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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt nnd Kreis Marburg.

Ein Atimawm in MMMm

Sem amtrikamichen Schatzamt zugkleittt - Frankreich sucht Jerbündete

Washington, 24. Juni. Die ameri­kanische Regierung hat dem französischen Handelsattache eine Denkschrift zur Weiterleitung nach Paris übergeben, in der Frankreich zur Annahme des Hoover- planes aufgefordert wird. Sollte Frank­reich auf Zahlung des ungeschützten Jahresanteiles»durch Deutschland bestehen, so werde es auch seine Schulden an Amerika und England zah­len müssen.

Hierzu meldet dieD. A. Z." aus Washington:

Washington, 23. Juni. Der Unter« staatssekretär des Schatzamts, Mills, hat heute der französischen Botschaft zwei Tabellen von Zahlen überreicht mit der Bitte, sie nach Paris zu tele­graphieren. Die eine Tabelle zeigt die französischen Lei st ungen unter dem Hoover-Plan, und die andere Tabelle zeigt die amerikanische Ansicht von der Lage, die entstehen würde, wenn Frank­reich den Hoover-Plan ablehnen sollte.

Die Zahlen sind vertraulich, bis die französische Regierung sie geprüft hat. Es wird nur mitgeteilt, daß sie auf das deut­lichste zum Ausdruck bringen, daß es in Frankreichs eigenem Interesse liegt, den Plan anzunehmen.

Die von dem amerikanischen Schatzamt aufgestellte Berechnung, daß Frank­reich unter dem Hoover-Plan finanziell bester abschneiden würde als unter dem Poung-Moratorium, stützt sich auf die Tatsache, datz Frankreich unter dem Poung-Moratorium den Earan- tiefonds von 500 Millionen Mark aus­bringen müßte, der die anderen Gläubiger Deutschlands für den geringeren Anteil an der unbedingten Jahreszahlung ent­schädigen will. Da das Hoover-Morato­rium die ganze Jahreszahlung betrifft, so würde sich die Einzahlung dieses Garantiefonds durch Frankreich automa­tisch erübrigen. Die französische zusätzliche Belastung durch Wegfall der eigentlichen Tribute innerhalb der unbedingten Jahreszahlung wird auf 400 Millionen Mark berechnet. Es würde sich also ein Nettogewinn von 100 Mil­lionen Mark für Frankreich ergeben.

Man glaubt aber in London zu wisten, datz Frankreich es trotzdem vorziehen würde, den Garantiefonds einzuzahlen, damit der Grundsatz der unbedingten Jahreszahlung nicht durchbrochen werde.

Um Frankreich zu zeigen, datz Amerika geschlosten hinter dem Moratoriumsplan steht, hat Hoover sämtliche Sena­toren und Mitglieder aufge- fordert, ihm sofort ihre Ansicht über den Moratoriumsplan mitzuteilen.

*

Die französische Regierung hat sich im Zusammenhang mit der Prüfung des Hoovervorschlages mit Brüssel und Rom zu einem Meinungsaustausch in Verbindung gesetzt.

Eine Erklärung des Staatsdepartements.

Washington, 23. Juni. Im Staatsdepartement wurde heute betont, datz Hoovers Vorschlag einen einjährigen Feiertag für alle Regierungsschulden be­deute, einschließlich der im Poungplan als nicht aufschiebbar bezeichneten Teilbeträge der Reparationszahlungen. Nur unter dieser Bedingung, so wurde ausgeführt, könne der Plan das erstrebte Ziel einer Erleichterung der deutschen kritischen Lage erreichen. Mit Rücksicht auf gewiste in französischen Blättern zum Ausdruck ge­brachte Empfindlichckeiten gegen eine an­

gebliche Ueberrumpelung der französischen Regierung wurde im Staatsdepartement heute folgende Erklärung abgegeben:

Der amerikanische Vorschlag ist vor sei­ner endgülttgen Formulierung nicht mit irgend einer fremden Regierung bespro­chen worden. Der Präsident, der die Lage in Deutschland, wie man verstehen kann, mit großer Besorgnis verfolgt hat, han­delte, als die deutsche finanzielle Krise an den beiden letzten Tagen der vorigen Woche zeigte, daß, sofern er nicht sofort handele, eine Katastrophe unmittelbar

bevorstehe. Frankreich war die erste der fremden Mächte, die in Kenntnis ge­setzt wurden, als er sich zum Handeln ent­schloß. Das war am Freitag. Bezüglich des im Hoover-Vorschlag erwähnten Da­tums, 1. Juli 1931, wurde erklärt, man habe dieses Datum als Beginn vorge­schlagen, weil das amerikanische Etatjahr am 1. Juli beginne. Mit Rücksicht auf die Dringlichkeit der Lage hoffe man, datz die übrigen Mächte innerhalb der noch zur Verfügung stehenden acht Tage Hoovers Vorschlag annehmen.

Die Grundzüge derAntwortnote

Vorbehalte über Vorbehalte

fk. Paris, 23. Juni. Ministerpräsi­dent Laval, Autzenminister Briand, Finanzminister Flandi« und Francois Poncet haben gestern abend in einer Konferenz den Entwurf der französischen Antwort an Präsident Hoover fertig« gestellt. Noch am gleichen Abend teilte Ministerpräsident Laval dem Botschafter der Bereinigten Staaten die Grund- z L g e der Antwortnote mit.

Soweit bekannt geworden ist, erklärt sich die französische Regierung in ihrer Ant­wort mit dem Vorschlag Hoovers im Prinzip einverstanden, wünscht aber nicht, daß die Unantast­barkeit der ungeschützten Zah­lung e n irgendwie durch das Morato­rium berührt wird, um keinen Präzedenz­fall zu schaffen.

Die französische Regierung stellt sich deshalb auf den Standpunkt, datz Deutschland den ungeschützten Teil der Reparationen in Höhe von 812 Mil­lionen Mk. unbedingt abliefern wüste.

Die B. I. Z. soll jedoch aufgesordert wer­den, diese Summe auf schnellstem Wege tn

der einen oder anderen Form der deutschen Wirtschaft wieder zuzuführen, sodaß die Zahlung des ungeschützten Teiles nur theo- rettsch erfolgt. Ob und in welcher Weise für diese der deutschen Wirtschaft wieder zugeführten Summen Zinsen erhoben wer­den sollen, steht noch nicht fest. Es hat ferner den Anschein, daß die französische Regierung darauf verzichtet, datz die aus­ländischen D e v i s e n die für das Ge­schäftsjahr 1931/32 getilgt werden, gleich­zeitig mit denjenigen überwiesen werden sollen, die für das Jahr 1932/33 fällig sind, lieber die Garantien, die die französische Regierung etwa von Deutsch­land fordern könnte, ist bisher nichts ver­lautbar geworden.

Wie der Pariser Korresondent des News Chronicle" meldet, dürfte die fran­zösische Regierung vorschlagen, das Mo­ratorium für Kriegsschuldeü und Re­parationen auf zwei Jahren auszu­dehnen. Dieses Angebot würde mit dem Vorschlag einer von Amerika und den Alliierten gleichzeittg garantierten An­leihe verknüpft sei, die den interessierten Länder ermöglicht, die durch den Ausfall der Zahlungen entstehenden Lücken auszu­füllen. Deutschland kann vielleicht an der Anleihe teilnehmen.

Vor der Entscheidung

Berlin wartet ab

Berlin, 23. Juni. Die Besprechungen über den Vorschlag des Präsidenten Hoover gehen auch heute weiter. Am Vor­mittag hat eine Besprechung stattgefunden. Außerdem empfing der Reichskanzler den Führer der Sozialdemokraten, Otto Wels. Irgend ein Ergebnis können die Beratungen des Kabinetts heute noch nicht bringen. Der Schwerpunkt liegt augenblicklich in Paris. Man mutz abwarten, welchen Stand­punkt das französische Kabi­nett einnimmt. Sobald Frankreichs Ant­wort an Hoover vorliegt, rorrb die Ent­wicklung nach Auffastung polittscher Kreise wohl schneller wettergehen.

Zum Vorschlag Hoovers.

London, 23. Juni. Reichsfinanz­minister Dietrich hatte mit dem Ber­liner Reuter-Vertreter eine Unterredung, in der er erklärte, die letzten Tage hätten gezeigt, wie eng die Jnteresten der indu­striellen Länder miteinander verbunden

seien. Die noch nie dagewesene Schwierig­keiten, die während der letzten Wochen auf Europa, insbesondere auf Deutschland, lasteten, hätten keineswegs ihren Ur­sprung in dem nicht balancierten Budget des Deutschen Reiches, im Gegenteil,

die deutschen Schwierigkeiten seien verursacht worden durch die kurz­fristigen Kredite, die ht den Jahren der scheinbaren Wohlfahrt Deutschland überfluteten

und ht einem große Maße im deutschen Handel und in der Industrie aufgeteilt worden seien. Das Kapital sei fast ganz investiert in Unternehmungen, die jetzt nicht in der Lage seien, ein derartiges Zu­rückziehen innerhalb einer Frist von 24 Stunden zu gestatten. Der Versuch, plötz­lich große Teile dieser kurzfristigen Kre­dite aus Deutschland zurückzuziehen, haben die Schuldner gezwungen, sich auswättige Währungen von der Reichsbank zu ver­schaffen in einem Umfange, der immer

drohender wurde; abtzr der Nurn auf die Reichsbank könne jetzt als beendet ange­sehen werden. Dies beweise klar, datz das Wittschaftsleben der Welt auf gegensei­tigem Vertrauen aufgebaut sei.

Der Minister schloß: Daß Großbritan­nien, das mit der Weltwirtschaft mehr als ein anderes Land verknüpft ist, sich dieser Schwierigkeiten bewußt ist und ebenfalls unter ihnen leidet, unsere Lage würdigen werde, war uns bewußt. Wir schulden Großbritannien unseren Dank dafür, daß es sich der Lage in den letzten Tagen so energisch angenommen hat, um die Schwie­rigkeiten zu beseitigen.

*

Beginn der Europareise Stimsons für Juli geplant.

fk. Washington, 24. Juni.. Staats­sekretär Stimsons erklärte, daß er da» mit rechne, daß er bis Ende dieses Monats die Zusage der noch unschlüssigen Regie­rungen eintreffen werden, daß er An­fang Juli feine Europareise antreten zu können hoffe.

Japan stimmt zu.

Tokio, 23. Juni. Das Kabinett trat heute früh zu Besprechungen über den Vorschlag Hoovers zusammen. Die j a - panische Regierung soll, wie es heißt, grundsätzlich zu der Annahme des amerikanischen Planes bereit fein.

lleverreichung der deutschen Zustimmungs- erklärung.

Washington, 23. Juni. Der deutsche Eeschäftstrüger hat heute die Annahme des Vorschlags Hoovers durch die deutsche Re­gierung überreicht.

Baldige Beschlußfassung der englijchei Regierung.

London, 23. Juni. Wie der parla­mentarische Korrespondent der Times wisien will, hatte Macdonald gestern vor­mittag mit einigen seiner Kabinetts­kollegen eine lange Besprechung. Es sei vereinbart worden, datz eine Zustimmung der Regierung so bald wie möglich erfol­gen soll. Zugleich habe man jedoch über­einstimmend festgestellt, daß über verschie­dene Punkte im Hoover-Plan weitere Aufklärung erfolgen müsse, bevor endgül­tige Beschlüße gefaßt werden könnten.

Erklärungen Lavals

Paris, 23. Juni. In der heuti^eit Sammer sitzung erklärte der 2lbger*d- nete Marin, eS sei unmöglich, datz die Parlamente, die die Poungplangesetze ver­abschiedet hätten, nicht befragt werden, da der Vorschlag des Präsidenten der Ver­einigten (Staaten diese Gesetze umflöße. Frankreich und die Konttuentalvölker Eu­ropas befänden sich in einer budgetären Lage, die es ihnen nicht gestatten würde, 2i/4 Milliarden, die in die Budgets einge­schrieben seien, zu opfern. Der Vorschlag Hoovers drohe dem Reparations­plan einen tödlichen Stoß zu ver­setzen. Der Ministerpräsident dürfe nicht gegen sein Versprechen verstoßen, nichts ohne die Genehmigung des Parlaments zu tun. Er, Marin, wolle nicht glauben, daß bei so weitgehenden Verhandlungen, die fett dem 5. Juni dauerten, die Vereinigten Staaten nicht die beim normalen Spiel der Diplomatie freier Völker notwendige Höflichkeit besessen hätten, die interessier», ten Rationen auf dem Laufenden za hal­ten. Marin erinnerte weiter an die letzte Rede Driands, der erklärt habe, daß die Deutschen das Recht besähen, eine Revision