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Nr- 128

».Bundestag des Km-eWch-WaldeMen Sandwerkerbundes

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I Karten. Die Deutsche Reichsbahn^ sellschaft wird vom 1. Juni an Bahnst^ Abonnementkarten einführen, die Preise von 5 für den Monat ausck geben werden. Die Karten sind für H. gestellte von Firmen usw. bestimmt, d,, eilige Postsachen unmittelbar an Bahnpostwagen zu bringen haben. Preis für eine Monatskarte entsprich dem Aufwand von 25 einzelnen steigkarten.

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Liebe" und breche rn".

Ewer'fchen Roman wird jetzt in der Kamera als Tonfilm ge­zeigt. Brigitte Helm spielt in die­sem Film zwei Rollen, trotzdem sie im Personenverzeichnis nur einmal aufge­führt wird, nämlich Alraune und dle Mutter. Den ten Brinke» spielt Albert Bassermann. Er zeigt sich im Ton­film zum erstenmal seit langen Zähren wieder in einer großen tragenden Rolle. Außerdem legten ihr Tonfilmdebüt in

diesem Film ab: Agnes Staub, die gerade vor wenigen Wochen als Elisabeth auf der Buhne triumphierte und heut» zum erstenmal seit dem falschen Dimitri wie­der in einem Film erscheint. Sie spielt die Rolle der Fürstin Wolkonsfi. Herold Paulsen ist Frank Braun, Bernhard Goetzke spielt den Gehilfen vo» Baffer- mann, den Dr. Petersen. Martin Kosleck, ein junger Nachwuchsschauspieler, spielt den jungen Petersen. Zn weitere» Rol­len wirken Käthe Haacks Z. Kowal-Sam: boski, Paul Westermeier und Henry Bender.

Aus -em Gerichtsfaal

Das Marburger Schöffengericht verhan­delte gestern in Oberaula gegen die Viehhändler 2lug. Losekamp eai Wahlhausen und Albe« und Konrad Plaut aus Oberaula. Die Angeklagte« hatten etwa 35 Landwirte in skru­pelloser Weise um Vieh im Gesamt­werte von 5000 Mark betrogen. Die Angeklagten wurden nach l4stündiger Ver­handlung nach Vernehmung von 35 Zeu­gen für schuldig befunden. Aug. Lvse- kamp und Albert Plant wurden zu je 1 Jahr 3 Monaten GefLugM« und Kourad Plaut M 9 Monate» Gefängnis verurteW. —n.

Gine Entscheidung von prinzipieller De- deutung hat das Marburger Gericht gefällt. Die Meter eines Marburger Hau­ses hatten in de« Abendstunden immer Unter Störungen von Rundfunkübertra­gungen zu leiden, hervorgerufen durch die Lonsilmvorführungen einem im gleichen Hause befindlichen Kinos. Sie vertag­ten daraufhin den Kinobesitzer, der vm» Gericht auch dazu verurteilt wurde, sofort

Mit den? Dank für die geleistete Arbeit so­wie in der Hoffnung, daß die anregenden Der- handlungen die Beachtung der Behörden fin­den möchten, schloß der Vorfitzende die Ver­sammlung, in welcher die Forderungen der Handwerker mit aller Deutlichkeit zum Aus­druck gebracht waren.

Nachmittags 3 Uhr bewegte sich ein statt­licher Werbefestzug unter Dorantritt der Mufik und unter Teilnahme sämtlicher Be- rufsgruppen der Innungen des Jnnungsaus- schuffes Homberg durch die von zahlreichen Zuschauern umsäumten Straßen der Stadt zum Marktplatz, wo von der festlich geschmück­ten Freitreppe am Kirchplatz eine öffentliche Kundgebung über das Thema: /Das Hand­werk soll und muß leben" vorgesehen war.

Szene akrobatisch, er verleiht seiner sprung­haften Natur die sprühendsten Augenblicke, immer wieder läßt er sein Herz mitsprechen, aber er hat es fest im Griff. Er entschied gestern den fast beispiellosen Erfolg der Auf­führung, er hielt den ganzen Abend im Schwung seiner guten Laune, im herrlichen Wechsel seiner Grobheiten und Sanftheiten, seiner Kalauer und seiner stummen Augen­blicke.

Von Ludwig Linkmann haben wir gestern Abschied genommen. Er ist ein Schau­spieler ersten Ranges, wir werden ihn sehr vermiffen. Den Proseffor Baldur von Dietingen gab er mit unnachahmlicher Geste. Wie hat er sich, im Gegensatz zu früheren Rollen, jetzt in der Gewalt. Welch außer­ordentlich scharfe Beobachtung, welche Körper- diszipliu find ihm eigen.

Eutschliehung.

Die am 21. Mai 1931 in Homberg ver­sammelten Vertreter des Kurhesfischi-Wal- deckischen Handwerkerbundes bekennen sich grundsätzlich zu einer maßvollen mit den wirtschaftlichen Gegebenheiten im Einklang stehenden Sozialpolitik. Sie sind aber der Ueberzeugung, daß unsere heutige Sozial­politik in keinem gesunden Verhältnis zur deutschen Wirtschaftslage steht. Sie fordern daher eine schleunige Abkehr von dem bis­her beschrittenen Wege, damit der deutschen Wirtschaft die nötige Bewegungsfreiheit wiedergegeben werde. Hierzu wird für not­wendig erachtet, daß die aus der Sozialver­sicherung sich ergebenden Lasten auf ein er­trägliches Maß gesenkt werden und die Ar­beitslosenversicherung einem grundsätzlichen Umbau unterzogen wird. Ebenso dringlich erscheint aber auch eine Beseitigung der­jenigen Einengungen, die der deutschen Wirtschaft aus dem Tarif- und Schlichtungs­wesen und dem Arbeitszeitrecht erwachsen. Die gesetzliche Einführung der verkürzten Arbeitszeit gemäß Gutachten der Brauns- Kommission wird abgelehnt, da sie der Wirtschaft nur erneute Bindungen auf­erlegen würde, die zu keiner Erleichterung unserer Wirtschaftskrise führen könnten.

Die Unterstellung des Lehrvertrages unter den Tarifvertrag auch in einzelnen Teilen, wird abgelehnt, da sie mit dem Charakter des Lehrvertrages als eines Erziehungs- verftages unvereinbar ist und eine gute Ausbildung des Lehrlings gefährdet. Ge­fordert wird die Anerkennung des Rechtes der Handwerkskammer zur rechtsverbind­lichen Regelung des Lehrlingswesens, wo­bei die Mitwirkung der Arbeitnehmer auf dem Boden berufsständischer Gemeinschafts­arbeit anerkannt wftd.

Handwerk mutz sich daher gegen beide mit allem Nachdruck zur Wehr setzen. Es ver­mag in derartigen Plänen, ebenso wie in der in zahlreichen Gemeinden erfolgten übermäßigen Anspannung der Bürgersteuer, aber auch keine brauchbare eLösung des Fi­nanzausgleichs zu erblicken und hält außer­dem die gegenwärtigen Verhältnisse mit dem übersteigerten öffentlichen Finanzbedarf und der übermäßigen Steueranspannung für un­geeignet für eine endgültige Regelung des Finanzausgleichs. Von jeder Regelung des Finanzausgleichs erwartet es indeffen für die Allgemeinheit eine nachhaltige Herab­setzung der öffentlichen Ausgaben, für sich selbst aber eine fühlbare Entlastung nament­lich auf dem Gebiete der Realsteuern und der Hauszinssteuer durch die Rückkehr zu einer gerechten Lastenverteilung.

Tagesanzetger.

Dienstag, den 2. Juni.

Bergnfignugsauzelger.

Sck>loß-Cafö Marburg: AS 15.45 Ahp Konzert.

®af6 Markees, Reitgaffe: 20 Ahr: Konzen Cafe Detter, Reitgaffe: 20 Ahr: Konzen Hotel Daub, Frankfurter Str.: Ab 20 Ahr: Konzert.

Stadtgarten: Ab 20 Ahr: Künstlerkonzen ab 22 Ahr im Stadtkeller.

Capitol, Diegenstraße: Ab 20.15 Ahn „An der schönen blauen Donald.

Kamera, Kasernenstr.: 17 und 20.15 Ahr: „Alraune".

Capitol, Diegenstraße: 15.30, 17.30 uni 20.15 Ahr: „Irene Bhsvergues große

und mit der Mahnung zu treuer Pflichter­füllung gegen den Staat vor ungesetzlichen und gewaltsamen Maßnahmen warnte, die dem Handwerk nur zum Schaden gereichen wurden. Die Ausführungen des Redners wurden zum Teil mit Widerspruch ausgenom­men was in erregten Zwischenrufen zum Ausdruck kam und vorübergehend einen Mitz- ton in die Versammlung hineinbrachte.

An der weiteren Aussprache, die sich sehr an­regend gestaltete, beteiligten sich zahlreiche Redner, unter denen als erster Bernhardt- Eroßalmerode den Handwerkern empfahl, sich im Kampf gegen den Marxismus, den Ka- pltalismus in internationaler Form usw. sich in die Kampffront der nationalen Opposition einzugliedern. Dr. Hartmann stellte fest daß die Verhandlungen den Beweis vorhandener Aktivität erbracht und höchst beachtenswerte Anregungen gegeben hätten, die in der Er­kenntnis, daß die Erhaltung der Organisation notwendig sei, im Interesse des Handwerks nutzbringend verwertet werden müßten.

Rach Beendigung der Aussprache wurden zwei Entschließungen einstimmig angenommen, welche folgenden Wortlaut hatten:

Das Handwerk zur deutschen Finanz- und Steuerpolitik.

Die am 31. Mai d. I. in Homberg ver­sammelten Vertreter des KurhessischMal- deckischen Handwerkerbundes geben zu der gegenwärtigen Finanz- und Steuerpolitik, insbesondere zu den durch die Notverordnung vom 1. Dezember 1930 angeordneten bezw. gepinnten finanzpolitischen Maßnahmen die folgende Erklärung ab:

Die außerordentliche Anspannung des deutschen Eesamtsteuersystems und die starke Steigerung der Steuerlasten gegenüber der Vorkriegszeit haben in den letzten Jahren 3ii einer allgemeinen Beeinträchtigung der deutschen Volkswirtschaft geführt ohne da­mit eine Gesundung der öffentlichen Finan­zen zu erreichen. Da eine weitere Steuer« anipannuna volkswirtschaftlich untragbar und fiskalisch ein Fehlschlag wäre, erfordert die bedrohliche Lage der öffentlichen Fi- nanzwirtschast gebieterisch einen durchgrei­fenden Abbau des öffentlichen Bedarfs. Außer einer Revision der untragbaren Re- parationsverpflichtungen muß daher die größtmögliche Einschränkung aller öffent­lichen Aufgaben und Ausgaben verlangt werden.

Rur eine durchgreifende Laftensenkung kann auch zu einer gerechteren Lastenver- tetlung führen. Das heutige deutsche Steuersystem läßt eine gerechte Lajtenver- teilung vermißen, da es die unteren und mittleren Einkommenschichten stärker be­rstet, als ihrer Leistungsfähigkeit entspricht. Diese Mehrbelastung trifft den gewerblichen Mittelstand und insbesondere das Hand­werk um so schwerer, als ihm dafür der Ausgleich durch die soziale Fürsorge des Staates fehlt.

Die Ungerechtigkeit der Eesamtfteuerbe- lastung wurde für den gewerblichen Mit­telstand noch verschärft werden durch die in der Notverordnung vom 1. Dezember 1930 angeordnete Neuregelung der Gewerbesteuer, die sich zu Ungunsten des Handwerks aus­wirken mutz, und durch die geplante Ein­führung der gewerblichen Einheitssteuer bzw. der Aufschläge zu ihr, die eine noch stärkere Heranziehung der Einkommenfteuer- krast, insbesondere des gewerblichen Mit­telstandes, nach sich ziehen würde. Das

Marburger StoMeater

„Da, öffentliche Aergernis."

Der Schwank lohnt keine ernsthaftere Aus­einandersetzung. Der Verfasser, Franz Arnold, machte aus abgedroschenen Pointen und aller­lei Oberflächlichkeiten ein Amüsierstück, auf das weder die um Pietsch noch die um Frei- ftau von Pritzelwitz sich berufen können, lieber den Banalitäten dieser Verwicklungen liegt schon eine so dicke Staubschicht, daß man sich nur wundern kann, wenn solch verschollener Blödsinn noch den ortsüblichen Beifall findet. Ein sehr amüsanter, aber ein billiger Schwank, mit lauter umgekehrten Vorzeichen; derber Ulk, gewöhnliche Kalauer, zusammengebraut nach einem Rezept, das den Menschen zum Eituationskarnikel entwürdigt. Keine kritische Analyse, keine echte Lebenserfahrung, keine Perspettive, die man doch auch im Schwank ungern vermißt.

Aber die Welt will ihre Spaßmacher haben, denn die Litanei der Engel kann langweilig werden. Und weil gestern Spaßmacher da waren, sogar ganz großen Formats, gelang der Versuch, übelsten Kitsch zum Höllenspuk des Gelächters werden zu laßen. Wenn die Stadtsäle gut besucht gewesen wären, so hätte es beinah gefährlich werden können, denn es wurde unmenschlich gelacht.

Heinrich Hub spielte den guten reichen Onkel Gustav Pietsch, der seinem sympathischen Reffen Dr. Lutz Weber (Eduard Wesener) zu einer hochadeligen, im Spiel leider nicht untadeligen Braut (Elisabeth Wielan­der) verhelfen will, ihn zu diesem Zweck von dem gewißenlos fidelen Grafen von Castelli (Jochen Hauer) adoptieren läßt selbst Konsul von Nigeria wird und schließlich furchtbar in der Patsche fitzt. Das war offen­bar endlich der Stoss für Heinrich Hubs Herz. Er spürte der Rolle allen Glanz, alle Ge­schmeidigkeit, alle Urwüchsigkeit ab, über die er verfügt. Er ist ein Schauspieler, der die Begabung hot, über da? „Milljöh" hinaus­zuwachsen und in gottergebener Zuversicht und hemdsärmeliger Eco' heit imme: das Mensch­liche auszustrahlen. Er entwickelt sich in feder

Beatrice Doering als Dorine Blaker konnte sich nach Herzenslust austoben. Sie war eine exotische Tänzerin, der man das ur­sprüngliche Wilde und Gewalttätige der Rolle glaubt. Auch Ilse Jahn bot als Tochter der Porttersftau eine echte, natürlich und schauspielerisch sehr sorgfältige Leistung. Richt zu vergeßen Luise Schubert-2üng- Iing und Agathe Walther Lederer, die mit zu dem großen Erfolg des Abends beitrugen. Das Publikum war mit ganzem

* Tötet die Hornissenkoyj, g i n. Seit Mitte Mai wird das Fliege, der Hornissenkönigin beobachtet. Horniffenkönigin ist das etwa 3 3ent> meter lange, befruchtet überwinter!, Weibchen der am meisten gefürchtete, einheimischen Großwespe, der Hornisse. Ihre Brut füttert sie vorwiegend ich Honigbienen, die sie oft direkt vom Flu- loch des Bienenkorbs hinwegraubt. Durch frühzeitiges Töten der Hornifsenkönigj, verdirbt die mutterlose Brut und damit ein ganzes Hornissenvolk. Beim Weg, fangen ist Vorsicht geboten. Hornissen besitzen etwa einen bis zu 4 Millimeter langen Giftstachel. Ihre Stiche sich äußerst schmerzhaft und haben oft wochenlange Nachwirkungen zur Folge. Wer von einer Hornisse gestochen wurde,

andere Erden, auf denen auch Menschen woh­nen. And doch sieht der liebe Gott auch leben einzelnen Menschen, auch jedes kleine Rmd, und hott was wir bitten.

„And sieht alles, was wir tun, und ob wir arttg sind oder böse" — fügte Adolfs gläubiges Sümmchen hinzu.

„Vielleicht —?'* fragte Renate zögernd, ««rett ©erotffen sich nicht ganz frei fühlte.

„Aber Renatelein, Herr Barth hat es doch gesagt; der weiß alles."

„Mein, Vater weiß noch mehr, der ist ein Eelehtter und kommt gleich nach dem lieben Gott. Dann kann der liebe Gott mich auch einen Buben werden laßen, wenn Er nur wru.

„Vielleicht will Er aber gerade gern, daß es auch Mädchen gibt." — °

— — Einige Jahre später.

Da sitzen die zwei einmal an der Weitz- domhecke, m der Nähe des Beets mit den hochstämmigen Rosen. Adolfs Korbsessel steht dort. Er ist ein schlanker Bursche mit bleichem Gesicht geworden, aus dem die dunk- len Augen, tief beschattet, ernsthaft in die Welt schauen.

Renate lauert km Gras die Hände um die Knie geschlagen. Sie haben die Sage vom Drachentöter gelesen und Renates Wangen glühen vor Begeisterung.

Plötzlich raschelt es, und ein Eidechslein knecht unten» Stein hervor in die warme Sonne und sieht sich mit klugen Augen um.

"Ern winziger Drachen!" ruft Renate ent­zückt: „sieh dort den Schwanz, den's nach- Zieht.

„Und in den Rosen wohnt die oer- wunschene Prinzessin. Die ist eine garstige Kröte. Aber tn Mondscheinnächten trägt sie ein goldenes Krönchen mit winzigen Edel­steinen/

„Und Du bist der Ritter Georg und schlägst den Drachen tot. Und ich bin die Prin­zessin und werde Deine Frau" — spinnt Renate tzas Märchen fort — „wir wohnen dann in einem goldnen Palast mit Marmor­treppen und haben zwanzig Kinder, lauter süße, kleine Wickelkinder wie Dein Schwesterchen." — (Schluß folgt)

Wie WirMliMmMmmn

r. Berlin, 2. Juni. Das Geschäft am Jnlandsbrotgetreidemarkt ist weitet schleppend infolge des mangelnde» Mehl. I1 absatzes. Die Lieferungspreise für Wetze«: liegen 1 Mark für Roggen % Ma« schwächer. Hafer weiter vernachlatzigt. '

fl. Frankfurt, 2. Juni. Der heutig« DormittagSverkehr lag infolge der vor­liegenden ungünstigen Momente erneut schwächer. Neben den schwache» börsen verstimmte der pessimistische Berich der Commercbank. Farbemndustrie 126*/*, Bemberg 68V;, A.G.G. 83, SalKethsurt 10, Siemens? 134, Reichsbank 158, Alt« besitz 52#., ] V

Gottesdienst.

Reformierte Gemeinde. Mittwoch, den 3. Ium, 20.30 Uhr: Andacht in bet Umversitätskirche: heute, 20 Uhr, im Phi­tippshaus: Frauenhilfe.

Zu dem 11. Bundestag des Kurhesfisch- Waldeckschen Handwerkerbundes, welcher am 30. und 31. Mai in der idyllisch gelegenen Kreisstadt Homberg a. d. Efze abgehalten wurde, hatten sich außer den aus allen Teilen des Bezirks entsandten Delegierten zahlreiche Teilnehmer von nah und fern eingefunden, um in ernsten Beratungen Stellung zu nehmen zu den das Handwerk bettefsenden Lebens­fragen und zu der geplanten Neuordnung der Sozial- und Steuerpolitik rechtzeitig seine Forderungen zur Geltung zu bringen und seine Rechte zu wahren.

Nachdem bereits eine geschloßene Sitzung des Vorstandes und der Delegierten des Bun. des vorausgegangen war, in welcher interne Dereinsangelegenheften zur Beratung standen und als Festort für den im nächsten Jahr ab» zu haltenden 12. Bundestag Witzen- hausen bestimmt war, wurde die Tagung durch einen Bearützungsabend in den dicht be­setzten Waltherfchen Festsälen eröffnet.

Der Vorsitzende des Hornberger Jnnungs- ausschußes, Bäckerobermeister Jos. B r e i« ding, begrüßte die erschienenen Vertteter der Reichs-, Staats- und Gemeindebehörden, die Abgeordneten der Innungen und der den Handwerk nahe stehenden Wirtschaftsorgani­sationen, sowie die sonstigen Teilnehmer ans Stadt unb Land. Bürgermeister Mohr­mann entbot der Tagung den Willkommens- grutz des Magistrats und überbrachte als Ver­treter des Heßen-Waldeckschen Städtetages beffen Wünsche zu dem Verlauf der Verhand­lungen.

Der Höhevunkt der Tagung lag ht der öffentlichen Handwerkerversammlung, welche am Sonntag um 9 Uhr in den bis auf den letzten Platz gefüllten Waltherfchen Fest- salen abgehalten wurde.

Der Bundesvorfitzende, Echneiderobermeifter C. L. Müller, Kaffel, eröffnete die Ver­sammlung, indem er unter den erschienenen Ehrengästen besonders den Herrn Regterungs- präfidenten Dr. Friedensburg begrüßte und ihm für feine Teilnahme an den Ver­handlungen dankte, da dies zu der Hoffnung berechtigte, daß et sich bet Not des Handwerks anzunehmen bereit sei und betonte, daß der außerordentlich starke Besuch — schätzungsweise weit über 1000 Teilnehmer — dazu dienen «erde, die berechtigten Belange des Hand­werks nachdrücklicher zur Geltung zu bringen. Mit der Forderung, daß für Sanierung der wirtschaftlichen Lage in erster Linie Bereini­gung der unheilvollen Reparationsftage zu erstreben und bet daburch auf unserem Vater­lande lastende Fluch abzuwenden sei, wurde in die Tagesordnung eingetreten.

Uefier das Thema: „Der augenblickliche Stand und die Weiterentwicklung der deutschen Sozialpolitik« sprach zunächst Dr. Dethloff- Hannover vom Reichsverband des deutschen Handwerks.

An zweiter Stelle legte Syndikus H. Sied- burger-Hannover, gleichfalls vom Reichsver. band des deutschen Handwerks, ,Die Stellung ."Hubwerks zu der gegenwärtigen und kunfttgen deutschen Finanz- und Steuer­politik« dar.

Rach Eröffnung der an die beiden Vorträge anschließenden Aussprache ergriff zunächst

Regietungspräsideut Dr. Ftiedensburg das Wort, um den Handwerkern die Glück- wunsche der Staatsregierung und des Obcr- pragbenten zu überbringen, wobei er hervot- H??, daß die Staatsregierung bestrebt fei, die alten Berufsstande und Erwerbszweige beson­ders das Handwerk, zu stützen und zu schützen

Filmschao

„Alraune" nach den