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Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen
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etflltaegoea Marburg
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
Heute letzter Tag des Volksbegehrens
Wachsende Beteiligung — Am Montag in Berlin mehr Eintragungen als am letzten Sonntag
„Stahlhelm"-Verbot gemildert Französische Spione!
Berlin. 20. April. Die Bundespressestelle deg Stahlhelms teilt mit. daß das Bundesamt des Stahlhelms soeben durch de« Vierte« Strafsenat des Reichsgerichtes folgende Nachricht über seinen Einspruch gegen das Verbot der Stahlhelm-Zeitung erhalte« habe: „Die Be- schwerde wird mit der Maßgabe verworfen. dah die Verbotsdauer auf die Zeit bis zum 1. Mai 1931 eiufchliehlich beschränkt »ird.«
Liutragungseraebnisse für das Volksbegehren.
Das Bundesamt des Stahlhelm teilt folgende Zusammenstellung der Eintragungen für das Volksbegehren bis zum Sonntag abend mit: Halle /Saale 43 688 Eintragungen (28,5 v. H. der Wahlberechtiten). Fankfurt/Oder 13142 (25 v. H.), Mühlheim 17 143 (20 v. H.), Kiel 31793 (20 v. H.), Görlitz 12 600 (18 v.H.), Königsberg i. Pr. 39 712 (17 v. H.), Magdeburg 34 900 (16 v. H.), Duisburg 32 800 (14 v. H.), Bielefeld 9 808
(14 v. H.). Breslau 59 00 (13 v. H.), Osnabrück 9 800 (13 v. H.), Bochum 24 783 (12 v. $.), München-EIadba-b 17 000 (12 v. H.), Kassel 13 857 (11 v. H.), Stettin 21112 (11 v. H.)_ Oberhauien 13 000 (11 v. HZ, Berlin 311069 (9 v. H.), Frankfurt a.M. 32 500 (8 v. H ), Altona 13 989 (8 v. H). Dortmund 24 395 (7 v. H.), Düs- feldorf 24 000 (7 v. H.), Hannover 24 000 (7. v. H.). Münster i. W. 5000 (5 v.H.), Köln 15 046 (3 v. H.). Das Bundesamt des Stahlhelm tagt dazu:
„Der Stumpfsinn und die Faulheit der Bewohner mancher großen Städte müssen offenbar durch den verdoppelten tzifer der aufgeweckteren Städte des Landes wieder ausgeglichen werden. Aus den Provinzen Ostpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien. Schlegwig-Holstein sind auf dem Lande Durchschnittsergebnisse von 50—90 vH. gemeldet worden. Der Stahlhelmkreis Bremerförde, der bekanntlich beim vorigen Volksbegehren besonders unter den Ueberariffen preußischer Beamten zu leiden hatte, meldet soeben, daß stch von 18 000 Wahlberechtigten bis Sonntag 12218, d. h. 70 v. H. eingetragen haben. Bis zum Ablauf der Eintragungsfrist wird hier eine Erböhung des gesamten Durchschnittes auf 80 v. H. erwartet.
Aus dem Rbeinland wird gemeldet, daß umfangreiche Gebiete ihre 20 v. H. bereits überschritten haben. Ganze Bereiche in rein katholischen Teilen der Eif-el haben bereits 50—60 v. H. erreicht. Auch in der Westmark gibt es Gemeinden, in denen sich die Wahlberechtigten 100 v. H. für das Volksbegehren eingetragen haben. Der Besserung bedürfen hauptsächlich die Großstädte.
Eine neue Erklär««« des Stahlhelm zum Fall Hansman«.
Zu der Mitteilung des Amtlichen Preu- rschen Presiedienstes über die Untersuchung des Falles Hausmann, die eine völlige "echtfertigunq des Landrats ergebe« habe, gibt der Landesverband Westmark wiederum eine Erklärung ab, in der er sich auf das Entschiedenste dagegen verwahrt, daß es gegenüber 76 Eiden von Soldaten genügen solle, wenn eine Anzahl aus- erwählter, dem Beschuldigten parteimäßig nahestehender Zeugen, 001 einem Verwaltungsbeamten irgend
welche Erklärungen ohne Eid abgäben. Der Landesverband erhöhe die Zahl seiner eidesstattlichen Zeugen von 76 auf 100, darunter Sozialisten und eine ganze Anzahl Nicht-Stahlhelmer, und fordere erneut eine eindeutige, gerichtliche Klärung, die er nötigenfalls erzwingen werde.
Die Zahl der am Montag für das Volksbegehren in Groß-Berlin abgegebenen Stimmen beträgt 62 203 (Sonntag 54 000). Damit erhöht sich die Gesamtzahl der in Groß-Berlin für das Volksbegehren abgegebenen Stimmen auf 373 272.
03 e r I in , 20. Apnl. In der Redaktion des „F r i d e r i c u s" wurde heute nachmittag eine Haussuchung vorgenommen, bei der es sich darum handelte, festzustellen, ob der Aufruf der Rolksbeauftragten", wegen dessen bekanntlich das Flugblatt des Stahlhelms verboten wurde, im 03üro des Herausgebers Holtz niedergelegt oder ob Holtz im Besitz des nationalsozialistischen Flugblattes sei, das-, bei den sächsischen Landtagswahlen 1930 herausgegeben worden war und den als gefälscht bezeichneten Aufruf enthielt. Der Herausgeber des „Fridencus", Holtz, erklärte bei seiner Vernehmung im Polizeipräsidium, er habe vor einiger Zeit von dem in Meiningen wohnenden nationalsozialistischen Agitator Decher ein Plakat erhalten, von dem unten ein Stück fehlte. Dieser Aufruf sei von Becher als das Originalflugblatt aus dem Rovember 1918 bezeichnet worden. Becher sei damals hilfsweise im Auswärtigen Amt beschäftigt gewesen und habe jenen Aufruf von Matrosen erhalten. Holtz erklärte ferner, er könne unter Beweis stellen, daß der Aufruf, wie er vom Stahlhelm veröffentlicht sei,
im November 1918 nicht nut in Berlin. sonder« auch in anderen Teilen des Reiches verbreitet worden
sei und daß dieser Aufruf die Unterschrift der Bolksbeaustragten getragen habe. Holtz benannte zwei in Berlin wohnende Zeugen, die am 10. und 11. Rovember in der Innenstadt und im Westen Berlins diesen Zettel erhalten hätten. Er selbst, Holtz, habe sicher gchen wollen und daher einen seiner Angestellten beauftragt, Nachforschungen bei der Sozialdemokratischen Partei darüber anzustellen, ob der Wortlaut des Aufrufes, wie er ihm durch Decher zugegangen sei, mit dem Originalaufruf übereinstimme. Sein Angestellter habe sich daher
ins P a r t e i a r ch i v der S. P. D. begebe« und feftgeftellt. daß ein Exemplar dieses Aufrufes dort vorhanden gewesen fei.
Der Beauftragte von Holtz habe mit Genehmigung Des SPD.-Archivleiters den Wortlaut dieser öffentlichen Mitteilung abgeschrieben. Wetter erklätte Holtz, der umstrittene Aufruf sei am 9. November durch Funkspruch „an Alle" gesendet worden und im Westen des Reiches seien diese Flugblätter auch vetteilt worden. Er gab
Berlin, 20. April. Nach Zeitungsmeldungen handelt es sich bei dem Zwischenfall in Königsberg, wo, wie gemeldet französische Offiziere Aufnahmen im Kasernengelände gemacht hatten, um französische Generalstäbler, die der 2. Abteilung des Kriegsministeriums, also der Spionageabteiluna angehörten und daß die Aufnahmen, die sie hei einer Uebeung der Reichswehrartillerie gemacht haben, 'sicherlich einem „ganz bestimmten Zweck" dienen sollten. Die Vorgänge, die die französischen Offiziere im Kasernenhof verfolgten und die sie durch ein Gitter, das die Kaserne von der Außenwelt ab
ferner zu Protokoll, der frühere Polizeipräsident Zörgiebel habe sich Mitte November in einer Bersammlungsrede ausdrücklich auf diese von den BollSbeäuf- tragten stammende Mitteilung berufen und der Dresdener Polizeipräsident Fleih- ner habe sie einigen Zeugen, die er benennen könne, mitgeteilt, wobei Fleißner noch ausdrücklich darauf hingewiesen hätte, dah auf den englischen Kriegsschiffen die rote Flagge wehe. Er gab zu, daß möglicherweise der Nationalsozialist Becher ihm aus irgendeinem Grunde das Flugblatt der NSDAP, in die Hand gespielt habe, doch ändere das nichts an der Tatsache, daß der Inhalt des Flugblattes authentisch sei.
Der Stahlhelm Mr Beschwerde der Reichs- tagsfraktio« der S. P. D.
Zu der Beschwerde des Vorstandes der Reichstagsfraktion der S. P. D. beim preußischen und Reichs-Innenminister, beim Reichskanzler und preußischen Ministerpräsidenten wegen der Anwendung der Notverordnung bemerkt das Bundesblatt des Stahlhelm: „Wenn sogar schon der sozialdemokratische Fraktionsvorstand sich im „Vorwärts" darüber beschwert, daß „die politische Freiheit der Staatsbürger durch eine über das Ziel hinausschießende Anwendung der Notverordnung beeinträchtigt wird", so ist es wirklich höchste Zeit, daß die für die fehlerhafte Anwendung der Notverordnung verantwortliche Sozialdemokratie aus der preußischen Regierung ausscheidet. Darum also erst recht: Tragt euch ein zum Volksbegehren!"
Die Wahl in Österreich
Linz, 20. April. Die 48 Mandate im oberöfterreichischen Landtag verteilen sich nach endgültiger Feststellung in folgender Weise: Christlich-Soziale 28, Sozialdemokraten 15, Nationaler Wirtschaftsblock und Landbund 5. Sn der Landesregierung, die nach der neuen Landesverfassung nicht mehr aus zehn, sondern nur noch aus neun Mitgliedern besteht, stellen die Christlich-Sozialen den Landeshauptmann und fünf Mitglieder, die Sozialdemokraten 2, der Nationale Wirtschaftsblock 1 (früher 2). Sn den Bundesrat werden die Christlich-Fozialen 4, die Sozialdemokraten 2 Vertreter entsenden. Der Nationale Wirtschaftsblock hat die bisherige Verttetung im Bundesrat verloren.
schließt, filmten stellten eine Hebung über die Anwendung eines neuen Zielinstrumenten dar, das auf den Geschützen aufgesetzt wird und eine bessere Zielmöglichkeit schaffen soll. Die Aufnahmen haben offenbar den Zweck gehabt, Art und Verwendung des Zielinstrumentes kennen zu lernen.
Die drei Ossiziere befinden sich noch in Ostpreußen. Von einem Besuch der Festung Pillau, den sie in Aussicht genommen hatten, haben sie zwar Abstand genommen, sind jedoch in Gumbinnen zum Besuch der dortigen Schlachtfelder gewesen und von dort nach Allenstei« weitergereist, um das Tannenbergdenkmal zu besichtigen. Sie haben dann eine Weisung der französischen Botschaft in Berlin erhalten, daß Re so slbnell wie möglich Ostpreußen und Deutschland zu verlasien haben.
Sollte sich an Hand der beschlagnahmten Photographien Herausstellen, daß der Spionageverdacht begründet ist, so würde von deutscher Seite die französische Regierung gebeten werden, den Königsberger Konsul und den in die Angelegenheit verwickelten H i l f s a 11 a ch e e an der französischen Botschaft abzuberufen.
Warum hat Königsberg ein französisches Konsulat?
Die „Königsberger Allgemeine Zettung" bringt unter der Ueberschrift „Ostpreußen verlangt Sühne" einen Leitartikel zum Spionagezwischenfall. Jetzt wisie _ man endlich, so sagt das Blatt, warum Königsberg ein französisches hauptamtliches Konsulat habe, obwohl die Notwendigkeit eines ausländischen Konsulats in Ostpreußen gar nicht gegeben habe. Dagegen sei es ein offenes Geheimnis für den Eingeweihten. daß das Konsulat ein nach Ostpreußen vorgeschobener französischer Beobachtungsposten sei.
Wir wir erfahren, ist soebe« eine Weisung der französische« Botschaft in Berlin an die i« Ostpreußen befindlichen französische« Offiziere ergangen, daß sie fo schnell wie möglich Ostprenße« und Deutsch land zu verlassen haben.
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Die Tat, die den Offizieren zur La: zu legen ist, wird in Deutschland ntn Zuchthaus bedroht. Die Reichsregierung scheint jedoch trotz der Schwere oes Dilektes sich mit dem Verschwinden der Schuldigen aus Deutschland begnügen wollen, obwohl in einem umgekehrten Falle deutiche Offiziers oder Verfonev, die sich in gleicher Wefte schuldig gemacht hätten, in Frankreich sofort sestaesettt,. von ein Kriegsgecichi gestellt unö zweifellos aufs schwerste berstaft worden wären.
Italienische Ordensauszeichnnng für deutsche Journalisten.
Rom, 30. April. Anläßlich des tradionellen Geburtstages der Stadt Rom, der morgen gefeiert wird, hat die italienische Regierung 13 ausländischen Pressevertretern, darunter drei Deutschen, zwei französischen, zwei englischen und einem amerikanischen Sournaliiten Orden verliehen. Die drei deutschen Korrspondenten sind der Vertreter des „Berliner Lokal-Anzei- gers" Dr. E b e r l e i n, Dr. Willis, Vertreter der „Hamburger Nachrichten", sowie der Senior der deutschen Sournatisten Wolf- Sang Ludwig Stein, Vertreter der „Deut, hen Tageszeitung", dem die seltene Äuszeich. nung des Kommandeur-Kreuzes des Mauritius- und Lazarus-Ordens zuteil wurde.
Haussuchung beim„Fridericus"
Beweise sür die Echtheit des Ausruses von 1918