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Nr. 166

Oberhrssische Zriümtz. Marb'ttrg a. L. Samravend. den IS. IM 1931

Seite 5

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Nun Kräften zerstreut.

Verlag Dr. C. Hitzeroth. Zauptschristleiter und verantwortlich für Po­litik und Feuilleton: Dr. Ernst Schelleri für Kommunalpolitik, Provinz und Lokalesr Lothar Schneider, sämtlich in Marburg.

* Das Reichs-Firmensprech­buch, verbunden mit Reichs-Bran- chen-Verzeichnis auf unserer Ge­schäftsstelle. Wir setzen unsere Leser da­von in Kenntnis, daß der Verlag des Reichs-Firmen-Fernsprechbuches um ein komplettes Exemplar der sechsten Ausgabe seines Verlagswerkes in zwei Bänden zur Einsichtnahme für alle Interessenten zur Verfügung gestellt hat. Jeder kann kosten­

ganz wo anders sind". Und man sieht denen das an: Die Blickrichtung ihrer Augen geht nicht in einem spitzen Winkel auf einen Punkt, wie wir es sonst auf jedem Lichtbild sehen können, wo der Dargestellte in die Kamera- kinse hinemsah, sondern die Augen sehen pa­rallel in ganz weite Ferne. Siesehen" eigentlich überhaupt nicht, denn wer die Augen so richtet, der kann gar nicht scharf sehen, der _ nimmt von der Wett nur so einen Schimmer auf, und von dem merkt er kaum etwas. Das Auge sieht, aber die Seele sieht nicht. Hier ist, wie es unsere Predigtstelle so schön sagt, das Sehen aus dem Auge, das

Kirchhain, 12. Juli. Am Sonntag Zmittag trafen stch im Hotel Mosebach, eitern. Jäger des Grotzherzog- ^chen Mecklenburger Jäger-Batl.

14 aus Kurhessen. In Anwesenheit des 5°Mmandeurs vom ehemaligen Feldbataillon bn Oberstleutnant Frhr. von Schenk zu ^Mweinsberg, nahm dieses Treffen einen recht otogenen Verlauf. Kamerad Wege aus dWain konnte die Kameraden aufs herz­ig«!? begrüßen. Sodann sprach Oberst- Ndiaiit Frhr. o. Schenk beherzigende Vierte und schilderte in trefflichen Worten ^Geschichte des Zäger-Batl. Nr. 14, von ^ter Entstehung bis zum Jahr 1918. Mit

Aus dem MkretS

Genickstarre im DRkreis.

Dillenburg, 17. Juli. Bei einem zweijährigen Kinde einer Familie im Kreise Sechshelden ist Genickstarre festgestellt wor­den. Die gesundheitspolizellichen Anordnun­gen und vorbeugenden Maßnahmen sind an­gewendet worden.

beim Uhr Ko»

Kraft des Sehens in das Auge, die Kraft des Hörens in das Ohr, die Kraft des Schmeckens in die Zunge... Darum wlll sie inwendig eine ttäftige Wirksamkeit entfalten, so muß sie alle ihre Kräfte wieder Heimrufen..

(Eckehart.)

Seltsam, wie an dieser Erscheinung die Begriffe durcheinander schillern: Das, was das eigentliche Zeichen innererSammlung" ist. nämlich, daß sich die Sinnenaufmerksam- kest von den äußeren Dingen abkehtt, das nennt der gewöhnliche Sprachgebrauch den Zustand derZerstreutheit". Ein Beweis dafür, wie sich die Sammlung der meisten Menschen nur auf Dinge der Nützlichkeits- praris erstreckt. Denn man kann sich na­türlich auch dahinsammeln".

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Hören aus dem Ohrzurückgerufen". Dis Kraft des Sehens" und dieKraft des Hö­rens". Für dieses Sehen hat die deutsche Sprache einen anderen Ausdruck: sie nennt es dannSchauen". Drinnen in der Seele, da hött und sieht man nichts, da schaut man und vernimmt. Und das Schauen ist in der Tat des Sehens eigentliche Kraft. Wer nicht schauen kann, dem wird nie aus einem Baume und einer Wiese, aus dem Himmel und den Wolken eine Landschaft, ein Blld: das gilt schon von den Dingen draußen in der Natur.

Und das ist das. woran der weltliche Mensch gar nicht den»: daß es wirllich mög­lich ist, das Schauen aus der Außenwelt in die Innenwelt zurückzurufen. Das ge­schieht gar nicht einmal auf eine besonders komplizierte Att. Das WortMystik" kommt von einem griechischen Zeitwott, das das soviel bedeutet wiedie Augen schließen", aber selbst dieser Versuch ist gar nicht einmal nötig dazu. Diese Rembrandtleute baden im Gegenteil die Augen weit offen. Es ist so, als ob sie gewissermaßen ihre Sinne nicht zurückgerufen, sondern ganz wett weg geschickt hätten, auf Urlaub: Ich brauch' euch jetzt nicht: schweift aus, wohin ihr wollt, in alle Welt! Aber das, was hinter den Sinnen steht und ihre eigentliche Kraft ist. das ist nicht mitgegangen, das wanderte in genau umgekehrter Richtung, das istheimgekehrt" und roiift für sich.

Aber warum reden wir eigentlich hier davon? Man sagt so gern, daß Erholung emeZerstreuung" fein müsse. Wer aber es einmal darauf anlegt, zu versuchen, mit der .Zerstreuung" seiner in der täglichen Fron ermüdeten Sinne wirklich Ernst zu machen, der kann etwas entdecken. Nämlich, daß in jeder echtenZerstreuung" echteSammlung" ist. Das rechte Anschauen, das selbstver­lorene Jnsichausnehmen einer Landschaft, also eine anscheinend ganz weltliche Sache, kann die beste Vorübung sein, um wirklich auch seelisch an den Quell des Seins zurückzu­kehren. Wie hat doch der junge Schleier­macher gewagt, die Religion zu umschreiben? Anschauung des Universums". Man ist immer näher bei Gott als man weiß.

Di et.

kos auf unserer Geschäftsstelle in das Werk Einsicht nehmen. Das Reichs-Firmen- Fernsrpechbuch besteht aus Band T: Reichs- Fernsprech-Verzeichnis. Band II: Reichs- Vranchen-Verzeichnis. Es ist ein um­faßendes Nachschlagewerk für In­dustrie und Handel, das hereits in sechster Ausgabe erschienen ist. Der Ee- samtumfang des Werkes beträgt mehr als 5000 _ Eroßquartseiten, die Zahl der registrierten Firmen nahezu 1,5 Millionen. Band l enthält alle im Handelsregister eingetragenen und wirtschaftlich wichtigen Firmen Deutschlands mit Fernsprechan- schlutz, Band II ist ein Vranchen-Verzeich- nks mit mehr als 16 000 Stichworten. Hier sind alle Firmen Deutschlands nach ihren Erzeugnissen registriert, und zwar syste­matisch vom Rohstoff bis zum Fertig­fabrikat und gruppiert nach Importeuren, Exporteuren, Fabriken, Großhandel, Ein­zelhandel, Vertretungen usw. Das Werk erscheint regelmäßig jährlich nach gewissen­hafter lleberprüsung des gesamten Adres­senmaterials durch Vertreterbesuch oder durch schriftliche Anfrage, so daß die beste Gewähr für eine Bearbeitung des Adres­senmaterials nach dem neuesten Stande ge- hoten ist. Der Preis beträgt R< /( 60, für die komplette Ausgabe einschl. Porto.

* Denkmalsweihe 88er! Zur Denk­malsweihe soll ein Sonderzug am 22. August von Saiger nach Mainz und am 24. August von Wiesbaden nach Haiger verkehren. Ab­fahrt von Haiger 7.30 Uhr bis 8.00 Uhr norm. Rückfahrt von Wiesbaden etwa gegen 23.00 Uhr. Fahrpreise 40 Prozent ermäßigt! Zu­gang auf den Stationen Haiger bis Frankfurt a. M. Bei genügender Teilnehmerzahl er­folgt weitere Mitteilung. Deshalb verbind­liche Anmeldung auch Nichtmitglieder des Bundes und Damen mit Angabe der Zu­gangsstation bis zum 30. Juli unbedingt er­forderlich an den Vundesschriftführer Mittel­schullehrer Renzrng, Herborn, Dillstr.

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kernigen Worten griff er die alten Soldaten­tugenden, Kameradschaft. Treue und Liebe zu Volk und Vaterland heraus. Auch die­ses Zusammensein hatte schließlich feinen Grund,' nämlich, daß der Wunsch aller ehe­maliger 14. Jäger in Kurhessen sich erfüllen möchte, in treuer Kameradschaft sich eins zu fühlen in einem Verbände, der noch weiterhin der grünen Farbe zur Ehre gereiche. Gegen 9 Uhr abends, als manches Jägerlied ver­klungen war, trennten sich die Kameraden mit einemAuf Wiedersehn am 29. November in Marburg."

Aus dem Wohratal

-o- Aus dem Wohratal, 18. Juki. Durch die L an djäger des Kreises wurden in letzter Zett die an den Zuflüssen der Wohra und an dieser selbst angelnden Fischer kontrolliert. wobei überraschenderweise meh­rere auswärtige Angler gestellt wurden, die ohne Ausweis dem Fischfang oblagen. Die Angelgeräte wurden beschlagnahmt und die Jünger Petris zur Bestrafung gemeldet.

flreid Ziegenhain

Ziegenhain, 18. Juli. Die schlech­ten Straßen in Ziegenhain fordern Opfer. Erst kürzlich verunglückte hier kurz vor dem Eingang der Stadt auf der Kasseler Landstraße ein Reichswehrsoldat mit feinem Motorrad infolge der zahllosen Schlaglöcher. Vorgestern ereignete sich in der Obergasse ein ähnlicher Unfall, der jedoch glimpflicher ablief. Dem Kaufmann K. von hier, der in langsamer Fahrt auf seinem Motorrad da­her tarn, brach durch die starken Erschütterun- rungen, denen die Maschine infolge der Schlaglöcher ausgesetzt war, der Rahmen des Rades. Glücklicherweise kam der Fahrer ohne Schaden davon.

a. Treysa. 17. Juli. Dem Häupt- lehrer Faust in Wasenberg wurden aus Anlaß fernes 50. Geburtstages allerlei Ehrun­gen bereitet Nach einer Morgenfeier durch die Schulkinder überbrachte Schulrat Doroie seine Glückwünsche. Der stellvertretende Vor­sitzende des Kreislehrervereins übermittelte dem verdienstvollen 1. Vorsitzenden Faust die Wünsche des Vereins. Der Männergesang- I verein ehrte seinen Chorleiter durch den Dor- I trag zweier Chöre und auch der Posaunenchor I fehlte nicht bei der Feier. Eine sinnige I Ehrung erfuhr Faust durch den Schwälmer I Sängerbund, dessen Dirigent er seit 7 Jahren I ist. Abordnungen aus den Vereinen trugen I mehrere Chöre vor und der Bundesvor­sitzende überbrachte unter lleberreichung eines I Bildes die Wünsche des Bundes. I

Kreis Nievenlool

=r. Battenberg, 18. Juli. Von gutem I Wetter begünstigt hielt am vergangenen I Sonntag her RadfahrervereinEdergold" sein I Fest ab. Seiner Einladung waren mehrere I Radfahrer- und Spottvereine der näheren I und weiteren Umgebung gefolgt. Lebhaften I Beifall fanden die spottlichen Darbietungen I des hiesigen Vereins und einzelner aus- I roärnger Radfahreroereine. I

. .'^-^^"nertehau sen, 18. Juli. Um I die Straßenteerung durchzuführen, hat die hiesige Gemeindevettretung beschlossen, der Wegebauverwaltung den Betrag von 1000 Mark zu überweisen. 1

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Landeskirchl, Gemeinschaft Mar­burg- d", Schwanallee 47. Sonntag 8 Uhr: Morgenandacht: 10.30 Uhr: Sonn­tagsschule: 16.30 Uhr: Jugendbund- andacht: 20.30 Uhr: Evangelisation: Mittwoch 20.30 Uhr: Jungmänner-Bibel- stunde: Donnerstag 20.30 Uhr: Jugend- bund-Bibelstunde: Freitag 20.30 Uhr: Bi­belbesprechstunde.

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-o- Kirchhaim, 18. Juli. Die Stabt erroaltung läßt demnächst eine ganze tcpe größerer Arbeiten ausführen. So soll W)_m den nächsten Tagen mit der teilweisen Ausführung von Kanalisationsarbeiten be- Mnen werden. Das Land eskulturbauamt ^mel hat ent genaues Projekt ausgearbeitet, M, dem die Arbeiten in verschiedenen Ab- Mttten ausgefühtt werden. Die Ausschrei- - rA^ygeji sind bereits ergangen. Wetter soll tfelbroeg nach Langenstein, unter der AHnüberführung durch, neu befestigt werden. t,e Arbeiten zur Neulegung der Kirchtreppen M. des Kirchaufgangs werden ebenfalls in fester Zett ausgefühtt. Eine ganze Reihe M Bauarbeitern findet bet diesen Arbeiten *°9nenben Verdienst.

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-o- Kirchhain, 18. Juli. Nächsten Dienstag, den 20. Juli, findet hier ein

D-1 e V, U"d Sdjroetnemarit ratt, auf welchen wir Interessenten besonders dmroeisen. Der G eschäftsverkehr bet »en breiigen Sparkassen und der Marburger bat sich am gestrigen Tag in ge- Dohnltchen Grenzen bewegt. Nirgends wa- S Angstabhebungen zu verzeichnen. Für am 4. August hier stattfindenden Prä- ulienmartt sind trotz der schlechten Zetten die Unmeldungen zur Prämiierung in erfreulich Skoßer Zahl eingegangen. Man rechnet im 9Wn und ganzen mit dem gleichen starken »iiftrteb wie im Vorjahr. Auch die Nach- ssuge nach Pferdelosen für die am Nachmittag gleichen Tages stattfindende Verlosung 1t eme sehr lebhafte.

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U Steribauf e n, 18. Jultl Der Reit- und 2. 8.) «°hrvereinOberlahntal" (Sitz Sterzhausen tarn« ' E« Bürgermeister Metz) dankt nachträglich »n Herren Preisrichtern Rittmeister v. Ben- t bet umgfen-Hafgeismar, Oberleutn. a. D. Rueter- hrexi »arburg, Major a. D. Schaefer-Marburg und xibji snspettor Oertel-Marburg sowie den Herren Ehrenausschuß für alle Mühe und Um­sicht, die mitbeitrugen, daß bas Reiterturnier am 12. Juli in Sterzhausen einen so glänzen- «n Verlauf nahm. Auch dankt der Verein «n Geschäftsleuten von Stadt und Land die m liebenswürdiger Weise Preise für' die «eften Reiter und Fahrer stifteten. Wir »»ollen wünschen, daß das fürs nächste Jahr geplante Turnier einen gleich schönen Verlauf nehmen möchte. Die nächste Generalver­sammlung findet am Samstag, dem 25. Juli, » Sterzhausen, in der Wirtschaft Pfeiffer statt, wozu auch die Eltern der Reiter herz­lichst eingeladen find.

Hier^ aber ist bas Gegenteil gemeint. Das, was Sammlung int Alltäglichen ist. bas ist hier Zerstreuung. Da sind die Sinne unter­wegs und bet Unwesentlichem beschäftigt. Aber sind es denn eigentlich diese Sinne, die Meister Eckehart hier zurückgerufen haben will? Wie ist es denn ht Augenblicken wirklicher Sammlung? Ist da mein Auge, ment Ohr irgendwie beteiligt? Man sehe sich einmal Bllder von Rembrandt an, die er in seinem Atter malte. Da hat er, der em. Leben voller Enttäuschungen hinter sich hatte, und der sozusagen selber aus der Welt

9 C" »herausgewachsen war, es immer wieder mit Menschen zu tun, diemit den Gedanken

Aus -em Gerichtsfaal

Einzelrichter.

Im März dieses Jahres ereignete sich am Pilgrtmftein ein Zusammen­stoß der Straßenbahn mit einem Auto, bei dem der Wagen der Straßen­bahn beschädigt wurde. Der Chauffeur hatte sich gestern wegen Transportge­fährdung und wegen Kraftfahrzeugfrevel zu verantworten. Er wurde für schuldig befunden und zu 30 Mark Geld­strafe verurteilt.

Die gleiche Strafe erhielten Zwei Bur­schen aus Cölbe, die einen anderen über­fallen und körperlich mißhandelt hatten.

Je 50 Mark Geldstrafe müssen Zwei junge Leute aus Marburg bezahlen, weil sie in einem hiesigen Lokal einen Einwohner beleidigt und auf der Straße mißhandelt hatten. Der 'dritte Ange­klagte wurde f r e i g e s p r o ch e n.

Ein Einwohner von hier hatte eine Frau, die ihn wegen einer Aeußerung zur Rede stellen wollte, aus seiner Woh­nung hft ausgeworfen. Diese trug eine Armverietzung davon. Wegen Kör­perverletzung muß der Angeklagte 12 Mk. bezahlen.

Zum Schluß erschienen wieder drei Burschen von Cölbe, die bei einer Schlä­gerei ein Messer benutzt haben sollten. Einer der Angeklagten wird freigespro­chen und wegen unbefugtem Waffenbesitz zu 30 Mk. Geldstrafe verurteilt, der zweite erhält wegen Körperverletzung und unbefugtem Waffenbesitz 30 Mark Geldstrafe und der dritte wegen unbe­fugtem Waffenbesitz 10 Mk. Geldstrafe. Die Waffen werden eingezogen.n.