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Gegen die Zollunion
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Fn Sevilla Kam es in den frühen Moroenstunden au neuen Kommunistischen Unruhen. Vor der Kaserne des 9. Infanterieregiments sammelte sich ern großer Trupp von Kommunisten an, der unter hen Rufen Meder mit dem König! Es lebe die Republik'." Waffen forderte, um "egen die Zivilgarde kämpfen zu können. Die Demonstranten wurden von der Wache auseinandergetrieben, kamen aber später wieder und gaben einige Revol- verfchüsse gegen das Kafernentor ab, worauf die Wache das Feuer erwiderte. Em Kommunist wurde schwer verletzt. Als die Kommunisten bald darauf einen Laden plünderten, wurde auf Beschluß der republikanischen Junta der Belagerungszustand über Sevilla verhängt.
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Die deutsche Note au den Völkerbund. Englische Kommentare.
ff. London, 17. 2lpril. Die große Mehrheit von 54 Stimmen, mit der die Regierung aus der gestrigen Alttechaus- debatte über den konservativen Miß- trauenSantrag hervorging, hat allgemeines Erstaunen erregt. In den Wawdelgängen des Unterhauses herrschte allgemein der Eindruck, daß die Stellung der Arbeiter- Regierung dadurch außerordentlich gefestigt worden ist. Es wurde wieder verschiedentlich die Vermutung geäußert, daß ein festes Abkommen zwischen den Llohd- Deorge-Liberalen und der Regierung bestehe, dessen (Grundlage der beiderseitige Wunsch bilde, die Konservativen nicht an die Macht kommen zu lassen. Von den 305 Mitgliedern, die für die Regierung stimmten, waren 263 Sozialisten, 37 Liberale und 5 Unabhängige. Die Minderheit von 251 Stimmen seist sich zusammen aus 238 Konservativen. 10 Liberalen mit Sir Irchn Simon an der Spitze und drei
Unabhängigen. Stimmenthaltung übten die 7 Mitglieder der MaSleygruppe und 5
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Die französische Industrie gegen Briauds „Europäische Zollvereiniguug".
Der diplomatische Korrespondent des Daily Telegraph" erfährt, daß Briand und der „Quai d'Orsa" bei der Ausarbeitung ihres Planes einer europäischen Zollvereiniaung. auf die grotz- ten Schwierigkeiten gestoßen seien. Der Man sollte auf der nächsten Sitzung des Europaausschusses im Mai vorgelegt werden und sei als ein Gegemug gegen das deutsch-österreichische Zollabkommen gedacht Di« stärksten Einwände kämen von der französischen Industrie, die dem Plane ablehnend gegenüberstehe, weil sie die Hohen Zölle als ihren besten Schutz betracht«.
Stre» im Berliner Holzgewerb«?
Berlin, 16. April. Im Berliner Solzgewerbe bestehen seit längerer Zeit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern Differenzen. Der Schlichtungsausschub hat jetzt einen Schiedsspruch gefällt, der die Taristöhne um 8 bis 9 Prozent herabsetzt. Weiter wird der Manteltarif der Holzarbeiter wesentlich abgeändert. So sehen die neuen Bestimmungen z. B. vor, daß die Arbeitgeber nn Holzgewerbe nicht auf die Zuweisung von Arbeitskräften durch den öffentlichen Artetts- nachweis angewiesen seien, sondern das Recht haben sollen, sich selber Arbeitskräfte zu beschaffen. Ferner sieht der Schiedsspruch vm, daß der Betriebsleiter das Verfügungsrecht über die Durchführung von Arbeit an Sonn- und Feiertagen im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen erhalten soll. Dieser Schiedsspruch wird wahrscheinlich von den Funktionären der Holzarbeiter und von den Arbeitern abgelehnt werden. Am 23. d. Mts. findet eine Versammlung der Arbeitnehmer statt, in der über Annahme oder Ablehnung der neuen Bestimmungen entschieden werden soll. Nach Lage der Dinge mutz mit einem LKampf im Holzgewerbe gerechnet werden.
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fchen diesen beiden kam es dann zu einem in höflichen Worten geführten erbitterten Kamps.
Graf Romanones fetztr sich in loyaler Weise für den König ein und verlangte einen Waffenstillstand von zwei Monaten. Zamora lehnte mit unerschütterlicher Entschlossenheit ab und wollte nicht einen einzigen Tag gewähren. In ganz Spanien, so erklärte er. herrsche allgemeine Freude, weil das Volk glaube, daß der König das Land verlasse. Wenn es erfahre, daß der König nicht abgereist sei, könne er, Zamora, nach Einbruch der
Seite prüfen kann.
Der Genfer Korrespondent des „Daily Telegraph" hält es für wahrscheinlich, daß der britische Vorschlag, die Frage der Zollunion auf die Tagesordnung des Völkerbundes zu setzen, gegenstandslos werden wird. Er glaubt, daß die Erörterung in dem Ausschuß für Europäische Union vielleicht die Erörterung der legalen Frage durch den Völkerbundsrat unnötig machen werde.
®te „Kölnische Zeit-««" meldet I „s Paris: DerfranzösischeGegen- pla« gegen die deutsch-österreichisch« Zollunion soll bereits große Fortschritte ge- «acht haben. 3« Pariser Regierungs- kreisen träat ma« eine zuversichtliche Etim- I jnrcfl gm Schau. Das mit den verschiede- tttt Ländern verhandelte Wirtschaft»- I Programm hab« bereits za einer gründ- I s-tzliSien Verständigung zwischen Paris. Londo«. Rom, Prag, Warschau I und Bukarest geführt.
Man werde damit bereits auf der Genfer Tagung aufwarten können. Es handele sich um eine wirtschaftliche Grundlage, aus der die industriealisierten Länder einerseits und die landwirtschaftlich «ingestell- I ten andererseits sich zweckmäßigerweise er- I ganzen könnten. Man spricht, von einem i Proaramm positiver Verwirklichung' ..das den Gedanken einer österreich- deutschen Zollunion ausschbeßen würde Im übrigen — io wird wenigsten- behauptet — werde Deutschland auf dem I Laufenden über die genannten Verband- lunoen gebalten. Zn welcher Art und.m welchem Umfange, wird allerdings nicht gesagt.
Die Rariser Presie zu Briauds Plan.
Die Gerüchte, daß die französische Re- gieruna die Initiative für di« Schaffung eines Wirtschaftsblockes eroriffen habe, der die Erweiterung des deutsch-österreichischen Zollabkommens verhindern soll, werden von der aeiamten Pariser Prell« bestätigt.
Die Blätter betonen, daß sich Rom und London mit dem Plan Briauds einE- standen erklärt hätten. In diplomatischen Kreiien zeiae man sich über die Aussichten des n«uen Planes äußerst optimistisch und hebe hervor, daß er geeignet sein werde, das Zollabkommen vollkommen zu verdrängen, Pertinax steht dem Plan ablehnend gegenüber und begründet im „E ch o d e Pa ri s seine Ansicht damit, daß das deutsch-österreichische Abkommen in erster Linie politischen Charakter trage und daher niemals durch ein Wirtschaftsabkommen verdrängt werden könne. Briand beabsichtiae im Augenblick, den Beitritt der Staaten der Klemen Entente zu dem deutich-österreichischen Abkommen zu verhindern und die Ausdehnung des mitteleuropäischen Blocks zu Hintertreiben, indem er ten Regierungen von Warschau. Prag. Belgrad, Bukarest und Sofia Vorzugstarife anbtete und sich damit in direktem Gegensatz zu seiner bisherigen Auffüllung bringe.
Der „Petit Parisien" spricht von einer mächtigen Aufbaubewegung, bte es erlauben werde, bei der Genfer Tagung einen Gegenvorschlag zu unterbreiten, dem sich Deutschland und Oesterreich anschließen könnten. Es handle sich diesmal um die Schaffung einer wirklichen europäischen Zusammenarbeit. Die Verhandlungen hierzu, die feit zehn Tagen einaeleitet worden seien, würden mit allem Eifer fortgesetzt. Roch am heutigen Freitag finde im Innenministerium eine neue wichtige M- krechung statt. Da sich die österreichische Regierung bereit erklärt habe, die deut'ch- österreichischen Besprechungen big zur Beratung der Angelegenheit vor dem Völker- bundsrat einzustellen f??), habe der neue Man um so größere Aussicht, verwirklicht zu werden.
Mehrheit für Macdonald
Lloyd George leistet Hilfsstellung
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I König Alfons in Paris.
I fh. Paris. 17. April. König Alfons von Spanien ist am Donnerstag abend kurz nach 11 Uhr in Paris eingetroffen.
Schon lange vor der Ankunft des Zu- I aes hatte sich eine nach Tausenden zah- I lende Menschenmenge am Lyoneser Bahn- I Hof eingefunden. Als der Zug m die Halle einfuhr und der König ausstieg, brach die Menge in Hochrufe aus. Von einer starken Polizeikette umgeben, beoab sich
I der König unter den Hochrufen der Be i völkerung in fein Auto, das ihn sofort in ■ fein Hotel brachte. Dor dem Hotei batte ■ sich ebenfalls eine unübersehbare Men- = I schenmenge angesammelt, die "umer wie- . der das königliche .Paar auf den Balkon
I verlangte. Der König öffnete schließlich I die Balkontür und trat nut der Königin I ins Freie, wobei dröhnende Hochrufe zu I ihnen hinaufschollen. Erst spät m der j Nacht hatte sich bte Menge verlaufen.
I Megermafor Franco wieder in Madrid.
fk. Madrid, 17. April. FliegermaM Franco und andere politische Flucht- I finge, die sich in Paris aufhalten, sind gestern in der 9. Abendstunde tn Madrid eingetroffen, wo sie. von einer großen Menschenmenge begeistert begrüßt wurden — Die früheren Führer des monarchistischen Systems sind aus Spanien nach Portugal geflüchtet.
Die letzten Stunden vor dem Umsturz in Spanien.
Der in Madrid weilende Außenpolitiker des „Matin" übermittelt fernem Blatt eine Schilderung der Vorgänge, die der Abreise des Königs vorausgingen. Dre Schilderung stützt sich auf eine Darstellung des Universitätsprofessors Maranon der an den Vorgängen persönlich beteiligt
Der Genfer Korrespondent des „Daily Herald" sagt: Die deutsche Note an dem Generalsekretär des Völkerbundes wird hier allgemein als ein sehr geschickter Schachzug angesehen, durch den der Völkerbund gezwungen werden wird, alle Seiten des österreichischen Planes zu erörtern, bevor der Völkerbundsrat die strikt legale
Briands Gegenstoß
Ei» „europäischer" Wirtschastsplan - Angebliche Einigung zwischen Pari-, London, Rom und der Klemen Entente Aufruhr in Sevilla
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Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen
«»reiftet bet amtliche« Bekanntmachungen jiir Stabt und «reis Marburg
war.
Danach habe der König noch am Montag früh keine Ahnung von dem Ergebnis der Gemeindewahlen gehabt, da feine Umgebung es ihm verfchweg. Als Graf Romanones ihm das Ergebnis schließlich mitteilte, sei der König sehr bestürzt gewesen, aber er habe einen letzten Versuch mit einem Kabinett Villanueva machen wollen. Dienstag früh habe Professor Marcmon erfahren, daß Truppen unter Führung einiger Generale sich anschickten, ihre Kasernen zu verlassen, um zu Gunsten der Ausrufung der Republik em- Svrenastoff-^UNde zugreifen. Andere Truppenteile seien
“ I entschlossen gewesen, die Monarchie zu
Mehrere Berhoftungen in Berlin. verteidigen. Um eine Katastrophe zu ver- 23erlin, 16. April. In der letzten Zett meiden, habe sich Maranon an Romano-
tauchten in Verbindung mit Meldungen über ne5 gewandt und ihm bedeutet, daß Der
Sprengstoffdiebstähle, in Spreng- König noch am gleichen Tage abreijen
stoffabriken und Bergwerken nn Westen des üfr” um Schlimmeres zu verhüten. Reiches Nachrichten auf, daß Mitglieder der - *L ’«?omanone6 erklärt sich bereit, im Kommunistischen Pattei Vorbereitungen zur . G as gamora jU einer
Begehung von Sprengstosianschlagen trafen. Haufe ^caranons o o
Die von den einzelnen Polizeiverwaltungen | Unterredung^ .Zusam^nzutres^ i. daraufhin eingeleiteten Ermittelungen führten zur Aufklärung dieser Diebstähle. 3m Zusammenhang damit konnten mehrere Perso- nen festgenommen werden, die Mtt- glieder der Kommunistischen Pattei Deutschlands sind. Die weiteren Ermittelungen ergaben, daß der gestohlene Sprengstoff von Patteigängern ht Empfang genommen war. Autzerdem konnte in Breslau ein gröberes Sprengstofflager ermittelt werden, das aus einem Diebstahl herrühtte. . Verwalter dieses Lagers ist ebenfalls ein Mitglied der KPD. In den erwähnten Fallen ist das Denabren beim Untersuchungsrichter te- Reichsgerichts anhängig. Verichievene Saupi- beteiligte haben bereits Geständnisse abgelegt.
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