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Anzeiger für (das frühere kurheffische) Oberhefsen

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Marburg o. Laba

Der Anzeigenpreis beträgt de« 11 gespalt. Zellemnillimeter 0.08 GM^sog. kleine Anzeigen und Famstienanzeigen bet Barzahlung 0.07 S2L, amtl. und auswärtig« Anzeigen 0.10 GM. Srnndschrlft: ffolond. Bei schwierigem Sah so­wie bet Platzborfchrift 50*1, Auf­schlag Sannnelanzeigen 100/, Aufschlag Reklam.-Millim. 0.40 GM Grundschrift > Petit. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt.

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Das Ergebnis von Paris

Die Franzosen haben ihren Standpunkt durchgesetzt In London dürfen nur finanzielle und wirtschaftliche Fragen erörtert werden

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Alle politischen Fragen bleiben auf Verhandlungen in Paris beschränkt

llebersicht

lleber den Verlauf und die Ergebnisse der in Paris geführten deutsch-französischen Minksterbcsprechungen wurde eine gemein­same deutsch-französische Verlautbarung herausgegeben, in der es heißt, daß die Vertreter der französischen Regierung in Anerkennung der Schwere der deutschen Krise und unter dem Vorbehalt gewisser französischer Garan­tien und Maßnahmen für die politische Beruhigung bereit seien, zu einem späteren Zeitpunkt die Grundlage einer finanziellen Zusammen­arbeit zu erörtern. Die Vertreter der beiden Regierungen legen Wert darauf, ihren Willen zu betonen, im Rahmen des Möglichen die Voraussetzungen für eine wirksame Zusammenarbeit zu schaffen.

Das Ergebnis der Pariser Verhandlun­gen wird von maßgebender deutscher Seite so ausgelegt, daß alle Fragen, und zwar sowohl die finanzieller wie die politischer Natur, die mit der deutschen Krise und mit der Deutschland zu gewährenden Anleihe Zusammenhängen, er st in London endgültig zur Verhandlung ge­langen werden.

Reichsaußenminister Dr. C u r t i u s er­klärte nach Abschluß der Pariser Verhand­lungen, daß nunmehr ein neuer Anfang im Geiste von Chequers in den deutsch-fran­zösischen Beziehungen gemacht worden sei.

Bon französischer Seite wird hervorge­hoben, daß Ministerpräsident Laval aus­drücklich gefordert und auch erreicht hat, datzdieLondonerKonferenz strikte «wf die Prüfung der finanziel­len and wirtschaftlichen Krise in Deutschland beschränkt werde.

Reichskanzler Dr. Brüning hat beim Abschluß der Pariser Verhandlungen den französischen Ministerpräsidenten Laval and den Außenminister zu einem Besuche «ach Berlin eingeladen.

Die deutschen Minister sind am Montag vormittag nach London abgereist. Die Lon­doner Konferenz wird um 18 Uhr be­ginnen.

In der englischen Oeffentlichkeit wird mich weiterhin scharf gegen untragbare Bindungen Deutschlands an politische Be­dingungen Stellung genommen..

Erllürrmg Hendersons

Staatssekretär Henderson wurde gestern abend um 11 Uhr bei seinem Ein- Ueffen auf der Victoriastation von dem Premierminister Macdonald, dem französischen Botschafter in London und einer großer Anzahl offizieller Persön­lichkeiten begrüßt. In dem gleichen Zuge waren die amerikanischen Minister S ti m- i o n und Mellon angekommen. Hender- fon gab eine Erklärung ab, in der esu.a. deißt: Ich bin nach Paris gegangen im ^ewußtsein des Ernstes der Lage, aber sch war kaum gefaßt auf die schnellen Ver­änderungen, die in einer so kurzen Spanne ??ngetreten sind. Der Beschluß, den Ber- !"ler Besuch aufzuschieben, war sehr schwierig, indeffen ließ die Lage keine an»

Möglichkeit. Außerdem hoffe ich, ?qd der Besuch bald nachgeholt werden ann Ich hin sehr befriedigt über den Ganser Besuch Dr. Brünings und Dr. ^urtius', denn die Wichtigkeit, die ein Hanzösisch-deutsches Einvernehmen für

Europa und die Welt hat, kann meines Erachtens gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Diese Annäherung bereitet auch eine gute Vorarbeit für die Londoner Konferenz.

Trotz der späten Abendstunden begab sich Henderson nach Downingstreet, wo er mit dem Premierminister eine lange Besprechung hatte. Heute wird eine Sondersitzung des Kabinetts abgehalten, um die Tagesordnung für die heute abend

um 6 Uhr beginnende Konferenz zu ent­werfen.

Französische Pressestimmen

Einige Pariser Morgenblätter wollen Einzelheiten über die gestrige deutsch­französische Aussprache berichten. So sprichtOeuvre" vonfinanziellen und politischen Schwierigkeiten, die nicht be­hoben werden könnten." Dr. Brüning habe den kurzfristigen Kredit der Zen-

Die gemeinsame Verlautbarung

Die französischen Vorbehalte

Paris, 19. Juli. Um 22,45 Uhr wurde über die deutsch-französischen Ver­handlungen folgendes gemeinsames Kom­munique ausgegeben:

In einer kürzlichen Botschaft hat der Reichskanzler Dr. Brüning den Wunsch zum Ausdruck gebracht, mit der franz" - Ufcoen Regierung in direkte Fühlung zu treten, um die Mittel für eine gemein­same Bemühung zur Besserung der Be­ziehungen beider Länder zu suchen. Der Chef der französischen Regierung hat spontan erwidert, daß er mit Genugtu­ung einer Begegnung entgegensehe, deren Verwirklichung durch die Ereignisse, die die Wirtschafts- und Finanzlage Deutsch­lands und rückwirkend auch diejenige der übrigen Länder betroffen haben, opportu­ner gemacht wurde. Infolgedessen sind die Vertreter beider Regierungen am 18. und 19. Juli 1931 in Paris zusammenge­kommen. Sie haben übereinstimmend die Bedeutung dieser Begegnung anerkannt und betont, daß sie den Beginn einer ver­trauensvollen Zusammenarbeit darstellen solle. Der Reichskanzler hat die riet»

'chiedenen Aspekte der Krise, unter der "ein Land leidet, beleuchtet.

Die französischen Vertreter, die den Ernst dieser Krise anerkennen, haben erklärt, daß vorbehaltlich gewisier finanzieller Garantien und Maßnah­men für eine politische Beschwichtigung sie bereit sein würden, später die Be­dingungen für eine finanzielle Zu­sammenarbeit im internationalen Rahmen zu erörtern.

Bereits jetzt haben die Vertreter der beiden Regierungen Wert darauf gelegt, ihren Willen zu betonen, soweit wie mög­lich untereinander die für eine wirkliche Zusammenarbeit auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet günstigen Bedin­gungen zu schaffen, und sie sind überein­gekommen, sich gemeinsam darum zu be­mühen, daß der Kredit und das Vertrauen in einer Atmosphäre der Ruhe und Sicherheit wiederhergestellt werden kön­nen.

Die französische Verlautbarung

Nach den Besprechungen am Sonntag vormittag

Berlin, 19. Juli, lieber die Bespre­chung der in Paris weilenden Vertreter der an den aktuellen Problemen inter­essierten Mächte, die um 10 Uhr begann und 12.30 Uhr zu Ende ging, wurde vom französischen Ministerpräsidenten ein Kommunique ausgegeben, das besagt:

Ministerpräsident Laval, umgeben von Außenminister Briand, Finanzminister Flandin, Budgetminister Pistry, Unter»

-mtssekretär Fran?ois-Poncet und dem Generalsekretär des Quai d'Orsay Phi­lippe Berthelot, hat in seinem Kabinett die ausländischen Staatsmänner empfan­gen. Es waren anwesend: (es folgen die Namen).

Ministerpräsident Laval

dankte den Ministern und auswärtigen Delegierten, daß sie seinem Aufrufe ge­folgt sind, um gemeinsam Die Bedingun­gen festzulegen, unter denen die Londoner Konferenz anheben soll. Er unterrichtete sie über die Unterhandlungen, die in den letzten Tagen mit Staatssekretär Hen­derson und Staatssekretär Stimson stattgefunden haben und namentlich über die gestrigen Besprechungen mit Reichs­kanzler Dr. Brüning und Reichs- autzenminister Dr. Gurt tu s'

Reichskanzler Dr. Brüning erstattete ein kurzes Expose über den ge­genwärtigen Stand der deutschen Wirt- ickalts- und Linamckrile und leate die

Maßnahmen internationaler Art dar, die wünschenswert erscheinen, um diese Kri­sis zu lösen. Nacheinander haben hierauf Staatssekretär St mson, Staatssekre­tär Henderson, Außenminister Gr an di, der japanische Botschafter und Außenminister Hymans zum Ausdruck gebracht, wie sehr sie sich dazu beglück­wünschten, dieser so wichtigen Vorbespre­chung beiwohnen zu können. Sie haben sämtlich die Versicherung gegeben, daß ihre Regierungen mit größter Sorgfalt und größter Sympathie prüfen würden, was zu tun möglich wäre, um Deutsch­land, dessen Schwierigkeiten die Stabili­tät der europäischen Wirtschaft angehe, zu Hilfe zu kommen. Sie haben gleich­falls einmütig die Genugtuung und Hoff­nung zum Ausdruck gebracht, die ihnen die Anwesenheit der deutschen Minister in Paris und ihre Unterredungen mit den französischen Ministern einflößen.

Auf Ersuchen von Ministerpräsident Laval wurde in gemeinsamem Einverneh­men festgelegt, daß die Londoner Konfe­renz auf die Prüfung der deutschen Finanz- «nd Wirtschaftskrise strikt begrenzt sein würde. Ministerpräsident Laval gab zum Schluß dem Wunsche Ausdruck, daß die Unterredung, die die französischen Mini­ster heute nachmittag mit den deutschen Ministern haben» den Erfolg der Lon­doner Konferenz erleichtern mime.

tralbcmken ohne irgendeine Garantie und Kontrolle erhalten wollen, während

Ministerpräsident Laval den Stand­punkt vertreten habe, daß auch ein kurzfristiger Kredit genau wie eine Anleihe durch Garantien verstärkt werden müßte,

und daß beide Operationen miteinander stets verbunden seien. Dr. Brüning habe ferner betont, daß die Stimmung der öffentlichen Meinung in Deutschland es ihm nicht gestatte, eine Vertagung der Verhandlung vor dem Haager Gerichtshof anzunehmen, und daß außerdem ein poli­tischer Standpunkt Schwierigkeiten berei­ten werde, nämlich das Recht aus Ar­tikel 19 des Völkerbundes, ein fried­liches Revisionsverfahren für die Verträge in Angriff zu nehmen.

AuchLa Republique" hebt her­vor, daß der Reichskanzler sämtliche Rechte, die ihm der Versailler Vertrag gebe, wahren zu wollen erklärte. Auf die Frage eines französischen Delegierten, ob dies auch für die Ostgrenze gelte, habe Dr. Brüning zu verstehen gegeben, daß feine Erklärung keiner Einschränkung unterliege. Finanzminister Flandin habe nunmehr erklärt, wie sollte man eine für den Kredit günstige Atmosphäre ohne Entspannung in den Beziehungen unter den Nationen schaffen, und wie könne man diese Entspannungen herbei­führen, ohne daß Deutschland das Recht behalten würde, die Grundlagen des kon­tinentalen status quo in Frage zu stellen. Man sei also auseinandergegangen, ohne daß man den französischen Delegierten et­was anderes als höfliche Worte habe ab- ringen können.

Brüning bei Stimfon und Mellon

In später Abendstunde des Sonnabends haben sich Reichskanzler Dr. Brüning und Außenminister Dr. C u r t u s zur amerikanischen Botschaft begeben» wo sie mit Staatssekretär Stirnsdn und Schatzsekretär Mellon eine mehrstün­dige Unterredung hatten.

Die Unterredung der Reichsminister mit Stimson und Mellon dauerte zweiein­halb Stunden bis 1 Uhr nachts. Dr. Brü­ning, der fast die ganze Zeit lang sprach, entwickelte in englischer Sprache die fi­nanzielle Lage Deutschlands und gab den Amerikanern Einblick in die letzten Hin­tergründe der deutschen Finanzkrise.

Stimson und Mellon erklärten ameri­kanischen Pressevertretern, daß sie von den Ausführungen des Kanzlers tief be­eindruckt feien.

Gin FLnf-Zahrplan?

Der diplomatische Korrespondent der Daily H e r a l d" berichtet seinem Blatt aus Paris: Abgesehen davon, daß jetzt der Zusammentritt der Londoner Konferenz gesichert ist, besteht guter Grund für die Hoffnung, daß alle unmöglichen Forderungen an Deutschland aufgegeden werden, und daß es möglich sein wird, die Grundlage einer Vereinbarung sowohl hinsichtlich der finanziellen Bedingungen einer Anleihe, als auch hinsichtlich einer politischen Formel zu finden, die die Franzosen befriedigen wird, ohne Deutsch­land zu demütigen. Gestern war, so heißt es in dem Bericht weiter, nicht mehr die Rede davon, politische Garantien von Deutschland zu verlangen.

Die Idee eines politischen Morato­riums auf der Grundlage, daß wäh­rend der Dauer von fünf Jahren kei»