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Briand oder Doumer?

Anzeiger Dr (das frühere rnrheffifche) Oberheffen

Anzeiger der amtliche» Bekanntmachungen für Stadt nnd Kreis Marburg.

Heute Präsidentenwahl in Frankreich - Man rechnet mit zwei Wahlgängen - Wie gewählt wird

Klostersturm in Spanien

Der 13. Präsident

Rach einer Havas - Meldung aus Madrid wurden gestern die Vorstands­mitglieder der monarchistischen Vereini­gung, C o b i a n und Campo, verhaftet, ebenso der Führer der Nationalistenpartei, Dr. A l b i n a n a; die Minister der Dik­tatur, Salo Poute und Cornejo sind nach einem Verhör ins Gefängnis ab­geführt worden. Der Generalftaatsanwalt erklärte, daß zwischen einem monarchisti­schen Plan zu Wiederherstellung des alten Regimes und der Tätigkeit verschiedener in Paris lebender Aristokraten enge Be­ziehungen bestünden. Schon aus diesem Grunde werde er gegenAlfonso de Bourbon", der nicht mehr als König der Spanier gelte» könne, eine Strafver­folgung einleite«.

WieEl So l meldet, haben die Madrider Ereignisse in mehreren Provinz­hauptstädten Widerhall gefunden. In Alicante sind das Iesuitenhaus, mehrere Klöster und die Redaktionen der katholi­schen Blätter in Brand gesteckt worden. In Sevilla hatte das Haus der Jesuiten das gleiche Schicksal. In S a - i<a g o s s a versuchte die Menge, am Erz­bischöflichen Palast Feuer anzulegen. Der dadurch verursachte Schaden ist ziemlich großt In Malaga wurden der bischöf­liche Palast, das Iesuitenhaus, ein Non­nenkloster und das Augustinus-Kollegium durch Brandstiftung zerstört. In Ca-oiz hat die Menge versucht, das Earmeliter- Kloster in Brand zu stecken und andere Ausschreitungen begangen. Dort wurde das Standrecht verhängt.

Tumulte in Sevilla.

In Sevilla bildeten bereits in den frühen Morgenstunden sich zahlreiche Gruppen von hunderten von Personen, die die Klöster zu stürmen versuchten. Als erstes wurde das Jesuitenkloster ein Raub der Flammen^ dann wurden zwei Kloster im Arbeiterviertel Triana in Brand ge­steckt,' sodann überfiel die Menge die St. Joseph-Kapelle im Zentrum der Stadt, das seiner Zeit als Nationalmonument er­klärt worden war. Die St. Iosephskapelle ging vollkommen in Flammen auf. Ebenso wurde das Kloster Vuen Suceso ein, Raub der Flammen. Die Menge warf ^Heiligen­bilder und Gegenstände religiöser Ver­ehrung in die Flammen. Um 10 Uhr vor­mittags wurde der Belagerungszustand erklärt. Die Mönche und Nonnen haben die Klöster verlasien und Zuflucht in der Stadt gesucht. Die Tumulte haben die Bevölkerung außerordentlich erregt.

Der Kriegszustand auch über die Proviuzen verhängt.

fk. Madrid, 13. Mai. Die spanische Regierung hat am Dienstag auch in den Provinzen Malaga, Sevilla, Alexandre den Kriegszustand verhängt. Trotz­dem flammten die Unruhen von neuem wieder auf. Aeberall fielen den Flammen z<chlreiche Kirchen und Klöster zum Opfer und auch die Plünderungen dauern an. Der Kardinal-Erzbischof von Sevilla hat die Räumung sämtlicher Klöster angeord­net. Der Schaden wird auf 100 Millionen Peseten beziffert. Der apostolische Run- tius in Madrid hat im Namen des Papstes Ginspruch erhoben. Schutz für die Kirchen verlangt und Bestrafung der Schuldig^', gefordert.

Wie weiter berichtet wird, konnten die meisten Mönche des zuerst in Brand ge­steckten Jesuitenklvsters in Zivilkleidung rechtzeitig Züchten, nur in dem Kloster von Maravilla soll die Menge die flüch­tenden Mönche belästigt haben. Der Ge- neraflapitän von Madrid, General Quiete de Llano, erklärte, es gebe in Spanien soviel Klöster, daß die Regierung im Falle neuer Zwischenfälle nicht alle zugleich schützen könne.

Gestern abend hielten die Kommunisten in Madrid eine öffentliche Kundgebung ab. j Polizei umstellte den Platz und nahm 80 Verhaftungen vor. I

Im halbamtlichenGiornal e d'J t a- lia" befaßt sich Gayda, der Direktor desGiornale d'Jtalia", in einem aus Genf datierten sehr ausführlichen Arttnel mit der deutsch-österreichischen Zollunion. Welcher Art auch, so erklärt er u. a., die politischen und diplomatischen Schluß­folgerungen seien, die man ziehen wolle, es gebe nur eine klare und bestimmte Wahrheit: daß die politische Union zw^ scheu Oesterreich und Deutschland, nämlich der Anschluß, die natürliche Folge der Zollunion fei. Abgesehen von dieser etwas weiterliegenden politischen Seite habe der Vertrag eine wirtschaftliche Seite von un­mittelbarem internationales! Interesse. Man könne ohne Zögern feststellen, daß das Protokoll

für die anderen Staaten einen Ver­lust an Absatzmöglichkeit

bedeute. Außerdem ständen die europäi­schen Staaten, die nach Deutschland und Oesterreich einführen, der Gefahr einer höheren Zollschranke gegenüber, wahrend die deutsche Industrie aus dem Zollab­kommen für den Konkurrenzkampf aus dem Weltmärkte gestärkt hervorqinge. Was } die verschiedene Haltung der Staaten ge­genüber der Zollunion anbetrifft, so unter­scheidet Gayda drei Kategorien: 1. eine kampflustige Unnachgiebigkeit (Frank­reich und die Tschechoslowakei), 2, eme überlegende Reserve" (Italien und Eng­land) und '3. eine zögernde Haltung (Sud- flausten, Rumänien, die Schwerz usw.). Ueberlegende Reserve Italiens bedeute, daß Italien mit Ruhe den Ereignissen ge­folgt fei und nun feine Schlußfolgerungen gezogen habe, die im voraus zu veröffent­lichen es nicht für notwendig hielt. Ita­lien habe das neue Ereignis nicht drama­tisiert, sondern aus ihm neue Elemente für feine eigene aufbauende Politik ge­zogen. .

DieTribun a" faßt in einer redak­tionellen Note nochmals die Grundgedan­ken eines vor wenigen Tagen erschiene­nen ArtikelsQuo vadis Austria?" zu­sammen, in der sie sich bekanntlich für eine österreichisch-ungarische Union aus­sprach, und erklärt u. a., daß

Oesterreich nicht die Freiheit hatte, mit DeittMand bevorzugte wirt­schaftliche Beziehungen herzustelleu, nachdem das Wirtschaftsleben Oester­reichs Vorteile gewonnen habe durch

ft. Paris. 13. Mai. Am heutigen Mittwoch wird die französische Rattonal- versammlmig in Versailles die Wahl des 13. französischen Staatspräsidenten vor­nehmen. Das Ergebnis des 1. Wahl­ganges dürfte erst in den späten Rachmit- tagstnnden vorliegen.

Nur noch wenige Stunden trennen Frankreich von der Wahl seines neuen Staatspräsidenten, der das Schloß am Elyspe für sieben Jahre beziehen wird. Die beiden Hauptkandidaten Briand und Doumer sind seit 48 Stunden die­jenigen Männer Frankreichs, deren Na-

Pressestimmen

Konzeflionen, die ihm gegeben wurden, um der österreichischen Wirtschaft ihre Selbständigkeit zu ermöglichen.

Die grundsätzlichen Vereinbarungen zwischen Italien. Oesterreich und Ungarn.

Rom, 12. Mai. Im Zusammenhang mit der gestern bekannt gewordenen grundsätzlichen Vereinbarung zwischen Italien und Oesterreich bezw. Ungarn zur Steigerung des beiderseitigen Güterver­kehrs durch Krediterleichterungen in Warenverkehr und Transportwesen wird in einem römischen Blatt von einem Ab­kommen gesprochen, das sich nicht auf diese drei Staaten beschränkte, sondern allen Staaten zum Beitritt offensten soll. Von unterrichteter italienischer Seite wird zu dieser Darstellung mitgeteilt, es handele sich um zwei getrennte Verein­barungen zwischen Italien und Oester­reich bezw. Ungarn, denen allerdings jeder Staat beitreten könne.

Henderson und Zaleffi in Paris

fk. Paris, 13. Mai. Außenminister Henderson ist am Dienstag nachmittag in Paris eingetroffen und hat sich direkt m die englische Botschaft begeben, wo er Wohnung genommen hat. Mit Rücksicht auf die augendlickrliche starke Beanspruch­ung Briands hat Henderson davon abge- fegen, dem Außenminister persönlich einen Besuch abzustatten. Er hat Briand nur durch den Chef des Protokolls feine besten Wünsche für einen Erfolg übermit­teln lassen. Der englische Außenminister befindet sich in Begleitung einer Reihe hoher Beamten des Foreign Office, von denen ein Teil noch am Dienstag mit dem Quai d'Orsay Fühlung genommen hat, um sich mit den dortigen Stellen über die Hauptfragen zu unterhalten, die m Genf auf der Tagesordnung stehen.

Der polnische Außenminister 3aleski wird bei feiner Reste nach Genf am Mitt­woch Paris berühren und sich hier kurze (Zeit aufhalten. Eine Unteredung zwischen ihm und dem französischen Außenminister ist ebenfalls nicht vorgesehen.

Italien und die. Zollunion

Beachtenswerte

men am meisten genannt werden. Me Wahlpropaganda, die in den Blättern erst verhältnismäßig spät eingesetzt hatte da der französische Außenminister seine Kmi- didatur erst am Montag abend aufstellte, hat am heuttgen Mittwochmorgen ihren Höhepunkt erreicht. Noch einmal werden die Verdienste und Fehler des einen wie des andern hervorgehoben, wobei die Par­teiorgane sich bemühen, in verhälttns- mäßig legaler Weife für ihre Kandidaten einzu'tteten.

In parlamentattschen Kreisen war man am Dienstag der Auffassung, daß unbe­dingt zwei Wahlgänge notwendig seien, um den Sieger zu bestimmen. Beim ersten Wahlgang würde Briand und Doumer etwa die gleiche Sttmmenzahl er­halten. Man spttcht von einem Unter­schied von höchstens 1520 Stimmen. Im Innenministerium sind, wie immer bet Prasidentschaftswahlen, eine Reibe von Kandidaturen eingelaufen, die zum Teil von Grundbesitzern, zum Teil von Ange-- hörigen der Arbeiterklasis herstammen.

Für den heuttgen Mittwoch find in Ver­sailles umfangreiche Vorkehrungen zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung getroffen wurde. Wie verlautet, beabsichtt- cren Rechtskreise noch in den Abendstunden eine Masienkundgebung zu veranstalten, falls Briand gewählt werden sollte Etwa 5000 Kundgeber sollen sich zu. diesem Zweck nach Versailles begeben. Die Kom- munisten beabsichttgen eine Kundgebung tn der Arbeiterbörse von Versailles.

Die Pariser Morgenpresse ergeht sich je nach ihrer Einstellung in Prophezeiungen über das Ergebnis der Präsidentschaft^ wählen. Einmüttg wird festgestellt, daß ein heißer Kampf ausgefochten werde. So schreibtM a t i n": Beide Kandidaten find starke Persönlichkeiten und kennen aus einer langen parlamentarischen Ver­gangenheit, die ihnen entschloßene Anhän­ger und treue Freunde im Parlament ern- gebracht hat, das wichttge Anrecht auf das Amt des Präfidenten herleiten. Der Kampf dürfte allerdings sehr scharf und jeder Zwischenfall, ledes kleinste Ma­növer, ja jede falsche Nachricht konnte die Lage ändern.

ImEcho de Paris" fordern dke rechtsstehenden Parlamentarier aus, gleich im ersten Wahlgang für den Präsidenten des Senats, Doumer, zu fttmmen.

P e t i t P a r i s i e n" schreibt: Es han­delt sich nicht um einen einfachen Kampf, wie bei den meisten früheren Wahlen, son­dern um einen großen Kampf zwischen zwei hochstehenden Persönlichkeiten die in verschiedener Hinsicht des Mandats, das dem Sieger auf sieben Jahre anvertaut wird gleich würdigend. Paul Doum«r 'ist der Kämpfer, der im Krieg vier Sohne von acht Kindern verloren hat. V r t and ist der Vorkämpfer der Friedenspolitik, was oft durch das Parlament bestattgt worden ist.

Ere Nonvelle" erklärt, man ent­scheide sich heute nicht mehr für Personen, sondern für oder gegen die Friedens­politik. Aehnlich äußert M >.R e pu­tz lique" Auf der einen Seite stehen gegen Briand diejenigen, die an die alte Politik der Gewalt glauben, aus der anderen Seite steht mit ®rianb zusammen wer an di- junge Friedenspolitik glaubt Die letzteren werden siegen, weil sie die Mehr­zahl die Zukunft und den Glauben sur sich haben. Ein Mißerfolg Briands würde für