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1 Uhr.

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Anzeiger für (das frühere kurhefsifche) Oberhessen

9S.I54 66.3cbrg.

Marburg a. Mn

Der An^Igenprei« beträgt fgi de» 11 gespalt. Zeilemnillimeter 0.08 GM sog. klein« Anzeigen und Familienanzeigen bei Barzahlung 0.07 GM^ arntl. und auswärtige Anzeigen0.10 SM. Srundschriftr Eolonel. Bei schwierigem Satz so­wie bet Platzborschrift 50'/. Auf­schlag Sammelanzeigen 100'/. Aufschlag Reklam.-Milllm. 0.40 GM Grundschrift > Petit. Jede» Rabatt gilt al« Barrabatt.

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Einigung auf Kosten Deutschlands

Aufrechterhaltung der deutschen Zahlungen des unaufschiebbaren Annuitätenteils

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Die Pariser Einigungsformel

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sprechen haben. Die zu erwartenden Verhandlungen der Poungplan-Signatar- mächte sollen jedoch, wieReuhork He­rold" hervorhebt, bis zum 15. Juli beendet sein. Die Einigung über die beiden ersten Punkte (Zahlung der unge­schützten Annuitäten und deren restlose Ab­führung an die Reichsbahn) ist bekannt. Was die Frage der Rückzahlung anlangt, so will dasJournal" berichten können, daß die französischen und amerika­nischen Unterhändler sich grundsätzlich auf fünf Jahre geeinigt hätten, jedoch mit der Bestimmung, daß diese fünf Jahre von Fall zu Fall, wenn der Poungplan regel­mäßig ausgeführt wird, erneuert werden könnten, so daß man auf 10 Jahre, 15 Jahre und vielleicht sogar auf 25 Jahre kommen würde.

heilen, nämlich über die Frage des Gar­antiefonds, noch nichts bekannt geworden. Zweifellos wird hierüber Zuverlässiges erst nach dem Ministerrat, der heute nachmittag um 16 Uhr stattfinden wird, veröffentlicht werden. Wie es aber festzustehen scheint, ist, daß die Sig­natarmächte des Poungplans sichbinnenkurzemzueinerKon- serenz zusammenfinden werden, um gewisse technische Einzelheiten, näm­lich die Frage des Garantiefonds zu re­geln, die offenbar nicht vollkommen gelöst worden ist, da man hierüber nur ge­wisse Indiskretionen gegeben zu haben scheint. In dieser Frage dürfte, wie aus Snowdens Erklärung im Unterhaus her­vorgeht, das englische Schatzamt ein bedeutsames Wort mitzu-

I seien, also mit kund 22i£ v. H. Diese Aus-, faffung ist anscheinend schon der französt-

I sthen Regierung zur Kenntnis gebracht worden, um sie darauf hinzuweisen, daß die geschützten Zahlungen eintretenden Falles nicht in ihrer Gesamthöhe Frank-, I reich zufallen würden.

Das engllsche Vorgehen ist offensichtlich I von einem recht zweifelhaften Wert und anscheinend ist auch in amerikanischen Krei­sen die Auffassung hierüber sehr geteilt. Man befürchtet dort, daß den Franzosen der Rücken gestärkt wird, daß dann die I Absicht Hoovers, schnell zu handeln, durch­kreuzt wird und daß sich die Welt wieder vor langwierige Verhandlungen alten Stils gestellt sieht, obwohl die Lage in Deutschland drillend eine sofortige Lö­sung verlangt.

England fordert Tributcmteil?

London, 2. Juli. Für den Fall, daß bei den französisch-amerikanischen Ver­handlungen eine Losung herauskommt, die dem ursprünglichen Hvoverplan gegenüber eine wesentliche Ab­änderung bringt, wird sich die eng­lische Politik voraussichtllch auf den Standpunkt stellen, daß eine neue Lage eingetreten sei. Hierdurch würde es ihr möglich werden, zu erklären, daß ihr ur­sprünglicher Verzicht auf deutsche Zah­lungen gemäß dem Hvoverplan nur noch bedingt zutreffe und daß sie sich berechtigt fühle, an etwaigen deutschen Zahlungen in einem Verhältnis teilzunchmen, wie sie zur Zeit für die Youngzahlungen gültig

fk. Parks, 4. Juli. In der um 1 Uhr abgeschlossenen Sitzung der französischen nud amerikanischen Unterhändler wurde ia allen wesentlichen Punkten llebereinstimmung erzielt. Die amerikanische Seite hat der Aufrecht­erhaltung der deutschen Zah­lungen bezüglich der ungeschütz­ten Jahresraten nach dem Wort­laut des Youngplanes zuge- ftimmt. Noch vorhandene strittige Punkte von geringer Bedeutung werden am Sonnabend einem Ministerrat vor- gelegt.

Weiter wird gemeldet: Um Mitternacht hat einer der französischen Unterhändler dem Havas-Vertreter erklärt, daß die französischen und die ameri­kanischen Minister sich über die Durchführung der Modali­täten über den Hoooervorschlag

2. Wenn Deutschland nach Ablauf der zwölfmonatigen Zahlungspause ein neues Moratorium beantragen werde, wozu der Youngplan ihm das Recht gebe, würde Frankreich nicht aufg^for- dert, weitere 500 Millionen Goldmark bei der Internationalen Zahlungsbank auf Grund des Artikels 194 des Young- Planes einzahlen zu muffen. Frank­reich stehe die Möglichkeit zu, von dieser Klausel befreit zu werden.

I B. I. Z. einzuzahlen.de Garantiesumme I verzichten. Diese, «ruf eine Aenderung der Bestimmungen des Poungplanes hinaus- laufende Forderung Frankreichs bilden nach Ansicht desDaily Herold" das ein-, zige verbleibende Hindernis.

I Die Maßnahmen der Reichsbank

Berlin, 3. Juli. Wie derDörsen- kurier" berichtet, beabsichtigt die Reichsbank durch verschärfte Restrittiou den Umlauf der Ultimobewegung hinsichtlich der Wechselein- reichung zu erzwingen.

Die Restriktion wird im wesentlichen eine Berliner Angelegenheit sein, denn in der Pro­vinz haben schon die früheren Maßnahmen gut gewirkt. Das Blatt bezeichnet es als selbstverständlich, daß die Reichsbank bei ihren Maßnahmen die Banken durchaus in« drmduell behandeln wird. Maßnahmen, die irgend eine Schädigung unserer Kreditorgani- tion bedeuten würden, kämen nicht in Frage. Deshalb habe man auch einen klaren Plan für das technische Vorgehen. Sehr wesent­lich sei, daß die jüngst vereinbarten Zahlen durch die neuen Maßnahmen nicht geküßt würden. Das Blatt schreibt dann werter: Von vornherein war es deutlich, daß der Re- diskontkredit eine Notdeckung von geborgten Devlsm schuf, der bei einem Andauern der pontuchen llngewißhest über das Ergebnis ots Hooveroorschlages in dieser Form keine Losung bringen konnte. Der Dcvisenabstuß vom Mittwoch betrug 35 Millionen Mark und ist gestern auf 30 Millionen Mark her­abgegangen. Die mit Hilfe des Rediskont­kredites gehaltene 40prozentige Deckung ist wie erklärt wird damit noch nicht unterschritten.

Paris, 4. Juli. Die Besprechungen zwischen den französischen und amerikanr» schen Ministern, die um 21.30 Uhr begon­nen hatten, dauerten bis 40 Minuten nach Mitternacht. Es wurde dann folgen­des Co mmuniquS herausgegeben:

Schatzsekretär Mellon und Botschafter E d g e haben mit Außenminister Briand, Finanzminister Flandin und Unterstaats­sekretär Francois Poncet heute abend ver­handelt. Ministerpräsident Laval konnte nur den Anfang der Sitzung beiwohnen, da er sich in die Kammer und in den Se­nat begeben mußte. Die Delegierten der französischen und amerikanischen Regie­rung haben die Prüfung des Hooverschen Vorschlages und der französischen Ant­wortnote fortgesetzt.

Schatzsekretär Mellon bestätigte, daß die amerikanische Regierung sich mit der Aufrechterhaltung der Entrichtung der ungeschützten Annuität des Young- planes durch Deutschland einverstan­den erklärt hat.

Andere Meinungsverschiedenheiten wur­den ausgeglichen,' die noch bestehenden, die geringfügigere Bedeutung haben, werden dem französischen Ministerrat unterbreitet werden, der am Sonnabend um 16 Uhr Zusammentritt. Es scheint, daß die Eini­gung über den technischen und finanziellen Teil der Verhandlungen vorbehaltlich der Zustimmung der anderen interessierten Mächte sehr bald erzielt werden wird.

Eine Havas-Mitteilung über die französisch-amerikanische Einigung.

Rach dem amtlichen CommuniquS über die amerikanisch-französischen Besprechun­gen gibt H a v a s eine Mitteilung aus, in der es heißt:

Die Verhandlungen, die feit über einer Moche in Paris zwischen dem amerikani- !HEN Schatzsekretär Mellon und den fran- zosi/chen Ministern geführt wurden, haben nr der Nacht zu einer Einigung geführt, t v französische Ministerrat am Sonn­abend nachmittag zu ratifizieren haben

Die zu treffende Regelung be­stätigt den wesentlichen Grund- >atz des französischen Gegen­vorschlages, nämlich die Un­antastbarkeit der Zahlung der ungeschützten Young-Annuität durch Deutschland, d. h. die Be­zahlung der Reparationen. Das ist für die französischen Delegierten ein wichtiges Ergebnis. Nunmehr müsse man die Zustimmung der anderen an den Re-

päischen Gläubiger haben. Unterstaais- sekretär P o n c e t hat sich in die Kammer begeben, um dort dem Ministerpräsidenten den Text des Cornrnuniquä zu unter­breiten.

Das Dokument, das die Schließung der gegenwärtigen Parlamentsession anord­nete, wurde in der Kammer «nd im Senat kurz nach 2.30 Uhr verlesen.

Washington und das französische Comumniquä.

fk. Washington, 4. Juli. Präsident Hoover und Unterstaatssekretär E a st l e erhielten erst am späten Abend von Schatz- Mitsfelretür Mellon eine telephonische Mitteilung über das von der französischen Regierung ausgegebene Communiguä.

Unterstaatssekretär Castle erklärte Pressevertretern beim Verlassen des Weißen Hauses, daß diese Com- muniquä noch nicht die prin­zipielle Zustimmung zum Vorschlag des Präsidenten Hoover darstelle. Solange Frank­reich nicht allen Punkten, auf die Amerika besteht, zustimmt, kann vo« einer Einigung noch nicht gesprochen werden.

Präsident Hoover hat sein Wochenend nach Rapidan verschoben, um das Ergebnis des heutigen Ministerrates abzuwarten.

Eine Konferenz

st. London, 4. Juli. In Londoner pontrschen Kreisen verlautet, daß das ckoreign Office vorläufig den Gedanken der Einberufung einer Young- ;,a n-Konferenz noch nicht aufge- ^bn hat. Es scheint festzustehen, daß die ugusche Diplomatie gegebenenfalls ver- {Wn würde, diese Konferenz nicht in isarts, sondern möglich st inLondon "dzuhalten.

j..J\ Paris, 4. Juli. Di« Einigung, heute nacht zwischen den amerrkani- und französischen Unterhändlern er» 6.2. Morden ist, wird in dem französischen ^ommunigue als e i ne gr u n d tzli che zeichnet. Die Einzelheiten über di« Ab­machungen sind, soweit es sich um die an

Reichsbahn zu leistenden nicht geschützt Zahlungen handelt, bekannt. Jedoch

4 authentisch über all« technischen Einzel- |

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3011 -

5W. ii^ geeinigt haben. Nunmehr muß sie noch die Zustimmung der anderen euro-

fk. London, 4. Juli. Die heute mor­gen veröffentlichten Rachrichten über di« französisch-amerikanischen Verhandlungen, sind im allgemeinen auf eine optimistische Rote abgestimmt.

parativnen interessierten europäischen I »D aily Telegraph" rechnet damit,

Mächten zu den Durchführungsmodalitäten baß bis Sonntag eine Lösung gefunden des Hoover-Moratoriums erlangen und I üisrden wird. Die meisten franzö - ferner die Wiederinkraftsetzung des I Aschen Forderungen seien, wie Young-Planes nach der einjährigen Zah- I Betoiiligt

lungspause, die nach dem amerikanischen r d e n. Andererseits sei von fran- Vorschlaa bis zum 1. Juli 1932 geht. Es Mischer Seite die von den Amerikanern scheine, daß die Bereits über das ganze I ^stellten Bedingungen, daß die Rück- System zwischen Amerika und Frankreich zahlungsfrist für die ungeschützten Zah- erzielte Einigung die allgemeine Ver- lungen 25 Jahve betragen soll, angenom- ständigung erleichtern werde, da die an- I tnen worden.

deren Mächte weniger stark durch die Ein- I "Der diplomatische Korrespondent des stellung der Zahlungen Deutschlands in IDaily Telegraph" und desD a i l y Mitleidenschaft gezogen würden. Nunmehr I Herald" legen die gestrige Erklärung müßten noch zwei Punkte geklärt I des Schatzsekretärs Snowden im Unter* werden, I Haus, wonach die englische Regierung nicht

1.die 500 Millionen Eoldmark, I bereit sei, wettere Opfer zu Bringen, wenn die die ungeschützte Annuität darstellen, I bie anderen Parteien nicht zur MitarBeit die Deutschland an Frankreich entrichtet bereit seien, dahingehend aus, daß sich und die Frankreich durch Vermittlung biese Bemerkung auf französische Forde* der Internationalen ZahlungsBank I jungen Beziehe, England sollte auf seine Deutschland wieder zur Verfügung stel- Ansprüche auf die von Frankreich im Falle len werde, die aBer nicht dem Reich als I 5!"^. brutschen Moratoriums Bei der solchem geliehen werden, sondern der Deutschen ReichsBah n-G e s e li­sch a f t, sodaß die deutsche Anleihe also einen kommerziellen Charakter haBen werde.