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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberheffen

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Marburg a. Laba

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachnngen für Stadt und Kreis Marbuvg.

Liulsms Mischen England und Frankreich

15 Wozent ReWbankMontReichsbetelllgung an der Iresdener BankMderaufrichtnag der Sanatbank

M Mittwoch normaler Zahlungsverkehr mit Beschränkungen für alle Sparkonten

Der ZahlungsseMr

Die EMHalteaMon

Der Direktor der Bank von England, Kindersley, ist wieder in Paris ein- zetroffen, um die unterbrochenen Kredit­verhandlungen mit der Bank von Frank- reich fortzusetzen.

Das englische Unterhaus hat am Freitag seine Sitzungsperiode abgeschlossen und ist bis zum 2 0. Oktober in d i e Ferien gegangen.

Das in England neugeschaffene ^parkomitee hat seine Dorschläge ^ni Unterhaus unterbreitet, aus denen

Q- hervorgeht, daß im laufenden Haus­halt mit einem Fehlbetrag von ^Milliarden Mark gerechnet wird.

Das Befinden Lloyd Georges hat ?at sich weiter gebessert, es wird allgemein vamit gerechnet, daß er sich jetzt außer-' halb ernstlicher Gefahr besticket.

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, Auf dem internationalen Sozialisten- greß in Wien trat der französische '-hzialiftenführer L e o n B l u m dafür ein.

Das Reichskabinett hat am Frei­tag feine entscheidenden Beratungen über die Wiederaufnahme des Zahlungsver­kehrs abgehalten und den st a f f e l - »eisen Abbau der jetzigen Be­schränkungen dergestalt beschlossen, datz am Mittwoch die Aufnahme des normale» Zahlungsverkehrs «folgen fbn, mit Ausnahme der Ab­hebungen von Sparguthaben bei Banken, Sparkassen und Ge­nossenschaften. Eine entsprechende Verordnung wird im Laufe des heutigen Tages erlassen werden.

Der Zcntralausschutz der Reichsbank hat im Einvernehmen mit dem Reichsbankf direktorium befchlosien, den Reichs- Bankdiskont von 10 auf 15 Pro­zent und den Lombardsatz von 15 auf 20 Prozent mit Wirkung vom Sonnabend, idem 1. August, zu erhöhen.

\ Dem Vernehmen nach bereitet die Reichsregierung im Zusammenhang mit der bevorstehenden vollen Zahlungswirt­schaft der Banken eine Reihe weiterer Maßnahmen vor. Es sind geplant, ein Mark-Ausfuhrverbot, ein Verbot, ausländische Wertpapiere zu handeln, und eine scharfe Devisen­zwangswirtschaft, für die voraus- ächtlich ein Reichskommissar bestellt wer­den wird.

Dem Direktorium der Reichsbank und insbesondere dem Reichsbankpräfidenten Dr. Luther wurde in der Sitzung am Freitag das Vertrauen ausge­sprochen.

daß Deutschland wirtschaftliche Hilfe ohne jede politische Bedingung gewährt werde.

*

2n der Umgebung B r i a n d s wird her­vorgehoben, datz der Außenminister seelisch und körperlich gebrochen sei, datz die Aerzte ihm das Rauchen untersagt hätten, und üatz sein Besuch in Berlin fraglich geworden sei.

ff. Newyork, 1. Aug. Der Vorschlag des Reichsbankpräsidenten, die kurzfristigen amerikanischen Kredite auf die Dauer von 6 Monaten in Deutschland zu belassen, ist von der Newyorker Finanzwelt allgemein beifällig aus­genommen worden. Die Vertreter der hiesigen Großbanken haben während ihrer Tagung, die in den Räumen der Federal-

Großer Kredit für England

Angeblich ohne voWche Bedingungen

fk. P a r i s, 1. Aug. Die Beratungen des Direktors der Bank von England, Kin­de r s l e y, mit dem Gouverneur der Bant von Frankreich, M o r e t, find noch am Freitag abend wieder eingeleitet worden und haben nach etwa 2stLndiger Dauer e r - folgreich abgeschlossen werden können.

Der Inhalt des Abkommens ist noch nicht bekannt gegeben worden, da sich die Direk­toren der Pariser Großbanken, die an der Aufbringung des Kredites beteiligt sind, erst am heutigen Sonnabend vormittag mit der Angelegenheit befasien und dazu Stellung nehmen sollen. $te beiden Finanz­männer haben daher auch beschlossen, so­

wohl die Unterzeichnung des Ab­kommens wie auch die Veröffent­lichung seiner Einzelheiten auf heute zu verschieben. In gut unterrichteten Kreisen versichert man, daß der Rediskont­kredit, der der Bank von England zu glei­chen Teilen von der Bank von Frankreich und der Federal-Reservebank eröffnet wird, den bisher genannten Betrag, das heißt

20 Millionen Pfund wesentlich über­steigen

soll. DerMatin" und andere Blätter versichern, daß sich der Kredit auf 45 bis 50 Millionen Pfund beläuft. Man unter­streicht ferner, daß das Abkommen keinerlei politische Bedingun- I gen enthalte.

Neuregelung für -le Danatbank

Berlin, 31. Jyli. Die Darmstädter und Natioualbauk wird bei Wiederauf­nahme des allgemeinen Zahlungsverkehrs ihre Schalter öffnen und alle Zahlungen unbeschränkt leisten. Durch eine Verstän­digung mit der Industrie ist erreicht wor­den, datz diese die von der Bank und ihr nähestehende» : Kreisen aufgenommenen Aktien, die unentgeltlich, zur Verfügung gestellt werde», im Nennwert von 35 Mil­lionen SLä zum Kurse von 125 Prozent übernimmt. Dadurch werden der Lank neue Mittel im Betrage von rund 43 Mil­lionen 9zugeführt. Die Aufstellung des Status der Bank hat ergeben, datz die notwendig gewordenen Abschreibungen durch die offenen und stillen Reserven voll gedeckt find.

Für später ist eine Verbreiterung der Kapitalbasis der. Bank vorge-. sehen. Die Ausführung dieser Absicht wird geschehen, sobald die Verhältnisse in der Wirtschaft eine klare Beurteilung zu­lasten. Durch die Besprechungen mit der Reichsregierung und der Reichsbank ist die Gewißheit geschaffen, daß die Bank allen Anforderungen, die durch die volle Aufnahme des Zahlungsver­kehrs an sie herantreten können, zu ent­sprechen vermag. ;

Neue Danatbankverordnung.

Berlin, 31. Juli. Auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten vom 13. Juli 1931 wird verordnet:

Artikel 1.

1. Die Reichsregierung übernimmt na­mens des Reiches über die Vorschrift des Artikels 1, Absatz 1, der Verordnung zur Durchführung der Verordnung des Reichspräsidenten über die Darmstädter und Nationalbank hinaus die Ausfall- bürgschaft für die Erfüllung der 'Wechselverbindlichkeiten der Darmstädter und Nationalbank, Kommanditgesellschaft a. A., auch soweit es sich nicht um eigene Akzepte der Bank handelt. Die Ausfallbürgschaft erstreckt sich ferner auf Bürgschaftsverpflichtungen der Bank ein­schließlich der Verbindlichkeiten aus Wechselbürgschaften.

2. Die Vorschriften in Artikel 1, Ab­satz 2 und in Artikel 2 der Verordnung zur Durchführung der Verordnung des Reichspräsidenten über die Darmstädter und Nationalbank vom 13. Juli 1931 gel- . ten entsprechend.

Berlin, 31. Juli 1931.

Reichsbeteiligung an der Dresdner Bank.

Es ist durch Vereinbarung zwischen Reich und Dresdner Bank gelungen, eine neue Sicherung im Bankwesen zu schaffen. Das Reich wird in erheblichem Umfange Vorzugsaktien der Dresdner Bank über­nehmen. Diese Maßnahme dürfte sich an- gesickts der bevorstehenden völligen Sckal- terösfunnq als notwendig erwiesen haben. Wie verlautet, sollen morgen nachmittag die Einzelheiten der zwischen der Dresdner Bank und dem Reich getroffenen Verein­barungen offiziell bekannt gegeben werden.

Reservebank stattfand, einen Ausschuß ein» gesetzt, der während des Wochenendes den Vorschlag des Reichsbankpräsidenten in allen Einzelheiten studieren und nötigen­falls Abänderungsvorschläge aus­arbeiten wird.

Der Ausschuß dürfte die Zusage, die im wesentlichen nur noch von der befriedigen­den Beantwortung einiger Rückfragen abzuhängen scheint, vielleicht schon am Montag nach Berlin kabeln, um die Auf­hebung der Zahlungseinschränkungen in Deutschland zu beschleunigen.

Die Newyorker Bankiers werden jedoch darauf bestehe», datz die Maßnahmen gegen die Kapitalflucht in Deutschland bis auf weiteres in Kraft bleiben. Man begrüßt in diesem Zusammenhang die erhebliche Erhöhung des Reichsbankdiskonts als ein wirksames Mittel zur Selbsthilfe und als Anreiz zur Rückkehr des bereits ins. Aus­land geflüchteten Kapitals. Die Bankiers find der Ansicht, datz eine wesentliche Ent­spannung auf dem Finanzmarkt erzielt werden könnte, wenn die Hälfte der auf 8 Milliarden Reichsmark geschätzten deut­schen Auslandsguthaben den Kredit­märkten des Reiches zugeführt werden könnte.

Der llnterstaatssekretär des Schatzamtes, Ogden Mills, und Gouverneur N o v r i s von der Philadelphia Federal- Reservebank waren während der Ausschuß- sitzugn anwesend.

Aehnliche Bankier-Komitees zur Prü­fung der deutschen Kredite treten auch in anderen großen Städten zusammen.

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Sie MontnWum

Berlin, 31. Juli. Bei der Reichsbank fand heute eine gemeinsame Sitzung des Generalrates der Reichsbank und des Reichsbankdirekto­riums unter Vorsitz des Reichsbank­präsidenten Dr. Luther statt. In dieser Sitzung wurden sehr wichtige Be schlüsse für die Wiederaufnahme des vollen Zahlungsverkehrs ge­faßt. Die Mitglieder des Generalrates be­nutzten die Gelegenheit, dem Präsi­denten und dem gesamten Direktorium ihr volles Vertrauen in der Füh­rung der Bank- und Währungspolitik auszusprechen und ihre Anerkennung der Geschäftsführung und der schweren von Verantwortungsgefühl getragenen Tätig- keit der Reichsbank zum Ausdruck zu bringen.

Die Reichsbank hat mit Wirkung vom Sonnabend, den 1. August, ab, den Dis­kontsatz von 10 auf 15 Prozent und den Lombardsatz von 15 auf 20 Prozent erhöht.

Wie wir erfahren, entwickelte sich in der Zentralausschuhsitzung der Reichs­bank über die vom Reichsbankdirekto­rium beschlossene Erhöhung des Diskont­satzes auf 15 Prozent eine lebhafte Dis­kussion. Besonders die Vertreter der Landwirtschaft und auch einige Banken bezeichneten die Heraufsetzung des Diskontsatzes auf 15 Prozent als zu hoch. Schließlich wurde jedoch zu­stimmend ton der. Tiskontmaßnahme Kenntnis genommen, die als vorberei-