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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen Anzeiger der amtliche« Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Entscheidungen im Juli

Macdonald und Henderson am 17. Juli in Berlin - Tributrevifion und Kabinettsumbildung

Vertrauen für Dingeldey

Verringerte Getreideeinfuhr

fällen/

um die britischen Ausgaben für Rüstungs- zwecke herabzusetzen. Die Bereinigten Staa­ten seien bestrebt, ihre Landwirtschaft gegen die Konkurrenz des russischen Weizens und anderer russischer Rohstoffe zu schützen, und sie wären der Ansicht, daß dies nur durch einen internationalen Boykott erreicht wer­den könne.

Der Reichskanzler spricht

Berlin, 18. (Juni. Am kommenden Sonntag wird Reichskanzler Dr. Brü­ning auf einer öffentlichen Kundgebung des Bezirksverbandes kacholischer Arbei­ter in Düsseldorf eine Rede über das ThemaDeutschlands Wille und WegzumAuf stieg" halten. Im Mit­telpunkt dieser Rede wird zweifellos die

Revisionspolitik Deutschlands stehen. Der Reichskanzler dürfte bei dieser Gelegenheit noch einmal in aller Oeffent- lichkeit die Rotwendigkeit einer baldigen und durchgreifenden Entlastung Deutsch­lands darlegen.

Der Kanzler wird weiter sechs Tage darauf, nämlich am 27. Juni, an der er- westerten Ausschußsitzung des Zentral­verbandes des Deutschen Ban'- und Dankiergewerbes in Depin. eine Rede halten, deren Bedeutung schon an dem Umstand erkennbar wird, daß sie vor einem Gremium von Wirtschafts-und Finanzsachverständigen erfolgt. Dieser Veranstaltung wird übrigens auch Reichs­bankpräsident Dr. Luther beiwohmn. Er wird, wenn auch kürzer als der Reichs­kanzler, zur Lage Stellung nehmen.

Ein 250-MMonen-Kredit

Berlin, 18. Seat Die Verhandlungen über di« Gewährung eines Kredits von 256 Millionen an das Reich stad abge- schlossen. Es handelt sich «m eine« rei. ne« Kassenlrrdit, desten Abdeck»«« durch die «ormale« Einnahmen sowie durch di« auf Grund der Notverordnung zu erwar­tende« Eiasparnisse mrd Eingänge fichergestellt ist. Di- Auszahlung des Kredits erfolgt teils im Jnui, teils im I«N. Hebet de« empfan­gene« Betrag werde« Schatza«weisungen mit dreimonatiger Laufzeit ausgestellt, die bei Fälligkeit bis zum Ablauf des Rechnungs­jahres 1931 verlängert werden können. Für die Zinsberechnung bildet der jeweilige Reichsbankdiskont im Zeitpunkt der Auszah­lung die Grundlage.

die Frage der Reparationen und Schuldenzahlungen sowie die außer­gewöhnlichen Gold- und KreditverhSltmsse der Welt erörtert wurden. ,

Daily Telegraph" weiß zu bench- len, daß der Premierminister die augenblra- liche Finanzlage Europas und die Wirkung dieser schwierigen Situation auf die Repara­tionen eingehend auseinandergesetzt habe. Das Blatt fügt hinzu, Mellons Eindrücke würden zweifellos vervollständigt werden, wenn er bald in direkte Berührung mit Reichskanzler Dr. Brüning und an­deren deutschen Staatsmännern käme.Daily Telegraph" ist jedoch der Ansicht, daß es Mellon vielleicht Staatssekretär , Stcmson überlasse, Berkin zu besuchen. Dre berden

Versprechungen Scheeles.

^totnlmünbe, 18. Juni. Auf der

Der Kampf geht weiter!

Entwurf zur Reichsreform

Berlin. 18. Juni. Im Reichsinnen­ministerium ist unter Mitwirkung des preußischen Ministerialdirektors _ Dr. Brecht und des sächsischen Ministerial­direktor Poetzach- Hosfter (den bet» I den Berichterstattern der zuständigen Aus- schüsie der Länderkonferenz) ein Reze- rentenentwurf über die große Reichsverwaltungsreform aus, gearbeitet worden. Unter Beachttmg der Beschlüße des Verfassungsausschusses der Länderkonferenz sieht der Entwwcf u. a. vor, eine Bereinigung der Regie - I mngen des Reichs und Prtu* ßens, das Ausgehen mittlerer und klei­ner Länder in dieser Gemeinsamkeit und die Durchführung einer verwaltungs­mäßigen Neugliederung, die eine stärkere Zusammenfassung der Vermal. | tungsbesugnisse bringt und zwar

Erklärungen der D. V. P. -

Berlin, 18. Sunt Heber bk heutige Ta- guug des Parteivorstandes u«d der Wahl- kreisvorsitzeude« der Deutsche« Volks- partei wird mitgeteilt:

Rach einem Bericht des Parteiführers, Abg. Dingeldey, und einer eingehenden Aussprache fand folgende Entschließung einstimmig Annahme: Parteivorstand uud Wahlkreis­vorsitzende der D.B.P. fteheu in voller Ein­mütigkeit hinter ihrem Führer. Eie weisen darauf hin, daß mit der Ablehnung der Reichstagseiaberuf»«g die politische Entscheidung nur verschöbe« ist: der Kampf geht weiter. Im Ziel war und ist die Partei völlig einig. Dieses Ziel ist in den bindenden Abmachungen des Partei­führers mit dem Reichskanzler unzweideutig vorgezeichnet. Sie waren die Voraussetzung für die veränderte Stellungnahme der Reichs- tagsfraktion. Diese Abmachungen müsse« in kürzester Frist durchgeführt werden.

Der Parteiführer bet Deutschen Dolks- partei Dingeldey. legt in einem län­geren Aufsatz in derK S l n i s ch e n Z e i- tung" die Gründe für das Verhalten seiner Parteifreund« während der letzten Tage dar. In dem Aufsatz heißt es u. a.: Ohne die gewaltsame Zerstörung eines Nebels, der unseren inneren Zustand vie­len verborgen hat, ohne den entschlossenen Versuch, die erstarrte Lage wieder in Be­wegung zu bringen, hätte der Kanzler die Grundlage der Amdlungsfreihett nicht wieder gewinnen können. So rechtfertigt sich der erste Beschluß der Reichstagsfrak- fton der Deutschen Volkspartei. Handelt der Kanzler während der nächsten Woche

führen brauche.

Das bedeute die Ersparung «in« Einfuhr von zweieinhalb Millionen Tonnen Getreide durch Umstellung und Berstärkung der deut­schen Agrarproduktion und damit gleichzeitig eine Entlastung unserer Handelsbilanz um rund 500 Millionen Mark.

Auf diesem Wege liege die Rettung aus der deutschen Wirtschaftsnot, und deshalb müße dieser Weg ungesäumt auch für die Veredelungswirtschaft beschritten werden.

amerikanischen Minister würden dann. wohl in der Lage fern, Präsident Hoover bestimmte Anregungen zur Erwägung der drei Fragen: Reparationen. Kriegs schuld en und Kaufkraft des Goldes zu unter­breiten. Das Statt setzt allerdings hmzu, daß man in London kerne großen Hoffnun­gen auf eine baldige Lösung des Repara­tionsproblems oder auf eine, unmittelbare amerikanische Initiative in dieser Richtung setze. Der diplomatische Berichterstatter des Daily Erpreß" behauptet. Mellon sei nur betest, eine Revision der Schul­den zu erörtern, unter der Voraussetzung, daß Großbrstannien sich einem internatio­nalen Boykott der Sowjet-Union anschließt und praktische Maßnahmen ergreift.

.. Berkin. 19. Juni. Macdonald i onb Henderson haben bk Einladung der deutschen Regierung endgültig angenommen wfb werden voraussichtlich am 17. Juli i« Berlin eintreffen, wo sk bis rnm ; 19. Gäste der Reichsregkrung sind.

Der amerikanische Staatssekretär St i m - son wird voraussichtlich am 21. Juli nach seinem Besuch in Paris und Rom in Berlin eintreffen.

Gerüchtweise verlautet, daß Henderson sämtlich« europäischen Außenmi­nister zur Tagung des Koordinationsaus­schusses «inMladen beabsichtigt.

Von unterrichteter Seite wird uns di« Londoner Meldung über den Berliner Besuch Macdonalds und Hendersons bestätigt, und zwar sind für den Aufenthalt drei Tage, der 17., der 18. und der 19. Iusi vorge­sehen. Die englischen Gäste dürften also vor- mlssichtlich Freitag früh in Berlin eintreffen und am darauffolgenden Sonntag abend oder Montag früh zurückreisen. In Berliner po- lstischen Kreisen wird es herzlich begrüßt, daß der Besuch, den man in der Oeffentlichkest vielfach erst im Herbst für möglich hielt, nun doch schon in vier Wochen erfolgen soll und daß daran nicht nur der englische Außen­minister, sondern auch Macdonald selbst be­teiligt sein wird.

Auch die Frage der Kabinetts­umbildung wird, wie man bestimmt annehmen darf, im Juli akut wer­de n. Sie wird, soweit sich tue Absichten des Reichskanzlers erkennen lassen, ohne langwierige Unterhand­lungen erfolgen.

Berlin, 19. 3uni. Die ..Deutsche Allgemeine Zeitung" begrüßt dre Nachricht, daß der Kanzlerbesuch in Cheguers von den Herren Macdonald und Henserson schon am 17. Juli in Berlin erwidert werden oll Die Beschleunigung des Gegenbesuches erklärt sich nach Ansicht des Blattes aus der Zuspitzung der Tr ibutfrage und der Unmöglichkeit für Deutschland (ttotz he­roischer Anstrengungen) seiner finanziellen Schwierigkesten bald Herr zu werd em sofern es die unmoralischen und unerträglichen Kriegstribute weiterbezahlen muß. Das Transfer-Moratorium bringe uns keinerlei wesentliche Entlastung, außer m rem psychologischer Hinsicht. Ein großer konstruk­tiver und schöpferischer Plan Zur Samerung der Welt sei nötig, und das Britische Reich habe daran ein ebenso großes Interesse rote die anderen Industriestaaten.

Der einzige Wunsch, bet sich an den Ber­liner Besuch der britischen Minister knüpfen lasst, sti der, daß sk sich persön­lich esu bet Lage bet Dinge in Deutsch­land überzeugen mögen, um daraus ihre Schlüsst zu ziehen.

Es sei sttzt kurz vor 12, und wenn Gnglanb, das für einen friedlichen Wiederaufbau Eu­ropas eintrete, das Gebot der Stunde nicht erkenne, dann werde sich der überall vorhan­dene Pessimismus noch steigern, und niemand könne das Ende absehen. Das Blatt ver­mutet. daß lebhafte Bemühungen unternom­men werden, um auch eine deutsch-fran­zösische Aussprache herbeizuführen, ob­wohl ihr negatives Ergebnis von oomperem feststehen dürfte. Viel nötiger sei etn Gespräch mit Rom. Es mühe gehan­delt werden, ehe es zu spät sei, gehandelt deutscherseits durch den Beweis, daß uns zu tun fast nichts mehr übrig bleibe.

DieGermania" schreibt: Der Be­such der hohen englischen Gäste wird im gan­zen deutschen Volk mit dem Gefühl aufrich­tiger Freundschaft begrüßt werden. Es er­übrigt sich, darauf hinzuweisen, daß dem eng­lischen Besuch über bas Gesellschaftliche hinaus auch eine nicht geringe politische Bedeutung zukommt.

ff. London. 19. Ium. lieber den In­halt der Besprechungen Mellons mit Macdonald und Henderson verlau­tet aus zuverlässiger Quelle, daß vor allem

^0, daß wir innen- und außenpolitisch in

-'eine neue Bahn einmünden, dann ist auch , ---------------, _

d«r zweite Beschluß der Deutschen Tagung der landwirtschaftlichen Genoflen- Volkspartei gerechtfertigt. Ich habe auf schäften hielt Reichsernährungsmimster

Erund von Auseinandersetzungen, die in Schiele eine große Rebe, m der er u. a.

ernster Stunde für bas ganze Volk geführt folgenbes erklärte:

würben die Ueberzeugung, baß bie Ent- I Die Reichsregierunq fei bemüht gewesen, schlüsse durch bie Handlungen gerechtfertigt die für bie landwirtschaftlichen Erzeuger werben. Die Notverorbnung selbst katastrophale Preisgestaltung des Wekt- konnte in diesem Augenblick, so Verhängnis- I Marktes von dem deutschen Markt fernzu­voll sie ist, in dem, was sie enthält, nicht halten. Diese Linie könne nur erfolgreich anqetastet werden. Dieses Kabinett in I eingehalten werden, wenn es der Land­feiner feuigen Zusammensetzung konnte für I wirtschaft gelinge, ihre Produktton dem ihre Aenderung überhaupt nicht in Frage I deutschen Bedarf anzupafsen Hier liege kommen. Die Parteien aber find, dar- eine große Aufgabe für die Genossenschaf- über find fich wohl alle in Deutschland ten durch Vermittlung des Ausgleichs zwi- einiq $u einer Neugestaltung schen Erzeugung und Bedarf Em zweiter nicht fähig. Die Zerstörung der Not- Aufgabenkreis sei die landwirtschaftliche Verordnung aber würde die Sofortige Zah- I Kreditversorgung, die namentlich im Oben lungs- und Kreditunfähigkeit des Reiches sehr erschwer sei, Die organische Fort- zur unmittelbaren Folge gehabt haben, setzung der Eetreidepolittk des Kabinetts Der Beamte hätte statt Gehaltsabzug den werde dazu fuhren, daß Deutschland bereits Verlust des Gehaltes, der Angestellte statt im nächsten Jahre nur noch etwa der Krisensteuer den Verlust der Arbeits- anderthalb Millionen Tonnen stätte zu beklagen. Eine Rechtsregierung gegenüber bisher vier Milli- in Deutschland hat keine Mehrheit. Neu-Ionen Tonnen Getreide einzu- wählen des Reichstages find in diesem Augenblick bei den Kampfmitteln des Bol­schewismus geradezu gleichbedeutend mit dem Hineinsteuern in gefährlichste Zer­störung der staatlichen Ordnung. lieber die Tatsache, daß in dem Augenblick, in dem der Reichskanzler im Bewußtsein aller Folgen den Kampf mit den ausländischen Gegnern aufnimmt, die sogenannte natio­nale Oppositton jede Hilfe verweigert, wird man später, wenn die Lust vom Haß gereinigt ist, das Derdammungsurteil