Auf Grund
M.162 ßß.MkS.
Marburgs. Mn
Marburger ragesanzeigtt
Wische Landeszeitms
V e r l i n, 13. Juli.
des Artikels 48, Abf.2 der
Der Anzeigenpreis beträgt f6t den 11 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08 SM., sog. kleine Anzeigen und Familienanzeigen bei Barzahlung 0.07 SM., amtl. und answLrtig« An,eigen0.10 SM Srunds-briftr §olonel. Bei schwierigem Satz sowie bet Platzborschrift 50"/, Aufschlag — Summe lanzeigen 100"/, Aufschlag Reklam.-Millim. 0.40 GM Grundschrift > Petit. Jeder Rabatt gilt al« Barrabatt.
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wärtigen Krise angesehen. 5m Staatsdepartement wurde allerdings eine Erklärung darüber abgelehnt, ob irgendwelche A n r e g « n. gen in diesem Sinne auf diplomatischem Wege erfolgt seien. Der Borstand der Bnndes- reservebank hat eine Sitzung abgehalte«, doch lehnte es der Gouverneur der Bank, Meyer, ab, eine» Kommentar zu Deutschlands Lage zu geben, oder zu den Meldungen, das, die Reservebanken eine Hilfsaktion planten, Stellung zu nehmen.
Der Newyorker Korrespondent der „Morningpost" meldet: Die Beamten der Bundesreservebank haben es zwar abgelehnt, sich zur deutschen Krisis zu äußern und Gerüchte über eine neue Anlerhe zu betätigen oder in Abrede zu stellen. Aber es ist ein offenes Geheimnis, daß
alle Pläne für eine Beteiligung der Bundesreservedank an einer neuen
Die Möglichkeit einer Beteiligung der Bundesreservedank:
obttttfiW Zeitung' et- sechsmal wöchentlich. De-
fk Berlin, 13. Juli. Auf Grund des Artikel 48 Abs. 2 der Reichsversasiung ryird verordnet:
S1. Die Reichsregierung ist ermächtigt, in Ansehung der Darmstädter- und Natro- nalbank, Kommandit.-Een. a. A., die durch die Geldkrise in ihrer Liquidität bedroht, Garantien zu übernehmen.
§2. Die Reichsregierung kann im Falle der llebernahme einer Garantie anordnen, daß Arrest, Zwangsvollstreckung einstweilige Verfügungen gegen das Vermögen der Bank nicht stattfinden und daß das Konkursverfahren über das Vermögen der Bank nicht eröffnet wird. Die gleiche Anordnung kann die Regierung für das Vermögen seiner persönlich haftenden we- s-llschafter der, Bank treffen, wenn sie es im Interesse der' Gläubiger der Bank für notwendig erachtet. Eine solche Anordnung bewirkt, daß der persönliche haftende Gesellschafter den gleichen Beschränkungen unterliegt, die ihm diese Verordnung und
Leistungen und Entgegennahmen von Zahlungen und Ueberweisungen an das In- oder Ausland, auf welchem Wege auch immer, sind nicht zulässig.
Dasselbe gilt für den Postscheckverkehr. Der Handel an der Papierbörse ist untersagt.
2. Für die Berechnung von Fristen und Terminen, für Willenserklärungen und Leistungen, die von einem Institut der im Abs. 1 genannten Art oder ihm gegenüber zu bewirken sind, gelten der 14. und 15. Juli 1931 als staatlich anerkannte allgemeine Feiertage.
3. Für die Hinterlegung von Aktien zur Teilnahme an Generalversammlungen darf, sofern es sich um den letzten Tag der Hinterlegungsfrift handelt, in den Hauptniederlassungen der als Hinterlegungsstellen benannten Banken und Bankgeschäfte ein Schalter von 10 bis 12 Uhr geöffnet sein.
8 2.
Diese Verordnung tritt mit Wirkung vom 13. Juli in Kraft.
Berlin, 13. Juli 1931.
Der Reichskanzler: gez. Dr. Brüning: der Stellvertreter des Reichskanzlers und Reichsminister der Finanzen:
gez. H. Dietrich:
der Reichspostminister: Schätzte:
der Reichswirtschaftsminister mit Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt:
gez. Trendelenburg.
Die gestrige Notverordnung
Zum Zusammenbruch der Danatbank
, »Hb teta Ersatz g<- Verlag, Dr. §. Hitzero th, bet Univ-Bachdruckerei
iDbtrhcWc Zeitung
Zwei Bankfeiertage
Die neuste Notverordnung
Anzeiger für (das frühere kurhesstsche) Oberhessen Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg,
Reichsverfasfung wird verordnet:
§ 1. Die Reichsregierung ist ermächtigt, Bankfeiertage zu erklären. Sie bestimmt, für welche Banken und private Kreditinstitute und -Einrichtungen die Bankfeiertage gelten und welche Rechts- bindungen mit ihnen verbunden sind.
§ 2. Diese Verordnung tritt mit Wirkung vom 13. Juli 1931 in Kraft.
Rqudeck, 13. Juli.
gez. Hindenburg »fw.
Der Wortlaut
fk B e r l i n, 13. Juli. Auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten über Bankfeiertage vom 13. Juli 1931 (Reichs- gesetzblatt I 8.) wird verordnet:
1 Die Staatsbanken der Länder, die öffentlich rechtlichen Kreditanstalten, die Sparkassen, die Kommunalbanken, die Ee- nosienschaftsbanken, die Banken und Bankgeschäfte, die Hypothekenbanken, Landschaften, Stadtschasten und .andere öffentliche und private Realkreditinstitute bleiben in sämtlichen inländischen Rieder- lassungen mit ihren Geschäftseinrichtungen, Kaffen und Wechselstuben für den. Verkehr mit ihrer Kundschaft, ihren Gläubigern und Schuldnern am D i e n s t a g, dem 14. Juli 1931 und Mittwoch, dem 15. Juli 1931 geschlossen.
» Basel, 14. Juli. Reichsbankpräsi- Dr. Luther hat entgegen den ur- rünglichen Dispositionen die Rückreise H Berlin heute nacht nicht angetreten, ebern ist in Basel geblieben. Ei« t heute vormittag 9 Uhr bereitgestelltes ,gze«g ist noch auf den Baseler Flugplatz rttbereit. Die Meldung, daß er nach mnkfurt abgefahren sei, ist falsch.
Hilfsaktion
Basel. 13. Juli. Die um 10 Uhr mds wieder aufgenommenen Verhandlun- n des Verwattungsrates der BIZ. gmgen »en 11 Uhr zu Ende. Die Banlleltung tetn abschließendes Commumqu-- veroffeni- 4, das folgenden Wortlaut hat: Der Verwaltungsrat hat von der Dar- Mung Kenntnis genommen, die der 45ia|t= fct der Reichsbank, Dr. Luther, von Her Situation in Deutschland und von der Wwtschen Wrrtschasts- und Finanzlage ge- feben hat, die trotz der durch die Abzüge Mn in Deutschland angelegten , kurzfristigen Mlpitallen hervorgerufenen Krye b esr i e- Mgend ist. In Anbettacht des Umstandes, M sich die deutsche Regierung an die ver- Medenen Regierungen wegen finanzieller Un- Mstützung an ihren entsprechenden Markten Mvandt hat, erklärt sich der Verwaltungs- Mt überzeugt von der Notwendigkeit Knet solchen Unterstützung und un- Wr den gegenwärtigen Umständen bereit, an Weser Hilfe mitzuwirken und sie mit allen ■en Zentralbanken zur Verfügung stehenden Mitteln zu stärken. In der Zwischenzeit hat Mer Verwaltungsrat den Präsidenten ermach- Mi,it in Uebereinstimmung mit den anderen Meiligten Instituten die Beteiligung an dem ■er Reichsbank kürzlich gewähtten Redrskont- Medit zu erneuern.
| Die 13. Sitzung des Verwaltungsrates hat Much noch die übrigen bankmäßigen Geschäfte Mledigt, also den Geschäftsausweis vom 13. Muni geprüft, der eine Bilanzsumme von ■780 Millionen Schweizer Franken aufweist. Mbenso wurde von den Berichten über die Mage m Oesterreich und Ungarn Kenntnis Benommen. z
Meichsbankpräsident Luther über bie Lage, k Reichsbankpräsident Dr. Luther, der bei Ibem Verlassen des Bankgebäudes der B. I. Z. ffvon den anwesenden in- und ausländischen ff Pressevertretern nach seiner Beurteilung der ff Situation befragt wurde, lehnte kategorisch Uilähere Auskünfte ab, doch war aus fernen UAeußerungen zu entnehmen, daß die Lage ffiiach wie vor sehr ernst sei und daß nach Mskiner Ansicht noch mehr geschehen müsse als ff bisher geschehen sei. Es sei ein undenkbarer k Zustand, daß laufend erhebliche Zahlungen ff »an Deutschland verlangt würden und daß ff Wan auf der anderen Seite mit der tatff kräftigen, wirksamen Hilfe zögere. Es werde ff darauf hingewiesen, daß dadurch das deutsche ff Voll immer mehr verarme, wovon letzten ff Endes nicht nur Deutschland allem den Schaff den zu tragen haben werde, sondern die.ganze ff Dell, da Deutschland immer weniger m der ff Lage sein werde, zu importieren, b. h- Le- ff bensrnittel, Rohstofte usw. aus dem Ausff lande zu kaufen. Die Folgen rnußten sM) ff dann diejenigen zuschreiben, die die wirkliche | Lage Deutschlands nicht erkannt und den Er- ff fordernissen dieser Lage keine Rechnung ge- | tragen hätten. Das deutsche Finanzproblem ff wüste heute vor allen anderen Fragm den ff Vorrang haben.
| Washington erwartet deutsch-französische
| Verständigung.
| in amerikanischen Regierungskreise« wird, I eie die „Assoziated Preß- meldet, die I Loge Deutschlands mit großer Spannung oer- ff bist Auch die Frage, wie sich die vorüberff behenden Hilfsmaßnahme» für Deutschland | >«s die künftige politische Lage Europas aus- ff wirken werden, wird erörtert. 3« diesem Zu- i««iuenhang wird eine deutsch-französische Verständigung, nm die polittsche Spannung zwischen den beiden Ländern zu beheben, als eine notwendige Folge der aeaen-
ihrer Durchführungsvorschriften für die Bank auferlegt.
§3 . Die Regierung ist ermächttgt Vorschriften über die Geschäftsführung der Bank, über die Dienstverhältnisse und vermögensrechtlichen Ansprüche der persönlich haftenden Gesellschafter, Angestellte, Auffichtsratsmitglieder usw. zu erlasien. Sie kann für die Zuwiderhandlungen gegen die von ihr erlaßenen Porschriften Gefängnisstrafen bis zu 3 Monaten und Geldstrafen oder eine dieser Strafen androhen.
§ 4. Maßnahmen die gemäß dieser Durchführugnsverordnung getroffen werden, begründen keinen Anspruch auf Entschädigung.
§5 . Die Verordnung tritt am 13. Juli 1931 in Kraft.
Berlin, den 13. Juli 1931.
o. Hindenburg. Dr. Brüning.
gienStog, U.3ulfl931
Hilfsaktion der europäischen Zentral banken ferttg gestellt sind.
Während des Wochenendes sind Konferenzen abgehalten worden, an denen O w e n Y o u n g, der vormalige Generalagent für Reparationen, Parke r G r l b e r t und verschiedene Bankiers teilnahmen. Hierauf wurde die Rolle der Bundesreserve, bank festaeleat. Der stellvertretende Schatz- amtssekretär Mills und der Vorsitzende der Bundesreservebank Eugen Meyer waren aus Washington herubergekommen, um an den Beratungen teilzunehmen.
In Wallstreet glaubt man, die neue Anleihe werde 300 Millionen Dollar betragen.
Sicher ist, daß praktische Forderungen gestellt werden, damit ,Deutschland dm Kre ditbeschaffung verschärft und Maß nah men trifft, die et ne Hilfsaktion rechtfertigen (?).
Die englische Presse zur Lage i« Deutschland.
Financial News" berechnet.daßLon- don^an den Verlusten der Damistädter Bank mit 8-9 Millionen Pfund beteiligt ist. die ti.fi «tma 20 Häuser verteilen. Es sei kar daß keine der deutschen Banken ihre müßte die Stützungsaktion der Mark schnell I ^Financial Times" tritt der von Amerika verbreiteten Auffassung entgegen, daß deutsche Staatsangehörige bis zu 80 vom Hundert für den Ansturm auf ausländische Währungen verantwortlich gewesen seien. In allen wohlunterrichteten Kreisen besteht kein Zweifel darüber, daß die segenwartigen Schwierigkeiten in erster Lime auf das Zuruck- zieben amerikanischer Guthaben mruckrufuhren wäre. Die Vorgänge bewiesen, daß der Hooverplan allein nicht genüge.
DailvSerald" berichtet, daß Deutschland vor einer politischen Umwälzimg stehe. Wenn nicht in den nächsten 2 oder 3 Tagen entsprechende Hilfe komme, so konnte dies zum I Rücktritt des Kabinetts Brümng, möglicherweise mich rum Rücktritt Hindenburgs und I bann zu einer Diktatur der Nationalisten und der Nationalsozialisten führen. Amerikanische Stellen seien der Ansicht, daß ein Kredft von IVe Milliardm Mark nicht mehr I genüge und daß der doppelte Betrag notwendig sm. .
Die englische Staatsvaviere batten am Montag morgen 70 Millionen Pfund im I Werte verloren.
Ruhigere Auffassung
Die finanzielle und wirtschaftliche Lage Deutschlands wird von den Berlmer Moraen- zeitungen einheitlicher und ruhiger beurteilt I als gestern abend. Nur dte .„Deutsch Zeitung" matt weiter m dusteren Farben em Bild von der Zukunft des deutschen Volkes und hält strikt an ihrer Fordemng emer I1 nationalen Diktatur fest.
Demgegenüber warnt die „Germania vor Debatten, Attacken und Experimenten und fordert eine breite Front für die sachliche und moralische Unterstützung lener Manner, die ht diesem Sturm das Ruder führest ^, kes komme darauf an. daß die Notstandsarbeit der Reichsregierung vom Volke her mit allen Kräften der Einsicht, der Vernunft und der ruhigen Nerven gestutzt werde denn niemandes Besitz „ sei irgendwie gefährdet. Eine kaltblütig rechnende und handelnde Re- aftrung und ein Volk, das im Glauben an Deutschlands unzerstörbare Zäunst seme Ner- ver behält, das sei es, was Deutschland letzt vor allem anderen not tue.
Sehr optimistisch äußert sich heute früh auch der „Berliner Lokalanzeiger , der darauf hinweist, daß der Run auf die Kreditinstitute erfreulicherweise Momente in sich ttage, die eine gewisse Konsolidierungder Verhältnisse von selbst anstrebten. Das Blatt prophezeit, daß die aus Angst abgehobenen Mittel vielfach schneller wieder m den Kassen sein werden, als mancher zu vermuten geneigt ist. Es werde zweifellos etne gewisse Geschästsbelebuns eiusetzen, was etne er-
'”t£u< monatlich 2.20GM.-ms- Zustklllmgsgrbühr, durch «1(12.45 GM. Für etwa durch -Raschineudrfett »der «le- Ereignisse ausfallend«
faua- Koch- Markt 21/23. scher'. Rr. 54 trab Rr. 55. ^^ckkonto: Arut Frankfurt £ Rr. 5015. — Sprechzeit . «chaktion von 10—M und
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Dr. Luther noch in Basel
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