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gen festzustellen. Für den Versuch stellten sich 12 Studenten zur Verfügung.
f wo/i jtlofpruiit»riivl>ietutincn <iti0jii|<6flehen. ainb ich erwarte zuversichtlich daß die Antarktis ich schon in wenigen Jahren nicht länger rühmen kann, als einziger Erdteil noch von keiner Frau betreten zu sein. Rohe Kraft verliert an Bedeutung, seit der wissenschaftliche Fortschritt mechanischen Ersatz liefert. Die Zeilen sind vorbei, wo Polarforscher eine Vorräte selbst über die Eisfelder zog und Arbeit in der Antarktis gleichbedeutend war mit Entbehrungen und rein körperlichen Anstrengungen. Als Geologinnen, drahtlose Telegraphistinnen, Lichtbildnerinnen und Zeichnerinnen könnten Frauen der Polarfor- chung unschätzbare Dienste leisten. Die letzen Jahre haben bewiesen dah die Frau Mut und Ausdauer besitzt und auch in kritischer Lage nicht die Nerven verliert.
Die Antarktis weist gegenüber allen anderen Erdteilen den großen Vorteil auf. dah Krankheiten dort unbekannt sind. Wegen der strenge» Kälte und des Fehlens jeden Tier- und Pflanzenlebens können Krankheitskeime sich dort nicht halten.
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kommende Jahrzehnt wird noch gröstere Aen- diesen wurden zwei Gruppen 3U je derungen sehen. Es besteht heute kein Grund 6 gebildet, und sede Gruppe wurde fünf mehr, die Frauen, wofern sie nur die e^mt° Tage lang untersucht und beobachtet. Bei bcriiAen wMenlck>aftlichen Ansprüche ersüNe» den Versuchene wurden von jedem Stu-
glatter, und daher liefe sich der Angriff auf oen Pol mittels Flugzeug oder Schlitten von dort viel leichter durchführen. Ein eigenartiges Zusammentreffen brachte es mit sich, dah Amundfens und Byrds Lager sich an derselben Stelle befanden.
Scotts früherer Versuch und Byrds erfolgreicher Vorstoß zum Pol glichen sich nur darin, dah beide ihre Ausgangslaaer etwa 1100 Kilometer vom Pol entfernt hatten und jeder zu keinem Unternehmen über die gleiche Anzahl Leute verfügte: Scott 44, Byrd 42.
Drahtlose Telegraphie hat sich selbstverständlich als von gröfetem Nutz«» erwiesen. Byrd verfügte in dieser Beziehung über die vollkommenste Ausrüstung und stand dauernd mit der Auhenwelt in Verbindung. Die „Dis- covery" dagegen lag zwei Jahre und zwei Monate in vier Meter starkem Eise festgefroren, ohne eine Möglichkeit, Nachrichten von sich zu geben. Uns blieb nichts übrig, als zu warten, auf ein Ersatzfchiff zu hoffen und unsere immer mehr zusammenschmelzenden Vorräte durch Robbensleisch zu ergänzen.
Seit den Tagen der „Discovery" ist viel erreicht, und unendlich wertvolle Erfahrungen sind gesammelt worden. Scott, Shackleton, Amundsen und Byrd haben jeder zu seinem Teil nach besten Kräften dazu beigetragen. Aber sehr viel bleibt noch zu tun. Es gibt ausgedehnte Küstenstrecken, die noch niemand gesehen, viel weniger vermessen hat. Meteorologie, Erdmagnetismus und Geologie stellen noch unzählige Probleme zur Lösung. Ein ungeheurer Kontinent erwartet den Abenteurer, und angesichts des Riesentempos, mit dem die Entwicklung von Flugzeug, drahtloser Telegraphie und des Transports besonders durch Raupenschlepper vor sich geht, sollte man eine ernsthafte, gründliche Erforschung der Antarktis nicht mehr lange hinausschieben. e
Neues über btn Nährwert btt Mett
Interessante Versuche der Leistungsbeeinflussung.
Von Dr. Johannes Breitenbach.
Als 40. Sonderheft der „Berichte über Landwirtschaft", herausgegeben vom Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft, ist soeben im Verlag Paul Parey-Berlin der Bericht des Unterausschusses für Landwirtschaft, des Ausschusses zur Untersuchung der Erzeugungsund Absatzbedingungen der deutschen Wirtschaft (Enquete-Ausschuh) über „Die deutsche Zuckerwirtschaft" erschienen, die fierade jetzt allgemeines Interesse bean- pruchen, da die Z u ck e r st e u e r so fühlbar erhöht »vorden ist. Der Bericht gründet sich auf die Gutachten einer Reihe von Sachverständigen, und in einem charakteristischen Punkte enthält er eine Aussage, die, über die allgemeine volkswirtschaftliche Bedeutung des Berichtes hinausgehend, unmittelbare, jeden betreffende Probleme anschneidet, zeigt sie doch, welche Wichtigkeit dem Zucker in unserer Ernährung zukommt.
Im Bericht ist besonders betont, dah der Zucker nicht nur ein Stoff zum Süßen, sondern ein wichtiges und billiges Nahrungsmittel sei. Hinsichtlich des Preises für die Nährwert-Einheit stehe er nahezu auf einer Stufe mit Kartoffeln und Brot und sei etwa siebenmal billiger als Fleisch. Eine Steigerung des Zucker- aenusses bedeute also Verbilligung der Lebenshaltung. Diese Behauptung wird unterstützt durch Gutachten vom Reichs- gesundheitsamt und durch Ausführungen führender Mediziner, wie z. B. Professor Rubner.
Interessant dürften daher als Beitrag zu dieser Beurteilung die vor einiger Zeit vom Leiter des physiologischen Labora- toriums der Colgate-Universität Hamilton, Donald A. Laird, gemachten Versuche sein. Es handelt sich bei diesen Versuchen besonders darum, den Einfluß des Verbrauches von Zucker auf die Leiftun-
id)entatifierte Leistungen gefordert, daran schloh sich eine körperliche Leistung an, und dann wurden die ersten Leistungen wiederholt. 40 Minuten vor Beginn jeder Untersuchung erhielten die Versuchspersonen eine bestimmte Menge Zitronenlimonade. Bei der ersten Gruppe war diese während der ersten drei Tage mit Zucker und während der letzten Tage durch einen zuckerfreien Süßstoff gesüßt. Die zweite Gruppe erhielt sechs Tage nur. Limonade mit Süßstoff, also ohne Zucker. Man wählte bei diesen Versuchen gerade Zucker, weil er sehr rasch vom Körper verwertet und in Kraft umgesetzt wird, während die künstlichen Süßstoffe für eine. Kraftsteigerung ohne Bedeutung sind. Man hatte bei diesen Versuchen also die Möglichkeit, die „Zuckergruppe" mit der „Nichtzuckergruppe" zu vergleichens ferner aber auch die Leistungen der gleichen Gruppe einmal nach Zuckeraufnahme und, einmal nach Ausnahme einer zwar gesüßten, aber nicht zuckerhaltigen Nahrung miteinander zu vergleichen. Bei allen Versuchene war den Versuchspersonen nicht bekannt, ob der Zitronensaft durch Zucker oder durch einen anderen Süßstoff gesüßt war, so daß jede suggestive Beeinflussung ausgeschlossen war. Als Leistun- .. gen kamen hauptsächlich solche in Frage,' die bei den psychotechnischen Verfahren, also den Untersuchungen auf Berufseignung, eine Rolle spielen, die etwa die'" Geschwindigkeit der Reaktion auf ein plötzliches Licht (Kraftfahrer-Prüfung), wobei Unterschiede von einigen Tausendstel-Sekunden einwandfrei gemessen werden Konnten. Vergleicht man die Resultate der Proben nach der körperlichen Leistung mit denen vor der körperlichen Leistung, so ergab sich bei der Zuckergruppe, sowohl was Geschicklichkeit wie Ausdauer betraf, eine Besserung um durchschnittlich 5,5 Prozent, während die Nichtzuckergruppe eine Verschlechterung um durchschnittlich 9,4 Prozent aufwies. Das Resultat ergab sich nicht nur beim Vergleich der verschiedenen Versuchspersonen nebeneinander, sondern auch beim Vergleich der Leistungen derselben Versuchspersonen nach verschiedener Ernährung (mit und ohne Zuckerzusatz).
Bei einer psychotechnischen Geschwindigkeitsmessung wurde bei der Zuckergruppe ein Gewinn von 5,7 Prozent festgestellt, bei der Nichtzuckergruppe hingegen ein Verlust von 2,1 Prozent. Interessant ist, daß tn diesem Fall sogar ein durchschnittlicher Verlust von 5,2 Prozent eintrat, wenn man die Leistungen derselben Versuchsperson miteinander verglich, interessant deshalb, weil diese Versuchspersonen ja bereits die Art und den Verlauf der Prüfungen kannten.
Durch andere Versuche wurde gezeigt, daß durch eine richtige Ernährung die Ermüdung stark herabgesetzt werden kann, was ja nicht nur für außergewöhnliche Sportleistungen (Ozeanflüge, Dauerschwimmen usw.) wichtig ist, sondern auch für geistige und körperliche Arbeiten, die aus irgendwelchen Gründen lange dauern i und bei denen man gezwungen ist, die : Müdigkeit durch bestimmte Ernährung zu bekämpfen. Die Versuche wurden so durchgeführt, daß eine Anzahl Studenten während einer ganzen Nacht wachbleiben : mußten und ein Teil von ihnen Zucker und zuckerhaltige Nahrungsmittel erhielt, ein anderer Teil eine andere zusammen-
Wie sehr sich auch die heutigen antarttsti- schen Expeditionen von denen aus dem Anfang unseres Jahrhunderts unterscheiden, das
tmriibct QVlactjt. Zlnb bvrf) finb ff«* iucosh tf)rc*> tfotjen ©eljalto an Utitaininen unb Jurfcr in der fürchterliche» Halte des eisigen Erdteils von unschätzbarem Werl. Zucker ist von höchstem Nutzen in einem Gebiet, wo das Thermometer sich stets unter Null bewegt. — Ich vertrete die Ansicht, dafe eine ausschliefelich mit Datteln ernährte SchUttenmannschast weit leistutigsfähiger ist als eine solche, die von Fleisch lebt.
Auch halte ich noch heute Hundeschlitten für das einzige wirklich brauchbare Transportmittel, wenn es sich um erfolgreiche geographische Vermessungen im Polargebiet handelt. Em Hundegespaniy dem man je Tier hundert Pfund auf den Schlitten legt, vermag diese Last ohne Muhe zu sieben. Hätte Scott mehr Hunde gehabt, würde er viel mehr erreicht haben; aber er ahnte nicht, dafe die strenge Kälte ihnen kaum etwas ausmacht, und er liefe deshalb seine Schlitten in erster Linie von seinen Leuten ziehen.
Die Unterschiede zwischen der Scottschen Expedition vor fast drei Jahrzehnten und dem Byrdschen Unternehmen sind in der Tat bemerkenswert. Scotts Lager befand sich am Westrande der Erofeen Rofe-Barriere, Byrds dagegen am östlichen. Scott wählte feinen Platz am McMurdo-Sund in einer vor dem Eisdruck hinlänglich geschützten Bucht, um sein Hauptquartier aus der „Discovery" belassen zu können. Byrd zog es vor, an Land zu gehen und sich dorr einzugraben. Unter im übrigen gleichen Verhältnissen war das Leben auf der eigens für die Expedition gebauten ^Discovery" vermutlich vorzuziehen. Aber die Verhältnisse lagen nicht in jeder Beziehung gleich. Am Westrande Der Rofe-Barriere wird Das Eis von Den grofeen Gletschern zerbrochen, und es treibt von den Bergen des Viktoria-
................. um ««letzte *J»«t)runo- 3tt t>te»em Ralle Ratte
.. r Hie Zuckergruppe weniger Mühe, den Schlaf zu bekämpfen, und ihre Nerven waren nach einem kürzeren Schlaf voll- jkommen wiederhergeftellt, im Gegensatz zur Nichtzuckergruppe, die zur Erholung eines längeren Schlafes bedurfte und eine größere normale Reizbarkeit zeigte.
Der neuerdings in manchen Geschäften als besonders gesundheitsfördernd ange- priefene und erheblich teuerer verkaufte braune „Rohzucker" rechtfertigt keineswegs feinen Ruf und noch viel weniger den höheren Preis. Letzteres schon deshalb nicht, weil er einen geringeren Gehalt an reinem Zucker besitzt und bei feiner Herstellung der ganze Arbeitsgang in der Raffinerie ausgefallen ist, er also weit geringere Arbeitskosten trägt.
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(Nachdruck verboten.)
: Abu unb Awtlwk
< Roman aus einer versunkenen Welt von Felix Neumann.
(Fortsetzung)
Der Mond trat hervor! Der Vollmond dieser Herbstnacht.
Die Dunstschleier zerrissen.
Freundlich funkelte das milde Licht über den Lachen des Mondes, es küßte die ’ ‘ Stelle, wo zwei 'Llöbende den Tod fanden, es glitt hastig und zitternd über den Ort, -- wo Avalun mit glasigen Augen zum Himmel starrte.
Der große Kampf war ausgefochten, und seliger Friede breit«e sich über der schlafenden Welt.
». Mit dem Lichte des neuen Tages kamen SotiS und die Seinen, um Ordo und Est ' feierlich in das Haus einzuführen, das man ihnen am heiligen Hain erbaute.
Geschmückt mit reichen Gaben, nahte die :f- Menge.
Sollte doch diese Stunde besondere Weihe bringen.
Der Aelteste schritt dem Zuge voran.
In der vorgerückten Nacht war starker Regen gefallen, nun aber brach die Sonne siegreich durch und trocknete die letzten Tropfen, die gleich großen Tränen an den welkenden Blättern hingen.
Es fiel Sotis und dem Volke auf, daß alles so still auf dem weiten Platz blieb.
Kein Rauch wirbelte vom Herd empor, keine Stimme erscholl, tiefes Schweigen dieses müden, goldigen Herbstmorgens breitete sich überall.
»nutzten überhaupt keine Menschen in der Nähe sein, denn ein großer Kolkrabe saß äugend auf dem Stein vor dem Hause.
Er knappte bösartig mit dem Schnabel, krächzte kurz und scharf auf und erhob sich tritt trägem Flügelschlag, um von einem nahen Baume aus den weiteren Derlauf der Dinge abzuwarten.
Neugierig drängte die Menge näher.
Alles still und leer!
Wo waren Ordo und Esi?
! Da stutzte Sotis und wies erbleichend auf eine Gestalt, die jenseits der Höhe regungslos am Boden lag.
Mit verrenkten Gliedern ruhte dort ein Anhold, oder war es ein Mensch?
Nun gab es kein Zaudern mehr, nachdem die erste Aeberraschung verwunden war.
Ein dichter Kreis zog sich um das unheimliche Wesen.
SyunDert mugen zpatzten Dein Bremben' ins Antlitz, den man nun plötzlich erkannte.
Avalun!
Wie kam der Tote hierher?
Die Aufregung wuchs ins AngeheUre.
Man suchte und rief nach Ordo, denn nur er vermochte Aufklärung zu geben. Ger Regen hatte alle Fußspuren verwaschen.
Was hatte sich hier ereignet?
Trotzdem die Sonne so hell und freundlich leuchtete, schien alle ein kalter Schauer zu fassen.
Avaluns Körper zeigte kein Wundmal.
Abergläubische Furcht packte die Herzen der Männer und Frauen.
And plötzlich lies von Mund zu Mund, gleich einer jähen Erkenntnis der Ruf: „Asathor!"
Er mußte es gewesen fein, der mit feiner Götterfaust den Priester Dibus erschlug, er mußte Ordo und Esi auf feinem Wagen entführt haben, um sie mit sich zu nehmen in das bessere Land, wo er waltete.
„Asathor!"
Nun war diesen schlichten Menschen das Rätsel gelöst.
Kein Wunderzeichen des Himmels, keine Rede Ordos hätte die Seelen mehr erschüttern können, als dieses Geschehnis, das keine andere Lösung zuließ.
And selbst die, die bisher noch heimlich aus Avaluns Rückkehr gewartet hatten, wurden gläubig, nachdem sie den toten Priester geschaut hatten.
Asathor!
Der neue Gott hatte wieder ein Zeichen seiner Macht und seiner Gröhe gegeben.
Was war Tibu gegen ihn, Mbu, auf dessen Fell Esi üoch geruht hatte, ehe sie der gewalttge Donnerer zusammen mit Ordo zu seinem Göttersitz entführte.
And so ward in dieser Stunde der neue Glaube fest geboren, die alte Lehre endgültig begraben.
Lächelnd und arglos lag das Moor.
Die goldenen Svnnensttahlen tanzten blitzend darüber hin. kosend und zart! Wasserblumen blühten an den Rändern der Lachen.
Das Geäst der Weiden und Erlen glich tausendfach verschlungenen Händen. Leise neigten sich im Frühwind die Häupter der Dirken, als nickten sie und wollten sagen: „Wir haben alles gesehen, wir haben alle« miterlebt. aber — wir schweigen!"
Nur in der Nacht, wenn der Mond über die düstern Tannen steigt, flüstert geheimnisvoll das Moor: „Ich hüte einen köstlichen Schah und bewahre ihn in meinen braunen Armen. And ich lasse ihn nicht, bis dereinst in dielen tausend Jahren rührige Hände das Siegel von meinem verschlossenen Munde lösen und ich berichten kann, wie Ord ound Esi ihrem Volke den neuen Gott gewannen, wie sie in treuer Liebe vereint zusammen in den Tod gingen, um vor den Augen der Enkel und Arenkel wieder aufzuerstehen!" And bas stille Moor, das seine verborgenen Schönheiten besitzt, ist weise, denn es ist so alt, daß es fast ein Kind der Ewigkeit heißen könnte.
11.
Geheimrat von Ammon wendete die letzte Seite seines umfangreichen Manuskriptes-um und — schwieg.
Dann sagte er: „So endet die Crzäh- lung von Ordo und Esi, deren Gebeine wir
eng um\<$>lungett t>oxt brttben \xn Xotl* moor im vergangenen Sommer fanden!"
Es war ein warmer, köstlicher Herbst-, abend.
Vor der Försterei Haidegrund war ein Tisch gedeckt, auf dem die Windlichter einen geheimnisvoll rötlichen Schimmer verbreiteten.
Einige Motten und Falter umsurrten die Flammen.
In der Mitt eder Tafel stand die große irdene Bowle, deren Inhalt sich zum Ende neigte.
Ger alte Gelehrte brannte sich die er-, lvschene Zigarre neu an unb musterte die Teilnehmer, der kleinen Gesellschaft, die um den gastlichen Disch der Frau Försterin versammelt war. ■ j
Da sah der alte Holtenbecker und zog an der Pfeife.
„Das war aber mal schön, Herr Ge« heimrat! 'Ich hab' schon manches gelesen, denn meine Frau ist eine Lehrerstochter und hat Bücher genug, aber nee — 'Herr Geheimrat, bas war doch mal was ander«, so was, was — na, was man nicht alle Tage zu hören kriegt."
And er griff nach dem Bowlenglas und kippte den Rest hinter die Binde. -
„Wenn ich bedenke, Herr Geheimrat. bah ich da so mitgeholfen habe, so ein ganz klein bißchen, dann bin ich ordentlich stolz. Ich hab' doch gleich gesagt, wie ich damals zu Ihnen ins Museum kgm, daß bas ’ne ganz dolle Sache sei, die wir ge» funden hatten —". , i
Herr von Ammon hüb sein Gla« und lächelte freundlich: „Auf Ihr Wohl, mein lieber Holtenbecker, ja — wenn Sie nicht gekommen wären, wer weiß, ob wir den herrlichen Fund je geborgen hätten!" q
Dem Geheimrat gegenüber sah der junge Archivrat Dr. Berger, Hand io Hand mit seiner anmutigen Brätst.
Sie schmiegte sich eng an den Bräuti« flam, aber die schönen Augen waren groß Und bewundernd auf den Greis gerichtet» der sich ihr freundlich Mineigte. j -
„'Nun — Fräulein Ilse — habe ich Gnade vor Ihren Augey gefunden mit dem. was ich über Ordo und Est zu be» richten wußte?"
Da streckte sie ihm die Keine Mädchen» Hand entgegen.
„Wie sollen wir Ihnen danken, lieber Herr Geheimrat!" > ।
And leicht errötend setzte sie hinzu: । i „Ich glaubte bisher, bah sie nur Ge« lehrter seien, nun weiß ich feit heute abend, bah Sie auch — ein Dichter sind!*
Langsam erhob sich die volle Mond» scheibe über den Tannen empor, die brü» ben am Torfbruch unweit der Försterei standen. >
Cs war dasselbe Gesttrn, das auch da» mals der Armenschen Liebe und Qual 6e» leuchtet hatte — nur war es älter, Vie! älter geworden.
Doch — was bedeutet eine so lange Spanne Zeit im Leben de« treuen Erb» trabanten!
Eine flüchtige Sekunde, die nicht einmal eine kleine Runzel in das Mondantlitz matt.
Dr. Berger, der seit einigen Wochen glücklich Verlobte, legte zärtlich den Arm um die Schulter der Braut. i
Was war in diesen wenigen Sommer, monaten aus hem jungen, toeUfremiben Gelehrten geworden, in diesen Monaten, in denen er zusammen mit dem Geheimrat