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Nr.182 66. Fahrs. Marbmg a. Lahn
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Aonnemag, -ra 6. August iS«
Wir veröffentlichen die Kundgebung auf Grund des gleichfalls abgedruckten Schreibens und der Bestimmungen der Notverordnung vom 17. Juli 1931. Unsere Ansicht ist unseren Lesern ja bekannt*
®tt Anzeigenpreis beträgt ffi> den 11 gespall. Zrilenmillimetrr, 0.08 SM„sog. kleine Anzeigen «nö, Familienanzeigen bei Barzahlung, 0.07 GM- amtl. und auswärtige Anzeigen 0.10 GM. Srimdschriftr, Svlonel. Bei schwierige» Satz fr-i wie bet Platzdorschrist 50*/, Anf- f*Ied - Sammelanzeigen 100*^ Aufschlag Reklam.-Milli». 0.40 GM Grimdschrist, Peru. Zeder Rabatt gilt al« Barrabatt.
Ziel 5 Tage.
Offert«,i-Gebühv! 25 Pfg. Belege werden berechnet. Erfüllung«»« Marburg.
Das Preußische Staatsministerium: Dr. h. c. Braun, Ministerpräsident
Dr. Jng. e.h. Seoering, Minister des Innern.
Dr. h. c. Hirtfiefer, Minister für Volkswohl- fahrt.
Dr- 6. c. Steiger, Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.
Dr. Höpker Aschoff, Finanzminister.
Dr^^reiber, Minister für Handel und 8e-
Dr. Schmidt, Justizminister.
«"»?e..Minister für Wissenschaft, Kunst a.
Volksbildung.
*
Ministerpräsident.
St. M. P. 647.
Berlin W 8, den 5. August 1931.
Wilhelmstr. 63.
Fernspr. Ztr. 9890—92.
§ 1. Der verantwortliche Schriftleiter einer periodischen Druckschrist ist verpflichtet, auf Verlangen der obersten Reichs- oder Landes- behördcn oder von ihnen bestimmten Stellen Kundgebungen sowie Entgegnungen auf die in der periodischen Druckschrift mitgeteitten Tatsachen ohne Einschaltung oder Weglasiuug unentgeltlich aufzunehmen.
Der Abdruck hat unverzüglich, bei Tageszeitungen spätestens in der nach Eingang der Kundgebung oder Entgegnung nächstfolgenden für den Druck nicht bereits abgeschlossenen Nummer zu erfolgen. Die Kundgebung oder Entgegnung ist an vom Einsender bestimmter Stelle, mit der von ihm bestimmten lleber. schrift uud in der von ihm bestimmten Schrift zu« Abdruck zu bringen. Ein« Stellung' nähme zu einer Entgegnung in der gleichen Nummer »st unzulässig.
Kle »Vberhessisch« Zeitung' «fr AeMt sechsmal wöchentlich. 8fr ,ug «Preis monatlich 2.20GM.aufr schließ!. Zustellungsgebühr, durch pi« Post 2.45 GM. Für etwa durch gttrii, Maschinendefekt oder «le- Ereignisse ausfallend« gtgeuaew wird kein Ersatz ge» ^iswt. Verlag, Dr. §. Httzerotb. Druck der Unid-Buchdruckerel grt. Aug. Koch, Markt 21/23. Aernsprrcher: Nr. 54 uud Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt
M. Nr. 5015. — Sprechzeit Mr Redaktion von 10—11 und
Vel—1 Ubr.
Die Preußische Staatsregierung, gez. Braun, Preußischer Ministerpräsident.
alle politischen Entscheidungen Italiens in diesen Jahren von den Gefühlen ernsthafter Berantwortlichkeit für Europas Befriedung und wirtschaftliche Wiederaufrichtung getragen waren — zwei Ziele, in denen Deutschlands und Italiens Interessen sich durchaus begegnen. In diesem Sinne möchte ich der Hoffnung auf einen harmonischen und erfolgreichen Verlauf der bevorstehenden zwanglosen und freundschaftlichen Besprechungen Ausdruck geben.
Dio römische Presse bringt sehr herzlich gehaltene Begrühungsarttkel zur Romreise des Reichskanzlers und des Reicksaußenministers, deren Bedeutung sowohl für die deutsch-italienischen Beziehungen, wie auch für die Entwickelung der internationalen Zusammenarbeit vom „Messaggero "besonders unterstrichen wird. .Italien, das
Kundgebung der Preußischen Staatsregierung
8it Preußens Wähler und Wählerinnen! Rechtsparteien, Stahlhelm und Kommn- Men — unversöhnliche Todfeinde in «n- »atürlicher Paarung vereint — rufen zum Volksentscheid für Auflösung des Preußischen Landtags auf. Parteien, deren fanatische Anhänger sich täglich in lleliirfällen und bluti- gtn Kämpfen gegenübcrstehen, finden sich «r- plätzlich zusammen. Mit derselben Waffe des ^«'-Zettels zum Volksentscheid wollen beide teile das denkbar Entgegengesetzte erreichen: Sie Einen ein bolschewistisches, russische« Methoden «achgeahmtes Sowjetpreuße», die An- Heren das alte volksfeindliche Preußen des Sreiklasien-Wahl-llnrechts oder eines faschistische« Gewaltregiments.
llnd doch: Eines ist in der Tat de« XechM- und Linksradikalen, die hier zum '^rm aus de« Preußischen Landtag einsetze», einsam, Hasst > auch ihre weiteren Pele ereinbar auseinander: Nationalsozialisten
Kommunisten wollen das Chaos, wol- den Sturz des Bestehenden. Jeder denkt !, an die Stelle des Gestürzten seine rschaft setzen und die Anderen — eben noch kommen« Bundesgenossen beim Bolksent- d — unter seine Füße treten zu können, er Preußische Landtag würde der Berfas- gemäß ohnehin spätestens im Mai 1932 fhlt werden. Selbst beim Gelingen des »entscheids würde frühestens Anfang De- I *t gewählt werden können. Wegen der I !« unterschiedlichen Frist von vier Mo- I »werde» »unmehr schon seit dem Februar I Jahres die politischen Leidenschaften auss I cfste ausgcstachelt. Ein für das Bolks-
«ngemein schädliches Beginnen in einer I schwerster wirtschaftlicher Not, in der darauf ankommt, die öffentliche Ord- und Sicherheit als unentbehrliche Borbe- I ®R für jede Möglichkeit eines Wieder- I ktzs Deutschlands zu schützen. I
ht es wirklich nur darum zu erreichen, I »er Preußische Landtag um einige Mo- I früher gewählt werden soll? Nein! Ber- wollen die Links- und Rechtsradikalen, I ffl Nationalsozialisten und Kommunisten .letzte große Bollwerk, die Zita- -le.der Demokratie und Repa- I
* it Deutschland: Preußen er- I «en. Mit dem Gelingen des Bolksent- I • «ollen sie weithin sichtbar das Flam- etchen geben, daß das Ende der Demo- I k> des Bolksstaates, in Deutschland ge- I Mb sei. Der Weg soll nunmehr frei sein I Verwirklichung der Pläne aus Bernich- 8 all der Bolksrechte. die «ach I Zusammenbruch von 1918 dem gesamten I Wett Bolt erst die Kraft und den Mut I »en haben, aus den Trümmern des alten I Mrn Reiches ein neues zu errichten und I Deutschen so vor der sonst sicheren Per- I "*8 als Staatsoolk zu bewahren. 1
Auf Grund der Verordnung des Herrn Reichspräsidenten vom 17. Juli 1931, § 1, enu$e ich Sie, die anliegende amtliche Kundgebung der Preußischen Staatsregierung auf orr ersten Seite an erster Stelle der nässten. $am Druck noch nicht abgeschlossenen Rum- ü1“ Zeitung im Fettdruck zu öffentlichen.
Regierung der Weimarer Koalition ht Preuße« will,
«er an die Stelle von Ordnung und Sicherheit die gegenseitige Zerfleischung der dann um die Herrschaft kämpfenden radikalen Parteien, also den Bruderkrieg im eigene« Land, setzen will,
wer die mühsam wieder angeknüpfte«, von der deutschen Wirtschaft zur europäischen Umwelt führenden Fäden wieder zerreiße« will.
der gehe z»m Bolkseatscheid «ud stimme m»t „ja".
®et dagegen für den sozialen und demokratischen Ausba« der deutschen Republik und des «reistaates Preuße« ist.
wer der Preußischen Staats- regierung mithelfeu will, «ns aus dem furchtbaren Elendder Wirtschaftskrise und der Ar- beitslosigkeit in hartem «ad zähem Kampf wieder aufwärts zur Gesundung zu führen,
,r Bern««ft, Besonnenheit und _‘eJ*' «lühende Liebe zu Lol» uud Vaterland gerade in schwerster Zeit beweise» will, der folge der Parole:
Haltet Euch fern vom Volksentscheid!
Beteiligt Euch «ich« am Volksentscheid! '
Slid auf das Zentrum von Rom mit dem vompösen Reiterdenkmal Viktor Emanuels I rechts dahinter das Cavitol.
Berlin, 5. Aug. Anläßlich der Abreise des Reichskanzlers und des Reichsministers des Auswärtigen nach Rom hat Reichskanzler Dr. Brüning WTB. die folgende Erklärung zur Verfügung gestellt:
Meinem Kollegen, dem Herrn Reichsminister des Auswärtigen und mir ist es eine besondere Freude, die Reise nach Rom anzutreten und so Gelegenheit zu finden, den hervorragenden Chef der italienischen Regierung persönlichkennen zu lernen. In Deutschland ist man sich dessen bewußt, daß
Der Besuch in Rom
Eine Erklärung des Reichskanzlers - Freundliche Begrühungsarttkel der italienischen Presse
llm dem Reichskanzler und dem Reichsaußenminister die Reise nach Rom möglichst leicht und angenehm zu gestalten, hat der Chef der italienischen Regierung den vorzüglich und sehr bequem ausgestatteten Ministerpräsidentenzug zur Verfügung gestellt. Der Zug ist bereits an die Grenze ab
gefahren.
Betreiber des Volksentscheids sind gellos genug, der Preußischen Staatsregie- , Schuld an dem schweren wirtschast- Unheil aufzuladen, das jetzt über das >e Volk bereingebrochen ist. I« Wirk- t find es die Folgen des verlorenen es und der «ns auferlegten Kriegs- (,»te Folgen der Ruhrbesetzung und der non und volkswirtschaftlich verfehlter ahmen, nicht zuletzt aber auch das un- nvortliche Gebaren unserer radikalen .,*5tc Bürgerkriegsspielerei und leechensche Revanchepolitik, die sich nmr- 5« unser aller Unglück auswirke». Nichts »nheilvoller, als de« Urheber» des entfcheids oder ihre» kommunistische» '»genossen auch »och das Staatsruder in t» i» die Hand zu gebe».
"ingen des Bolkse»tscheids «t: Steg zweier für Den Augenblick gegnerischer radikaler Flügel, die « einen erbitterten Kamps unterein- . di? Endherrschaft eintreten und : '»d Wirtschaft in diesen Bernichtnugs-
■tt hinetnreißen würden.
* Scheitern des Bolksent. „ 8 ermöglicht eine Weiterführung der L und stetigen Regierungspolitik in zur Aufrechterhaltung der Ordnung wertvollste Stütze des R e i ch e s bei Verhandlungen mit dem Ausland, die in*,’8"?9 «ertranens zn '"bland und dem Wieder« uf- "'»er Wirtschaft dienen.
6Iinbem Haß gegen die Errnngen- "lea der Denuftratie den Stnr, der
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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhefsen
Anzerger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
Mussolini
mit aufmerksamer Sympathie das Wieders aufbauwerk des Reichskanzlers und seiner " Mitarbeiter beobachtet, erwidert", wie das Blatt ausführt, »vollkommen die Gefühle der Zustimmung, mit denen die deutsche Öffentlichkeit die Romreise begleitet. Alle Probleme, die die beiden Länder, sei es wegen ihrer besonderen Beziehungen, sei es im Rahmen der internationalen Politik, interessieren, sollen in Rom in einer Atmo-, sphäre der Klarheit und Aufrichttgkeit geprüft werden". Das Blatt erinnert an die großzügige Vision, die Mussolini seit langem für die europäischen Angelegen* oeiten habe und in deren Mittelpunkt die Wiederherstellung normaler Beziehungen zwischen Staaten und Völkern stehe. Äus dieser Einstellung heraus habe Italien alles unterstützt, was die auf den toten Punkt geratenen Probleme — Reparation nen, Kriegsschulden und Abrüstung — wieder ingang bringen könne. Aus dieser Vision heraus habe Italien auch in vern schledenen Hauptstädten mit ruhiger aber bestimmter und realistischer Sprache das Ziel verfolgt, möglichst schnell zu einer all« gemeinen wirtschaftlichen Reugestaltung Fa kommen, die von dem politischen Wiedern aufbau unttennbar sei. Unter diesen Am- ständen dürfe man erwarten, daß der rön mische Gedankenaustausch ein wichtiger Faktor zur Klärung und Entspannung der internattonalen Lage bilden werde.
Beglaubigt.
Der Oberpräsident.
(£• ®.) gez. Haas.
An den verantwortlichen Schriftleiter
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