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Redaktion von 1011 und

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Lin 100-Millionen Dollar-Kredit

llm die am 1. Juli fälligen Zahlungen zu ermöglichen Veröffentlichung der französischen Note erst am Freitag

ft. London, 25. Juni. Nach einer Meldung desDaily Telegraph" haben die Bank von England, die Bank von Frankreich, die Fereral-Reserve-Bank und die B. 3. Z. beschlossen, am 28. 3«ni der Reichsbank einen Kredit von 1VV Millionen Dollar bis zum 16. Juli zur Verfügung zu stellen, um es der Reichsbank zu ermöglichen, ihre am 1. Juli fälligen Zahlungsver­pflichtungen zu erfüllen. Jede der vier Banken beteiligt sich mit 25 vom Hundert.

Die Beteiligung der Bereinigten Staa­ten, so meldet Exchange Telegraph Com­pany, sei nach einer Reihe, von Konferen­zen erfolgt, die während der letzten zwei Tagen stattgefunden hätten. Der ame­rikanische Kredit werde durch die Fereral Reserve-Bank von Rewyork gege­ben worden.

DerE x c e l s i o r" will hierzu berich­ten können, daß außerhalb der franzö­sischen Regierung Verhandlungen geführt würden, und zwar auf Initiative und durch Vermittlung der BIZ., um den Zen­tralnotenbanken die Möglichkeit zu geben, möglichst rasch einen gemeinsamen Kre- ditfond zu schaffen, der der Reichsbank vorkommendenfalls zur Verfügung stehen könnte. Man habe stets behauptet, daß Frankreich die größte Goldreserve und die größte Menge an flüssigem Kapital in Händen habe, das sei allerdings richtig. Die französische Regierung habe verschie­dentlich durch den Ministerpräsidenten, durch den Finanzminister und Außen­minister die Absicht Frankreichs bekundet, diese flüssigen Mitteln in möglichst wei­tem Umfange jeder anderen Macht für die internationale Zusammenarbeit zur Verfügung zu stellen. Man kann daher die Gewißheit haben, daß Frankreich mehr als ihm anteilmäßig zukomme, an der Rettung und Wiederflottmachung der deutschen Wirtschaft Mitarbeiten werde.

fk. Washington, 25. Juni. Der amerikanische Staatssekretär S t i m s o n gab am Mittwoch eine Erklärung ab, Laß von der allgemeinen Linie des Hooverschen Planes nicht ab- gewichen werde, daß aber sehr viele Einzelheiten mit den beteiligten Mächten zu besprechen seien, wozu der diplomatische Weg am geeignesten wäre. In dem amerikanischen Staatsdeparte­ment wird die Ausfasiung vertreten, daß es auch im Verhandlungswege gelingen werde, Frankreich zur Aenderung sei­nes gegenwärtigen Standpunktes und zur Annahme des Hooverplanes zu bewegen, von besten Richtlinien die Regierung nicht abgehen wolle.

Washington zuversichtlich.

Washington, 24. Juni. Im Staats­departement ist die Stimmung im Hin­blick auf die endgültige Annahme des Hooder-Vokschlages durch alle Mächte nach wie vor zuversichtlich. Es wird auf StimsonS heutige Feststellung hingewiesen, daß bedeutende Fortschritte be- reitö erzielt seien. Auch erblickt man in seiner Erklärung, von den Grundlinien des Hoover-Vorschlages nicht abweichen zu wollen, ein Zeichen der Zuversicht, daß die öffentliche Meinung der Welt sich hinter ihn stellen werde. GS wird erklärt, man sei sich klar darüber, daß einige Zeit ver­gehen werde, ehe die französische Regie­rung ihren gegenwärtigen Standpunkt ab­ändern werde. Man hoffe aber bestimmt.

Laß man inne rhalb von acht oder zehn Tagen zu einer Einigung ge­langen werde, und zwar zu einer Einigung auf der Grundlage des Hoo­ver-Vorschlages.

Die französische Antwort fertiggestellt.

Paris. 24. Juni. Um 13 Uhr wird amtlich mitgeteilt, daß der französische Ministerrat den endgültigen Wort­laut der (vermutlich sehr umfangreichen) Antwort an den Präsidenten Hoover fest­gesetzt hat.

Ministerpräsident Laval erklärte zum Schlüsse der Sitzung, daß er vorläufig nicht in der Lage sei, irgendwelche Ein­zelheiten aus dem Inhalt der Antwort der Oefsentlichkeit wiederzugeben. Die französische Denkschrift solle dem Botschaf­ter der Vereinigten Staaten im Laufedes heutigen Nachmittags zur Weiterleitung nach Wafhington überreicht werden. Die Veröffentlichung des Inhalts werde erst am Freitag erfolgen.

geben, die gesamte Summe ihrer Zahlun­gen an uns vom 1.7. ab auf die Dauer von zwölf Monaten zu verschieben, falls sie dazu willens wären. Dieser Vorschlag wird im laufenden Etat einen Ausfall zur Folge haben, der sich ungefähr auf n Millionen Pfund beläuft. Das ist em schweres Opfer für die Steuerzahler die­ses Landes, die ohnehin schon zu. schweren Opfern aufgerufen wurden. Wir hoffen aber, daß dieser Schritt, dtzn wir zusam­men mit den Vereinigten Staaten planen, mehr als gerechtfertigt wird durch die Hilfsaktion für die Belebung des Vertrauens und des wirtschaftlichen Es-

Italien stimmt zu

Die Erklärung Mussolinis

Rom, 24. Juni. Ministerpräsident Mussolini hat aus Grund des Vor­schlags des Präsidenten Hoover gestern dem italienischen Botschafter in Washing­ton das folgende Telegramm übermittelt:

Ich bitte Euer Exzellenz, der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika mit­zuteilen, daß ich den Vorschlag des Präsi­denten Hoover über die vollständige Einstellung der Schuldenzahlungen der Re­gierungen während eines Jahres geprüft habe. Dieser Vorschlag legt Italien er­hebliche Opfer auf, aber ich habe mich nach reiflicher Aeberlegung entschlos­sen, ihm grundsätzlich meine herz­liche Zustimmung zu erteilen.

Ich behalte mir vor, der dortigen Re­gierung binnen kurzem einige Bemerkungen zugehen zu lassen, die dahin zielen, eine zugleicb gerechte und prakttsche Anwendung der glücklichen Inittattve der amettkani- schen Regierung sicherzustellen, wie dies gewiß im Sinne der Vorschläge des Prä­sidenten liegt. Ich beglückwünsche mich

London, 24. Juni. In der heutigen llnterhaussitzung richtete Baldwin eine förmliche Anfrage an Snowden, ob dieser in der Lage wäre, nunmehr wettere Auf­klärungen darüber zu geben, welche Maß­nahmen die Regierung einzuschlagen ge­denke, um Hoovers Vorschlag in die Praxis umzusetzen.

In seiner Erwiderung verwies Snow­den auf die erst vorgestern erfolgte Er­klärung Macdonalds, daß die britische Re­gierung Hoovers Vorschlag grundsätzlich von ganzem Herzen unter­schreibe und im Begriffe sei, die prak­tische Durchführung zu erwägen. Die Deklaratton des amerikanischen Präsiden­ten stellt eine außerordentlich großzügige Geste der Vereinigten Staaten dar, auf die eine Antwort im gleichen Geiste schul­dig zu bleiben, jammerschade für Europa wäre.

Wir haben der von der amerikanische«

Regierung geäußerten Ansicht -«ge­stimmt, daß keine Zeit mit der Einbe­rufung einer Konferenz z« verliere« ist. Es muß eine raschere Methode gefunden werde«, um de» Vorschlag

dazu, daß die Initiattve des Präsidenten, der hohe moralische Bedeutung vom ita­lienischen Volke voll gewürdigt wird, eine Triode wirksamer Zusammenarbeit,, die überaus notwendig ist im gegenwärtigen Augenblick allgemeiner Schwierigkeiten und am Vorabend der Abrüstungskonferenz.

Polen stimmt dem Hooverplan zu.

Warschau, 24. Juni. Die halbamt­licheIskra-Agentur" gibt in einer Mel­dung die Stellungnahme der maßgeblichen Kreise zu dem Hovdermoratorium wieder. Es heißt darin u. a. Polen, das art dem Moratorium nicht unmittelbar in so hohem Maße interessiett sei. wie andere Länder, habe doch ein großes Interesse an der Be­kämpfung und Linderung der Wittschasts- krise und vor allen Dingen der Krise auf dem Geldmarkt der Welt. Es müsse die Hoffnung ausgesprochen werden, daß der Vorschlag Hoovers, den Beginn einer in­ternationalen und gemeinsamen Aktion zur Behebung der Weltkrise bedeuten möge.

der amerikanischen Regierung, die so­fortige Suspendierung der deutschen Zahlungen an die Eläubigerregie- rungen, ins Werk zn setzen.

Ein Verfahren, das wir bevorzugen wür­den, wäre, daß die Eläubigerregierungen umgehend der BIZ. mitteilten, daß sie mit dem Vorschlag einer Suspendierung aller deutscher Zahlungen für ein Jahr einverstanden find. Die Entscheidung kön­nen wir natürlich nicht allein fällen, und wir erwarten die Erklärungen der ande­ren Eläubigerregierungen. Wir hoffen aber, daß es möglich sein wird, ein Ueber- einkommen auf dieser Grundlage sobald wie möglich zu treffen. Die englische Re­gierung wird dementsprechend bereit sein, für ein Jahr die Zahlung aller Regke- rungsschulden, die ihr zustehen, auszu­setzen, sobald Hoovers Vorschlag allgemein angenommen ist. In der Zwischenzeit, d. h. vom 1. Juli, wird fie auf die fällig werdenden Teilzahlungen verzichten. End­lich will die Regierung auch den Domini­ons und Indien dasselbe Entgegenkom­men, das den ausländischen Regierungen angeboten wird, unter denselben Be­dingungen anbieten, ihnen also das Recht

deihens.

Hierauf sprach der Führer der Konser- vativen Baldwin Snowden feinen Dank aus und erklärte:Nach meiner unb ich glaube auch nach der Ansicht meiner Partei hat die Regierung einen Weg ein- geschlagen, der vollkommen in Einklang steht mit der Würde und dem Rufe Eng­lands".

Lloyd George bemerkte, daß et sich sehr freue, daß die Regierung eine so vollstän­dige. mutige und unmißverständliche Ant­wort auf die überaus vornehme Geste der Vereinigten Staaten gegeben habe.

Schwierigkeiten bei der lleverreichnng der französischen Antwort.

fk. Washington, 25. Juni. Di« Meldung, daß der französische Botschafter Claudel Staatssekretär Stimson die fran­zösische Antwortnote zum Vorschlag des Präsidenten Hoover überreicht habe, wurde später von höheren Stellen dahin richtig gestellt, daß Botschafter Claudel lediglich vom Referenten für Westeuropa kurz empfangen worden Jei. Man fugt hinzu, daß man eine Auskunft darüber, ob die Note überge­ben wurde, strikte ablehne.

Staatssekretär Stimson hatte im Weißen Hause eine lange Konferenz mit Präsident Hoover, dem Stellvertreter des Schatzsekretärs Mills und dem Füh­rer der republikanischen Senatsfraktion, Senator Watson. In der Presie wirb daraus gefolgert, daß man wahrscheinlich die französische Antwortnote als nicht formell empfangen betrachten wolle, in der Erwartung, die französische Regierung zu einem grö­ßeren Entgegenkommen bewege« z« kön­nen. Die bereits früher gemeldete Aeußerung Stimsons, man werde von dem Grundprinzip des Vorschlags Hoover nicht abweichen, erfolgte, nachdem der Staats­sekretär durch den Botschafter der Ver­einigten Staaten in Paris, Edge, über den Inhalt der französische« Antwort unterrichtet worden war.

In Regierungskreisen vertritt man den Standpunkt, daß angesichts der so kritischen Lage Deutschländs, eine Teillösung ge­schweige denn ein Zurückgreifen auf die Bestimmungen des Poungplanes Deutsch­land nicht die dringend benötigte Hilfe 6ringe.

Deutsch-französische Zusammenkunft?

Paris. 24. Juni. Wie der Pariser Korrespondent des WTB. erfährt, ist im Verlaufe des heutigen Ministerrats über die Anregung einer offiziellen Zusammenkunft des Reichskanzlers Dr. Brüning und des Reichsaußenministers Dr. Curtius mit dem französischen Ministerpräsidenten Laval und dem französischen Außenminister Br Land gesprochen worden. Der Vorschlag habe eine günstige Aufnahme gefunden und werde je­denfalls praktische Gestatt annebmen. wenn er präzisiert werde.

England will die Entscheidung

Eine Rede Snowdens im Unterhaus