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Anzeiger für (bas frühere kurhesfifche) Oberhessen
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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
| Einmageres Ergebnis
Kein neuer Kredit für Deutschland - Einigung über ein Stillhaltekonsortium - Die verhängnisvolle Nolle Frankreichs
Uebersicht
In der Nachm'itagssihung der Londoner Konferenz am Mittwoch konnte, wie von deutscher Seite mitgeteilt wurde, ein gewisser vorläufiger Abschluß der Verhandlungen erzielt werden. Eine hierüber ausgegebene amtliche Verlautbarung besagt, daß ein Uebereinkommen über den Bericht zustande gekommen ist, der der Vollkonferenz vorgelegt werden soll.
Das Ergebnis der Konferenz der ' Kinanzminister in London wird dahin ausgelegt, daß" in der Frage der Eröffnung ««es neuen Z u s a tz k r e d i t s für Deutschland keine Einigkeit erzielt lvurde, daß aber die Regierungen an ihre vanken Empfehlungen geben werde», keine Kredite aus Deutschland zurückzuziehen, daß ferner der internationale 100 Millionen-Dollar- kredit verlängert werden soll und ein Bankenausschuh in Deutschland die Kredit- und Finanzlage studie- »n soll.
Aus Londoner amerikanischen Kreisen wird mitgeteilt, daß das Verhalten Frankreichs in der Frage der Kredite für Deutschland in Amerika außerordentlich verstimmt hat. _ Frankreich hat jede Erörterung über eine Anleihe außer über einen langfristigen Kredit unter dem Hinweis abgelehnt, daß vorher die politischen Forderungen von Deutschland angenommen werden müßten.
Das amerikanische Handelsdepartement hat einen aufsehenerregenden Bericht üder die Finanzlage Deutschlands veröffenlicht, in dem darauf hingewieien wird, daß die deutsche Auslandsverschuldung nur eine Folge der Reparationszahlungen sei.
Die von Frankreich in Genf überreichte I b r ü st u n g s n o t e hat in Washington »ie eine Bombe eingeschlagen. In Amerika wird diese Note als der schwerste k ch lag gegen Hoovers Ab - tüstungspolitik angesehdn.
Der amerikanische Staatssekretär Stim- ion erklärte zu den Ergebnissen der Londoner Konferenz, daß diese zwar erfreulich feien, daß für die beschlossenen Maßnahmen aber auch eine Bankierzusammen- «nft ausgereicht hätte.
In der italienischen Presse wird das schwache Ergebnis der Londoner Konferenz Unstimmig auf die hartnäckige Haltung Frankreichs zurückgeführt.
Am Mittag
Die gestrigen Besprechungen der sieben "ächte wurden um 13 Uhr vertagt. Es Durde über sie folgendes Kommunique herausgegeben:
Die internationale Konferenz hielt heute um 10 Uhr eine weitere Besprechung im Foreign Office ab, die sich wei- fkr mit den Methoden befaßte, das Verbauen in die Stabilität der deutschen unanziellen Lage durch eine einvernehm- "che internationale Kooperation auf £.r Basis der vom Komitee der Finanz- mmister vorgelegtcn Berichte wiederher- wteilen. Es wurde ein Fortschritt er= Mt und gewisse technische Fragen find °en Finanzministern überwiesen worden, ?^che darüber heute nachmittag beraten "'Men und der morgen vormittag abge-
boltenen Hauptkonferenz Bericht erstatten werden. .
Am Abend
Reichskanzler Brüning und Staatssekretär Schäffer sind um 20 Uhr von der Konferenz der Finanzminister nach dem Carlton-Hotel zurückgekehrt.
Es verlautete aus deutschen Kreisens daß die Verhandlungen der Finanzminister zu einem gewissen vorläufigen Abschluß gelangt seien.
S t i m s o n äußerte sich über den Fortgang der Verhandlungen in der Vollkon- ferenz am Mittwoch dahin: Es sei ein wirklicher Fortschritt gemacht worden, und
es bestände die Hoffnung, daß die Konferenz ihre Arbeiten am Donnerstag beenden werde. Die Aufmerksamkeit aller Mitglieder der Konferenz habe sich auf die Vorschläge konzentriert, die eine öffentliche Hilfeleistung für Deutschland vorsähen.
Alle strittigen Fragen seien sortge- lasien worden.
Stimson erklärte weiter, die Konferenz beschäftige sich lediglich damit, e i n Faß abzudichten, um das in ihm befindliche Wasier zu retten, ehe man neues Wasser in das Faß geben wolle. Ueber langfristige Kredite werde jetzt nicht mehr verhandelt. Das könne
Sorgen der „Times"
Ist das Ergebnis der Konferenz ausreichend?
Die heutigen Londoner Morgenblätter geben der Erwartung Ausdruck, daß die Beschlüße der Sieben-Mächte-Konfcrenz ausreichen werden, um die finanzielle Lage Deutschlands für die Zukunft möglichst sicher zu stellen. Sie sind der Meinung, die Konferenz werde sich heute gewisier- maßen vertagen, sie werde aber im H e r b st wieder zusammentreten müßen. Es habe den Anschein, als ob das im Augenblick Notwendige zustande gebracht, die Häuptprobleme aber aufgeschoben worden seien.
„Times“ ist jetzt sehr pessimistisch. Sie spricht in ihrem Leitartikel von einer verlorenen Gelegenheit und davon,
daß Dr. Brüning mit leeren Händen aus London znrückkehren dürfte.
Die Besprechungen hätten kein Ergebnis gezeitigt, das einer solchen eindrucksvollen internationalen Konferenz würdig wäre.
Sie geht dann weiter zu den Ursachen des Fehlschlages über. So lange Amerika es ablehnt, meint sie, sich mit den Kriegsschulden zu befaßen, unb die französische Regierung sich auf keine Erörterung der Reparationen einlaßt, sei es klar, daß kein wirklicher Fortschritt für die dauernde Belebung des deutschen Wirtschaftsproblems gemacht werden könnte. Eo sei nur möglich gewesen, Maßnahmen zu vereinbaren, die verhindern sollten, daß sich Deutschlands Lage zu einer Katastrophe auswachse. Solange aber die Last der Reparationen auch nur annähernd in der jetzigen Höhe auf Deutschland liegen bleibe, werde es unmöglich sein, besonderes Vertrauen in seine Finanz-Zukunft einzuflößen, das Kapital anzuziehen vermöchte. Indes sei es besser als nichts, wenn die Gläubiger-Regierungen sich bereit erklärt hätten, ihren Einfluß dahin geltend zu machen, daß weitere Kredite aus Deutschland nicht zurückgezogen werden. Diese Tatsache an sich sei geeignet, das Vertrauen in Deutschland wieder herzustellen; und Deutschland könne für den Augenblick wenigstens sich weiterhelfen, wenn auch alles von der Wirkung und Entschlossenheit abhänge, mit der dieses Resultat ausgenommen und die weiteren notwendigen Maßnahmen getroffen werden würden.
Auf jeden Fall fei es flat, daß es nicht lange mehr möglich sein werde, die wirklichen Probleme zu umgehen, was iw Augenblick den Vereinigten . Staate« und Frankreich «elnnsen fei.
Denn was solle im nächsten Sommer geschehen, wenn die Wiederaufnahme der Reparationszahlungen fällig wird? Die einzige Alternative sei Revision oder Chaos. Um dieses zu vermeiden, müße das Werk der Revision so früh wie möglich unternommen werden.
Zum Schluß spricht „Times“ die Hofs- - nung aus, daß der Ausschuß der BIZ., der zusammengerufen wird, den Gang der Er- eigniße in Deutschland im Auge behalten und daß im Herbst die Londoner Aussprache mit Erfolg wieder ausgenommen werde.
Die Zusammensetzung der nach Berlin z« entsendenden Sachverständigenkomitees.
Der Ausschuß von Finanzsachverständigen, dessen Entsendung nach Berlin vorgeschlagen wurde, dürfte, wie der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph“ wissen will, aus -folgenden drei hervorragenden Finanzsachverständigen bestehen: Robert Kinders- l e y, Direktor der Bank von England, Sprague amerikanischer Ratgeber der Bank von England und Dr. Wallenberg, der schwedische Hauptsachverständige. Es sei zu erwarten, daß der Besuch dieser drei Herren in Berlin umnit- telbar auf den Besuch Macdonalds und Hendersons folgen werde.
Der englische Gegenbesuch
Wie wir erfahren, ist der deutscherseits. vorgetragene Wunsch, Premierminister Macdonald und Außenminister Henderson möchten den Besuch der deutschen Staatsmänner in London "alsbald in Berlin erwidern, von englischer Seite mit freundschaftlicher Zustimmung ausgenommen worden. Da der Gegenbesuch zu einem späteren Zeitpunkt, als in den letzten Julitagen kaum möglich sein würde, werden sich Macdonald und Henderson voraussichtlich gleich nach Beendigung der Siebenmächtekonferenz nach Berlin begeben. Die deutschen Staatsmänner würden es begrüßen, wenn auch Staatssekretär Stimson die Reichshauptstadt aufiuchen würde. Dr. Curtins hat diesen Wunsch im Verlause seiner Unterredung mit Stimson geäußert, und der ameri-
• konische Staatssekretär hat sich grundsätzlich bereiterklärt. Der Zeitpunkt seines Besuchs hängt natürlich von den bereits getroffenen Dispositionen ab^ und auch von dem Verlauf der Londoner Konferenz, deren Beendigung für heute abend erwartet wird.
später geschehen. Bei der Konferenz handele es sich um eine Gruppe von Ministern am runden Verhandlungstisch, die die finanziellen Vedürfniße Deutschlands erwägen. 3m Grunde genommen handele es sich um eine Aufgabe für den Bankier, und es sei vielleicht nur ein Zufall, daß Staatsmänner zufammende- rufen worden seien, wahrscheinlich nur deswegen, weil sie im Augenblick verfügbar gewesen seien. Die Zukunft müße am besten den Bankiers überlassen werden.
Äeiw «euer Kredit
Ueber die gestrigen Finanzministersitzung berichtet Reuter: Die Finanzminister berieten heute nachmittag über die Fassung verschiedener Entschließun-
Das endgültige Ergebnis
Uw 12.20 Uhr wurde die Sieben-Mächte- Kvnferenz abgeschloßen. Um 1.30 erhielten wir aus London einen Fuuksprnch, wonach das Ergebnis der Konferenz den in unserer Uebersicht (Spalte 1, Absatz 2) gemachten Angaben genau entspricht. Frankreich hat bte Bewilligung kurzfristiger Kredite von Bedingungen abhängig gemacht, die die deutsche Regierung nicht auueh«e>n konnte.
gen, die in der morgigen Plenarsitzung der Konferenz unterbreitet werden sollen. Wie aus autorisierter Quelle verlautet, hat sich die Konferenz mit der Frage neuer Kredite zugunsten Deutschlands sehr wenig beschäftigt. Die Debatte betraf lediglich die Stabilisierung der bestehenden Kredite sowie andere Mittels Deutschland zu helfen. Die intereffier- ten Regierungen werden wahrscheinlich ine Emissionsbanken Frankreichs, Großbritanniens und Amerikas ersuchen, den bereits bewilligten 100-Millionen-Dollar- Kredit an Deutschland um drei Monate zu verlängern. In dieser Weise würde der Betrag der Kredite der Privatbanken an Deutschland ungefähr ausrechterhalten werden. Der Vorschlag einer Neuverteilung der kurzfristigen Kredite unter Großbritzmnien, Frankreich und Amerika soll nun endgültig aufgegeben worden sein.
Frankreich ist zufrieden
Die Pariser Morgenpresse bringt heute in den Berichten ihrer Londoner Sonderberichterstatter ihre Zufriedenheit mit der Haltung der französischen Regierung zum Ausdruck. Hinsichtlich der Wirkung der Beschlüffe, die heute in London gefaßt werden sollen, macht sie jedoch gewisse Vorbehalte.
,O)euvre“ bezeichnet die zu treffenden Maßnahmen als rem banktechnischer Art, läßt aber die Frage offen, ob sie zu einer Behebung der deutschen Krise aus- reichen würden.
..Iournöe Industrielle“ ist der Ansicht, daß Europa ohne oder gegen Frankreich nicht aus feinen Schwierigkeiten herauskommen werde.
Leon Blum sagt im „Populaire“, daß man von einer verpaßten Gelegenheit sprechen könne, denn die Pariser und Londoner Verhandlungen hätten eine aufrichtige Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland und