Einzelbild herunterladen
 

Dienstag, -rn 21. Am! Ml

ptt ,Obcrb«ssIsck>< Zeitung' « toeint sechsmal wichenllich. Ve- MSprei^ monatlich 2.20®9R anS- Lllefel Zusiellungsgebübr, durch

Post 2.45 GM Kür etwa durch streik, Maschtnendefekt oder «le» ^entare Lre,gntffe ausfallend« zluwwern wird kew Lrfatz g«- Verlag, Dr, 6 Httzerotb. jjntrf btt Unw-Vu<bdru<ter«i jeb Aug. Koch. Markt 21/23. Fernsprecher Nr 64 und Nr- 56. Postscheckkonto: Stau Frankfurt c M. Nr 6015. Sprech,eit btt Redaktion von 1011 und 411 Ute.

SbecheMche

9)onwgtt j M H HM W6e

ZaMuueiEtt eT I I II Illi e«nl»i»iitimg

Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen

St. 92 66.Mkg.

Marburg a.8obo

Der A»,eigenpk«r« beträgt ffc de» 11 grspalt. Zeilenmilltmeter 0.08 BM.,sog. kleine Anzeigen wb Fmntlienanzeige» bei varzahinng 0.07 GM., amtliche und «NS» wärtige Anzeigen 0 10 GM Vei schwierigem Satz sowie bei Plah- dorirdrlst SO*U Aufschlag Kamme Ian,»ig« 100*1« Auf­schlag Rekiam..Millim 0 40 SM Jeder Rabatt gilt «iS Barraba!«

Ziel 5 Tage

Offerteu GedOdr: 26 Pfg. Beleg« werden berechnet.

etflltaegoea Marburg

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Heute letzter Tag des Volksbegehrens

Wachsende Beteiligung Am Montag in Berlin mehr Eintragungen als am letzten Sonntag

Stahlhelm"-Verbot gemildert Französische Spione!

Berlin. 20. April. Die Bundes­pressestelle deg Stahlhelms teilt mit. daß das Bundesamt des Stahlhelms soeben durch de« Vierte« Strafsenat des Reichs­gerichtes folgende Nachricht über seinen Einspruch gegen das Verbot der Stahl­helm-Zeitung erhalte« habe:Die Be- schwerde wird mit der Maßgabe verwor­fen. dah die Verbotsdauer auf die Zeit bis zum 1. Mai 1931 eiufchliehlich beschränkt »ird.«

Liutragungseraebnisse für das Volks­begehren.

Das Bundesamt des Stahlhelm teilt folgende Zusammenstellung der Eintra­gungen für das Volksbegehren bis zum Sonntag abend mit: Halle /Saale 43 688 Eintragungen (28,5 v. H. der Wahlberechtiten). Fankfurt/Oder 13142 (25 v. H.), Mühlheim 17 143 (20 v. H.), Kiel 31793 (20 v. H.), Görlitz 12 600 (18 v.H.), Königsberg i. Pr. 39 712 (17 v. H.), Magdeburg 34 900 (16 v. H.), Duisburg 32 800 (14 v. H.), Bielefeld 9 808

(14 v. H.). Breslau 59 00 (13 v. H.), Osna­brück 9 800 (13 v. H.), Bochum 24 783 (12 v. $.), München-EIadba-b 17 000 (12 v. H.), Kassel 13 857 (11 v. H.), Stet­tin 21112 (11 v. H.)_ Oberhauien 13 000 (11 v. HZ, Berlin 311069 (9 v. H.), Frank­furt a.M. 32 500 (8 v. H ), Altona 13 989 (8 v. H). Dortmund 24 395 (7 v. H.), Düs- feldorf 24 000 (7 v. H.), Hannover 24 000 (7. v. H.). Münster i. W. 5000 (5 v.H.), Köln 15 046 (3 v. H.). Das Bundesamt des Stahlhelm tagt dazu:

Der Stumpfsinn und die Faulheit der Bewohner mancher großen Städte müssen offenbar durch den verdoppelten tzifer der aufgeweckteren Städte des Landes wieder ausgeglichen werden. Aus den Provinzen Ostpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien. Schlegwig-Holstein sind auf dem Lande Durchschnittsergebnisse von 5090 vH. gemeldet worden. Der Stahlhelm­kreis Bremerförde, der bekanntlich beim vorigen Volksbegehren besonders unter den Ueberariffen preußischer Beamten zu leiden hatte, meldet soeben, daß stch von 18 000 Wahlberechtigten bis Sonntag 12218, d. h. 70 v. H. eingetragen haben. Bis zum Ablauf der Eintragungsfrist wird hier eine Erböhung des gesamten Durchschnittes auf 80 v. H. erwartet.

Aus dem Rbeinland wird gemeldet, daß umfangreiche Gebiete ihre 20 v. H. bereits überschritten haben. Ganze Bereiche in rein katholischen Teilen der Eif-el haben bereits 5060 v. H. erreicht. Auch in der Westmark gibt es Gemeinden, in denen sich die Wahlberechtigten 100 v. H. für das Volksbegehren eingetragen haben. Der Besserung bedürfen hauptsächlich die Groß­städte.

Eine neue Erklär««« des Stahlhelm zum Fall Hansman«.

Zu der Mitteilung des Amtlichen Preu- rschen Presiedienstes über die Untersuchung des Falles Hausmann, die eine völlige "echtfertigunq des Landrats ergebe« habe, gibt der Landesverband Westmark wieder­um eine Erklärung ab, in der er sich auf das Entschiedenste dagegen verwahrt, daß es gegenüber 76 Eiden von Soldaten ge­nügen solle, wenn eine Anzahl aus- erwählter, dem Beschuldigten partei­mäßig nahestehender Zeugen, 001 einem Verwaltungsbeamten irgend

welche Erklärungen ohne Eid ab­gäben. Der Landesverband erhöhe die Zahl seiner eidesstattlichen Zeugen von 76 auf 100, darunter Sozialisten und eine ganze Anzahl Nicht-Stahlhelmer, und fordere erneut eine eindeutige, ge­richtliche Klärung, die er nötigenfalls er­zwingen werde.

Die Zahl der am Montag für das Volks­begehren in Groß-Berlin abgegebenen Stimmen beträgt 62 203 (Sonntag 54 000). Damit erhöht sich die Gesamtzahl der in Groß-Berlin für das Volksbegehren abgege­benen Stimmen auf 373 272.

03 e r I in , 20. Apnl. In der Redaktion desF r i d e r i c u s" wurde heute nach­mittag eine Haussuchung vorgenommen, bei der es sich darum handelte, festzustellen, ob der Aufruf der Rolksbeauftragten", we­gen dessen bekanntlich das Flugblatt des Stahlhelms verboten wurde, im 03üro des Herausgebers Holtz niedergelegt oder ob Holtz im Besitz des nationalsozialistischen Flugblattes sei, das-, bei den sächsischen Landtagswahlen 1930 herausgegeben wor­den war und den als gefälscht bezeichneten Aufruf enthielt. Der Herausgeber des Fridencus", Holtz, erklärte bei seiner Ver­nehmung im Polizeipräsidium, er habe vor einiger Zeit von dem in Meiningen woh­nenden nationalsozialistischen Agitator Decher ein Plakat erhalten, von dem unten ein Stück fehlte. Dieser Aufruf sei von Becher als das Originalflugblatt aus dem Rovember 1918 bezeichnet worden. Becher sei damals hilfsweise im Aus­wärtigen Amt beschäftigt gewesen und habe jenen Aufruf von Matrosen erhalten. Holtz erklärte ferner, er könne unter Be­weis stellen, daß der Aufruf, wie er vom Stahlhelm veröffentlicht sei,

im November 1918 nicht nut in Ber­lin. sonder« auch in anderen Teilen des Reiches verbreitet worden

sei und daß dieser Aufruf die Unterschrift der Bolksbeaustragten getragen habe. Holtz benannte zwei in Berlin wohnende Zeu­gen, die am 10. und 11. Rovember in der Innenstadt und im Westen Berlins diesen Zettel erhalten hätten. Er selbst, Holtz, habe sicher gchen wollen und daher einen seiner Angestellten beauftragt, Nachfor­schungen bei der Sozialdemokratischen Par­tei darüber anzustellen, ob der Wortlaut des Aufrufes, wie er ihm durch Decher zugegangen sei, mit dem Originalaufruf übereinstimme. Sein Angestellter habe sich daher

ins P a r t e i a r ch i v der S. P. D. be­gebe« und feftgeftellt. daß ein Exem­plar dieses Aufrufes dort vorhanden gewesen fei.

Der Beauftragte von Holtz habe mit Ge­nehmigung Des SPD.-Archivleiters den Wortlaut dieser öffentlichen Mitteilung abgeschrieben. Wetter erklätte Holtz, der umstrittene Aufruf sei am 9. November durch Funkspruchan Alle" gesendet wor­den und im Westen des Reiches seien diese Flugblätter auch vetteilt worden. Er gab

Berlin, 20. April. Nach Zeitungs­meldungen handelt es sich bei dem Zwi­schenfall in Königsberg, wo, wie gemel­det französische Offiziere Aufnahmen im Kasernengelände gemacht hatten, um fran­zösische Generalstäbler, die der 2. Abtei­lung des Kriegsministeriums, also der Spionageabteiluna angehörten und daß die Aufnahmen, die sie hei einer Uebeung der Reichswehrartillerie gemacht haben, 'sicherlich einemganz bestimmten Zweck" dienen sollten. Die Vorgänge, die die französischen Offiziere im Kasernenhof verfolgten und die sie durch ein Gitter, das die Kaserne von der Außenwelt ab­

ferner zu Protokoll, der frühere Polizei­präsident Zörgiebel habe sich Mitte November in einer Bersammlungsrede aus­drücklich auf diese von den BollSbeäuf- tragten stammende Mitteilung berufen und der Dresdener Polizeipräsident Fleih- ner habe sie einigen Zeugen, die er be­nennen könne, mitgeteilt, wobei Fleißner noch ausdrücklich darauf hingewiesen hätte, dah auf den englischen Kriegsschiffen die rote Flagge wehe. Er gab zu, daß mög­licherweise der Nationalsozialist Becher ihm aus irgendeinem Grunde das Flugblatt der NSDAP, in die Hand gespielt habe, doch ändere das nichts an der Tatsache, daß der Inhalt des Flugblattes authentisch sei.

Der Stahlhelm Mr Beschwerde der Reichs- tagsfraktio« der S. P. D.

Zu der Beschwerde des Vorstandes der Reichstagsfraktion der S. P. D. beim preu­ßischen und Reichs-Innenminister, beim Reichskanzler und preußischen Minister­präsidenten wegen der Anwendung der Notverordnung bemerkt das Bundesblatt des Stahlhelm:Wenn sogar schon der so­zialdemokratische Fraktionsvorstand sich im Vorwärts" darüber beschwert, daßdie politische Freiheit der Staatsbürger durch eine über das Ziel hinausschießende An­wendung der Notverordnung beeinträchtigt wird", so ist es wirklich höchste Zeit, daß die für die fehlerhafte Anwendung der Notverordnung verantwortliche So­zialdemokratie aus der preußischen Regie­rung ausscheidet. Darum also erst recht: Tragt euch ein zum Volksbegehren!"

Die Wahl in Österreich

Linz, 20. April. Die 48 Mandate im oberöfterreichischen Landtag verteilen sich nach endgültiger Feststellung in folgender Weise: Christlich-Soziale 28, Sozialdemokraten 15, Nationaler Wirtschaftsblock und Landbund 5. Sn der Landesregierung, die nach der neuen Landesverfassung nicht mehr aus zehn, son­dern nur noch aus neun Mitgliedern besteht, stellen die Christlich-Sozialen den Landes­hauptmann und fünf Mitglieder, die Sozial­demokraten 2, der Nationale Wirtschaftsblock 1 (früher 2). Sn den Bundesrat werden die Christlich-Fozialen 4, die Sozialdemokraten 2 Vertreter entsenden. Der Nationale Wirt­schaftsblock hat die bisherige Verttetung im Bundesrat verloren.

schließt, filmten stellten eine Hebung über die Anwendung eines neuen Zielinstrumenten dar, das auf den Geschützen aufgesetzt wird und eine bessere Zielmöglichkeit schaffen soll. Die Aufnah­men haben offenbar den Zweck gehabt, Art und Verwendung des Zielinstrumen­tes kennen zu lernen.

Die drei Ossiziere befinden sich noch in Ostpreußen. Von einem Besuch der Festung Pillau, den sie in Aussicht genommen hatten, haben sie zwar Abstand genommen, sind jedoch in Gumbinnen zum Besuch der dortigen Schlachtfelder ge­wesen und von dort nach Allenstei« wei­tergereist, um das Tannenbergdenkmal zu besichtigen. Sie haben dann eine Weisung der französischen Botschaft in Berlin er­halten, daß Re so slbnell wie möglich Ost­preußen und Deutschland zu verlasien haben.

Sollte sich an Hand der beschlagnahm­ten Photographien Herausstellen, daß der Spionageverdacht begründet ist, so würde von deutscher Seite die französische Regie­rung gebeten werden, den Königsberger Konsul und den in die Angelegenheit verwickelten H i l f s a 11 a ch e e an der französischen Botschaft abzuberufen.

Warum hat Königsberg ein französisches Konsulat?

DieKönigsberger Allgemeine Zettung" bringt unter der UeberschriftOstpreußen verlangt Sühne" einen Leitartikel zum Spionagezwischenfall. Jetzt wisie _ man endlich, so sagt das Blatt, warum Königs­berg ein französisches hauptamtliches Kon­sulat habe, obwohl die Notwendigkeit eines ausländischen Konsulats in Ost­preußen gar nicht gegeben habe. Dagegen sei es ein offenes Geheimnis für den Ein­geweihten. daß das Konsulat ein nach Ost­preußen vorgeschobener französischer Beobachtungsposten sei.

Wir wir erfahren, ist soebe« eine Wei­sung der französische« Botschaft in Berlin an die i« Ostpreußen befindlichen fran­zösische« Offiziere ergangen, daß sie fo schnell wie möglich Ostprenße« und Deutsch land zu verlassen haben.

Die Tat, die den Offizieren zur La: zu legen ist, wird in Deutschland ntn Zuchthaus bedroht. Die Reichsregie­rung scheint jedoch trotz der Schwere oes Dilektes sich mit dem Verschwinden der Schuldigen aus Deutschland begnügen wollen, obwohl in einem umgekehrten Falle deutiche Offiziers oder Verfonev, die sich in gleicher Wefte schuldig gemacht hät­ten, in Frankreich sofort sestaesettt,. von ein Kriegsgecichi gestellt unö zweifellos aufs schwerste berstaft worden wären.

Italienische Ordensauszeichnnng für deutsche Journalisten.

Rom, 30. April. Anläßlich des tradionellen Geburtstages der Stadt Rom, der morgen ge­feiert wird, hat die italienische Regierung 13 ausländischen Pressevertretern, darunter drei Deutschen, zwei französischen, zwei englischen und einem amerikanischen Sournaliiten Orden verliehen. Die drei deutschen Korrspondenten sind der Vertreter desBerliner Lokal-Anzei- gers" Dr. E b e r l e i n, Dr. Willis, Ver­treter derHamburger Nachrichten", sowie der Senior der deutschen Sournatisten Wolf- Sang Ludwig Stein, Vertreter derDeut, hen Tageszeitung", dem die seltene Äuszeich. nung des Kommandeur-Kreuzes des Mauri­tius- und Lazarus-Ordens zuteil wurde.

Haussuchung beimFridericus"

Beweise sür die Echtheit des Ausruses von 1918