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Anzeiger für (das frühere kurhcssische) Oberhesse«

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Der Erfolg des Volksbegehrens

Die 3 Millionen des vorigen Volksbegehrens in der ersten Woche überschritten Erforderlich sind 5,2 Millionen

Beschwerde der D. V. P.

Alfons XIII. in Marseille

Wie das Bundesamt des Stahlhelm» mit» teilt, ist eine genaue Angabe der Gesamtziffer der Eintragungen zum Bolksbegehren bei der ungeheuren Anzahl von etwa 70 000 Ge­meindebehörde« vor Abschluß der Eiutra» gnngozeit nicht möglich, doch könne bereit» so­viel gesagt werden, daß die Gesamtzahl in Preuße« von über 3 Millionen beim vorigen Volksbegehren bereits in der ersten Woche der Eintragungsfrist dieses Volksbegehren» über­schritten worden sei.

Die DBP. gegen die preussische Negierung.

DieNationaNiberale Korrespondenz- teilt mit: Der Parteiführer der DBP Abgeord­neter Diugeldey, hat alsbald nach seiner Rückkehr nach Berlin ein Telegramm an den Reichskanzler Dr. B r ll ni u g gerichtet, in de« ex nachdrücklich Einspruch gegen die Polizeimahnahmen erbebt, die sich ge­gen Wortlaut und Sinn der Notverordnung richten. Wenn die Praxis der preuhischen Be­hörden sich nicht ändern sollte, würden po­litische Komplikationen nnausbleib- lich sein.

Der »Deutsche Vorwärts- auf 3 Monate ver- verboteu.

Berlin, 15. April. Durch den Polizeiprä­sidenten von Berlin ist mit Datum vom 1L 4. der »Deutsche Vorwärts- aus die Dauer von 3 Monaten verboten worden, roeil in den Ar­tikeln »Fort mit Rot-Preuheu- undDer Kampf für unsere Freiheit- eine Beschimpfung und Verächtlichmachung der verfassungsmähig sestgelegten Staatssorm enthalten sei. Der Verlag hat sofort Beschwerde gegen dieses Verbot eingelegt.

Weitere Zahlen vom Volksbegehren.

Für das Volksbegehren haben sich am Dienstag in Koblenz weitere 311 Personen eingetragen, so dah bis Dienstag abend eine Gesamtzahl von rund 4750 Eintragungen er­reicht wurde. In Bad Kreuznach waren bis Montag abend über 1500 Eintragungen erfolgt. In Mayen haben sich bis Montag abend 1537 Personen eingetragen Die Zahl der Wahlberechtigten in Mayen beträgt 9200. Zn Düsseldorf ist die Gesamtzahl der Eintragungen auf 11300 gestiegen.

Die Gesamtzahl der Eintragungen beträgt nunmehr in Erfurt 12 255. Damit ist die Gesamtzahl der Eintragungen bei dem Poung. Volksbegehren von 11712 bereits überschrit­ten. In Halle haben sich bis zum Dienstag abend 27 589 Personen eingetragen. In Stettin ist die Gesamtzahl auf 10 206 ge­stiegen In Etolp hat die Zahl der Ein­tragungen 4751 erreicht, was einer Beteili­gung von 17,5 o. H entspricht. In den Krei­sen Etolp-Stadt und -Land sind bisher 17 000 Eintragungen vollzogen worden. In Essen beträgt die Gesamtzahl 13176. in Köln 6076 und in Gladbach-Rheydt 2739, in Stade haben st-h bis Moniag abend 1068 Personen von rund 10 000 Wahlberechtigten eingezeichnet. Auf dem Lande sind 50 v. H. schon überschritten. In Frankfurt (Oder) haben sich bisher 5118 Personen eingetragen.

2u Preußen find für das Volksbegehren ins­gesamt 5 279 977 Eintragungen notwendig. Wahlberechtigt find in Berlin 3 404 334 Per­sonen.

Der Fall Hansrnatm.

Der Deutsche Offizier-Bund hat an den preuhischen Minister des Innern nach- Itehendes Schreiben gerichtet:

Nach Feststellungen derRheinisch-West- lälischen Zeitung", deren Gewährsmänner, >vie mitgeteilt wird, bereit sind, ihre Angaben ru beeiden, hat der preußische Landrat Hans- Ulann-SchwelM am 12. K. Mt-r in einet

öffentlichen Versammlung erklärt:Der deut­sche Frontsoldat habe Heldenmut nur dann gezeigt, wenn er besoffen wie ein Schwein gewesen sei".

Wenn diese Angaben richtig sind, woran nach den bisher vorliegenden Nachrichten kaum zu zweifeln ist. so würden sie, noch dazu aus dem Munde eines höheren Beamten kommend, eine so ungeheuerliche gemeine Ver­leumdung unserer tapferen Soldaten bedeu­ten, wie sie niederträchtiger nicht ausgedacht werden kann.

Die im Deutschen Offizier-Bund vereinigten Führer des deutschen Heeres im Weltkriege verlangen sofortige gründliche Untersuchung und gegebenenfalls strenge Bestrafung des Verleumders."

Das Manifest des Königs.

An der französisch-spanischen Grenze ist, wie Havas aus Hendeye meldet, das Manifest eingetrofsen, das König Alfons, als er Madrid verlassen hat, hinterlieh. Dieses Manifest lautet:

t Die Wahlen, die am Sonntag stattfan­den, zeigten mir klar, dah ich heute d i e Liebe meines Volkes verloren habe. Mein Gewissen sagt mir, dah diese Abneigung keine endgültige sein wird, weil ich stets bemüht war, Spanien zu dienen. War doch mein mein ganzes Ziel das öffentliche Interesse selbst unter den kritischsten Umständen. Ein König kann

_ Also doch wahr!^^

Stahlhelm-Flugblatt Nr. 1An Alle" als echt ausdrücklich anerkannt und wieder freigegeben

Das Bundesamt des Stahlhelms teilt mit: Polizeipräsident Krzesinski hat im An­schluß an eine unrichtige und den Stahlhelm beleidigende Verlautbarung des Amtlichen Preuhischen Pressedienstes durch Polizeifunk das Volksbegehren-Flugblatt Nr 1 mit dem Aufruf des Rates der Volksbeauftragten aus dem November 1918 verboten.

Auf die sofortige Beschwerde de» Stahlhelm» »am 10. April ist dieses Verbot, nachdem in- oischen das Eingreisen des Herrn Reichskanz- ers am 13. April auch in diesem Falle hatte erbeten werden müssen, vom preuhischen Innenminister nunmehr endlich wieder auf­gehoben worden.

Entgegen einer Erklärmng, die der Reichs­innenminister im Februar d. 2. dahin abge­geben haben soll, dah es sich beim Aufruf des Rates der Volksbeauftragten um eineunge­wöhnlich plumpe Fälschung" handelt, hat das preußische Innenministerium nach Vorlage des Original-Aufrufs und nach Vorbringung entsprechender eidesstattlicher Erklärungen z u g e b e n müssen, dah ein solcher Aufruf tatsächlich im November 1918 öf­fentlich verbreitet worden ist.

Die Propagandamittel des Stahlhelms sind demnach erneut als durchaus hieb- und stich­fest erhärtet worden.

Reu« Frage« des Stahlhelm Weftmark a« das Zentrum.

Koblenz, 14.April. Zn einer Ver­sammlung in Koblenz richtete der Landes­führer des Stahlhelm Westmark, Mahn­ken, neun Fragen auf Ja oder 2lein an den unmittelbar bevorstehenden Parteitag de» rheinischen Zentrums in Koblenz. Zn der Erklärung wird daarauf hingewiesen, daß der Stahlhelm als überparteiliche Be­wegung nicht gegen das Zentrum als sol­ches, sondern gegen die widernatür­liche Che dieser Partei mit dem Marxismus kämpfe. Da das Zentrum sowohl in seinem Aufruf gegen das Cßolfö* begehren wie sonst stets den entscheidenden Punkten ausweiche, richte er an den Parteitag des rheinischen Zentrums ganz llare Fragen, auf die eine eindeutige Ant­wort erwartet werde.

Die Fragen gehe« dahi«. ob das Ze«, tr«m den Stahlhelm, der sich immer für das Christentum eingesetzt habe, für gefährlicher »der auch nur ebenso gefährlich halte wie das Reichsbauuer,

das fast ganz aus atheistischen Marxtste« bestehe,

ob das Zentrum glaube, daß es Christen­tum und Kirche durch das Bündnis mit dem kirchenfeindlichen Atheismus fördern oder auch nur verteidigen könne, ob das Zentrum es ablehne, die Weisung des Papstes Leo XIII. zu befolgen,daß die Söhn« der katholischen Kirche der ab­scheulichen Partei (SPD.) weder beitreten noch sie aus 'irgendeine Weis« begünstigen dürfen", und ob das Zentrum glaube, daß der Marxismus mit Klassenkampf und Kul- turbolschewiSmus die Wirtschaft, den so­zialen Frieden, die seelische Gesundheit der Bölker, Kultur und Sitte fördere. Weiter wird gefragt, wie lange das Zentrum diese Ehe zum Schaden von Religion und Kirche trotz anderer besserer Möglichkeiten fort­setzen wolle, warum es eine Neuwahl ver­hindere,

ob eg a« die Seite der christliche«, konservativen, nationalen Kräfte oder a« die des Marxismus gehöre,

ob es im Interesse der Hochachtung vor der Religion darauf verzichten wolle, die Kan­zel gegen die katholischen Frontsoldaten zu verwenden und ob es schließlich di« feier­lichen Erklärungen von Hunderttausenden katholischer Frontsoldaten über ihre un­erschütterliche Treue zu Religion und Kirche weiterhin als Schwindel oder Wortbcuch bchandeln wolle.

Sahm bestätigt

Berlin, 15. April. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteklt, hat das preu­ßische Staatsministerium die Wahl des frühe­ren Danziger Senatspräsidenten Dr. 2ng. e. h. Heinrich Sahm zum Oberbürgermeister und die Wahl des Stadtsyndikus Lange und des Vizepräsidenten des Deutschen und Preußischen Städtetages, Dr. Elsas, zu Bürgermeistem der Stadt Berlin bestä­tigt.

Femer hat der Oberpräsidmt die Wahl von Bmno A s ch aus Frankfurt a. M. zum Stadtkämmerer und die Wahlen der neuen unbesoldeten Stadträte b e st ä t i g 1. Der Wahl des Stadtverordneten Fritz Lange zum unbesoldeten Stadtrat hat der Oberprä­sident die Bestätigung versagt.

sich täuschen und zweifellos habe ich selbst bisweilen geirrt. Aber ich weiß wohl, daß unser Vaterland sich stets gegenüber Fehlern, denen keine Böswilligkeit zu­grunde liegt, großmütig gezeigt hat. Ich bin der König aller Spanier und ich bin selbst Spanier. Ich hätte verschiedene Mittel anwenden können, um die könig­lichen Vorrechte aufrecht zu erhalten und meine Gegner wirksam zu bekämpfen. Aber ich will alles beiseite lassen, was meine Landsleute in einen mörderischen Bruderkrieg stürzen könnte. IL ver­zichte auf keines meiner Rechte, weil sie über meine Ansprüche hinaus ein von der Geschichte angehäuftes Gut sind und weil ich eines Tages strenge Rechen­schaft über die Verwaltung dieses Schatzes zu legen haben werde. Ich warte den wahren Ausdruck der öffentlichen Meinung des Volkes ab, und bis die Ration sich ge­äußert hat, fetze ich freiwillig die Aus­übung der königlchien Gewalt aus. und entferne mich aus Spanien. Hiermit er­kenne ich an, daß Svanien allein Herr fei­nes Geschickes ist. Auch heute glaube ich, die mir durch die Liebe zu meinem Vater­land diktierte Pflicht zu erfüllen. Ich flehe Cott an, daß di« übrigen Svanier sich ihrer Pflicht ebenso tief bewußt fern mögen wie ich."

Zamora erklärte Zeitungsvertretern, er habe mehrere Erlasse zur Wiederher­stellung normaler Verhältnisse vorbereitet und sich mit den verschiedenen Behörden in Verbindung gesetzt. Auch die Generale Ealvalcanti und Riquelme stat­teten ihm im Ministerpräsidium Be­suche ab.

An der Fassade des Schlosses wurden von der Feuerwehr große Plakate milder Inschrift angebracht:Volk! Achte dieses Gebäude, das dir gehört!" Junge Leute der Büraerwehr patrouillieren in der Um­gebung oes Schlosses, nachdem die Gen­darmerie unter dem Beifall des Volkes von den Straßen zurückgezogen worden ist. An mehreren Stellen der Stadt war Ke Gendarmerie, die ja bisher allgemern als die zuverlässige Schutztruppe der Monarchie galt, von der Menge mit feind­lichen Zurufen empfangen worden. Darauf rissen die Führer der Gendarmerie bte Krone von der Uniform ab. Ihre Untergebenen folgten ihrem Beispiel. Die Menge nahm diese Geste beifällig auf.

Die Kapellen der Madrider Tuppenteile veranstalteten heute nachmittag mit Zu­stimmung der Regierung zur Feier des Rationalfeftes Konzerte auf de« Straßen.

König Alfons ist heute sDonners- tofl) morgen in Marseille eingetroffen. Er wird sich von dort an» wahrscheinlich mit dem Zuge nach Paris begeben, wo er mit der königlichen Familie zusammen« trifft.

In einem Pariser Hotel wurde bereits eine Zimmerfront zurückgehalten. Wie lange sich der König und seine Familie in Paris aufhalten wird, steht noch nicht fest. Die Königin und ihre Kinder werden heute abend in Paris erwartet.

In der Weltpresse werden die Vorgänge in Spanien mit größtem Interesse be­sprochen. Pariser Blätter stellen fest, daß König Alfons ein Freund Frankreichs ge­wesen sei. In der italienischen Presse wird Zurückhaltung geübt.