RlNwE dm 1Z. Mat iS»
fXe ^Vb«ch«sfische SrftMfl' «• scheint sechsmal WSchattlich. Be- zagSprei« monatlich 2 ^OGM.aM- schließ!- ZvstellungSgebühr. dnrch di« Post 2.45 «M. Für etwa bet* Streik, Maschinendefekl oder de- «entare Ereignisse anSfallend« Anmmern wird kein Ersatz go- lesskt. Verlag, Dr. §. Hitze«», der Univ-Duchdrmkerei Z». Ang. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Rk. 54 un* Rr.55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a.M. Rr. 5015. - Sprechzeit der Redaktion von 10—11 ** 1 vhr.
iDbcthtfitTdic x 3cftuno x
ftt.ffl K.MkS.
Marbnro a. Laba
Der Anzeigenpreis betrügt für de» 11 gespalt. Zeilenmilllmeter 0.08 GM^sog. klein« An»eig«»m» Famtlirncmzeigen bei Barzahdmg 0.07 GM., amtlich« und <m#- Vürtige Anzeigen 0.10 SM. Bei schwierige» Satz sowie bet Platzdorschrifl 50*/. Aufschlag. - Gammelanzeig« 100*/« Sb» schlag. Reklam--Milltm. 0.40 GM Jeder Rabatt gilt als Barrabatt
Ziel 5 Tage.
SsfertenrSebühr: 25 Pfg. Beiegr werden berechnet. Erfüllungsort Marburg.
Briand oder Doumer?
Anzeiger Dr (das frühere rnrheffifche) Oberheffen
Anzeiger der amtliche» Bekanntmachungen für Stadt nnd Kreis Marburg.
Heute Präsidentenwahl in Frankreich - Man rechnet mit zwei Wahlgängen - Wie gewählt wird
Klostersturm in Spanien
Der 13. Präsident
Rach einer Havas - Meldung aus Madrid wurden gestern die Vorstandsmitglieder der monarchistischen Vereinigung, C o b i a n und Campo, verhaftet, ebenso der Führer der Nationalistenpartei, Dr. A l b i n a n a; die Minister der Diktatur, Salo Poute und Cornejo sind nach einem Verhör ins Gefängnis abgeführt worden. Der Generalftaatsanwalt erklärte, daß zwischen einem monarchistischen Plan zu Wiederherstellung des alten Regimes und der Tätigkeit verschiedener in Paris lebender Aristokraten enge Beziehungen bestünden. Schon aus diesem Grunde werde er gegen „Alfonso de Bourbon", der nicht mehr als König der Spanier gelte» könne, eine Strafverfolgung einleite«.
Wie „El So l“ meldet, haben die Madrider Ereignisse in mehreren Provinzhauptstädten Widerhall gefunden. In Alicante sind das Iesuitenhaus, mehrere Klöster und die Redaktionen der katholischen Blätter in Brand gesteckt worden. In Sevilla hatte das Haus der Jesuiten das gleiche Schicksal. In S a - i<a g o s s a versuchte die Menge, am Erzbischöflichen Palast Feuer anzulegen. Der dadurch verursachte Schaden ist ziemlich großt In Malaga wurden der bischöfliche Palast, das Iesuitenhaus, ein Nonnenkloster und das Augustinus-Kollegium durch Brandstiftung zerstört. In Ca-oiz hat die Menge versucht, das Earmeliter- Kloster in Brand zu stecken und andere Ausschreitungen begangen. Dort wurde das Standrecht verhängt.
Tumulte in Sevilla.
In Sevilla bildeten bereits in den frühen Morgenstunden sich zahlreiche Gruppen von hunderten von Personen, die die Klöster zu stürmen versuchten. Als erstes wurde das Jesuitenkloster ein Raub der Flammen^ dann wurden zwei Kloster im Arbeiterviertel Triana in Brand gesteckt,' sodann überfiel die Menge die St. Joseph-Kapelle im Zentrum der Stadt, das seiner Zeit als Nationalmonument erklärt worden war. Die St. Iosephskapelle ging vollkommen in Flammen auf. Ebenso wurde das Kloster Vuen Suceso ein, Raub der Flammen. Die Menge warf ^Heiligenbilder und Gegenstände religiöser Verehrung in die Flammen. Um 10 Uhr vormittags wurde der Belagerungszustand erklärt. Die Mönche und Nonnen haben die Klöster verlasien und Zuflucht in der Stadt gesucht. Die Tumulte haben die Bevölkerung außerordentlich erregt.
Der Kriegszustand auch über die Proviuzen verhängt.
fk. Madrid, 13. Mai. Die spanische Regierung hat am Dienstag auch in den Provinzen Malaga, Sevilla, Alexandre den Kriegszustand verhängt. Trotzdem flammten die Unruhen von neuem wieder auf. Aeberall fielen den Flammen z<chlreiche Kirchen und Klöster zum Opfer und auch die Plünderungen dauern an. Der Kardinal-Erzbischof von Sevilla hat die Räumung sämtlicher Klöster angeordnet. Der Schaden wird auf 100 Millionen Peseten beziffert. Der apostolische Run- tius in Madrid hat im Namen des Papstes Ginspruch erhoben. Schutz für die Kirchen verlangt und Bestrafung der Schuldig^', gefordert.
Wie weiter berichtet wird, konnten die meisten Mönche des zuerst in Brand gesteckten Jesuitenklvsters in Zivilkleidung rechtzeitig Züchten, nur in dem Kloster von Maravilla soll die Menge die flüchtenden Mönche belästigt haben. Der Ge- neraflapitän von Madrid, General Quiete de Llano, erklärte, es gebe in Spanien soviel Klöster, daß die Regierung im Falle neuer Zwischenfälle nicht alle zugleich schützen könne.
Gestern abend hielten die Kommunisten in Madrid eine öffentliche Kundgebung ab. j Polizei umstellte den Platz und nahm 80 Verhaftungen vor. I
Im halbamtlichen „Giornal e d'J t a- lia" befaßt sich Gayda, der Direktor des „Giornale d'Jtalia", in einem aus Genf datierten sehr ausführlichen Arttnel mit der deutsch-österreichischen Zollunion. Welcher Art auch, so erklärt er u. a., die politischen und diplomatischen Schlußfolgerungen seien, die man ziehen wolle, es gebe nur eine klare und bestimmte Wahrheit: daß die politische Union zw^ scheu Oesterreich und Deutschland, nämlich der Anschluß, die natürliche Folge der Zollunion fei. Abgesehen von dieser etwas weiterliegenden politischen Seite habe der Vertrag eine wirtschaftliche Seite von unmittelbarem internationales! Interesse. Man könne ohne Zögern feststellen, daß das Protokoll
für die anderen Staaten einen Verlust an Absatzmöglichkeit
bedeute. Außerdem ständen die europäischen Staaten, die nach Deutschland und Oesterreich einführen, der Gefahr einer höheren Zollschranke gegenüber, wahrend die deutsche Industrie aus dem Zollabkommen für den Konkurrenzkampf aus dem Weltmärkte gestärkt hervorqinge. Was } die verschiedene Haltung der Staaten gegenüber der Zollunion anbetrifft, so unterscheidet Gayda drei Kategorien: 1. eine kampflustige Unnachgiebigkeit (Frankreich und die Tschechoslowakei), 2, eme „überlegende Reserve" (Italien und England) und '3. eine zögernde Haltung (Sud- flausten, Rumänien, die Schwerz usw.). Ueberlegende Reserve Italiens bedeute, daß Italien mit Ruhe den Ereignissen gefolgt fei und nun feine Schlußfolgerungen gezogen habe, die im voraus zu veröffentlichen es nicht für notwendig hielt. Italien habe das neue Ereignis nicht dramatisiert, sondern aus ihm neue Elemente für feine eigene aufbauende Politik gezogen. .
Die „Tribun a" faßt in einer redaktionellen Note nochmals die Grundgedanken eines vor wenigen Tagen erschienenen Artikels „Quo vadis Austria?" zusammen, in der sie sich bekanntlich für eine österreichisch-ungarische Union aussprach, und erklärt u. a., daß
Oesterreich nicht die Freiheit hatte, mit DeittMand bevorzugte wirtschaftliche Beziehungen herzustelleu, nachdem das Wirtschaftsleben Oesterreichs Vorteile gewonnen habe durch
ft. Paris. 13. Mai. Am heutigen Mittwoch wird die französische Rattonal- versammlmig in Versailles die Wahl des 13. französischen Staatspräsidenten vornehmen. Das Ergebnis des 1. Wahlganges dürfte erst in den späten Rachmit- tagstnnden vorliegen.
Nur noch wenige Stunden trennen Frankreich von der Wahl seines neuen Staatspräsidenten, der das Schloß am Elyspe für sieben Jahre beziehen wird. Die beiden Hauptkandidaten Briand und Doumer sind seit 48 Stunden diejenigen Männer Frankreichs, deren Na-
Pressestimmen
Konzeflionen, die ihm gegeben wurden, um der österreichischen Wirtschaft ihre Selbständigkeit zu ermöglichen.
Die grundsätzlichen Vereinbarungen zwischen Italien. Oesterreich und Ungarn.
Rom, 12. Mai. Im Zusammenhang mit der gestern bekannt gewordenen grundsätzlichen Vereinbarung zwischen Italien und Oesterreich bezw. Ungarn zur Steigerung des beiderseitigen Güterverkehrs durch Krediterleichterungen in Warenverkehr und Transportwesen wird in einem römischen Blatt von einem Abkommen gesprochen, das sich nicht auf diese drei Staaten beschränkte, sondern allen Staaten zum Beitritt offensten soll. Von unterrichteter italienischer Seite wird zu dieser Darstellung mitgeteilt, es handele sich um zwei getrennte Vereinbarungen zwischen Italien und Oesterreich bezw. Ungarn, denen allerdings jeder Staat beitreten könne.
Henderson und Zaleffi in Paris
fk. Paris, 13. Mai. Außenminister Henderson ist am Dienstag nachmittag in Paris eingetroffen und hat sich direkt m die englische Botschaft begeben, wo er Wohnung genommen hat. Mit Rücksicht auf die augendlickrliche starke Beanspruchung Briands hat Henderson davon abge- fegen, dem Außenminister persönlich einen Besuch abzustatten. Er hat Briand nur durch den Chef des Protokolls feine besten Wünsche für einen Erfolg übermitteln lassen. Der englische Außenminister befindet sich in Begleitung einer Reihe hoher Beamten des Foreign Office, von denen ein Teil noch am Dienstag mit dem Quai d'Orsay Fühlung genommen hat, um sich mit den dortigen Stellen über die Hauptfragen zu unterhalten, die m Genf auf der Tagesordnung stehen.
Der polnische Außenminister 3aleski wird bei feiner Reste nach Genf am Mittwoch Paris berühren und sich hier kurze (Zeit aufhalten. Eine Unteredung zwischen ihm und dem französischen Außenminister ist ebenfalls nicht vorgesehen.
Italien und die. Zollunion
Beachtenswerte
men am meisten genannt werden. Me Wahlpropaganda, die in den Blättern erst verhältnismäßig spät eingesetzt hatte da der französische Außenminister seine Kmi- didatur erst am Montag abend aufstellte, hat am heuttgen Mittwochmorgen ihren Höhepunkt erreicht. Noch einmal werden die Verdienste und Fehler des einen wie des andern hervorgehoben, wobei die Parteiorgane sich bemühen, in verhälttns- mäßig legaler Weife für ihre Kandidaten einzu'tteten.
In parlamentattschen Kreisen war man am Dienstag der Auffassung, daß unbedingt zwei Wahlgänge notwendig seien, um den Sieger zu bestimmen. Beim ersten Wahlgang würde Briand und Doumer etwa die gleiche Sttmmenzahl erhalten. Man spttcht von einem Unterschied von höchstens 15—20 Stimmen. Im Innenministerium sind, wie immer bet Prasidentschaftswahlen, eine Reibe von Kandidaturen eingelaufen, die zum Teil von Grundbesitzern, zum Teil von Ange-- hörigen der Arbeiterklasis herstammen.
Für den heuttgen Mittwoch find in Versailles umfangreiche Vorkehrungen zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung getroffen wurde. Wie verlautet, beabsichtt- cren Rechtskreise noch in den Abendstunden eine Masienkundgebung zu veranstalten, falls Briand gewählt werden sollte Etwa 5000 Kundgeber sollen sich zu. diesem Zweck nach Versailles begeben. Die Kom- munisten beabsichttgen eine Kundgebung tn der Arbeiterbörse von Versailles.
Die Pariser Morgenpresse ergeht sich je nach ihrer Einstellung in Prophezeiungen über das Ergebnis der Präsidentschaft^ wählen. Einmüttg wird festgestellt, daß ein heißer Kampf ausgefochten werde. So schreibt „M a t i n": Beide Kandidaten find starke Persönlichkeiten und kennen aus einer langen parlamentarischen Vergangenheit, die ihnen entschloßene Anhänger und treue Freunde im Parlament ern- gebracht hat, das wichttge Anrecht auf das Amt des Präfidenten herleiten. Der Kampf dürfte allerdings sehr scharf und jeder Zwischenfall, ledes kleinste Manöver, ja jede falsche Nachricht konnte die Lage ändern.
Im „Echo de Paris" fordern dke rechtsstehenden Parlamentarier aus, gleich im ersten Wahlgang für den Präsidenten des Senats, Doumer, zu fttmmen.
P e t i t P a r i s i e n" schreibt: Es handelt sich nicht um einen einfachen Kampf, wie bei den meisten früheren Wahlen, sondern um einen großen Kampf zwischen zwei hochstehenden Persönlichkeiten die in verschiedener Hinsicht des Mandats, das dem Sieger auf sieben Jahre anvertaut wird gleich würdigend. Paul Doum«r 'ist der Kämpfer, der im Krieg vier Sohne von acht Kindern verloren hat. V r t and ist der Vorkämpfer der Friedenspolitik, was oft durch das Parlament bestattgt worden ist.
Ere Nonvelle" erklärt, man entscheide sich heute nicht mehr für Personen, sondern für oder gegen die Friedenspolitik. Aehnlich äußert M >.R e putz lique" Auf der einen Seite stehen gegen Briand diejenigen, die an die alte Politik der Gewalt glauben, aus der anderen Seite steht mit ®rianb zusammen wer an di- junge Friedenspolitik glaubt Die letzteren werden siegen, weil sie die Mehrzahl die Zukunft und den Glauben sur sich haben. Ein Mißerfolg Briands würde für