r|4 Milliarden Kassendefizit
Kriegsschulden-Reparationen
— 1249,6
Zusammen Kassenfehlbetrag
Rr.m eß.Mrg. Marburg a. Mn
grtM »M8.W1931
988,6
771,7
510,7
Set Anzelgenprei« beträgt fite bett 11 gespalt. Zeilemnilltmeter 0.08 SM-, sog. kleine Antigen and FamUienanzeigen bet Barzahlvvg 0.07 SM., amtliche and aart- WLrtige Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platz» Vorschrift SO"/« Aufschlag. — Sammelanzeigen 100*/» Aufschlag. ReNam.-Milli«. 0.40 SM Zeder Rabatt gilt al« Barrabat« Ziel 5 Tage.
Offeeten:®eb6bt: 25 Psg. Belege werden berechnet. Erkülltmalort Marburg.
Frankreichs blinder Haß
Die Kammer tobt gegen die Zollunion
Halts
Fehlbetrag des ordentlichen Haushalts aus dem Vorjahr
Mehreinnahme des a. o. Haushalts im Jahre 1931
Bemerkenswert ist, daß nunmehr die aus den Vorjahren noch ausständigen Ein- ncchmen <MS der Münzprägung, die 31 Millionen betragen sollten, nahezu erschöpft sind, d.h. die Münzprägung hat ungefähr das Ausmaß von 20 Mark pro Kopf der Bevölkerung erreicht, die im Münzgesetz bestimmte Höchstgrenze.
Für die Arbeitslosenversicherung muhten im AWrz weitere 52,4 Mill, an Zuschüssen gegeben werden. Der Gesamtaufwand, der im Jahre 1930 für diesen Zweck geleistet wurde, beträgt nunmehr 630,2 Mill, zu Lasten der AeichSkasse, d.h. 245,2 Mill, mehr, als ursprünglich veranschlagt worden war. Auch die Ausgaben für die Krisenfürsorge haben den Etat, ansatz von 300 Mill, um 70,8 Mill, über-. schritten.
Da im Jahre 1930 der aus den Vorjahren stammende Fehlbetrag des ordentlichen Haushalts in Höhe von 465 MM. getilgt wurde, beträgt der Aettofehlbetrag, den die Reichsverwaltung in diesem Jahre erbrachte, 523,6 Mill. Wie schon früher erwähnt wurde, ist das Gesamtergebnis ebenso, wie wenn die Tilgung dieses alten Fehlbetrags nicht stattgefunden, sondern mit dem Rettofehlbetrag von 1930 zusammen auf das Jahr 1931 übertragen worden wäre.
Die schwebende Schuld des Reiches hat im März um 129,1 Will, zu genommen und am 31. März 1709,5 MA. erreicht. Der Zugang entfällt auf die Echöhung der kurzfristigen Darlehen um 75 MM., die Beanspruchung des Reichsbankkredits mit 38,1 Mill, und auf einen Zuwachs an Schatzanweisungen um
i 16 Mill. ___________
I Reichskabinett und Reparationsfrage.
Berlin, 7. Mai. Zu den verschiedenen umlaufenden Meldungen über die Reoisions- frage erfahren wir oon unterrichteter Sette, datz ein endgültiges Urteil des Reichskabinetts, wann und in welcher Form die Reparations-
Die .Oberbefsif-He Zeiftmg- er- Meist sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 2 .20GM.au«- schließl. Zustellungsgebühr, durch He Post 2.45 SM. Für etwa durch Streik, Maschinendefett oder ete- Entare Ereignisse ausfallende SRtnrunet« wird kein Ersatz geleistet. Verlag, Dr. §. Hitzerotb, fctwt der Univ-Buchdru-kerei go$. Ang. Roch« Markt 21/23. Fernsprecher: Rr-54tmd Rr.55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a.W. Rr. 5015. - Sprechzeit der Redaktion von 10—11 und 'M—1 Ubr.
ft. Washington, 8. Mai. Der hintrr »en Kulisfen mit großer Erbitterung geführte Kampf um die Frage, welche Fassung die Entschließung erhalten solle, hat die oielfach ersprießliche Arbeit der Ausschüsse »Sllig in den Schatten gestellt. Die überwiegende Mehrhett der Abgeordnete» ist überzeugt, daß die Weltmeiuung aufs tiefste ent« täuscht sein würde, wenn es der Internatto- «tlen Handelskammertagung nicht gelingt, eine Diagnose der Weltwirtschaftskrise zu Kellen und Vorschläge für ihre Behandlung zu machen.
Die Erkenntnis, daß in diesem Zusammenhang außer den Fragen der Zollpolitik und der Kreditgewährung auch das Problem der Kriegsverschuldung eine weseuüiche, wenn nicht gar eine entscheidende Rolle spielt, setzt sich immer mehr durch.
Der Versuch der Engländer, Italiener und Deutschen, diesen Pun» mit möglichst starker Betonung in die zusammenfassende Schlußerklärung hineinzubringen, begegnet dem schärfsten Widerstand der Franzosen und Amerikaner. Die unverblümte Erklärung des Weißen Hauses, daß die Regierung der Bereinigten Staaten nicht gewillt sei, eine Herabsetzung der interalliierten Schulden $u erörtern, sowie die deutliche Rede Mellons habe die Amerikaner, die der Regierung keine innerpolitischen Schwierigkeiten machen wollen, in eine heikle Lage gebracht. Die Entschließung des Amerikaners Houston, die eine Nachprüfung der Kriegsschuldensrage verlangte, ist bereits iu der Versenkung verschwunden. Es ist deshalb noch völlig ungewiß, ob und wie weit die Amerikaner, die dnrch ihre» Führer Strom« in dauernder Set» bindnug mit Präsident Hoover stehen, den Wünschen der revifionsfreundlichen Abordnungen entgegeukommen werden. Da die Internationale Handelskammer keine Mehrheitsbeschlüsse kennt, wird die SchlußerNäruug not- gedrungen ein Kompromiß darstellen, von dem die öffentliche Meinung in Deutschland nicht allzuviel erwarten kann.
Kennzeichnend für die Stimmung, die in den Kreisen der Internationalen Handelskammer herrscht, ist die Rede des Vorsitzenden Theunis bei dem Bankett am Donnerstag. Er betonte, daß die Internationale Handelskammer weder heute noch morgen der Welt ein neues verblüstendes Mittel zur Behandlung der Krise geben könne, da ihre Mitglieder auch nur Menschen und keine Zauberer seien. Die Amsterdamer Tagung habe einen bedenklichen Stillstand in der Entwicklung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen fejt- stellen müssen.
Die diesjährige Tagung sei zu der Erkenntnis gezwungen, daß die Depression einen Rückschritt statt eine weitere Entwicklung der internationalen Verständigung verursacht habe.
Theuuis betont, daß sich die Internationale Handelskammer nicht mit politischen Fragen beschäftige. Aufgabe ihrer Mitglieder sei es, aus ihrer »eiteren Geschäftsführung heraus Ratschläge zu erteilen. Sache der Regier' ngen sei es dann, die Maßnahmen zu tref- sea. die dem Interesse der Allgemeinhett
der ReichÄafse für Ende März zeigt (in MM. Mark) folgendes Bild: Mehrausgabe des ordentlichen Haus
betrag für 1930 nicht weit von der angegebenen Summe von 1250 Millionen Mark entfernt bleiben wird.
Im ordentlichen Haushalt ergab sich im März eine Mchrausgabe von 104,8 Mill., obwohl in Diesem Monat, dem Etat entsprechend, dem Ordinar'mm aus dem außerordentlichen Haushalt 150 Mill. Sondereinnahmen zuflosfen. Das gesamte Kassendefizit des außerordentlichen Haushalts für das ganze Rechnungsjahr stieg damit auf 988,6 Mill. Ende März waren die Gesamteinnahmen, die samt den Vorjahrsresten 11632 Mill, betragen sollten, tah 1368,8 Mill, hinter diesem Ansatz zurückgeblieben, darunter die Steuern allein um 1240 Mill. Auch die Ausgaben betrugen Ende März um 445,5 Mill, weniger als der Ansatz (samt Ausgabe-
Das „Eioruale d'Jtalia" über Kriegsschulden und Reparationen.
Die Rede des Reichsbanlpräsidenten Dr. Luther auf der Internationalen Tagung des Rotary-Klubs in Luremburg, die Eröffnungsansprache Hoovers auf der Tagung der Internationalen Handelskammer und dre darauf folgenden Erklärungen des Vertreters der Bank von England, Anderson, zur Kriegsschuldenfrage veranlassen das „Eiornale t>' Italia", wieder einmal darauf hinzuweisen, daß Kriegsschulden und Reparationen unlöslich miteinander verflochten seien, da me Alliierten ihre Schulden nur zahlen können, wenn sie Reparationen erhielten. Wenn Dr. Luther erklärt habe, daß die Reparationen zusammen mit den verschiedenen Kapitalverlusten für Deutschland den Verlust der Halste des Volksvermögens ausmachten, so sei me,e Behauptung vielleicht übertrieben, sicherlich aber würde die deutsche Wirtschaftskrise zum Vorteil aller Länder, auch derjenigen, die noch Deutschland ausWrten. wesentlich gemildert werden, wenn ö;e deimche Wirtschaft und der deutsche Staatshaushalt von den Reparationen befreit würden.
Aber die Reparationen könnten nicht verschwinden. wenn nicht zugleich die Kriegsschulden verschwänden.
Die Erllärungen Andersons und die Forderungen Luthers entspiächen dem Vorschläge, den Mussolini schon 1923 über die Verrechnung der Reparationen und Kriegsschulden gemacht habe. Wenn Mellon unnachgiebig dabei bleibe, daß die Kriegsschulden nicht gestrichen werden könnten, so müsse man zu dem Glauben kommen, daß die ganze Frage noch nicht spruchreif sei. Deutschland müsse dann eben seine Revisionsforderungen zurückstellen.
Zusammenarbeit zunichte machen würde, unnachsichtig zu sein.
Die deutsch-österreichische Zollangleichung werde also die ganze europäische Wirtschaft über den Haufen werfen und die ftanzösische Industrie ruinieren.
Dann ergriff der radikale Abg. Mar- gai ne das Wort. Er bezeichnete das Zollabkommen zwischen Deutschland und Oesterreich als ein politisches (!) Abkommen, das den Verträgen widerspreche. Rach ihm erklärte der der republikanisch- demokratischen Vereinigung (Gruppe Marin) angehörige Abg. Jbarnegarey u. a., das Abkommen have die schlimmsten Zetten kaiserlich-deutscher Annektionspoli- ttk in die Erinnerung gerufen. Es sei die erste Herausforderung der Sieger durch die Besiegten gewesen.
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Der offizielle „Petit Parisi en" erklärt heute wieder, schon jetzt stehe fest, daß sich eine bedeutende Mehrheit für die Regierungspolitik, das heißt für die Po- littk Vriands, zusammenfinden werde. Um diese Mehrheit zu erreichen, versuche man, so berichtet „Matin", eine Tagesordnung einzubringen und zwar gebe sich hierzu der Lyoner Industrielle Fougsre, der Vorsitzende des Kammerausschusses jur Zoll- und Handelsfragen, her. Zn dieser Tagesordnung werde formell erklärt, dag man jede Initiation verurteilt, die gegen die Bestimmung der Vertrag ganz besonders aber den Anschluß. Für diese Tagesordnung würde fast ein-
Paris, 7. Mai. Zn der Kammer begann heute nachmittag die Debatte über die vorliegende Interpellation zur deutsch- österreichischen Zollangleichung. Auf der Ministerbank waren Ministerpräsident Laval und Außenminister Briand anwesend. Der radikale Abg. N e g a r o erklärte als erster Redner, man sei nicht so naiv, die Zollangleichuna als ein politisches Ereignis anzusehen. Das Zollangleichungsprojekt widerspreche den Verpflichtungen, die Deutschland und Oesterreich gegenüber den Rationen eingegangen find, die die Meistbegünstigungs- klausel besäßen. Im übrigen bewege sich der Warenaustausch Oesterreichs hauptsächlich nach dem Osten hin. Oesterreich habe also gar kein Znterefie, seine ganz« wirtschaftliche Tätigtet nach Deutschland hin abzustellen •
Der zweite Interpellant, der Vorsitzende des Zollausschusses der Kammer. Abg. Foug^re, erklärt, die Urheber der deutsch-österreichischen Zollangleichung hätten sich berett erklärt, das Abkommen dem Völkerbundsrat zur Prüfung zu unterbreiten. Aber sie hatten auf ihren Plan nicht verzichtet Die Handelsbilanz Frankreichs sei seit 1913 ständig zurückgegangen, während diejenige Deutschlands seit 1927 ständig steige. Deutschland habe es auf den Anschluß abgesehen. Es wolle seine Hegemonie ausbreiten, während Oesterreich eine rettende Planke fndfe. Er
fordere de« Außenmintster ans. in feiner Opposition gegen den Abschluß,
ÄdechMsche
Zeitung tonwmm Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen Anzeiger der amtliche« Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg
. Wann siegt endlich die Vernunft?
Mangel an Einsicht oder Angst vor der Wahrheit? - Hinter den Kulissen der Internationalen Handelskammer
«Sfr. jz-ht vorliegende Abschluß der I reffen) von 11697,3 Mill. MerdimS Rtichskasse für den^l. März 1931, den sind diese Zcchlen mxh u^^gült^. letzten Tag des Rechnungsjahres 1930, Im auherordenllichen Haushatt ging nn weist hn ordentlichen und auherordent- März der letzte Rest der Einna^len ^
lichen Haushalt einen Kassenfehlbettag dem Derka^,^Al Mill. Vorzugs
S »SÄSffÄ ungefähr gerade s«uel a^ man überwiesen werden. Im ganzen betrug öie
Wn Monaten auf ^und des Em- Mehrausgabe im März 48,9 Mill. Da
nahmeruckgangs errechnet hatte. Aller- Haushaltsjahr 961.9
dings ist die Zahl noch kerne endgültig eingegangen und nur 451,2 Mill,
feststehende Größe, da die Bucher des I gEeaebm wurden, verblieb eine gesamte Reiches erst Mitte Mai endgültig abge- Meh^irmahme von 510,7 Mill.
schlossen und bis dahin noch eine Rerhe I
von Zahlungen und Einnahmen für Rech- I Der Abschluß
nung des Etatsjahres 1930 gebucht werden. Immerhin darf schon jetzt angenommen werden, daß der endgültige Fehl-