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{^t .Oberhkssischk 3-itung' et- sechsmal wSchentlich. Be- ug<p"i« monatIich2.20GM.au«- -chließl. Zustellung«gebüht, durch

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Anzeiger für (das frühere kurhefsifche) Oberhefsen

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Marburg a. Mn

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Der Anzeigerchre!« betrügt filk den 11 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08 GM.,sog. kleine Anzeige« und Familienanzeigen bei Barzahlung 0.07 SM., amtl. und answürtige AnzeigenO.10 GM. Grundschrift: Aolonel. Bei schwierigem Satz so­wie bei Plahborschrift 50°/. Auf­schlag Sammelanzeige» 100°/, Aufschlag Rekla«.-Millim- 0.40 SM Grundschrift i Petit. Jeder ''Rabatt gilt al« Barrabatt.

Ziel 5 Tage.

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Anzeiger der amtliche« Bekanntmachungen für Stadt «nd Kreis Marburg.

Do X in Brasilien gelandet

Die Nationalsozialisten fordern sofortige Einberufung des

Ab 1 Juli

ichstags Neue schwere Tumulte im Ruhrrevier

*. 1 Vertrauen?

Das Inkrafttreten der Notverordnung.

Hebet den Zeitpunkt des Inkrafttretens her neuen Notverordnung erfährt die ^vorfenzeitung", daß di« Bestim- ,««ge« über die neue« Steuer« ««d Mr die Gehaltskürzungen bei de« Beamten mit de« 1. Inli wirk, fam werde« sollen. E^ntge Besttmmun- ge« über die Arbeitslosenversicherungs­reform bedürfe« einer gewisse« Anlaufs­frist. die Bestimmungen, in denen, wie z. B. bei den Mineraloele«, ei«e Aende- rung des Zollsatzes vorgesehen ist. trete« mit dem Tage der Verkündigung i« Kraft. Die Nationalsozialisten verlangen Neichs- tagseknberufnng.

Die nationalsozialistische Reichstagsfrak- hielt am Donnerstag im Reichstag eine Sitzung ab, in der sie zwei Entschließun­gen faßte.

Die eine richtet sich gegen den Terror marxistischer Mörderbanden unter Hin­weis aus die Ermordung mehrerer Stahl­helmmitglieder und macht den Reichspräsi­denten und di« Reichsregierung auf die hierüber von Tag zu Tag wachsende Er­bitterung nationaler Kreise aufmerksam. Die Fraktion müsse die Regierung für alle daraus mit Notwendigkeit entstehenden Folgen schon heute verantwortlich machen.

Die zweite Entschließung beschäftigt sich mit der bevorstehenden Notverordnung. Ihr Schlußsatz, lautet: Die Reichstagsfrak­tion der NSDAP, legt gegen diese neuen angeblich der Sanierung der Reichsfinan­zen dienenden Maßnahmen feierlich Ver­wahrung ein, weil sie nur zur weiteren Verelendung der werktägigen Masien des deutschen Volkes und aur völligen Vernich­tung der deutschen Wirtschaft führen und »erlangt zum Zwecke ihrer Aufhebung die sofortige Einberufung des Reichstages.

Wels Crispien Bosel.

B erkln, 5. Juni. Die Wahl des Par­teivorstandes der SPD. durch den Partei­tag ergab für Otto Wels die größte Stimmenzahl. Crispien und Hans Vo­gel erhielten die gleiche Stimmenzahl.

Der Kandidat der Opposition, der Reichs- tagsabg. Seydewitz, erhielt nur 54 Stim­men. Er ist nicht gewählt. *

Wiederaewählt wurden die bisherigen Sek­retäre. Die Wahl der Beisitzer erfolgte nach dem Vorschlag des Parteivorstandes. Die bisherigen Mitglieder wurden wiederge­wählt. Neu hinzugewählt wurden Brelt- scheid und L i t k e - Berlin.

Der Vorstand der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion tritt, demV o r w ä r t s zufolge, zur Beratung der durch die neue Not­verordnung geschaffenen Lage am kommenden Mittwoch zusammen, die sozialdemokatnche Reichstagsfraktion ist für Freitag emberufen worde^.

Auf dem Sozialdemokratischen Parteitag sind nach den politischen Auseinandersetzun­gen der letzten Tage Entscheidungen von Bedeutung nun nicht mehr zu erwarten. Em großer Teil der Reichstagsfraktion hat sich bereits wieder nach Berlin begeben. Der Parteitag dürfte Freitag nachmittag seinen Abschluß finden. In der Vormittagssitzung sprach zunächst Oll en hau er-Berlin über Partei und Jugend". Der vom Kasseler Parteitag gefaßte Beschluß über die Einrich­tungen von jungsozialistischen Gruppen solle, so sagte er, wegen Reibungen mit anderen Organisationen wieder aufgehoben werden. Eine wichtige Voraussetzung für die unmittel­bare verantwortliche Mitarbeit der jungen Generation im politischen Leben sei die plan­mäßige Einführung der jungen Parteimit- Eeder in die Parteiarbeit.

Der Angriff" für einen Monat verboten.

Berlin, 4. Juni. Der Polizeipräsident teilt mit: Die nationalsozialistische Tageszei­tungDer Angriff" wurde heute bis einschl. 4 Juli 1931 aufgrund der Notverordnung des Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen verboten. Das genannte Blatt hat trotz der eingehenden amtlichen Dar­legungen über das sogenannte Femebild erneut dem Polizeipräsidium Berlin eine Fälschung vorgeworfen. Weiterhin hatte das Blatt in Besprechung der Vorgänge anläßlich der Ent­hüllung des sogenannten Schlageter-Denkmales zur Verprügelung Andersdenkender aufge­fordert.

Rotverordnungen enthalten niemals schön« Sachen, das sagt schon ihr 2lam«. Sie bedeuten, daß die Regierung und der Reichspräsident Gesetze verordnen, weil das Parlament dazu weder den Mut noch die Schnelligkeit der Arbeitsweise auf» bringen kann. Sie sind Signale der Rot und der Sorge.

Der Reichskanzler Dr. Brüning hatte in seiner Rede in Oldenburg vonneuen Un­populären Sparmaßnahmen" gesprochen und der sonst so optimistische Reichsfinanz- Minister hatte vor einiger Zeit erklärt,

-Das nüchterne England

Times" über den Besuch der deutschen Minister

ft London. 5. Juni. Sk deutschen Minister Dr. Brüning «d« Dr. Cur- tins werden heute Freitag um 14.43 Uhr in London eintreffen. Zum Empfang werden außer hohe« politische« auch an­gesehene private Persönlichkeiten am Bahnhof anwesend sei«.

Times" sagt in einem Leitartikel, der Besuch der deutschen Staatsmänner sei bemerkenswert als erster offizieller Besuch deutscher Minister, der nicht aus Anlaß einer Konferenz erfolgt sei. Es handele sich dabei um einen Besuch geschäftlicher Art. Die Einladung nach London und Chequers, so erklärt das Blatt, war ein spontaner Akt der Höflichkeit sei­tens des Außenministers natürlich im Einverständnis mit der ganzen Regie­rung und wurde veranlaßt durch die von ihm befolgte Politik der Pflege herz­licher Beziehungen mit allen Ländern und besonders mit denen, die uns am nächsten liegen und für uns am wichtigsten find. Der Premierminister glaubt ebenso wie Henderson an denZauber persönlicher Fühlungnahme", um einen Ausdruck Mac­donalds selbst zu zitieren.Times" er­wähnt, daß der britische Außenminister auf der Reise nach und von Genf häufig Paris berühre, wodurch er eine besonders genaue Kenntnis der franzöfischen Ange-

Elücklich gelandet

ff. Berlin, 5. Juni. Das Dornier- RiesenflugschiffDo X" ist am Donners­tag von den Kap Derdischen Inseln zu einem Fluge nach Brasilien gestartet.

Rach einem beim Büro der Dornier- Werke eingegangenen Telegramm ist das Dornier-Flugboot heute (Freitag) früh 3.12 Uhr Mitteleuropäischer Zeit nach glänzendem Fluge programmäßig glatt bei Verando Norouha gewassert.

Ueber den Flug derDo X" wurde eine Reutermeloung verbreitet, die von einem angeblichen Absturz des Flug­schiffes wissen wollte. Diese Meldung hat sich einwandfrei als Falschmeldung erwiesen.

Havas meldet aus Liffabon: Die irrtüm­liche Nachricht von dem Absturz des deut­schen FlugschisfesDo X" wurde von einem Dampfer verbreitet, defien Mann­schaft geglaubt hatte, das Flugschiff ab­stürzen zu sehen. Sowohl eine Mitteilung der Aero Postole Station in Paris wie

legenheiten erhalte. Durch ihre Reise nach London berichttgten somit die leitenden Männer der deutschen Regierung in ge- wifiem Maße diesem geographischen Zu­fall. Das Blatt sagt weiter: Der Besuch ist bei voller Kenntnis und Zustimmnug der französischen Regierung vereinbart worden und ist kein Zeichen von Explo­sivität gegenüber irgend einer anderen Regierung. Unsere Gäste bringen keine Sachverständigen mit, deren Abwesenheit schon zur Genüge beweist, daß auf keiner von beiden Seiten detailierter Verhand­lungen geplänt werden. In Chequers werden die Gäste ein kurzes Wochenend englischer Art in typisch englischem Hause verleben. Sie werden dort, wie verlau­tet, mit anderen Gästen zusammentreffen, deren Berufsgebiet nicht die Polittk ist. Allerdings werden Politiker gewiß nicht ften bleiben und ebensowenig werden po- litische Besprechungen ausbleiben. Die Unterredung werde zweifellos freimütig und informativ sein und, wenn sie auch unter den gegebenen Umständen keinen abschließenden Charakter haben werde, doch sicher dazu beitragen, daß die Regie­rungen Englands und Deutschlands bei- derseittge Schwierigkeiten zu befiern ver­stehen und den Kern der Dinge mit einer genauen Kenntnis der Auffassungen und Bestrebungen der anderen Seite betrach­ten.

auch eine Meldung aus Lissabon bestättgen die Tatsache, daß das Flugschiff seinen Flug in Richtung auf das Südkap fort­setze.

Deutscher Protest in Paris.

ff. Berlin, 5. Juni. D'e Nachfor­schung der Berliner amtlichen Stelle« in der Angelegenheit dex Ueberfliegung der Nordsee-Insel« Borkum und Norder­ney durch französische Marineflugzeuge hat die Bestätigung hierfür ergeben. Der deutsche Botschafter i« Paris wurde, da eine Uebxrflisgungserlaubnis nicht einge­holt worden war. angewiesen, scharfen Protest i« Paris eiuzulegeu.

"Pariser amtliche Stellen haben bisher keinerlei Erklärung zu der Ueberfliegung der deutschen Nordsee-Inseln veröffentlicht und stellen sich absolut unwissend. Tatsäch­lich wäre aber die Pariser Regierung sehr wohl in Lage, eine etwaige Falschmeldung zu dementieren, wenn es sich um solche handeln würde.

man müsse sichauf östs Schlimmste gefaßt machen. Damit hat er recht gehabt. Die Hauptsache sind neue Steuern, Steuern auf Handel und Wandel, Steuern, die den Mittelstand in erster Linie belasten, Steu­ern, die das aufkeimende Derttauen fast völlig Niederwalzen. Opfer der Beam­ten, Opfer der Rentenempfänger, unklare Aussichten auf die Schaffung von Witt- schaftsfonds zur Verteilung von Subven- ttonen, dann erschöpft sich der eine Teil der Notverordnungen. Auf sozialpo­litischem Gebiete muhte unter dem Zwange der Rot die Arbeitslosenversiche- mng scharf beschnitten werden, hier kann man noch am ehesten sagen, daß durch­greifende Maßnahmen eingeleitet sind. Al­lerdings ist die Einrichtung von Sonder- klasftn für Angestellte usw.auch in diesem Gesetze nicht enthalten. Die Reform der anderen sozialen Gesetze, wir denken an die Invalidenversicherung, die Krankenver­sicherung und die llnsallve rsiche rung, ist auf spätere Zeit verschoben. Am die Vier­zigstundenwoche soll im Kabinett heftig ge­kämpft worden sein. Minister Stegerwald hat aber mit der Drohung seines Rück- trittS erreicht, daß die Regierung in einer ziemlich allgemein gehaltenen Formulie­rung das Recht erhall, diese Begrenzung der Arbeitszeit zu verfügen.

Es ist also richtig, daß das Reichs - kabinett nicht in der Lage war, sein Wort zu halten, das im Frühjahr vor versam­meltem Reichstage gegeben wurde, dahin­lautend, daß keine neuen Steuern ausgeschrieben werden dürfen, daß viel­mehr das finanzielle Gleichgewicht durch Ersparnisse hergestellt werden solle. Es ist offenkundig, daß durch diese Wendung das Vertrauen zur Festigkeit der Reichs­regierung einen hatten Stoß erscchren hat.

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Die kürzlich bekannt gewordenen Zahlen über die Wanderungsbewegung innerhalb des deutschen Volkes lassen einerseits ein Sinken der Einwohner­zahlen der Großstädte, andererseits ein Rachlassen der Ostabwanderung deutlich ettennen. Eine rückgängige Wanderungs­bewegung ist vor allem bei den Groß­städten des rheinisch-westfälischen Indu- stnegebieteS und auch in Berlin wahrzu­nehmen. Im Iahre 1930 ist Krefeld die einzige Stadt gewesen, die keinen Wande­rungsverlust erlitten hat. Dortmund da­gegen, Frankfutt a.M und Gelsenkirchen büßten je 7000 Bewohner ein und Bochum Duisburg und Hamborn je etwa 5000, und wenn sich, wie die Statistik zeigt, der Ge­samteinwohnerstand aller preußischen Groß­städte im vergangenen Iahre verringett hat, so ist der Grund dafür in diesen star­ken Einbußen der westdeutschen Groß­städten und Berlins zu suchen. Rach den Erhebungen des preußischen Statisttschen Landesamtes betrug der Aeberschuh der Abgewandetten über die Zahl der Zuge- wandetten rund 50 600, so dah der geringe Geburtenüberschuß von insgesamt 43 200 Köpfen in den preußffchen Großstädten bei weitem nicht zur Deckung dieses Ver­lustes ausreichte. Im allgemeinen vollzog sich die Abwanderung von den Großstädten miss flache Land und es ist heute noch nicht möglich, festzustellen, ob es sich bei dieser Abwanderung um etwas Zeitliches oder aber um eine dauernde Aenderung in der Wanderungsbewegung des deutschen Bob, kes handelt.

Die Unterschrift unter das Derlänge- rungsprotokoll des deutsch-russischen