Donnetttas »Mi6.aertii93i
©Je ^Vberbesflsche Seihmg' er- scheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 2.20®9R.<m* schlteßl. ZuflellungSgebühr, durch die Post 2.45 SM Rflt etwa durch Streik. Maschinenbefekt oder elementare Ereignisse ausfallende Nummern wird kein Ersatz geleistet Verlag. Dr. S Kttzervtb. ©ruck der Untt>-Vnri>dru<kereJ Jod Lug- Koch. Markt 21/23. gernsprecher Rr 54 und St*. 66. Postscheckkonto: Ami Frankfurt a M. Rr 5015. ©»tedjje« der Redaktion von 10—11 w*
%1—1 UN-
iDbcrticffifdic
nomtttt A w**
tWfMito Z ■ 17 ■ ■ M tenteWw
St. SS 66. M».
Marburg n.ßoto
See Lmelgenprels beträgt für den 11 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08 SM., sog. kleine Anzeigen und Famüienanzeigen bei Barzahlung 0.07 SM., amtliche und a»S- wärttge Anzeigen 0.10 SM Bei schwierigem Satz sowie bei Platz- tzorscdrist 6Tu Aufschlag — Sammelanzeige» 100*1« Aufschlag. Reklam.-Milltm 0 40 SM. Jeder Rabatt gilt als vaeeabat«.
- Ziel S Egge.
Offerten:Ged»bri 28 Pfg.
Beleg» werden berechnet. ^»Muugsoet »«bürg.
Anzeiger für (das frühere kurhcssische) Oberhesse«
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
Der Erfolg des Volksbegehrens
Die 3 Millionen des vorigen Volksbegehrens in der ersten Woche überschritten — Erforderlich sind 5,2 Millionen
Beschwerde der D. V. P.
Alfons XIII. in Marseille
Wie das Bundesamt des Stahlhelm» mit» teilt, ist eine genaue Angabe der Gesamtziffer der Eintragungen zum Bolksbegehren bei der ungeheuren Anzahl von etwa 70 000 Gemeindebehörde« vor Abschluß der Eiutra» gnngozeit nicht möglich, doch könne bereit» soviel gesagt werden, daß die Gesamtzahl in Preuße« von über 3 Millionen beim vorigen Volksbegehren bereits in der ersten Woche der Eintragungsfrist dieses Volksbegehren» überschritten worden sei.
Die DBP. gegen die preussische Negierung.
Die „NationaNiberale Korrespondenz- teilt mit: Der Parteiführer der DBP„ Abgeordneter Diugeldey, hat alsbald nach seiner Rückkehr nach Berlin ein Telegramm an den Reichskanzler Dr. B r ll ni u g gerichtet, in de« ex nachdrücklich Einspruch gegen die Polizeimahnahmen erbebt, die sich gegen Wortlaut und Sinn der Notverordnung richten. Wenn die Praxis der preuhischen Behörden sich nicht ändern sollte, würden politische Komplikationen nnausbleib- lich sein.
Der »Deutsche Vorwärts- auf 3 Monate ver- verboteu.
Berlin, 15. April. Durch den Polizeipräsidenten von Berlin ist mit Datum vom 1L 4. der »Deutsche Vorwärts- aus die Dauer von 3 Monaten verboten worden, roeil in den Artikeln »Fort mit Rot-Preuheu- und „Der Kampf für unsere Freiheit- eine Beschimpfung und Verächtlichmachung der verfassungsmähig sestgelegten Staatssorm enthalten sei. Der Verlag hat sofort Beschwerde gegen dieses Verbot eingelegt.
Weitere Zahlen vom Volksbegehren.
Für das Volksbegehren haben sich am Dienstag in Koblenz weitere 311 Personen eingetragen, so dah bis Dienstag abend eine Gesamtzahl von rund 4750 Eintragungen erreicht wurde. In Bad Kreuznach waren bis Montag abend über 1500 Eintragungen erfolgt. In Mayen haben sich bis Montag abend 1537 Personen eingetragen Die Zahl der Wahlberechtigten in Mayen beträgt 9200. Zn Düsseldorf ist die Gesamtzahl der Eintragungen auf 11300 gestiegen.
Die Gesamtzahl der Eintragungen beträgt nunmehr in Erfurt 12 255. Damit ist die Gesamtzahl der Eintragungen bei dem Poung. Volksbegehren von 11712 bereits überschritten. In Halle haben sich bis zum Dienstag abend 27 589 Personen eingetragen. In Stettin ist die Gesamtzahl auf 10 206 gestiegen In Etolp hat die Zahl der Eintragungen 4751 erreicht, was einer Beteiligung von 17,5 o. H entspricht. In den Kreisen Etolp-Stadt und -Land sind bisher 17 000 Eintragungen vollzogen worden. In Essen beträgt die Gesamtzahl 13176. in Köln 6076 und in Gladbach-Rheydt 2739, in Stade haben st-h bis Moniag abend 1068 Personen von rund 10 000 Wahlberechtigten eingezeichnet. Auf dem Lande sind 50 v. H. schon überschritten. In Frankfurt (Oder) haben sich bisher 5118 Personen eingetragen.
2u Preußen find für das Volksbegehren insgesamt 5 279 977 Eintragungen notwendig. Wahlberechtigt find in Berlin 3 404 334 Personen.
Der Fall Hansrnatm.
Der Deutsche Offizier-Bund hat an den preuhischen Minister des Innern nach- Itehendes Schreiben gerichtet:
„Nach Feststellungen der „Rheinisch-West- lälischen Zeitung", deren Gewährsmänner, >vie mitgeteilt wird, bereit sind, ihre Angaben ru beeiden, hat der preußische Landrat Hans- Ulann-SchwelM am 12. K. Mt-r in einet
öffentlichen Versammlung erklärt: „Der deutsche Frontsoldat habe Heldenmut nur dann gezeigt, wenn er besoffen wie ein Schwein gewesen sei".
Wenn diese Angaben richtig sind, woran nach den bisher vorliegenden Nachrichten kaum zu zweifeln ist. so würden sie, noch dazu aus dem Munde eines höheren Beamten kommend, eine so ungeheuerliche gemeine Verleumdung unserer tapferen Soldaten bedeuten, wie sie niederträchtiger nicht ausgedacht werden kann.
Die im Deutschen Offizier-Bund vereinigten Führer des deutschen Heeres im Weltkriege verlangen sofortige gründliche Untersuchung und gegebenenfalls strenge Bestrafung des Verleumders."
Das Manifest des Königs.
An der französisch-spanischen Grenze ist, wie Havas aus Hendeye meldet, das Manifest eingetrofsen, das König Alfons, als er Madrid verlassen hat, hinterlieh. Dieses Manifest lautet:
t Die Wahlen, die am Sonntag stattfanden, zeigten mir klar, dah ich heute d i e Liebe meines Volkes verloren habe. Mein Gewissen sagt mir, dah diese Abneigung keine endgültige sein wird, weil ich stets bemüht war, Spanien zu dienen. War doch mein mein ganzes Ziel das öffentliche Interesse selbst unter den kritischsten Umständen. Ein König kann
_ Also doch wahr!^^
Stahlhelm-Flugblatt Nr. 1 „An Alle" als echt ausdrücklich anerkannt und wieder freigegeben
Das Bundesamt des Stahlhelms teilt mit: Polizeipräsident Krzesinski hat im Anschluß an eine unrichtige und den Stahlhelm beleidigende Verlautbarung des Amtlichen Preuhischen Pressedienstes durch Polizeifunk das Volksbegehren-Flugblatt Nr 1 mit dem Aufruf des Rates der Volksbeauftragten aus dem November 1918 verboten.
Auf die sofortige Beschwerde de» Stahlhelm» »am 10. April ist dieses Verbot, nachdem in- oischen das Eingreisen des Herrn Reichskanz- ers am 13. April auch in diesem Falle hatte erbeten werden müssen, vom preuhischen Innenminister nunmehr endlich wieder aufgehoben worden.
Entgegen einer Erklärmng, die der Reichsinnenminister im Februar d. 2. dahin abgegeben haben soll, dah es sich beim Aufruf des Rates der Volksbeauftragten um eine „ungewöhnlich plumpe Fälschung" handelt, hat das preußische Innenministerium nach Vorlage des Original-Aufrufs und nach Vorbringung entsprechender eidesstattlicher Erklärungen z u g e b e n müssen, dah ein solcher Aufruf tatsächlich im November 1918 öffentlich verbreitet worden ist.
Die Propagandamittel des Stahlhelms sind demnach erneut als durchaus hieb- und stichfest erhärtet worden.
Reu« Frage« des Stahlhelm Weftmark a« das Zentrum.
Koblenz, 14.April. Zn einer Versammlung in Koblenz richtete der Landesführer des Stahlhelm Westmark, Mahnken, neun Fragen auf Ja oder 2lein an den unmittelbar bevorstehenden Parteitag de» rheinischen Zentrums in Koblenz. Zn der Erklärung wird daarauf hingewiesen, daß der Stahlhelm als überparteiliche Bewegung nicht gegen das Zentrum als solches, sondern gegen die widernatürliche Che dieser Partei mit dem Marxismus kämpfe. Da das Zentrum sowohl in seinem Aufruf gegen das Cßolfö* begehren wie sonst stets den entscheidenden Punkten ausweiche, richte er an den Parteitag des rheinischen Zentrums ganz llare Fragen, auf die eine eindeutige Antwort erwartet werde.
Die Fragen gehe« dahi«. ob das Ze«, tr«m den Stahlhelm, der sich immer für das Christentum eingesetzt habe, für gefährlicher »der auch nur ebenso gefährlich halte wie das Reichsbauuer,
das fast ganz aus atheistischen Marxtste« bestehe,
ob das Zentrum glaube, daß es Christentum und Kirche durch das Bündnis mit dem kirchenfeindlichen Atheismus fördern oder auch nur verteidigen könne, ob das Zentrum es ablehne, die Weisung des Papstes Leo XIII. zu befolgen, „daß die Söhn« der katholischen Kirche der abscheulichen Partei (SPD.) weder beitreten noch sie aus 'irgendeine Weis« begünstigen dürfen", und ob das Zentrum glaube, daß der Marxismus mit Klassenkampf und Kul- turbolschewiSmus die Wirtschaft, den sozialen Frieden, die seelische Gesundheit der Bölker, Kultur und Sitte fördere. Weiter wird gefragt, wie lange das Zentrum diese Ehe zum Schaden von Religion und Kirche trotz anderer besserer Möglichkeiten fortsetzen wolle, warum es eine Neuwahl verhindere,
ob eg a« die Seite der christliche«, konservativen, nationalen Kräfte oder a« die des Marxismus gehöre,
ob es im Interesse der Hochachtung vor der Religion darauf verzichten wolle, die Kanzel gegen die katholischen Frontsoldaten zu verwenden und ob es schließlich di« feierlichen Erklärungen von Hunderttausenden katholischer Frontsoldaten über ihre unerschütterliche Treue zu Religion und Kirche weiterhin als Schwindel oder Wortbcuch bchandeln wolle.
Sahm bestätigt
Berlin, 15. April. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteklt, hat das preußische Staatsministerium die Wahl des früheren Danziger Senatspräsidenten Dr. 2ng. e. h. Heinrich Sahm zum Oberbürgermeister und die Wahl des Stadtsyndikus Lange und des Vizepräsidenten des Deutschen und Preußischen Städtetages, Dr. Elsas, zu Bürgermeistem der Stadt Berlin bestätigt.
Femer hat der Oberpräsidmt die Wahl von Bmno A s ch aus Frankfurt a. M. zum Stadtkämmerer und die Wahlen der neuen unbesoldeten Stadträte b e st ä t i g 1. Der Wahl des Stadtverordneten Fritz Lange zum unbesoldeten Stadtrat hat der Oberpräsident die Bestätigung versagt.
sich täuschen und zweifellos habe ich selbst bisweilen geirrt. Aber ich weiß wohl, daß unser Vaterland sich stets gegenüber Fehlern, denen keine Böswilligkeit zugrunde liegt, großmütig gezeigt hat. Ich bin der König aller Spanier und ich bin selbst Spanier. Ich hätte verschiedene Mittel anwenden können, um die königlichen Vorrechte aufrecht zu erhalten und meine Gegner wirksam zu bekämpfen. Aber ich will alles beiseite lassen, was meine Landsleute in einen mörderischen Bruderkrieg stürzen könnte. IL verzichte auf keines meiner Rechte, weil sie über meine Ansprüche hinaus ein von der Geschichte angehäuftes Gut sind und weil ich eines Tages strenge Rechenschaft über die Verwaltung dieses Schatzes zu legen haben werde. Ich warte den wahren Ausdruck der öffentlichen Meinung des Volkes ab, und bis die Ration sich geäußert hat, fetze ich freiwillig die Ausübung der königlchien Gewalt aus. und entferne mich aus Spanien. Hiermit erkenne ich an, daß Svanien allein Herr feines Geschickes ist. Auch heute glaube ich, die mir durch die Liebe zu meinem Vaterland diktierte Pflicht zu erfüllen. Ich flehe Cott an, daß di« übrigen Svanier sich ihrer Pflicht ebenso tief bewußt fern mögen wie ich."
Zamora erklärte Zeitungsvertretern, er habe mehrere Erlasse zur Wiederherstellung normaler Verhältnisse vorbereitet und sich mit den verschiedenen Behörden in Verbindung gesetzt. Auch die Generale Ealvalcanti und Riquelme statteten ihm im Ministerpräsidium Besuche ab.
An der Fassade des Schlosses wurden von der Feuerwehr große Plakate milder Inschrift angebracht: „Volk! Achte dieses Gebäude, das dir gehört!" Junge Leute der Büraerwehr patrouillieren in der Umgebung oes Schlosses, nachdem die Gendarmerie unter dem Beifall des Volkes von den Straßen zurückgezogen worden ist. An mehreren Stellen der Stadt war Ke Gendarmerie, die ja bisher allgemern als die zuverlässige Schutztruppe der Monarchie galt, von der Menge mit feindlichen Zurufen empfangen worden. Darauf rissen die Führer der Gendarmerie bte Krone von der Uniform ab. Ihre Untergebenen folgten ihrem Beispiel. Die Menge nahm diese Geste beifällig auf.
Die Kapellen der Madrider Tuppenteile veranstalteten heute nachmittag mit Zustimmung der Regierung zur Feier des Rationalfeftes Konzerte auf de« Straßen.
König Alfons ist heute sDonners- tofl) morgen in Marseille eingetroffen. Er wird sich von dort an» wahrscheinlich mit dem Zuge nach Paris begeben, wo er mit der königlichen Familie zusammen« trifft.
In einem Pariser Hotel wurde bereits eine Zimmerfront zurückgehalten. Wie lange sich der König und seine Familie in Paris aufhalten wird, steht noch nicht fest. Die Königin und ihre Kinder werden heute abend in Paris erwartet.
In der Weltpresse werden die Vorgänge in Spanien mit größtem Interesse besprochen. Pariser Blätter stellen fest, daß König Alfons ein Freund Frankreichs gewesen sei. In der italienischen Presse wird Zurückhaltung geübt.