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Langfristige Kredite für Deutschland?
Reichsbankpräfident Dr. Luther wird in London wegen einer großen Anleihe verhandeln
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Holländischer Flottenbesuch.
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D«r Anzekgenprett btftägt ffl® bett 11 gespalt. SeilenmiQimetet' 0.08 GM» sog. kleine Anzeigen und FamUienan,eigen bei Barzahlung 0.07 GM» cuntl. und auewärlige Anzeigen 0.10 GM Srundskbrift: SotoneL Bei schwierigem Sech sowie bei Platzdorschrift 50*1* Aufschlag — Sammelanzetgen 100'/, Aufschlag Reklam.-Millim. 0.40 GM Grundschrist, PettL Jede» Rabatt gilt al« Barrabatt.
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Die Verordnung des Reichspräsidenten.
B e r l i n, 8. Juli. Ans Grund des Ar, tikels 48, Abs. 2 der Reichsversasiung wird, entsprechend der Anregung namhafter Träger des deutschen Wirtschaftslebens folgendes verordnet:
81. Die Reichsregierung wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung in Anlehnung an die Vorschriften des Aufbringungsgesetzes vom 30. August 1924 (Reichs-Ses.-Bl. S. 289) die danach aufbringungspflichtigen Unternehmer, deren Betriebsvermögen fünf Millionen R^ck übersteigt, anteilig zu verpflichten, die Haftung bis zum Gesamtbeträge von 500 Millionen 9Mt aus Kreditgeschäften zu übernehmen, welche die Deutsche Eolddiskont- bank im Jnteresie der Aufrechterhaltung des deutschen Auslandskredites tätigt.
Die Reichsregierung erläßt die näheren Vorschriften^ Sie kann mit der Durchführung treuhänderischer Aufgaben die Bank für Deutsche Jndustrieobligatio- nen in Ergänzung der ihr in § 7 des In- dustriebank - Gesetzes vom 31. März 1931 lReichs-Ees. 1, Seite 124) zugewiefenen Aufgaben betrauen.
§2. Diese Verordnung tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft.
R e u d eck, den 8. Juli 1931.
Der Reichspräsident: gez. von Hindenburg.
Der Reichskanzler:
gez. Dr. Brüning.
führung des Hoover-Moratoriums notwendig erscheinen. Bei dieser Gelegenheit überreichte der Botschafter dem Ministerpräsidenten eine Abschrift der Erklärung des Reichskanzlers Brüning an den Präsioenten Hoover, wonach im Laufe des Feierjahres keinerlei Mittel zur Erhöhung des Reichswehrhaushalts oder des Haushalts der Reichsmarine verwendet werden würden. Er hinterließ dem Mi- ministerpräsidenten auch eine Niederschrift der Erklärung des Reichskanzlers vom 7. Juli über dasselbe Thema.
Es ist notwendig, festzustellen, daß der Ministerpräsident Laval bis jetzt eine derartige Erklärung der Reichsregierung amtlich nicht gefordert hat. Es handelt sich also um einen spontanen Schritt der Reichsregierung. Wie hier in unterrichteten Kreisen verlautet, würde die Reichsregierung die Forderung einer neuen förmlichen an die französische Regierung gerichteten Erklärung über die Verwendung der durch das Hoover-Moratorium freiwerdenen Mittel mit größter Entschiedenheit ablehnen.
Ferner gab der stellvertretende Staatssekretär heute einen Kommentar zu seiner gestrigen historischen Darstellung der Entwicklung des Hooverplanes. Er erklärte, der Präsident habe unter anderen Plänen die zeitweise Suspension der R e - parations- und Kriegsschuldenzahlungen erwogen, jedoch habe ihm der Vorschlag einer Revision der bestehenden Verträge ferngelegen.
Der Präsident, so führte Castle dazu aus, hat zu keiner Zeit irgend eine dauernde Revision der ausländischen Schuldenregelungen in Vorschlag gebracht oder erwogen. Das Thema ist lediglich von dem Gesichtspunkte aus erwogen worden, wie eine Abhilfe für die infolge der Weltdepression herrschenden zeitweiligen mißlichen Umstände geschaffen werden könnte.
Die Durchführung der Verordnung.
Berlin, 8. Juli. Auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten über die Schaffung einer Wirtschaftsgarantie vom 8. Juli 1931 erläßt die Reichsregierung eine Verordnung, in der bestimmt wird:
Rach § 1 haften die Unternehmer auf* bringungspflichtiger Betriebe int Sinne des h 2 des Aufbringungsgesetzes vom 30. August 1924 (R.-G. Bl. 2, Seite 269), deren Betriebsvermögen 5 Millionen RM. nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen für etwaige MlsfäUe aus Kreditgeschäften, welche die Deutsche Golddiskontbank im Interesse der Aufrechterhaltung des deutschen Auslandskredites tätigt
Rach § 2 tritt die Haftung nur ein für Kreditgeschäfte, die innerhalb von 2 Jahren nach Inkrafttreten der Verordnung des Reichspräsidenten über die Schaffung einer Wirtschaftsgarantie vom 8. Juli 1931 mit Zustimmung des in § 3 genannten Ausschusses abgeschlossen werden. Die Haf-, tung tritt ferner nur ein, soweit eine
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Wirtschaftsministerium mit den in Frage kommenden Gremien begonnen. Zur Durchführung des Planes sind wichtige Maßnahmen auf gesetzgeberischem Wege notwendig. Auch diese Voraussetzungen sollen schnellstens geschaffen werden.
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Lübeck, 8. Juli. Ein holländisches schwader unter Führung des Kapitäns „ See D. Sealogne wird am 10. Juli in Travemünde einiteffen.
London, 8. Juli. Die Bank von England hat bisher die Meldung von einer Verlängerung des an die Reichsjank gegebenen Vorschusies über den 16. Juli hinaus weder bestätigt, noch dementiert In City-Kreisen rechnet man damit, daß den deutschen Banken eine Anleihe von mindestens 1,6 Milliarden Marh gegeben werden »aß. Eine englische Nachrichtenagentur verbreitet die Meldung, daß der Neichs-
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Die Hilfe der Wirtschaft
Verordnung des Reichspräsidenten
Amerikas Beobachter bei der Londoner Sachverständigen-Konferenz.
fl. Paris, 9. Juli. Wie „Malin" zu wissen glaubt wird der Botschaftsrat bei der amerikanischen Pariser Botschaft, Marriner, die Vereinigten Staaten als Beobachter bei der Londoner Sachverständigen-Konferenz vertreten.
Macdonald unpäßlich.
fl. London, 9. Juli. „Daily Herold" zufolge wird Macdonald, der einen leichten Anfall nervöser Magenbeschwerden habe, für einige Tage zur Erholung nach Chequers gehen. Am Sonnabend gedenft der Premierminister an der großen nationalen Abrüstungskundgebung in der Alberthall teilzunehmen.
Londoner Konferenz
Voraussichtlich am 17. Juli
konferenz am 17. Juli?
London, 8. Juli. Wie Reuter erfährt wirb Damit gerechnet, daß die Echatzamtssachverständigen am 17. Juli in London zusammentreten »erden.
fl. London, 9. Juli. Zu der bevorstehenden Sachverständigen-Konferenz in London berichtet der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph": As in die späten Abendstunden des gestrigen Tages war es in britischen amtlichen Kreisen nicht bekannt, ob auch die kleineren alliierten Mächte sowie Oesterreich, Ungarn Und Bulgarien zu einer Konferenz eingeladen werden sollen. Frankreich ist. wie verlautet, für eine Teilnahme seiner ostlichVerbünde- ten. Belgien gehört naturgemäß in dieser Frage zu den alliierten Hauptmächten. Die französischen Minister beabsichtigen nicht so schreibt der diplomatische Korrespondent weiter, während des ersten Teiles nach London zu kommen, und es ist auch nicht anzunehmen, daß sie später dazu geneigt sein werden. Der Grund ist. daß man in Paris fürchtete, ihre Anwesenheit in London könnte andere Mächte auch Gelegenheit geben, das Erörterungsgebiet auszudehnen und die ganze Frage des künftigen Funktionieren des Young- planes zu erörtern.
Berlin, 8. Juli. Die große Aktion einer Uebernahme einer Aus- fallbürgschaft in Höhe von 500 Mill. R.A zugunsten der Deutschen Eolddiskontbank hat durch ihre bloße Bekanntgabe einen tiefen Eindruck im In- und Ausland gemacht Besonders in englischen Finanzkreisen ist die Aktion sehr gut ausgenommen worden, und man rechnet Somit daß baldigst positive Verhandlungen über die Aufnahme großer langfristiger Auslandskredite einsetzen werden.
Wie wir erfahren, haben heute bereits, da die Aktion schnellstens durchgeführt werden soll, die Verhandlungen im Reichs-
Anzeiger für (das frühere kurhefstsche) Oberhefsen
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg
Amerika betelligt sich.
Washington, 8. Juli. Der stell- oertretenbe Staatssekretär Castle erklärte heute, daß Amerika sich an der technischen Konferenz zur Regelung der A u s- lührung des Hooverplanes in 2o n b o n beteiligen werbe. Die amerikanischen Delegierten würben zwar hauptsächlich als Beobachter auftreten, gleichzeitig aber bafür Sorgen, baß bis Ent- scheibungen ber europäischen Finanzexper- *en sich innerhalb bes Geistes bes Hoover- Vlanes '.alten. Er hoffe, baß bie Entscheidungen balb zustanbe kämen, möglichst schon vor bem 15. bes laufenden Monats, °?mit ber Hooverplan in Kraft sei, bevor we Zahlungen Deutschlanbs fällig werben.
Die Regierung der Vereinigten Staaten ”öe mit Befriedigung fest, daß die dkeichsregierung das menschenmögliche tue, ** die Finanzlage zu besiern, insbesondre sei der heute gemeldete Earantieplan kehr erfreuliches Zeichen
,Ob-rb<ss>sch« Zeitung" et- sechsmal wöchentlich. Br- ^preis monallich 2. 20GM.au-- SjtegL Zustellungrgebübr, durch «ost 2.45 GM. Für etwa durch Maschtnendeftkt oder eie- Ereignisse ausfallend« Ltyggetn wird kein Ersatz ge- Verlag, Dr. §. Hitzerotb, bet Univ-Buchdruckerei XrfTstag. Koch, Markt 21/23. -eaisprecher: Rr. 54 und Rr. 55. «^scheckkonto: A«t Frankfurt T®. Skt. 5015. — SprechM M Aedaktion von W—11 und
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Rewyork, 8. Juli. Die hiesigen Morgenzeitungen bringen über mehrere Spalten gehend Meinungsäußerungen aus der Geschäftswelt und aus politischen Kreisen, die die Erwartung aussprechen, daß bie burch bie Zahlungsaussetzung geschaffene zuversichtlichere Stimmung eine dauernde Förderung des Wirtschaftslebens zur Folge haben werde. „Rewyork Times" erklärt, vor allem müsse man sich sobald wie möglich über die Maßnahmen einigen, die bei Ablauf des Feierjahres ergriffen werden müßten. Denn es sei die allgemeine Ueberzeugung, daß nach Ablauf des Feierjahres die bisherigen Verträge niemals mehr in ihrer ursprünglichen Form wieder in Kraft gesetzt werden könnten. Aus der Tatsache, daß Amerikas Mitarbeit in Europa mehr denn je nötig sei, ergebe sich eine unvermeidliche Wandlung der amerikanischen Politit
„Rewyork Times* sagt weiterhin: „Man braucht keinen finanziellen Propheten, um vorauszusagen, daß der Youngplan geändert werden muß. Trotzdem der Poungplan gegenüber den Dawesplan einen großen Fortschritt bedeutet, vor allem durch die Gründung bet Bank für internationalen Zahlungsausgleich, versagt er boch teilweise, wie sogar sein Haupturheber zugebe, infolge bei Weltdepression." Ohne Zeit zu verlieren, führt „Time s“ weiter aus, sollten die Staatsmänner und Männer der Wirtschaft aller Länder sich für einen neuen Plan entscheiden, der für die veränderten Verhältnisse pasie.. Die Zeit hierzu sei glücklicherweise vorhanden. Aber diese Zeit dürfe nicht mit selbstgefälligem Händeschütteln verbracht werden, über das, was geschehen sei, sondern man müße jede Anstrengung machen, das zu leisten, was noch zu tun übrig bleibe.
Hoesch bei Laval
Paris, 8. Juli. Botschafter von Hoesch hat am Mittwoch dem Ministerpräsidenten Laval aufgesucht, der den abwesenden Vriand Beitritt Im Laufe bei Unterredungen würben alle Maßnahmen zur Sprache gebracht, bie zur Durch-
Für Revision des Poungplanes
Stimmen aus Amerika
Beginn der Londoner Sachverständigen-
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