173
1
la
nt.
je
tte.
ie
»8
AenAllg, »r» A.MM1
,pie .Ob-rbrssisch« Zettmig" et- ttbcint sechsmal wöchentlich. St- pigSpret« monatlich 2.20DM.au* ^ließl. Znslellungsgebübr. durch y, Post 2.45 GM. Für etwa durch
Maschinendtfekt od«r eie- ggatate Ereignisse ausfallende gjaatmetn wird kein Ersatz ge- [^L Verlag, Dr. §. Httzerotb. Qtoi der Unib-Suchdruckerei g* Aug. Koch, Markt 21/23. »rrnsvrecher: Rr. 54 und Rr. 65. «oststberkkonlo: Stau Frankfurt Rr. 5015. - Svr-chzeit ttx Redaktion von 10—11 und »/.!—1 Ubr.
obevhMsche
anatbiuett W6e
Zagteaiytietr / W A/ B B J B B J tontoitihme
Sr.1'4 ««.Mrg.
Marburg a. Saba
Der Anzeigenpreis beträgt fee1 den 11 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08 SM^sog. kleine Anzeigen und Familienanzeigen bei Barzahlung 0.07 GM., amtl. und auswärtige AnzeigenO.10 GM. Grundschrift: ffoloneL Bei schwierigem Sah sowie bet Platzborschrift 50*1» Aufschlag — Gammelanzeigen 100*1« Aufschlag ReNanu-Millim. 0.40 GM Grundschrift, Petit. Jede» Rabatt gilt al« Barrabatt.
stiel 5 Tage.
Sfferteu-Gebührr 25 Pfg. Belege werden berechnet. Erfüllungsort Marburg.
Anzeiger für (das frühere knrheffifchej Oberhessen
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt rrnd Kreis Marburg.
Macdonald in Berlin
Stimson bereits wieder abgereist — Freundliche Worte des Vertrauens
Ein neues Zwischenstadium
!M.
urg.
!N
ls
mittags er Ebe- ibl uni Hausen.
Sans itungs*
Freundschaftskrise von Grund auf nur durch internationale Befriedung zu heilen sei; in diesem Zusammenhang sei es bedeutungsvoll, datz bei der Beendigung der Sieben - Mächte - Konferenz die führenden Staatsmänner Frankreichs und Deutschlands diese Notwendigkeit mit bezeichnendem Nachdruck anerkannt hätten. Die Bedeutung des Besuches der britischen Minister liege in dem, was sie zur Förderung des damals bezeichneten Zieles zunächst tun könnten.
Staatssekretär Stimson beim Reichspräsidenten.
Berlin, 27. Juli. Der Herr Reichspräsident empfing heute gegen Vs 12 Uhr den amerikanischen Staatssekretär Stimson zu einer längeren Besprechung, bei der der amerikanische Botschafter in Berlin S a ck e t t, der deutsche Botschafter in Washington v. Prittwitz', und Staatssekretär Dr. Meißner zugegen waren.
Der englische Ministerpräsident Ramsay Macdonald traf am Montag mit dem Holland-Expreß um 17.17 Uhr in Berlin ein und wurde von Dr. Brüning, Dr. Curtius, Henderson und den Herren der englischen Botschaft empfangen. Eine große Menschenmenge bereitete Macdonald Ovationen.
Zu Ehren der in Berlin weilenden englischen Minister veranstaltete Dr. Brüning am Montag abend in der Reichskanzlei ein offizielles Bankett. Brüning und Macdonald wechselten Trinksprüche, wobei sie auf die Bedeutung der persönlichen Aussprache hinwiesen und die deutsch-englische Freundschaft feierten.
mittags er (Ebe- BiuRm DZoeito :str. 1h, gsweit mittags
Nach einer amtlichen Mitteilung hat die Reichsreqierung beschlossen, für das Reich zwei Fünftel des Aktienkapitals der gegründeten Akzept-Earantiebank zu übernehmen.
>es oet- kbeodm erstvW ltzungs-
Der Reichspräsident hat eine neue Not- f Verordnung über die Anmeldung von Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem A u s l a n d e erlassen. Das Reichskabinett hielt am Montag naHmit-
nittags Hüllers ile bei .107#
mittags en des ßebrba. ) Mm!
mittags heleute nd Ka< Eavvel. a, 1,82
tag eine Sitzung ab, in der über die zu er- ■ lassende neue Verordnung über den Abbau . der Maßnahmen für den Zahlungsverkehr
beraten wurde. Wie verlautet, ist eine
H Nach Pariser Meldungen ist es zwischen den Nationalbanken von Eng- . land und Frankreich zu einer lleber- l einkunft gekommen, wonach die Bank von Frankreich der Bank von England einen Rediskontkredit in Höhe von 20 Millionen Pfund zur Verfügung stellt.
f sofortige völlige Aufhebung ' b»r Beschränkungen nicht zu erwar- l t e n.
mittags *
s Gasten Ebt- t Man 4 u. 5. feungs*
>ormb- ien del 6 Willi geb
Der französische Kriegsminister M a g i - not hat in einer Rede betont, daß tm Falle einer Wiedergabe der Handlungsfreiheit an Deutschland Frankreich sich nicht nur zur Abrüstung verstehen könnte, sondern gezwungen wäre, seine militärische Macht weiter zu verstärken.
Die englische Presse znm Besuch Macdonalds und Hendersons in Berlin.
Roten a und Die ei« 18001*
Stein-
ortnü* Hälft« Muern Acker '09t®. :iag. ormin [en des n Lud- litiaste 1.30® öörte« m ZU* Caleni
folge«
n
Die Blätter berichten ausführlich über den gestrigen Empfang, der Macdonald und Henderson bei ihrem Eintreffen in Berlin bereitet worden ist.
„D aily Herald" erblickt in dem den Ministern zuteil gewordenen Willkomm ein weiteres Band der Freundschaft, die England und Deutschland nach dem Krieg verbinde. Der Besuch in Berlin sei ebenso wie der Besuch von Chequers ein Ausdruck der Trkenntnis, daß die ganze Zukunft der Zivilisation von dem Verzicht auf das lrüher übliche System der Eruppenbildung und von ehrlichem internationalen Zusammenwirken abhängt.
„Daily Telegraph" glaubt zwar unht, daß dem Besuch fühlbare politische Bedeutung zukomme, da das Finanzproblem gegenwärtig in die Hände der «ankleute gelegt sei, betont aber die Tatsche, daß die Anwesenheit der beiden Staatsmänner von dem deutschen Volke in voller Aufrichtigkeit begrüßt werde.
i und sblatt 4790
II.
»n.
- .$er Besuch Macdonalds und Hendersons c* ebenso wie der des amerikanischen l^^kretärs Stimsons eine Bekundung Master Anteilnahme, die für die deutsche
in ihrer jetzigen Notlage viel be- ■ am •£' ®as Blatt schließt, es werde jetzt "serng erkannt, daß die gegenwärtige
Noch keine Freigabe des Zahlungsverkehrs
Durch eine Notverordnung des Reichspräsidenten ist die Reichsregierung ermächtigt worden, im Interesse der Wiederherstellung eines geordneten Zahlungsverkehrs das Reich an gesellschaftlichen Unternehmungen zu beteiligen und die erforderlichen Einlagen zu leisten, ferner Sicher- heiten zu Lasten des Reichs zu übernehmen.
Diese Verordnung steht int Zusammenhang mit der Errichtung der Akzept- und Garantiebank, von deren Aktienkapital in Höhe von 200 Mill. R.« das Reich zwei Fünftel übernimmt. Die Akzept- und Earantiebank bildet das vermittelnde Glied, mit dessen Hilfe ein geordneter Zahlungsverkehr hergestellt werden soll. Die Bedeutung dieser Aufgabe ist so groß, datz die Reichsregierung eine materielle Mitwirkung durch Kapitalbeteiligung und Sicherheitsübernahme für unerläßlich angesehen hat. Durch die Mitwirkung des Reichs konnte das Kapital auf eine Höhe gebracht werden, die eine ausreichende Unterlage für umfassende Kredite an die Akzept- und Garantiebank bietet.
Das Reichs Kabinett beschäftigte sich in seiner gestrigen Sitzung, an welcher auch der preußische Finanzminister und der Reichsbankpräsident teilnahmen, mit der Vorbereitung von Maßnahmen für die weitere Auflocke- ^.u n g d e s G e l d v e r k e h r s.
Es ist wahrscheinlich, daß das Kabinett sich entschließt, doch erst noch ein neues Zwischen st adium vor die vollkommene Aufhebung der Beschränkungen im Zahlungsverkehr zu legen. Für die Neuregelung ist natürlich auch die zukünftige Haltung des Auslands in der Frage der kurzfristigen Anleihen von Bedeutung. Wie bekannt, finden unter der Strllhalteparole, die von der Londoner Konferenz ausgegeben worden ist, augenblicklich noch Verhandlungen in dieser Richtung statt, die damit noch nicht abgeschlossen sind. Für die weitere Zukunft sucht die Reichsregierung nun einen genaueren Ueberblick über die kurzfristigen Anleihen, wie überhaupt über die Auslandsverschuldung zu gewinnen. Das ist der Sinn der neuen Notverordnung, deren Ergebnisse dazu beitragen werden, die Stellung der Reichsbank zu erleichtern.
Anmeldung von Zahlungsverpflichtungen im Ausland
Berlin, 27. Juli. Auf Grund des Art. 48 216). 2 der Reichsverfassung wird verordnet:
8 1.
Die Reichsregierung ist ermächtigt, Borschristen über die Anmeldung vou Zahlungsverpflichtungen aller Art gegenüber Personen, die ihren Wohnsitz, Sitz oder den Ort der Leitung im Ausland oder im Saargebiet haben, zu - erlassen und Zuwiderhandlungen gegen diese Borschristen mit Strafe zu bedrohen.
§ 2-
Diese Verordnung tritt am 27. Juli 1931 in Äraft (Unterschriften.)
In den Durchführungsbestimmungen heißt es u. a.:
§ 1.
(1.) I. Natürliche Personen, die im Deutschen Reiche ihren Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben,
II. a) Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien, Kolonialgesellschaften, Bergbau treibende rechtsfähige Vereinigungen und nichtrechtsfähige Berggewerkschaften, Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Genossenschaften. Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit, Hypothekenbanken, Schiffsbeleihungs- banken,
b) rechtsfähige und nichtrechtsfähige Ver- eine, Anstalten, Stiftungen, andere Zweck- üermögen, und sonstige nicht unter a) fallende Gesellschaften und Körperschaften des bürgerlichen Rechts,
n) offene Handelsgesellschaften, Kommanditgesellschaften und ähnliche Gesellschaften des Handelsrechts, bei denen die Gesellschafter als Unternehmer lMitunternehmer) • anzusehen sind.
d) Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts zu a) bis c) unter der Voraussetzung, daß der Sitz ober der Ort der Leitung im Inland liegt.
III. Die Länder haben ihre Zahlungsverpflichtungen gegenüber ausländischen Gläubigern nach den Vorschriften dieser Verordnung anzumelden.
Sind mehrere Personen Schuldner derselben Verpflichtung, so ist jede anmeldepflichtig. Ein Bürge ist nur anzumelden, wenn der Hauptschuldner nicht anmeldepflichtig ist. Bei Wechseln ist nur der Asteptant, bei eigenen Wechseln nur der Aussteller anmeldepflichtig.
§ 2.
Anzumelden sind ohne Rücksicht auf den Zeitpunkt der Fälligkeit die beim Inkrafttreten dieser Verordnung bestehenden Zahlungsverpflichtungen, die in Reichsmark oder in einer ausländischen Währung zu erfüllen sind.
Nicht anzumelden sind die Zahlungsverpflichtungen eines Schuldners, deren Nennbetrag oder Gegenwert insgesamt 50 000 R^k nicht erreicht.
8 3.
Die Anmeldung ist binnen zehn Tagen nach Inkrafttreten dieser Verordnung bei Der Anmeldestelle für Auslandsschulden in Berlin SW. 111 zu bewirken. Die Anmeldung erfolgt durch die Beantwortung der in einem Vordruck der Anmeldestelle enthaltenen Fragen.
§ 4.
Wer den Vorschriften der §§ 1—3 zuwider die Anmeldung nicht, nicht rechtzeitig oder nicht vollständig bewirkt, wird mit Geldstrafe bestraft.
Diese Verordnuna tritt am 28. Juli 1931 in , Kraft. (Unterschriften.)
Deutschlands kurzfristige Auslandsverschuldung
Von Dr. Kurt Vollert.
Die gegenwärtig vielerörterte „Still- halte-Aktion" ausländischer Zentralnotenbanken läuft im wesentlichen auf eine Stabilisierung der in Deutschland noch investierten kurzfristigen Auslandskredite hinaus. Seit der Markfestigung nahm die deutsche Wirtschaft zu Aufbau- und Arbeitszwecken
nicht weniger als über 18 Milliarden Mark kurz- und langfristiger Kredite im Auslande auf,
von denen rund 8,2 Milliarden als kurz- fristig bezeichnet sind. Wie verhängnisvoll sich eine Zurückziehung kurzfristiger Kredite in größerem Umfange innerhalb der deutschen Wirtschaft — wie viele deutsche Industrieanlagen entstanden allein in den letzten Jahren nur auf dem schwan- könden Grunde kurzfristiger Auslandskredite! — auswirken mußte, erwies sich ja bei dem plötzlichen Drei-Milliarden-Ver- lust unseres Kreditwirtschaft im Zusammenhang mit den katastrophalen Vorgängen bei der Oesterreichischen Kreditanstalt zur Genüge. Die sogenannte „Li- guidationskrise", unter der unser gesamtes Wirtschaftsleben ja nun schon seit Wochen so schwer zu leiden hat, mußte unverzüglich in dem Augenblick zum Ausdruck gelangen, als es sich herausstellte, datz weder Reichsbank und Großbanken noch die Wirtschaft selbst imstande waren, der Fülle von Kündigungen kurzfristiger Auslandsschulden durch auch nur annähernd entsprechende Rückzahlungen zu genügen. Unsere' verfügbaren Auslandszahlungsmittel reichen einfach nicht aus. Dem Devisenabflutz, der durch Zurückziehung ausländischer Kreditgeber entstand, folgte eine sehr beträchtliche Abwanderung deutscher Gelder ins Ausland, eine Kapitalflucht, die tm Laufe dieses Jahres bereits die Ein- Mil- liarden-Erenze überschritten haben dürfte
Im Laufe der letzten sieben Jahre hatten sich bei den deutschen Banken und Sparkassen rand 36 Milliarden Mark an inländischen Einlagen, ausländischen Krediten «nd Spargeldern angesammelt, zusammen ein gewaltiger Betrag, der, abgesehen von einer unbedeutenden Barreserve, in Handel, Industrie und öffentlichen Betrieben angelegt wurde und kurzfristig kündbar blieb. Und dann schwand im Juni und in der ersten Julihälfte im In- und Auslande das, was die Bankwelt so schön als „Vertrauen in die Erfüllungsmöglichkeit eingegangener Verbindlichkeit" bezeichnet. Die sattsam bekannte Panik der Gläubiger verführte zu den geradezu grotesk anmutenden Versuchen, zurllckge- forderte Gelder in jeder gewünschten Höhe auszuzahlen, Versuche, deren Unzulänglichkeit doch klar auf der Hand lag. Es entstand jene noch heute in aller Härte spürbare Betriebsmittelknappheit im Innern, die einer weiteren Ueberführung von Eeldkapitalien ins Ausland Schranken setzte. Die sofortige Aufnahme eines großen Auslandskredits mißglückte der Reichsbank bekanntlich. Ein zweites Mittel: völlige Einstellung der nicht mehr möglichen Rückzahlungen an das Ausland zur Aufrechterhaltung des Binnenkredits, das wirksam gewesen wäre, solange noch bei der Reichsbank ein Deckungsüberschuß vorhanden war, wurde auch nicht rechtzeitig angewandt. Statt dessen wurden die Zahlungen ans Ausland wochenlang fortgeführt, was unter diesen Verhältnissen zwangsläufig eine Untergrabung desVln- nenkredits zum Schaden der deutschen Wittschaft zeitigte.
In einem kürzlich erschienen Wochenbericht des Instituts für Konjunkturforschung wird die Entstehungsursachs der gesamten deutschen Auslandsverschuldung mit Recht auf den unechten Transfer der Repara-