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Kommt noch Rettung?

Auf des Messers Schneide

gen bezwecken. Der Reichskanzler betonte, I daß die Einberufung des Reichstags mit

Millionen Reichsmark, der in Form Schatzanweifuugen ausgegeben werden die die beteiligten Banken übernehmen len. Die nähren Einzelheiten über die

von soll, wol- Aus-

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gäbe der Schatzanweisungen sind noch Gegen stand der Besprechungen.

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schweren Gefahren für die Kreditverhält- nisie verbunden sei und man im gegenwär­tigen Augenblick davon eine weitere Zu­spitzung der Wirtschaftskrise, der Arbeits­losigkeit und der Finanzschwierigkeiten be-

Die englischen Blätter lasten sich aus Berlin ausführlich über die politische Lage und über die mutmaßlichen Absichten

der deutschen Regierung in der Tributfrage berichten. Außerordentlich bemerkenswert ist eine Aeußerung der Financial News", die sagt, daß die Unsicherheit über die Aussichten einer Revision des Poungplanes der haupsächlichste Grund für die Schwäche der deutschen Währung sei. Es sei von überragender Bedeutung, daß diese Sorgenswelle sofort beseitigt werde. Schon die Ankündigung einer Konferenz habe viel zur Beruhigung bei­getragen. An vielen Stellen sei man der Ansicht, daß die Weltkrise jetzt ihr kriti­sches Stadium erreicht habe, und daß die nächste Woche für die weitere Entwickelung bedeutsam sein würde. Wenn der gesunde Menschenverstand vorherrsche, und ein crn= gemeßener Ausweg aus dem gegenwärti­gen Stillstand in der Reparationsfrage ge­funden werde, so könne man auf eine Bes­serung hoffen.

DieFinancial Times" führt die Störung der deutschen Währung auf den Wertpapiermarkt in erster Linie auf dre wirtschaftlichen Verhältniste in Deutsch­land jetzt zurück, obwohl natürlich auch politische Einslüste eine wichtige Rolle spielten Die deutsche Eoldverschifsvngen bedeuteten auch für das englische Pfund ge= miste Gefahren. DieFinancial News meint, daß die Reichsbank schleunigst den Diskont heraufsetzen sollte. Die Wäh­rungsbewegung laste erkennen, daß dre Deutschen ihr Geld nach der Schweiz schaff­ten und daß Paris und Newyork in höhe­rem Maße als London ihre Guthaben zu- rückzögen.

Daily Expreß" und andere Zeitungen weisen auf die Bedeutung des Zusammen­bruchs der Firma Schlubach Tiemer & Co. im Zusammenhang mit der der nervösen Stimmung hin. die in London hinsichtlich der mitteleuropäischen Lage herrsche.

Der Empfang de» Sozialdemokraten beim Kanzler.

Der Reichskanzler hatte am Donnerstag Unterredungen mit den Führern des Land­volkes, der D. V. P. und der sozialdemo­kratischen Reichstagsfraktion. Für Sonn­abend find Unterredungen mit den Füh­rern der Staatspartei, der Wirtschaftspar­tei und des Christlich-sozialen Volksdienstes vorgesehen.

Ueber den Verlauf der Besprechung des Reichskanzlers mit den Vertretern der Sozialdemokratie, an der auch der Reichsarbeitsminister Dr. Sle­ge r w a l d teilnahm, berichtet der Sozial­demokratische Pressedienst, daß die Vertre­ter der Sozialdemokratie dem Reichskanz­ler ihre Bedenken gegen die Notverord­nung unterbreitet und ihn auf die poltn- schen Folgen des Inkrafttretens insb"son- dere derjenigen Bestimmungen bei Not­verordnung aufmerksam machten, die einen weitgehenden Abbau der sozialen Leistun-

Amerika hält Deutschlands Lage für ernst, aber nicht für kritisch.

Staatssekretär S t i m s o n hatte gestern wiederum eine lange Unterredung mit Präsi­dent H o o v er. 3n einer Pressekonferenz, die in Stimsons Abwesenheit stattfand, erklärte Unterstaatssekretär Castl, daß die Regie­rung der Bereinigten Staaten die Lage in Deutschland für ernst ansehen. Diese Ansicht der Regierung teile ein jeder in den Ver­einigten Staaten. Deutschlands Lage, so fuhr

Castl fett, stelle eine allMhliche Anhäufung von ungünstigen Faktoren dar; aber mau fei in Amerika nicht der Ansicht, das, sie im ge­genwärtigen Augenblick ausgesprochen krittfch sei.

Neuer Zwischenkredit

Berlin, 11. Sinti. Wie wir erfahren, haben die zwischen dem unter Führung der Reichsbank stehenden Banken-Konsortium und dem Reichsfinanzministerium geführten Ber- handlungen wegen Gewährung eines Zwi­schenkredites an das Reich grundsätzlich zu einer Einigung geführt. Es handelt sich um einen Betrag von voraussichtlich 200300

ft. Berlin, 12. Juni. Die Reichs­tagsfraktion der D.V.P., die sich am Donnerstag bis gegen Mitternacht mit der politischen Lage beschäftigte, hat nach einem Bericht de- Parteiführers Din. geldey mit Mehrheit de« aufsehenerre­genden Entschluß gefaßt, für die Ein­berufung des Reichstages ein- z u 1 r e t e n.

Da der Reichskanzler bekannt ge­geben hat, daß er int Falle der Einberu­fung des Reichstages zu dem äußersten Konsequenzen entschlosten sei, wird in politischen Kreisen mit dem Ee- samtrücktritt des Kabinetts Brüning gerechnet, falls sich im Aeltesten-Rat' mit den Stimmen der D. V. P. eine Mehrheit für die Einbe­rufung ergeben sollte. Die Deutsche Volkspartei versichert u. a., daß sich, ihr Beschluß nicht gegen die Person des Reichs­kanzlers richte, daß sie dagegen aber bte seit langen geforderte Neubildung des Kabinetts erwartet.

Nach einem sozialdemokratischen Bericht soll Dr. Brüning sich mit Aenderun- gen der Notverordnung einver­standen erklärt haben, jedoch unter der Voraussetzung, daß sie keine Verminderung des finanziellen Ergebnisses bringen und daß sie nicht durch den Reichstag oder durch den Ausschuß, sondern in internen Be­sprechungen beschlossen werden.

DieDeutsch e Allgemeine Zei­tung" berichtet über die Stellungnahme der volksparteilichen Reichstagsfraktion, daß der Abgeordnete Dingeldey dem Reichskanzler empfohlen habe, auf Grund der jetzigen Sachlage die sofortige Ee - samt Demission des Reichskabinetts einzureichen. Er habe ihm nahegelegt, diese Entscheidung und möglichst die Ent­scheidung des Reichspräsidenten über die Betrauung eines neuen Kabi­netts umgehend herbeizuführen, weil dann die Beschlußfassung im Aeltestenrat am nächsten Dienstag unter einem wesent­lich anderen Gesichtspunkt zu erfolgen hätte.

Das heißt, so schreibt das Blatt: Erklärt sich Dr. Brüning bereit, sein Kabinett um­zubilden, so würde die Deutsche Volkspar­tei, so würden wahrscheinlich auch die Landvolk- und möglicherweise die Wirt­schaftspartei gegen die Einbe r u- f u n g des Reichstages stimmen.. Sie wür­den auf diese Weise Dr. Brüning in die Lage versetzen, seine Polittk weiterzufüh­ren. und zwar ohne Parlament.

Dr. Brüning fährt am Freitag vormit­tag nach N e ü d e ck und wird Sonnabend vormittag wieder zurückerwartet. Man nimmt an, daß am Sonnabend wichtige innerpolitische Entscheidung en fallen werden.

Der mit Mehrheit gefaßte Entschluß der Reichstagsfraktion der Deutschen Volks­partei, für die Einberufung des Reichs­tages einzutteten, wird von maßgebender volksparteilicher Seite damit begründet, daß die Fraktion die Verantwortung für die Notverordnung ad­le h n t, da die Verordnung weder wirt­schaftlich noch finanziell eine wirkliche Sa­nierung der öffentlichen Haushaltung und eine Anbahnung der Wirtschaftsgesundung zu bringen vermöge. Von maßgebender volksparteilicher Seite wird hierzu betont, daß die Fraktton wiederholt zum Ausdruck

fürchten müße.

Ein endgültiges Ergebnis wurde nicht erzielt. Die Besprechungen über die von der Sozialdemokratte gewünschten Abände­rungen der Notverordnung sollen nach der Rückkehr des Reichskanzlers von Neudeck und nach einer Fühlungnahme mit dem Reichskabinett fortgesetzt werden.

Botschafter o. Hoesch wird nach Berlin reisen.

ftz. Paris, 12. Juni. Der deutsche Dotschaster von Hoesch wird sich tm Laufe der kommenden Woche zu einer Besprechung mit der Reichsregierung nach Berlin begeben.

gebracht habe, daß nach ihrer Auffasiung neue Lasten für die Bevölkerung nur mög­lich sind, wenn gleichzeitig durch einen ent­sprechenden diplomatischen Schritt von der Reichsregierung die T r i b u t f r a g e aufgerollt würde. Die Fraktion ist, wie weiter betont wird, nach den letzten Vorgängen zu der Ueberzeugung gelangt, daß das Reichskabinett in ferner gegen­wärtigen Zusammensetzung zur erfolgret- chen Durchführung der von ihr verlassenen Politik keine Garantie mehr bietet.

Nachdem erst eben die Vriand-Rede in Deutschland einmütige Zurückweisung gefun­den hat, veröffentlicht jetztJournal Offt- ciel", das amtliche Organ des Volkerbund- iekretariats, einen Brief B r i a n d s, von dem zu sagen ist, daß es bedauerlich ist, daß er überhaupt geschrieben wurde, wenn ihm auch keine politische prattische Bedeutung mehr zukommt. In dem Brief, den der fran­zösische Außenminister in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Botschasterkonferenz am 16. März 1931 im Namen der belgischen, eng­lischen. französischen, italienischen und japani­schen Regierung an das Eeneralsekretartat ge­richtet hat, wird

auf Fragen, die mit bet Entwaffnung Deutschlands aus Grund des Bersailler Bettrages zusammenhängen, Bezug ge­nommen.

Es wird zunächst darauf hingewiesen, daß die Durchführung der Entwaffnungsbestimmun­gen bis zum 31. Januar 1927 von der inter­alliierten Militärkontrollkommission über­wacht worden sei. Nach diesem Datum sei kein Kontrollorgan mehr zuständig gewesen, weder die Militärexperten noch die Botschafterkonfe­renz. Nach diesem Hinweis heißt es in dem Brief wörtlich:

Gewisse besondere Punkte, die noch seit der Zurückziehung der interalliierten Militär­kontrollkommission zu regeln waren, haben zu jenen Feststellungen geführt, die in einem be­sonderen Schriftstück zusammen zu fassen als notwendig angesehen worden ist. Diese Fest­stellungen, auf die die Botschafterkonferenz

Vriand hetzt

Deutschland hat noch nicht genügend abgerüstet

artiloe, tttii2.3unil931

besonders die Aufmerksamkeit des Volker- bundrates lenken müsse, beziehen sich haupt­sächlich auf die Artikel 160 (Effektivbestande und Rekrutierung), 162 (Polizei). 177 (Tätig­keit der Verbände), 178 (militärische Ein­richtungen).

Die Feststellungen gestatten nicht, die über die einzelnen Punkte erzielten Re­sultate als befriedigend anzusehen.

Es wird eventuell Sache des Völkerbundrates sein, aus diesen Tatsachen die Folgerungen zu ziehen, die er für angebracht hält."

Das Schreiben ist mit sämtlichen Annexen sofort nach Eingang im Völkerbundsekretariat den Mitgliedern des Völkerbundrates zuge­stellt worden, ohne daß der Dölkerbundrat von irgend einer Seite mit der Sache befaßt wor­den wäre, wozu für die Maitagung sicher reichlich Zeit gewesen wäre. Das Völkerbund­sekretariat bat von der Angelegenheit bisher überhaupt keine Notiz genommen, sondern sich darauf beschränkt, das Begleitschreiben Bri- ands den Vorschriften gemäß imJournal Officiel" zu veröffentlichen.

Nach Auffassung Berliner zuständiger Stel­len kommt dem Bericht keine praktische Be­deutung zu. Es handelt sich vielmehr um die geschäftsordnungsmäßige Erledigung eines Vorganges von 1927. Damals, also vor vier Jahren, war von der Botschafterkonferenz ein abschließender Bericht in _ Aussicht _ gestellt worden. Der Bericht ist absolut e i n s e 11 i_g es geht im wesentlichen auf den franzö- sischen Vertreter zurück und schon deshalb keine beweiskräftige Darstellung der Ent­waffnung.

Oberhessisch« Zeitung' «f "tot sechsmal wöchentlich. Bf ^preiS«onatUch2.20GM.a-S-

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Verlag, Dr.§.Hitzeroth.

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Anzeiger für (das frühere kurhesstsche) Oberheffen

Anzeiger der amtliche« Bekauntmachnngen für Stadt und Kreis Marburg

MH. Ordert Ejn-erulmg -es Reichstags Ernste zuspitzimo der Lase - Brüning dreht mit Rücktritt- Umbildung des Kadimtts und Änderung derNetvecerdnung?

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