­gung erteilt worden.

Schützt die Bodenkammern vor Feuersgefahr! Die meisten Dachstuhl- brände ereignen sich bekanntlich während der Sommermonate. Dies kann nicht wunder­nehmen, wenn man bedenkt, daß sich im Som­mer unter den Dächern oft eine intensive Hitze entroidelt und die ausgedörrten Papier- und Holzvorräte, Heu, Holzwolle usw. dann leicht m Brand geraten. Ganz abgesehen von der Butzgefahr! Es ist schon oorgekommen, daß durch Glasglocken und Flaschen, die unmittel­bar am Bodenfenster standen, Brennpuntte erzeugt wurden, die, wenn sie auf leicht ent­zündbare Gegenstände fielen, den Dachstuhl m Brand setzten und vielleicht das ganze Haus in Asche legten. Gefährlich ist es auch, wenn es in das Dach hineingeregnet hat und darauf sengende Hitze die befeuchteten Gegen- stände erwärmt. Mancher hat jetzt auch Vor­räte auf dem Boden aufgestapüt. Daß es nicht Zündhölzer und ätherische Dde fein dürfen, die in den Dachkammern lagern, versteht sich wohl von selbst! Nie gehe man mit dem Lichte auf den Boden: man kann türzen, ohnmächtig werden, die Kleider und Haare können in Brand geraten und chon ist ein furchtbares Unglück geschehen. Allo Ächtung hinsichtlich der Vorräte unter dem Dache.

gezeigt wurden hatten auch einen tieferen Sinn. So wurde an einem Beispiel ge­zeigt, daß man nicht neugierig fein soll, und wenn man das ist, daß dann öfters die Strafe auf dem Fuße folgt, wie es hier geschah. Auch die anderen Darbietungen fanden den siürmischen Beifall von Alt und Jung. Wenn die Kinder ganz bei der Sache waren, so muß man das auch von den Müttern sagen, denn diese fühlten sich in die Kindheit zurückversetzt, und erinner­ten sich an Kasperle-Theater, die sie als Kind bei festlichen Veranstaltungen ge­sehen hatten. Müller-Barys Darbietungen sind ja nicht mit einem Kasperle-Theater aus früherer Zeit zu vergleichen, denn bei ihnen tritt mehr der künstlerische Gedanke in den Fordergrund. Im Laufe des Win­ters beabsichtigt Herr Müller-Bary mehr an die Oeffentlichkeit zu treten, um grö­ßere Werke wie Opern usw. mit Puppen­spielen zu zeigen. Zum Schluß, es war ein genußreicher Nachmittag, den Eltern und Kinder so rasch nicht vergessen werden. Frau v. Pritzelwitz, die in Verhin­derung von Frau Professor Strecker die Veranstaltung leitete, überbrachte die Grüße von dieser und teilte mit, daß der Einzelhandelverband den Hausfrauenver­ein aufgefordert habe zu der Forderung auf Barzahlung Stellung zu nehmen. Dieses wird in einer der nächsten Ver­sammlung erfolgen.n.

Senkung der Mieten

Es wird uns geschrieben:

Der Hauptvorstand der Reichsorganisation der deutschen Mieterschaft, Bund Deutscher Mietervereine e. V Sitz Dresden, hat so­eben in einer Berliner Sondertagung zu den Plänen auf Umgestaltung der Haus- zinssteuer Stellung genommen. Die Be­ratungen fanden ihren Niederschlag in einer Entschließung, der wir u. a. folgendes ent­nehmen:

Die durch Inflation und Aufwerfungsge­setzgebung eingetretene Entschuldung des Alt­hausbesitzes muß unter laufendem Abbau des Anteils für den allgemeinen Finanzbedarf voll für die Zwecke der Wohnungswirtschaft, insbesondere des Wohnungsneubaues und der Siedlung, gefüttert werden.

Die Mieterschaft erhebt erneut die Forde­rung auf Umwandlung der jetzigen Haus- zinssteuer in eine Rente, die für das ganze Reich gleichmäßig erhoben wttd, die volle Entschuldung abgilt und dinglich am Grund­stück gesichert wird. Für wirtschaftlich schwache Bewohner und bei Leerräumen muß ein Rechtsanspruch auf Ermäßigung des Miet­zinses oder der Rente gegeben werden.

In Verbindung mit der Umgestaltung der Steuer muß eine Senkung der Alt-, Neu­bau- und Eeschäftsraummreten bis auf die Höhe der Vorkriegsmieten erfolgen.

Sandwerkszeug prüfen!

Nach der Statistik des Reichsversicherungs­amtes über das zuletzt abgeschlossene Be­richtsjahr sind über 50 000 Unfälle durch Handwerkszeug gemeldet worden. Davon wa­ren 1365 mit schweren Schädigungen der Gesundheit der Betroffenen verbunden, und sogar eine ganze Anzahl Todesfälle sind da­durch verschuldet worden. Es erfordert nur geringe Zeit und Mühe, das Handwerkszeug vor Inbetriebnahme daraufhin zu prüfen, ob es allen Anforderungen entspricht. Brechen oder Zerspringen eines nicht einwandfreien Hammers, einer Zange, eines Schrauben­schlüssels oder dergleichen kann für den Be­dienenden selbst wie auch seine Umgebung allerschwerste und verhängnisvoll« Folgen ha­ben. Freilich gehört zu der sorgfältigen, auf­merksamen Prüfung und Auswahl des Hand­werkszeuges durch den Arbettenden nicht nur, daß er es darauf prüft, ob es einwandfrei ist, sondern auch, daß für jede Verrichtung das dafür bestimmte Handwerkszeug ausge- wählt und benutzt wird. Eine Außeracht- iassung dieses eigentlich selbstverständlichen Erfordernisses kann viel Unheil anrichten. Sicher gehören die durch Handwerkszeug her­vorgerufenen Unfälle zum allergrößten Teil au ben 75 Prozent, die nach einstimmiger Ännahme aller Fachleute für vermeidbar er­klärt wurden.

Svtkl Md Spott

Reichsjugendwetttämpfe 193L Berichtigung der Siegerliste.

Staffelläufe 4 mal 100 Meter Schulklasse: 1. Institut Müller 52 Sek. (nicht 64 Set).

Schwimmftaffeln: Knaben 17/18: 1. Institut Muller 3,54,2 Min. Mädchen 17/18: 1. In- ftitut Müller 3,57,4 Min. «. L

Sportabzeichenprüfungeu io Leichtathletik.

Dienstag, den 25. August, 18 Uhr pünktlich int Stadion. Leitung: Karl Bender. Kampf­richter: H. Hofmann, K.Feußner, H. Enmelter, H. Köhler, O Textor, SB. Lier, Vaupel, SB. Reichert, K. Slöhr. Eine besondere Benach­richtigung des Kampfgerichts erfolgt nicht mehr. Sie Geschäftsstelle des Sradtv er Handes ist bis zum 15. September geschlossen. L. E.

Tagesauzeiger.

Donnerstag, den 20. August. Bergnügungsauzeiger.

Schloß-Cafe, Marburg: Ab 20 jm». Rheinischer Abend mit Tanzeinlag^'

Safe Markees. Reitgasse: 20 Ahr: Konze^ Safe Detter. Reitgasse: 20 Ahr: Konzern Landgrafen--Safe, Kasernenberg: Ab > Ahr: Tanzabend.

Stadtgarten: Ab 20 Ahr: Künstlerkvnzey ab 22 Ahr im Stadtkeller (bei ungjh,. stiger Witterung ab 20 Ahr im Stadt, keller).

Capitol, Biegenstraße: Ab 20.15 Ahr; Liebesparade".

Kamera. Kasernenstr.: 17 und 20.15 Uh^ Meine Cousine von Warschau".

Lichtspiele, Bahnhofstraße: Ab 20.15 Ühx Der Doppelgänger" undMeine offi, zielte Frau".

Versammlungen. Vorträge, sportl. Seron, staltungen usw.

Stahlhelm, Kreisgruppe Marburg: 20.1; Ahr im kleinen Stadtsaal: Pflichtabe^ Redner: Kamerad Oberstleutnant Wei, delmann vom Bundesamt Berlin

Marburger Ferienkurse.

Freitag, den 21. August.

11.1512 iUjr: Dr. von Baravalle (Stutt­gart): Die freie Waldorf-Schule in Statt, gart. Grundlegendes aus der Pädagogik Rudoff Steiners und Beispiele aus bet praktischen Arbeit Steiners.

12.1513 Ahr: Prof. Mamchardt: Hoch, schulpädagogik.

15.1516, 16.1517 Ahr: Dr. Decke» Einführung in die Bettachtung von Kunstwerken (Kunschistorisches Museum, Biegenstraße 11).

StSöt. Bekanntmachung

Öffentliche Steuermahnung.

Die am 15. August 1931 fälligen Grund vermögens- und Hauszinssteuern, sowie die Gewerbesteuer für das 2. Vierteljahr 1931 sind, soweit Stundung derselben nicht ge- währt ist, umgehend an die Siadthauptkasst hinzuzahlen.

Bezügl. der Verzugszinsen pp. wird auf die Verordnung des Reichspräsidenten vom 20. Juli 1931 über Zuschläge für Steuer- rückstände verwiesen.

Mahnzettel werden nicht ausgegebett

Vom 24. d. Mts. ab werden die Rück­stände im Wege des Verwaltungszwangsver­fahrens eingezogen. 5213

Marburg, den 20. August 1931.

Stadthauptkasse.

Bekanntmachung

. .'Abdruck <ruÄ dem amtlichen KreiSblatt.s veffentliche Mahnung!

Im Anschluß an meine Verfügung vom 28. Juli 1931, K. A. 1121 mache ich di« Herren Gast- und Schankwirte sowie Bier­händler nochmals darauf aufmerksam, daß die Biersteuer für die in der Zeit vom 1. Juli bis 31. Juli 1931 bezogenen Biermengen mit 2,50 RM. für Einfachbier, 5,00 RM. für Vollbier und 7,50 RM. für Starkbier pro Hektoliter bis spätestens den 10. August 1931 portofrei an die Kreis- fommunaliaffe in Marburg, Barfüßerstraß« 11, abzuführen war. Bis zu dem gleichen Tage war ebenfalls die Meldung unter Be­nutzung der übersandten Formulars an unser Steuerbüro einzusenden.

Die Pflicht zur Einsendung der Meldungen und der Steuer ist vom Empfang eines ent­sprechenden Vordrucks nicht abhängig.

Sollten nunmehr letztmalig bis zum 25. August 1931 die vorgeschriebenen Anzeigen und die Steuerbeträge hier nicht eingehen, so wird zwangsweise Einziehung auf 5t oft en der Säumigen erfolgen.

Marburg, den 19. August 1931. 52LC

Der Vorsitzende des Kreisausschusse».

Schwebe!. Landrat.

Der Mehgermeister Jakob Heuser in Nie­derwalgern Hs. Nr. 20, beabsichtigt auf fei­nem Grundstück, Kartenblatt 5, Nr. 15, ein Schlachthaus zu errichten und in Betrieb zu nehmen.

Etwaige Einwendungen dagegen sind bin­nen 14 Tagen bei dem Kreisausschuß des Landkreises Marburg schriftlich in 2 Exem­plaren oder zu Protokoll zu bringen.

Nach Ablauf dieser Frist können Einsprüche in dem Verfahren nicht mehr erhoben werden. Zeichnung, Lageplan und Beschreibung bet Anlage sind in meinem Geschäftszimmer Nr. 50 zur Einsichtnahme ausgelegt.

Termin zur Erörterung der rechtzeitig er­hobenen Einwendungen wird auf Dienstag, den 8. September ds. 3s. vormittags 10 Uhr, im Kreisausschußbüro (Geschäftszimmer 50) anberaumt.

Marburg, den 17. August 1931. 5115

Der Vorsitzende des 5teeisausschussks.

Schwebe!, Landrat.

Unverlangte Beiträge werden nur mrud- gesandt, wenn ein freigemachter Briefumschlag heiltest. Für Aufbewahrung unverlangt et» , «efeMec Beiträge wipd