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flVt .Obrrdessisch« Sdtima* « sechsmal wScheaUich. Be- ,,g«prelS monatlich 2.20® 9R .an* Meßt. Lusiellungsgebübr. durch Post 2.45 GM. Für etwa durch gtttit, Maschtt,end«fett od«r «le» fftaUm Lrrlgnd «»-fallend« ggyunttn wird ttta Ersatz ge* Ktftet Verlag, Dr. §. Httzeroth. ypitf k<t Untd-Buchdruckerei grt. Aug. Koch, Markt 21/23. a^usprrcher: vlr.54 und Sir. 55. Postscheckkonto: Sfatt Frankfurt 2et Sir. 5015. - Sprechet tct guöatooe von 1011 und M1 Uhr.

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

St.LSZ 66.3nte6.

Marburg a. Mu

Der Anzeigeichreis beträgt fibk den 11 gespalt. Zellenmillimeter 0.08 GM., sog. kleine Anzeige» und Famllienanzeigen bei Barzahlung 0.07 ®9R amtl. und an-wärtig« Anzeigen 0.10 GM. Grunüschrift: Seiend. Bei schwierigem Latz so­wie bet Platzdorschrist 50*U Auf­schlag Sammelanzeig« 10O*/e Aufschlag Reklam.-Millim 0.40 ®M Grundschristi Petit. Jeder Slabatt gilt al- Barrabatt.

Ziel 5 Tage.

Sfferten-Gebtzhrr 25 Pfg. Beleg, werden berechnet. Grftzlluug-ort Marburg.

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Auf der Spur der Attentäter

Ein wichtiger Fund Wie die Kriminalpolizei arbeitet Die erste Festnahme

Serlin, 12. Ang Die llutersuchungs- f-mmission in Kloster Zinna, die sich be- 261, den frevelhaften Anschlag aus den Ber­lin Frankfnrter V-Zug anfzukläre«, ist im Sauf« des gestrige« Tages in den Besitz von Spuren gelangt, die innerhalb kurzer Zeit pi der Verhaftung oder zumindest zu der F e st- stellung der Täter führen dürste«.

Deutschland gekommen und habe sich hier ein­gebürgert. Seine Frau lebe in Frank­furt, er selbst besitze ein Gartengrundstück mit entern dreizimmerigen Häuschen in der Nähe von Potsdam. Die Kriminal­polizei nimmt als feststehend an, dah dieser Unbekannte entweder mittelbar oder unmittel­bar an dem Attentat bei Jüterbog betei­ligt ist.

Der Mann wird folg«ndrrmaß«n beschriebe«:

Etwa 1,72 Meter groß, bis 35 Jahr« alt, schlank, aufrecht« Haltung, auffallend bräun­liche Haut (Sonnenbrand?), glatt rasiert, doch starker Bartwuchs erkennbar, fast schwar­zes Haar, dunkelbraune Augen, spricht an­geblich gebrochen deutsch, will früher irischer

Ma« kennt bereit« den Personenkreis, i« dem sie zu verkehre« pflege«, ma« weih, daß sie sich tat Berliner Norden ver­borge» halte«, und es ist die Aufmerksamkeit von Zwei verschiedenen Setten auf eine«

i rassischen Staatsangehörige« hin- > gewiesen worden, der sich erst seit kurzer Zeit [ i» Berlin aushalten soll.

In Potsdam ist gestern nachmittag sogar , «iac Festnahme erfolgt, doch ist es «och f schr zweifelhaft, ob die Perso«, dir vorläufig i, Gewahrsam gehalten wird, mit dem Atten­tat tatsächlich etwas zu tun hat. Der Festge- Lwmmenc bestreitet selbstverständlich, und die Aetsdamer Kriminalpolizei ist jetzt bemüht, W ermitteln, ob der Betreffend« zu der Zeit Wes Anschlag, in Kloster Zinna gewesen sei» fr*®*

sk Die krimmalpoltzeilichen Ermtttlungsarbei- Pen zur Aufklärung des Eisenbahnattentats |M« Jüterbog sind an der llnfallstelle die Wanze Nacht hindurch fortgesetzt worden. Als f Stützpunkt für die Arbeit der Beamten dient r«n Funkzua, den die Reichsbahn zur Ver- kWung gestellr hat. Er besteht aus einem Wagen für Funktelegraphie, der imstande ist, jederzeit die Verbindung mit Wen inländischen wie ausländischen Funk- Uftattonen aufzunehmen, einem Bürowagen Md einem Schlafwagen. Der Zug, der zur k-Zett auf einem Nebengleis bei Kloster Zinna Mgestellt ist, wird je nach Bedarf an anderen Winkten der Strecke stationiert werden. Hin- knchrltch der bei dem Attentat verwandten I Sprengmittel ist festgestellt, daß eine Gra- ptate, von der in den ersten Meldungen die Plebe war, nicht in Frage kommt, kveim Berliner Polizeipräsidium ist eine Son- |«r|te[Ie unter besonderer Leitung eingerichtet rDorden, die hauptsächlich der Sichtung und Wufung aus dem Publikum eingehender PKrttetlungen dienen wird. Solche Mittei- pngen liegen bereits itj beträchtlicher Anzahl

I Die Untersuchung des Sprengstoffattentats Men den D-Zug Frankfurt a. M.-Berlin Wrd mit geradezu fieberhaftem Eifer gefühtt Md hat in der vorletzten Nacht bereits einen MMerkenswetten Erfolg gehabt. Es ist näm- Wp gelungen, die genaue Herkunft ft« es Teils des Sprengmateri- »7, .festzustellen. Dieses ist in entern In- Mlationsgeichäft in Berlin in der Friedrich- Wkatze am letzten Freitag, wie ganz einwand- Mf hat festgestellt werden können, gekauft Mrden. Auf diese Spur lenkte der Fund Mer m Packpapier eingehüllten und unter Mas unb Moos versteckten Spule mit

in g e I d r a h 1 in der Nähe des Tat- Mtes.

k.so oft hat auch diesmal der Zu- Lal t erne wesentliche Rolle gespielt. Das Packpapier, in das die Spule eingewickett Mr, wie die Spur zu dem Installationsge- Mist.

| Die Ehefrau und die Tochter des In- E ^bers dieses Geschäftes können sich des Käufers noch ziemlich genau entsinnen I *b om bet Ermnerung eine Beschrei- bung geben.

Nack» handÄt es sich um einen etwa 35 LMe alten Mann von schlanker Statur, f?' arm Kauf des Klmgeldrahtes hat er sich ^gebrochenem Deutsch mtt den bei- «rauen unterhalten und dabei erwähnt

^wäre früher irischer Offizier gerne» uoch jetzt eine Monatspension

'iüi 700 Mark. Dor4 Jahren sei er nach

8000 Menschen ertrunken

Furchtbare Ueberschwemmungskatastrophe in China

Wie «Time«" meldet, haben die Finten des Hangt?« in Hankan den Was­serstand von 1870 überschritten. Die Ueber- schwemmnngen nehmen zu. 3n Hankan ist die Zahl der Ertrunkenen aus 8000 gestiegen. Einer Schätzung der Nanking- Regierung zufolge beträgt der bisherige Schaden in fünf Provinzen über 200 Mil­lionen Dollar. 4 Millionen Hauser sind zerstört, 23 Millionen Menschen sind obdachlos. 12 vom Hundert der Anbau­fläche des Landes wurde überschwemmt. Die Herbsternte gilt als völlig vernich­tet. Es wird mit einer einjährigen Hnngersaot gerechnet.

Rach weiteren Meldungen hat China in einem einzigen Monat unter den ver­heerenden Folgen der lleberschwem- mungen weit stärker gelitten als durch die jahrelangen Bürgerkriege: Die gegenwärtige Lage im Yangtsetal ist wahrhaft tragisch zu nennen. Nach einem äußerst günstigen Frühjahr erwartete man

dort eine sehr gute Ernte, jedoch wurden in einigen Tagen fast 30 000 Quadratkilo­meter ^fruchtbaren Bodens vom Hochwasser verwüstet. Vier Millionen Wohn­häuser sind zerstört worden, 23 Millionen Menschen sind obdachlos und haben alles verloren. Seit hundert Jah­ren ist eine derartige Sündflut nicht beobachtet worden. Es ist zur Zeit noch «ich! möglich, die Zahl der Opfer anzu­geben. Man rechnet aber schon jetzt mit unzähligen Opfern, denn viele Ortschaften wurden durch die Fluten zer­stört. In Hankan sterben viele Flücht­linge an einer noch unbekannten Krank­heit. Es werden Maßnahmen gegen die Pest ergriffen. Nach Meldungen aus Peking sind dort durch Ueberschwemmungen in der Provinz Tschili mehr als 250 000 Personen an den Bettelstab gebracht wor­den. Die Ernteschäden werden auf mehr als zwei Millionen Pfund Sterling ge­schätzt. Selbst der große Kaiserkanal ist aus den Ufern getreten und hat große Schäden angerichtet. Die Lage im ganzen Land ist derartig, daß man eine große Hungersnot noch vor Anbruch des Winters befürchtet.

Mordhetze in Berlin

Wieder Schüsse

Berlin, 11. Ang. 3n der vergange­nen Nacht brachten die Kommunisten in Werßensee auf den Straßen und an den Häusern Inschriften an, die offen zmn Mord an dem Führer des zuständigen Polizeireviers, Oberleutn. Decker, cmf- fordern. An der Schule in Weißensee, m der Friedrich- und Rölcke-Straße war in großen Lettern mit Roter roter Farbe auf der Fahrbahn folgendes aufgemalt:Ober» Leutnant Decker, stell' deine Tlhr. R. F. D. (Rotfrontkämpferbund) -ist dir auf der Spur."Für jeden erschossenen Arbeiter Met Offiziere der Schupo. R. F. B. übt Rache.- Ein Schließer will zwei mtt Pistolen bewaffnete Kommunisten bei der -Anfertigung dieser Inschrift gesehen haben. Er hat sofort Meldung beim Revier er* ftattet, das die Inschrift befestigen ließ. In der Streustrahe in Weißensee und auch an einer zweiten Stelle waren die Häuser bemalt mit:Oberleutn. Becker wird erschossen vom R F. B."

In der Rehringstraße in Eharlottenburg war an einem Daum ein Zettel polittschen Inhalts angebracht worden, der nachher von Beamten entfernt wurde. Darauf be­fand sich an derselben Stelle ein Zettel mit folgender Inschrift:Erlaubst du dft noch einmal, grüner Junge, Zettel abzureißen, folgst du deinen Gesinnungslumpen An­lauf und Lenck nach. Unterschrift Par­teigenosse Grzesinski. I. A. Zöigiebel.- Räch Entfernung dieses Zettels wurde wie*

auf Polizeibeamte

der ein Zettel polittschen Inhalts und ein weiterer angebracht, auf dem die Photo­graphien der Polizeioffiziere Lenck und Anlauf aufgeklebt waren and die Worte standen:Lenck-Husarenede, Anlauf- Schrveinsbacke. Provokateure vom Bülow- Platz, die ihren Tod durch eigenes Der- schulden herbeigeführt haben. Die War­nung erfolgt zum letzten Mal. Rvchmall- ges Entfernen wird mit (. . . . hier waren drei'Kreuze aufgemalt) Severing."

Weder Schüsse nt Berlin.

Berlin, 11. Aug. Heute abend sammelten sich in der Noftizstraße, die schon öfters der Tummelplatz von Kommunisten war, grö­ßere Kommunistentiupps an, die ver­suchten, Demonstrationszüge zu bil­den und in die Bergmannstraße hineinzu- marschiereu. Die Polizei räumte die Straße unter Anwendung des Gummiknüppels, wobei sie aus mehreren Häusern beschos- s e n wurde. Eine Wohnung aus der ge­schossen wurde, konnte genau festgestellt wer­den und wurde sofott von der Polizei, die die Schüsse erwiderte, besetzt, unb wird zur 3ett noch durchsucht. Die Ruhe ist inzwischen wieder hergestellt worden.

Die Verhängung des kleine« Be- lagerungszustandes und das äußerst scharfe Durchgreifen der Polizei hatte den Er­folg, daß um Mitternacht vollstän- dige Ruhe am Bülowplatz eingetreten war, während noch in den späten Nachmiitagsstun- den die Nebenstraßen von Neugierigen besetzt waren.

Offizier gewesen sein und Pension«« von 700 Mark monatlich beziehen, wist vor vier Iah« re« in Deutschland eingebürgert sein. Seine Fra« soll sich zurzest in Frankfurt a. M. be­finden. Der Unbekannte wollte hinter Pots­dam «in Gartengrundstück bewohnen. Das Häuschen soll drei Zimmer enthalten. Be­kleidet war der Unbekannt« mit graublauem Jackettanzug, weißem Oberhemd, weißem Umlegekragen, rotbraunem Sekbstdinder. grauem Schlapphut mit vorn her«nt«geb», gener Krempe und Somn««rmantel aus ver­mutlich Mauern Stoff. Er trug Halbschuhe, Farbe kamt nicht angegeben «erden.

Die Angaben des Gesuchten über seine per­sönlichen Verhältnisse sind sicherlich ganz oder zum größten Teil unwahr. Dennoch bieten sie vielleicht weitere Anhaltspuntte. Zur Unterfudjung der Sprengstücke bzw. Fest­stellung des zur Tat benutzten Sprengstoffes ist sett heute vormittag Prof. Dr. Ritter, eine anerkannte Autorität auf diesem Gebiete, an Ort und Stelle tätig. Es kann schon mtt ziemlicher Sicherhett gesagt werden, daß dtz- oben erwähnten Rohre bei dem Attentat Verwendung gefunden haben.

Jeder Zweifel daran, baß es sich bei der gefundenen Rolle Draht um den in jenem Geschäft erworbenen Draht handelt, wird be- settigt durch den Umstand, baß bie Umhül­lung bes geheimnisvollen Pakets ganz cha- ratteristische Merkmale aufwies: Die Gattin bes Installateurs hatte gerade am Morgen eines Tages von ihrem außerhalb wohnenden Sohne eine Wäschesendung erhalten. Die Abresse war zwar zum Test besettigt, immer­hin aber noch beutlich erkennbar.

Uebrigens fanb sich in der Umhüllung außer bem Rest bes Drahtes auch noch die Schachtel Isolierband vor. Anscheinend hat derselbe Mann schon bet enter anderen Firma am Frettag abend den Versuch gemacht, et­was dünneren Draht zu erwerben. Der Draht wurde auch besorgt. Er hat ihn jedoch nicht abgeholt.

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Diskontsenkung ab 17. August

Berlin, 11. Ang. Wie die Reichs- bank berichtigend mitteilt, ist die Herab­setzung des Reichsbairkdiskontes auf 10 Prozent und des Lombardsatzes aaf 15 Prozent erst mit Wirkung von Mittwoch, dem 12. Angnst ab beschlossen worden.

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Der französische Gegenbesuch

HavaS veröfsentticht folgende Mittei­lung:

Man erinnert sich, daß Mi nister- präsident Laval die Einladung des Reichskanzlers Dr. Brüning, sich nach Berlin zu begeben, im Prinzip an­genommen hat. daß aber der Tag der Reife noch nicht festgesetzt worden ist. Es ist fehr wahrscheinlich, daß der Minister­präsident, der vom Aühenmintster Briand begleitet sein wird, die Reise nicht vor der Tagung des Völkerbundes unternehmen wird, die Anfang Sep­tember in Genf eröffnet wird. Dieses kurze Hinausschieben des Zeitpunktes der Reise wird den Vertretern Deutschlands und Frankreichs beim Völkerbünde Gele- getchett geben, sich über gewisse Pro- bl e m e, die ganz besonders die beiden Länder betreffen, zu unterhalten, deren Lostmg es gestatten würde, später in Derlin einen umfangreichen Mei- nuug saus tau sch vorzunchmen.

Zu der Meldung der Havas-Agentur, daß der französische Gegenbesuch in Berlin