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Ser dem Velmftug des Stofen Zeppelin"

Die wissenschaftliche Bedeutung des Unter­nehmens.

Von Theodor Linden stöbt.

In wenigen Wochen wird stch derGraf Zeppelin" zu dem im Vorjahre durch widrige Umstände vereitelten Nordpolarflug in die Lüfte schwingen und damit ein Unternehmen beginnen, das vom wissenschaftlichen Stand­punkte aus in mehrfacher Beziehung von größter Bedeutung zu werden verspricht. Ueber die näheren Ziele und sonstige Einzel­heiten des Fluges hörte man vor kurzer Zeit zum ersten Male etwa Näheres dadurch, daß die beiden an der Fahrt teilnehmenden ruf- fischen Gelehrten, die Professoren Samochlo- witsch und Motjanoff, einer großen Zeitung ihres Landes gegenüber den Schleier lüfteten. Dis beiden Herren sind inzwischen in Berlin, eingetroffen, um dort den wisienschaftlichen Plan des Unternehmens in seinen letzten Einzelheiten festzulegen.

Die Leitung des Fluges liegt bekanntlich in Händen Dr. Eckeners, während Profesior Samochlowitsch die wisienschaftlichen Arbeiten unter sich hat. Außer den genannten beiden Russen werden noch zwei ihrer Landsleute, drei Deutsche, ein Amerikaner und ein Schwede den wisienschaftlichen Stab bilden.

Die Aufgabe der Forscher besteht in erster Linie in der Erforschung unbekannter Ge­biete im arktischen Rußland, vornehmlich des Franz-Josef-Landes des östlich davon gelege­nen Nordlandes und der Halbinsel Taimir. Zahlreiche Lichtbilder sollen genommen und zu den unten bereits befindlichen wissenschaft­lichen Stationen abgeworfen werden, die da­von bei ihrer Arbeit sehr vorteilhaften Ge­brauch machen können.

Große Bedeutung, insbesondere für einen künftigen Luftverkehr in der Arktis, mißt man auch den von Profesior Motjanoff durch­zuführenden meteorologischen Untersuchungen bei. Der Gelehrte wird sich der hier zum ersten Mal von einem Luftschiff aus zur Ver­wendung gelangenden Radiosonde bedienen, eines Apparates, der selbsttätig den Luftdruck in den höheren Schichten der Atmosphäre auf­zeichnet.

Das in Aussicht genommene Zusammentref­fen mit demNautilus", dem U-Boot des Kapitäns Milkins, scheint nach den inzwischen bekannt gewordenen Unfällen des Fahrzeugs in Frage gestellt. Die Begegnung war von vornherein eine recht zweifelhafte Sache, da ja das in gewißem Grade vom Wetter ab­hängige Luftschiff nicht lange an einer Stelle bleiben und leicht zu Aenderungen des ge­planten Flugweges genötigt werden kann.

Der für den 20. Juli in Aussicht genom­mene Flug wird denGraf Zeppelin" zunächst Leningrad führen, wo ein Ankermast errich­tet ist. Ob und wo weitere Landungen im hohen Norden stattfinden, hängt durchaus von der Wetterlage ab. Irgend welche Aenderun­gen an dem Luftschiff wurden nicht getrosten, nur ist selbstverständlich der nötige JRaum für die zahlreichen wisienschaftlichen Instru­mente bereit gestellt.

-*--

Wertonu

« Albert H. Rausch: Das Land um Friedberg und Bad-Nauheim. Her. ausgegeben und verlegt von den Verkehrs­vereinen Friedberg und Bad-Nauheim sowie der Bad- und Kurverwaltung Bad-Nauheim. Preis 70 £ zuzüglich Porto. Auslieferungs­stelle: Buchhandlung Carl Bindernagel, Fried- berg t H. Kein ortsüblicher Führer. Nein, ein lebendiges, köstliches Kleinod, dies fein ausgestattete Büchlein, durchströmt vom Herz­blut reiner Heimatliebe, die uns durch die Natur geleitet als den göttlichen Garten schöpferischen Künstlertums. Ein großes Be­kenntnis, beseelt von Ehrfurcht und kindlicher Hingebung. Albert H. Rausch sieht das Land bet Heimat mit bem Auge des Malers! Er zeichnet es mit der Sprache des Dichters!^

Deutsche Matrosen hisien zu Ehren der englischen

offiziellen Besuch in dem Haien von Kiel eingetroffen, wo ihnen von den deutschen Marine- und Zivilbe- hürben ein herzlicher Empfang bereitet wurde.

Einfahrt der englischen geschützten KreuzerDorsetshire" (vorn) undNorfalk"

Gäste den Union Jack in den Kieler Hafen .

Die modernsten Kreuzer der englischen KriegsftotteDorietshire" undNorfalk" find zu einem 7 tägigem

Zett. Schließlich bekam ich den Elefanten zu Gesicht. Es war ein riesiges Männchen; wenn ich ihn auch nur im Profil sah, schätzte ich seine Zähne doch auf über 80 Pfund das Stück. Ich konnte zunächst noch nicht zum Schuß kommen, denn das Tier stand zu weit entfernt und auch zu ungünstig, als daß ich eine Kugel hätte aufbringen können. Schließ­lich wandte es sich mir zu, aber ich machte keine Miene, zur Büchse zu greifen und zu feuern Ich stand nur und blickte dem Ele­fanten gerade ins Gesicht. Als er sich näm­lich herumgedreht hatte, war ich gewahr ge­worden, daß etwas ganz Ungewöhnliches einer feiner Zähne fehlte!

Kein echter Jäger wird ein Tier schießen, das ihm nur die halbe Trophäe einbringt. Der Elefant kam auf mich zu; ich schritt lang­sam rückwärts, in möglich gerader Linie, denn so wird man am wenigsten leicht gesehen ober gewittert Schließlich gelang es mir, tief ent­täuscht, zu entkommen.

Uebrigens lag uns weniger an Jagdtro- phäen als an der Aufnahme wirklich guter Filme, und ich kann wohl, ohne mich zu rüh­men, behaupten, daß unsere Leistungen von wenigen erreicht wurden. Wir filmten Lö­wen vom Kraftwagen aus ober aus irgenb einem Versteck Auch Herben von Giraffen, Flußpferde und Nashörner wurden von uns photographiert. Nahe den Quellen des Wei­ßen Nils sichteten wir weiße Nashörner, lei­der in so hohem Grase, daß wir sie nicht auf den Bildstreifen bringen konnten.

Die Lichtbilder frember Länder und ihrer Bewohner find fast noch interesianter als die von Tieren Auf unserer Fahrt kongoabwärts konnten wir auch Pygmäen aufnehmen. Man kommt mit ihnen nur schwer in Berührung; ste sind sehr scheu und fürchten das Sonnen­licht, ba sie ja im Dunkel bet Wälder zu Hausen pflegen. Ohne Licht läßt sich jedoch nicht photographieren. Zu unserm Glück waren die Pygmäen seht begierig nach Salz, das ihnen als Leckerbisten gilt wie uns der Zucker. Dank dem Salz und einer Decke, die wir dem Häuptling schenkten, konnten wir Ausnahmen des ganzen Stammes machen, der, 65 Köpfe stark, für einige Minuten auf einen sonnenbeschienenen Platz kam.

Wir filmten auch Hottentotten, Busch­männer und andere aussterbende Stämme. Bei den Buschmännern fanben wir sehr eigen­

artige Schmuckstücke; besonders erfreut war ich indes, als es mir gelang, einen der be­rühmten Liebesbogen zu erwerben, wie ihn wohl kein Weitzer sonst besitzt. Dieser win­zige, nut zehn Zoll lange Bogen stellt eine tödliche Waffe dar. Die Eingeborenen tragen ihn in einem Lederköchet am Gürtel. Sind sie alle um das Feuer versammelt, so nimmt wohl einmal einer unbemerkt den Bogen her­aus und richtet ihn auf einen nichts ahnenden Feind, der, wenn et den winzigen Pfeilschutz überhaupt bemerkt, ihn für einen Insekten­stich hält. Da die Pfeilspitze vergiftet ist, tritt der Tod nach einer Viertelstunde ein.

Ein Musterbeispiel überspannten SertvaltungsWems

Wir lesen in der Deutschen Mlg. Ztg.: Das Walbdorf Wohlborf ist eine bet in ben preußischen Kreis Storman eingesprengten Hamburger Enklaven. Es hat etwa 2000 Einwohner, 1200 davon sind Hamburger Landhaus- oder Wochenendhausbesitzer mit ihrem Personal. Die einheimische Bauernbe­völkerung beträgt knapp 500 Köpfe. 3m Juli wird ein neuer Schulpalast im Dorfe eingeweiht, den der hohe Senat von Ham­burg dort zu errichten befohlen hat. Die neue Schule hat Raum für 500 Kinder, 50 schulpflichtige Kinder sind heute vorhan­den. Die fehlenden 450 sollen erst noch ge­boren werden. Der Senat erwartet solchen Zuwachs von Siedlungen.

Der Schulpalast hat Aula, Kinoraum, Tanzsaal, Wasch- und Duschräume für Kna­ben und Mädchen, Heißlufttrockenräume für Wäsche, für jedes Kind einen besonderen Klet- derschrank, überdachte Veranden, damit die zarten Dorfkinder in den Schulpausen vor Regen geschützt werden. Dazu für Knaben einen Handwerkssaal, für die Mädchen einen Nähsaal und eine Lernküche. Eine Höhen­sonne ist vorhanden und soll kostenlos abge­geben werden. Alles ist in gediegensten Ma­terial gebaut überall ist Parkettfußboden, bte Waschräume find gekachelt wie in dem besten Hotel, jeder Abortsitz massiv von echtem Wahagcmiholr. Dor Hohe .Senat von Ham­

burg, in dem doch rote Einflüsse eine starke Rolle spielen, baut auch an anderen Stellen ähnliche Schulpaläste, die dem sozialen Sinn der für kulturelle Aufgaben verantwortlichen Senatsmitglieder und den Architekten zwar sicher Ehre machen, die wir uns aber als armes, ausgesogenes Volk, das unter dem Tribut- und Steuerlasten positiv zusammen- bncht, einfach nicht leisten können. Während den Kriegsrentnern und Kriegerwitwen auf Grund von Notverordnungen die kümmer­lichen Bezüge gekürzt werden muffen, während in Hamburg große Firmen zusammenbrechm und Handel und Verkehr in entsetzlicher Weise stocken, werden Schulpaläste in Dörfern ein­geweiht, die lururiöse Zukunftsbedürfniffe be­friedigen sollen. Das ganze ein Musterbei­spiel überspannten Verwaltungswahnsinnes sozialistischer oder stark sozialisttsch beeinflußter Amtsgebarung."

Was in Ltevelanb verdient wurde

445 000 Mark an Max Schmeling, 139 000 Mark an Stribling.

Die Madison Square Earden-Eesell- schast in Ohio, die Veranstalterin des Weltmeisterschaftskampfes Schmeling gegen Stribling, gibt jetzt einige Zahlen zu der finanziellen Seite des Kampfes bekannt. Die Weltmeisterschaft war kein Geschäft, dennoch haben die Veranstalter nur ein kleines Defizit zu tragen. Die Einnahme stellte sich auf 273 710 Dollar (1150 000 MkZ. Schmelings Anteil als Titelver­teidiger betrug 106 138 Dollar (445 780 Mark), Stribling als Herausforderer er­hielt 33168 Dollar (139 300). Einen Löwenanteil von 75 704 Dollar (318 000 Mark) strichen die Steuerbehörden ein.

Nach dem glänzenden sportlichen Erfolg dieser Veranstaltung, die in Amerika auch Schmelings alte Popularität wieder her- gestellt hat, dürfte der nächste Weltmek- sterschaftskampf zweifelsohne für alle Be­teiligten wieder ein weit besseres Geschäft werden.

Nr. 156

Der auserstandene Christus", eine Schöpfung des Münchener Bildhauers Prof. Hans Schwegerle, soll in der Nicolai- Kirche in Stralsund als Kriegsehrenmal aufgestellt werden. Die überlebensgroße Vronzefigur hat die stilisierte Form eines freien Kreuzes.

b ________________________OterheMhe Zeitung. Marburg a. L. Dienstag, den 7. IE 1931

Mit Büchse und Kamera auf amerikanisches Großwild

Wie bringt man den Löwen dazu, sich filmen zu lafien? - Das am meisten gefürchtete Geschöpf: der Mensch Bon Baron Gourgaud, (dem bekannten Sportmann und Jäger).

Auf einer sieben Monate langen Reise nn Dunklen Erdteil habe ich in Gesellschaft mei­nes Freundes Robert Rychemer die entlegen- »cn Plätze besucht. Wir brachen von Mom- baffa auf, jagten Elefanten am Kilimand- K Nashörner in Kenia und Löwen am injikasee. Vom Viktoria-See gtngs nun ) den Quellen des Weißen Nils, mo_ wir Flußpferde schossen und auch weiße Nashörner antrafen. Im Kongobecken statteten wir de« aussterbenden Stamme der Pygmäen einen Besuch ab. widmeten uns in Südafrika ethno­logischen Studien und sammelten allerlei feit» tarne Gegenstände bei Buschmännern, Hotten- fctten Eriquas und Kaffem. Unsere Fahtt bftdete eine unaufhörliche Folge höchst inter­esianter Erlebnisie; doch mutz ich gestehen, daß ich nicht im geringsten von ihr den Eindruck erhielt, den man gemeinhin aus amerikani­schen Afrika-Filmen gewinnt, in denen die Eingeborenen als blutdürstige Wilde hinge- stellt werden und die Jagd auf Elefanten, Löwen und Nashörner als nur wahren Hel­den möglich erscheint.

Aftika ist ein wunderbarer Erdteil. Jeder, der es kennen lernt, muß es lieb gewinnen. Heldenmut ist für die Eroßwildjagt keines­wegs erforderlich, man brauchl dazu nichts weiter als Gesundheit, Kaltblütigkeit und Ge- duld. Wilde Tiere find in Wirklichkeit furcht­

sam, ihnen erscheint der Mensch als ein höchst gefährliches Wesen, dem man am besten aus dem Wege geht. Daher laufen sie vor ihm fort, und man braucht viel Geduld, ihren Fährten zu folgen und sie aufzuspüren. Sie greifen den Menschen nur an, wenn sie sich auf andere Weise der drohenden Gefahr nicht entziehen können. Keineswegs benehmen sie sich wie die wilden Tier in den Filmen, die auf einen Wink des Wärters fürchterlich brüllen und auf die Jäger losgehen. Diese Bestien stamen aus dem Zoologischen Gatten in Hollywood, genau so wie dieWilden", die in den Flüsterkneipen von Haarlem be­deutend bester Bescheid wisten als in Aftika.

Neben der Jagd und dem Sammeln ethno­graphischer Seltenheiten beabsichtigen wir die Aufnahme eines Films, der Afrika zeigen sollte, wie es wirklich ist. Es war dies der schwierigste, aber auch bei weitem interestan- teste Teil unserer Expedition. Es gelang uns, Löwen auf 10 und Elefanten auf 15 Meter Entfernung zu photographieren.

Ich möchte bemerken, daß ich nicht zu den eifrigen Sammlern von Iagdtrophäen ge­höre, die alles aufbieten, um ihrem Museum ein neues Stück einverleiben zu können. Ich besitze ein eigenes Museum auf der Ile d'Air, aber ich bin lieber Sportsmann und betrachte die Jagd als einen edlen Sport, nicht als

Schlächterei. Zu meiner großen Genugtuung hat die britische Regierung durch die Einfüh­rung von Jagdscheinen der wahllosen Gälte- ßerei auf ihrem Gebiete ein Ende gemacht.

Der Eroßwildjäger braucht durchaus kein Held zu sein. Er muß sich nur darüber klar werden, daß er gewiße Gefahren läuft, _roie dies auch bei anderen Menschen, sie mögen tun, was ste wollen, der Fall ist. Der ein­sichtsvolle Sportmann weiß, war er unter­nimmt, und er trifft Vorsichtsmaßregeln, um die drohende Gefahr nach Möglichkeit abzu- rotoben. Genau wie jemand, der eine Straße überschreiten will, sich durch einen Blick nach rechts und links vergewistert, daß er, nicht überfahren wird. Will jemand, Elefanten oder Löwen schießen, so weiß er im voraus, daß er sich in acht nehmen muß. Bei der Elefantenjagd kommt es darauf an, ein Ster zu finden, das auch eine Kugel lohnt. Der Jagdschein ist sehr teuer, er macht sich nur be­zahlt, wenn die Elefantenzähne mehr als 30 Pfund wiegen. Ein derartiges Tier findet sich nicht leicht; zuweilen mutz man Wochen, ja Monate warten, bis man eins aufspürt. Und wie häufig erlebt der Jäger Enttäu­schungen.

Eines Tages traf ich auf eine anscheinend von einem ungewöhnlich grohen Elefanten herrührende Fährte. Ich folgte ihr geraume

Der erste englische Flottenbesuch seit 17 Fahren in Kiel