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Anzeiger für (das frühere kurhesfifche) Oberhessen

Nr.M 66.3nütg.

Marburg o.8o6n

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

61 Personen im Expreßzug verbrannt

Furchtbare Erdbebenkatastrophe im Kaukasus Ueber 700 Menschen getötet -

Fahrende Hölle Auftakt zur Revision?

Einer Meldung der Exchange Tele­graph Co. aug Kairo zufolge, fing am Mittwoch uachmrttag der Alexandria Kairo-Expreß Feuer. 38 Personen, dar­unter zetm Kinder, fanden dabej den Tod. Drei starben nach Einlieferung in das Krankenhaus und 36 Personen wurde» schwer verletzt. Biele Leichen waren bis zur Uukeuntlichkeit verstümmelt. Der Zu­stand einer Reihe von Verwundete« ist

gebliebene Lohnst nach Zermatt melden, daß zwei seiner Freunde völlig erschöpft und fast erfroren nach der Hütte zurück­gekehrt seien. 3$)r Kamerad ist in eine Spalte des Grenzgletschers gefallen. Die beiden Zurückgekehrten haben an der An­glücksstelle bis Mitternacht gewartet, von welchem Zeitpunkt ab der Verunglückte keine Antwort mehr gab. Rettung scheint nicht möglich.

3» Ls « doner diplomatische« Kreisen, so meldet der diplomatische Korrespondent desDaily Telegraph",- legt man der bevorstehenden Besprechung des amerikanischen Botschafters in Berlin mit Präsideut Hoover und dem Staats­parlament in Washington grotze-Bedeutuag bei. Man glaubt, daß der Botschafter im

Namen von Dr. Brüning und Dr. Curtius der amerikanische« Regierung die Bitte unterbreiten werde, Amerika müsse die Initiative ergreife«, eine inter­nationale Aussprache über die Er­leichterung der Lasten de» Youngplanes herbeizuführe«. Deutschlands stärkster Beweisgrund fei, daß die Erhöhung des Goldwertes und der Sturz der Preise die Laste« der Repara«

sehr ernst. Unter den Toten befindet stch ei« Europäer. Das Feuer, das wahr­scheinlich durch das Heißlaufe« eines La­gers entstanden war. erfasste drei höl­zerne Wage« dritter Klasse älteren Typs. Der Zugführer hatte den Ausbruch des Brandes nicht bemerkt und wurde erst während der Fahrt durch einen Streckenwärter auf die ausbrechenden Flammen aufmerksam gemacht.

Bisher 61 Tote.

Nach einer Reutermeldung beträgt die Zahl der bei dem Unglück des Alexan­drienKairo-Expreß verunglückten Per­sonen 61 Tote und 41 Verwundete. Die genaue Zahl steht aber noch immer nicht fest, da viele Fahrgäste versucht haben, sich durch Abspringen aus dem brennen­den Zuge zu retten, dabei aber infolge der großen Geschwindigkeit ums Leben gekommen sind.

Schreckensszenen im brennenden Personenwagen.

Der Ausflüglerzug, auf dem sich die ge- tz meldete Brandkatastrophe ereignete, be­stand aus ältestem Material. Der Brand ist offenbar durch die Erhitzung der Ach- fenlager eines am Ende des Zuges be­findlichen Wagens 3. Klaffe entstanden. Da keine Notbremse und über­haupt kein Mittel vorhanden war, um mit dem Zugführer in Verbindung zu treten, blieben die Bemühungen, ihn auf­merksam zu machen, lange Zeit fruchtlos. Infolge der raschen Fahrt des Zuges griffen die Flammen schnell um sich. Drei Personenwagen verwandelten sich in eine fahrende Hölle; Männer, Frauen und Kinder, soweit sie nicht im Qualm erstickten, stürzten sich aus den brennen­den Wagen und blieben zerschmettert neben den Schienen liegen. Halbverkohlte Leichen, Sterbende und Wehklagende be­zeichnen den Weg des Unglückszuges. Als der Zug endlich zum Stehen kam, war in den drei vom Feuer erfaßten Wagen nichts mehr zu retten.

Hochgebirgstragödie.

Zermatt, 29. April. Drei deutsche Touristen brachen gestern zu einer Tour ins Monte-Rosa-Gebiet auf. Zwei andere Mitglieder der Partie, ein Herr und eine Dame, blieben wegen Müdigkeit in der Detemps-Hütte zurück. Das Wetter war sehr ungünstig. Entgegen der Verein­barung kehrten die drei Touristen am Dienstagabend nicht in die Hütte zurück Erst heute konnte der in der Hütte Zurück­

Auch 1931 ein Katastrophenjahr

Tas Erdbeben an der russisch-persischen Grenze

Moskau (über Kowno). 29. April. Nach einer amtlichen Meldung aus Nachitschewan (Armenien) wurde die Stadt vo« einem starken Erdbeben heim­gesucht, durch das zahlreiche Häuser zer­stört wurden. Nach vorläufige» Fest­stellungen wurden 100 Personen getötet, auch in Tiflis, das etwa 200 Kilometer entfernt liegt, wurden stärkere Erdstöße vers-ürt.

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Ueber 700 Tote. >-

Wie die letzten Meldungen aus Mos­kau besagen, sind bei dem Erdbeben in Kaukasien mehr als 70 0 Personell ums Leben gekommen. 20 000 Per­sonen sind obdachlos. Man befürchtet, daß immer noch verunglückte Personen unter den Trümmern liegen. Der Schaden ist sehr groß. Der Bevölkerung hat sich eine große Panik bemächtigt. Die Hilfe der örtlichen Sowjets reicht nicht aus, um auch nur die Obdachlosen zu bergen. Da fast gar keine Medikamente vorhanden sind, wird der Ausbruch von Seuchen be- fürchtet. Die Erdstöße waren so stark, daß auch weit von dem Herd entfernt lie-

-he Dörfer in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Die letzten Nachrichten entwerfen folgen­des Bild des Erdbebens in Kaukasien: In Tiflis und Eriwan waren, nur Stöße verspürbar, es sind keine Opfer zu beklaaen. Das Zentrum des Erdbebenb war S a n g e s u r (Armenien). Im Rayon der Stadt Gerusn sind 200 Tote und 205 Verletzte, im Rayon der Stadt S i - flaue 192 Tote und 600 Verwundete zu beklagen. 80 Prozent sämtlicher Dör­fer im Rayon Sangefur find zerstört und zahlreiches Vieh ist vernichtet. In den betroffenen Orten wurden weitestgehende Hilfsmaßnahmen getroffen. Ein Regie­rungserlaß der Sowjetunion mit der Un­terschrift Moloioffs wurde veröffentlicht über sofortige Ueberweifung von zwei Millionen Rubel an die transkaukasische Regierung für Hilfeleistung an die vom Erdbeben Betroffenen.

Gefängnisstrafe für Goebbels

B e r l i«, 30. April. Das Schöffengericht Tharlottenburg verurteilte um 1 Uhr nachts den Reichstagsabgeorduete« Dr. Joseph Goebbels unter Freisprechung von der Anklage des Vergehens gegen § 166 wegen öffentlicher Beleidigung i« drei Fällen, wege« öffentlicher Beleidigung und übler Nachrede i« zwei Fälle« und wegen übler Nachrede i« drei Fälle« zu insgesamt einem Monat Gefäng­nis und 1500 Ji Geldstrafe.

Das Ergebnis des Volksbegehrens bestätigt.

Berlin, 30. April. Wie der Sozial­demokratische Pressedienst mitteilt, stim- men die vom Stahlhelm veröffentlichten Ziffern über das Ergebnis des Volksbe­gehrens mit den inzwischen im preußi­schen Innenministerium eingelaufenen Zahlen ziemlich überein. Danach haben sich rund 5.9 Millionen Wahlberechtigte für das Volksbegehren eingezeichnet.

Neuwahlen in Preußen nach dem Volksentscheid?

Wie dieD. A. Z." von durchaus zuver­lässiger Seite erfahren haben roUI,' hat die Preußische Regierung die feste Absicht, von sich aus Neuwahlen auszuschreiben und zwar die Auflösung des Landtages unmittelbar im Anschluß an den Bolks- entscheid vorzunehmen.

Honen und auch aller internationalen Schulden um 30 Prozent erhöht habe. Unter diesen Umstände« sei es ga«z rich­tig. daß Deutschland zunächst a« die größte Eläubigermacht und den Besitzer de» größten Goldvorrates herantrete, um sich dessen Mitarbeit zu vergewisser«.

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Falsche Eoldverteilung

Auf der Generalversammlung der Reichsbank machte der Reichsbankpräsident Dr. Luther bedeutsame Ausführungen zur Gold- und Reparatkdnsfrage. Er wies u a. darauf hin, daß die Verteilung des Goldes über die Erde hi« falsch sei, nicht aber die Goldwährung als solche. Die falsche Verteilung des Goldes sei die Folge politischer Vorgänge.

Zn Deutschland sei der für WLHrungs- zwecke zur Verfügung stehende Gold, bestand von 64 <M im Zahle 1913 auf 36 <«. im Zahre 1930 je Kopf der »e- völkerung zurückgegaugeu. während in Frankreich dieser Goldbestand im glei­chen Zeitraum 00« 150 M auf 214 «H und i« den Bereinigten Staate« von 86 auf 161 ,U. gestiegen sei. Haupt- Ursache dieser G-ldverschiebunge« seien die Reparationszahlungen Deutschland» und die internaHoualen Kriegsschuld««' zahlunge«.

Solange diese Zahlungen andauerten, wäre es wirtschaftlich vernünftig, von Empfängerländern her einen natürlichen Ausgleich der Zahlungen durch Einfuhr ausländischer Wertpapiere oder durch langfrisHge Anlage der Zahlungsüber- schüsse im Ausland herbeizuführen. Dieses geschehe jedoch nicht, jedenfalls nicht in dem erforderlichen Umfange und nament­lich nicht von Frankreich aus. Der Aus­gleich werde vielmehr zum größten Teil durch Eoldeinfuhr vollzogen. In einer Zeit, wo die ganze Welt und in besonders hohem Maße Deutschland nach lang­fristigem Kapital Hunger leide, entziehe man dem Land, das es am nötigsten ge­brauche, nicht nur durch Reparations- leistungen das Kapital, sondern verhindere obendrein aus politischen und anderen Gründen, daß dieses Kapital nach seinem Umweg über die BEZ. sich weiter als Ka­pital zur Befruchtung der Weltwirtschaft betäsigen könne. So sei ein beträchtlicher Teil des monetären Weltgoldbestandes seiner natürlichen- Funktionen entkleidet und sterilisiert.

Durch die politische« Zahlungen «»erde ei« dauerndes Störuuasmoment in