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Eemmbend, d«a 4. Avril ISA

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Sbechessische «m. iMttawtot/ [ tuMitttm

Anzeiger für (das frühere kurhessischej Oberhesse«

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Der Konflikt bei den Nationalsozialisten

Stennes kommt nicht durch - DieRebellion" der Berliner S.A. gilt als beendet - Scharfes Vorgehen Hitlers

ft. Berlin. 4. April. Die Rebellion der Berliner S.A. gegen Hitler hat mit der Räumung des Parteihaufes in der Hedemannstrahe sozusagen ihr Ende gefun­den. Stennes residiert zur Zeit in seiner Wohnung in de, Matthäikirch- strahe. Er ist bemüht die S.A. in der Hand za behalten, ohne dah ihm bisher ei« sichtbarer Erfolg beschiede« gewesen wäre.

Da, Berliner nationalsozialist'sche Blatt, Der Angriff", wird heute wieder als HMerblatt erscheinen. Die Umbesetzung der Redaktion wird heute noch erfolgen. Di« Redakteure, die sich vorübergehend ans die Seite Stennes gestellt haben, wer, de» heute noch entlassen werden.

*

Zu der Revolte bei den Nationalsozialisten lieg eine Reihe Mellungen rot. ncicn denen die Angelegenheit durch das Eingreifen Hitlers vorläufig erledigt ist. Las Organ der Ber- »liner (Bauleitung, derAngriff", war von Hauptmann Stennes besetzt worden, der neu ernannte SA.-Führer Oberleutnant Schulz konnte sein Amt nicht an treten. Ja die Re­daktion desAngriff" übermittelte der TU. eine Erklärung von Hauptmann Stennes und gleichzeitig vom (Boufturm Berlin, Branden­burg-Ostmark, Mecklenburg, Poznmern und Schlesien, in denen Hitler auf das heftigste angegriffen wird. Es heißt darin:

,Durch Verfügung des Staatschefs der SA., Hauptmann a. D. Röhm, bin ich in meiner Dienststellung als Gruppenführer Ost enthoben worden. Damit ist der Treubruch Hit­lers, den ich noch gestern für unmöglich ge­halten habe, Tatsache geworden.

Die revolutionäre Schwungkraft der SA. ist durch die politifdie Leitung der NSDAP, m i t bürgerlich-liberalistischen Ten­denzen durchsetzt worden. Damit ist der Lebensnerv einer Bewegung getroffen wor­den, von der erwartet werden konnte, daß sie das soziale Elend des deutschen Volkes be­heben würde. Die politische Leitung hat das Volk um diese Erwartung betrogen, indem sie versuchte, aus der nationalsozialistischen Kampfbewegung eine Partei zu machen, die sich in nichts von anderen Parteien unterschei­det. .Die Verwässerung und Ver­weichlichung der Partei und die Ab Wanderung der aktivistischen Kämpfer ins Lager der Kommu­nisten und Strasser-Leute fFall Scheringer, Fall Kassel) sind die weitere Folge solcher un­verständlichen Haltung. Wer Kompromisse schließt, kompromitiert sich selbst.

Die SA. soll dem Bestreben nach Minister- festeln der politischen Leitung geopfert werden. Wir Kämpfer sind 1918, 1920 und 1923 um den Sieg unserer Sache betrogen worden. Jetzt sind wir auf der Hut und ziehen die Konse­quenzen.

Der Gruppenführer Ost. gez. Stennes."

Wie die Berliner Preste mitteilt, hat ein Telegrammwechsel zwischen Stennes einerseits und Hitler und Röhm andererseits stattgefun­den, indem Hiller absolute Unterwerfung ge­fordert habe. Stennes habe keine Fragen zu stellen". In einer weiteren Veröffentlichung von Stennes hat dieser davon gesprochen, Röhm habe die Sache der NSDAP, verraten durch Verhandlungen mit General von Ham- merstein. Solche Verhandlungen haben aber nicht stattgefunden.

Inzwischen ist

Stennes von der Reichsleitung aus der Partei ausgeschlossen worden.

Ferner hat Hitler Befehl gegeben,

*bie Partei nunmehr rücksichtslos von ihren zersetzenden Elementen zu säubern.

um die Hoffnung auf ein Zerbrechen der Bewegung zuschanden zu machen". Er hat

Dr. Goebbels mit der SLuberungsaktion betraut.

Ueber die Ausdehnung derRevolte" wird versichert, daß nur ein kleiner Teil der Ber­liner SA., besonders in den Stäben, mit Sten­nes sympathisiere. Das Ziel der Stennes- gruppe scheint dasselbe zu sein wie das der Strassergruppe u. ä., der Radikalismus über­haupt. Sie sehen das wirtschaftlich-sozialistische Programm der Partei durch die praktische Mitarbeit am Parlamentarismus bedroht und sehen darin vor allem eine Schwächung der propagandistischen Stoßkraft, wie aus der

Veröffentlichung von Hauptmann Stennes klar hervorgeht. Eine Entwicklung von Kümpfen, die diejenige aller radikalen Gruppen gewesen ist und sein wird. Der schnelle Aufstieg der NSDAP, bei den letzten Wahlen, ihre Hoffnung auf noch größere Siege, wie sie die Führer hegen sollen, muß derartige Konflikte beschleunigen.

*

Hitler zu de» Berliner BorgLnge«.

Gleichzeitig mit seinem Aufruf hat Adolf Hitler an der Spitze desVöl­kischen Beobachters" in einem umfang­reichen Aufsatz zu den Berliner Vorgängen Stellung genommen.Ich halte jeden

Der Aufruf Hitlers

Rücksichtsloser Kampf den Meuterern"

Adolf Hitler veröffentlicht imVöl­kischen Beobachter" einen

Nationalsozialistische, Parteigenossen und S.A.-Männer, in dem es u. a. heißt:

Zm Wirkungsbereich der S.A.-Gruppe Ost wurde ein Komplott geschmiedet, dessen Ausbruch zu einer schweren, ja viel­leicht endgültigen Katastrophe für die ganze nationale Bewegung Deutschlands werden konnte. Angesichts der Notverord­nung war ich gezwungen, sofort zu han­deln. Ich habe mich nunmehr entschlos­sen, dieen Anlatz zu nehmen, um im An- schluh daran eine gründlicheSäube- rung der Partei von allen unzuver­lässigen Elementen durchzuführen. Ebn Teil der meuternden Führer versucht noch immer, Teile der S.A., die in Unkenntnis ihrer wirklichen Absichten find, anzustek-

ken. Es ist die Pflicht aller politischen jpib aller S.A.-Führer, sowie jedes _ein« Jelsisn Parteimitgliedes und jeden S.A- Wannes, diesen Versuchen den rückhalt­losesten Widerstand entgegen zu setzen. Duldet nicht, dah die Meuterer ihr Vor­haben verwirklichen können. S.A.-Männer, ich entbinde Euch feierlich des Gehorsams gegenüber Führern, die nicht selbst ge­horchen wollen. Die S.A. des ganzen Reiches sieht mit erbittertem Grimm dem unverantwortlichen Treiben des ehe­maligen Polizeihauptmannes zu. Auch im Hoheitsbereich der Meuterer selbst fällt ihre Aktion mit rapider Schnelligkeit zu­sammen. Wer Befehle und Anordnungen des Polizeihauptmannes a. D. Stennes annimmt, duldet oder weitergibt, schließt sich durchaus selbständig aus der NSDAP, aus.

Briands Vorstoß gegen die Zollunion

Die Schwierigkeiten eines Vetos Einbeziehung anderer Länder?

Aus London wird gemeldet: Auf die bis­her offene Frage, was B r i a n d nach dem Scheitern des Versuches. Henderson zu einer gemeinsamen englisch-französischen Aktion ge­gen die deutsch-österreichische Zollunion zu be­wegen, zu unternehmen beabsichtigt, gibt nun­mehr der diplomatische Korrespondent des Daily Telegraph" eine bemerkenswerte Antwort. Er betont,,daß Briands Haltung auf der kommenden Sitzung des Völkerbunds­rates keineswegs nur ablehnend fein werde. Es fct vielmehr zu erwarten, daß der fran­zösische Außenminister dem Völkerbundsrat. sowie natürlich auch Deutschland und Oester­reich einen umfangreichen Gegenvorschlag un­terbreiten werde.

Dieser Vorschlag sehe eine Er Weiterung der Zollunion auch auf andere Länder vor, und zwar etwa in der Weise, daß außer Deutschland und Oesterreich noch andere Staaten zusammen mit Frankreich eine Zollunion bilden sollten.

Da Deutschland und Oesterreich erklärt hät­ten, daß sie auch mit anderen Staaten Zoll­unionen abschließen wollten, so würden fie ihre ehtlichen Absichten dadurch zu beweisen haben, daß fie den Briandschen Plan an­nähmen.

Wie der diplomatische Korrespondent des Daü, Telegraph" weiter wissen will, sei der Beweggrund für diesen Plan Bri­ands di« Tatsache, daß man sich am Quai d'Orsay der juristische« Schwierig­ketten bewußt werde, die eine Verhinde­rung der deutsch-österreichischen Zoll­union mtt sich brächte.

Man habe eingesehen, daß die Zollunion den Buchstaben der Verträge nicht verletze und. dak wahrscheinlich auck bei &aaatz Sckleds-

gerichtshof keine Verletzung des Genfer Pro­tokolls von 1922 feststellen werde.

Oesterreich wird zur Maitagung der Völker­bundes eingeladen.

Wie verlautet, wird der Generalsekretär des Völkerbundes nach Eingang des engli­schen Antrages auf Behandlung der Zoll­union auf der Mattagung des Völkerbunds­rates die österreichische Regierung zur Teilnahme an den Verhandlungen des Völkerbundsrates einladen. Die österreichi­sche Regierung güt nach den Bestimmungen des Völkerbundspaktes für die Verhandlun­gen des Völkerbundsrates über diesen Puntt als Mitglied des Rates und wird somit die Möglichkeit haben, den österreichischen Standpunkt im Dölkerbundsrat zum Ausdruck zu bringen imb an den Beschlüssen des Rates teilzunehmen.

Geheimrat Duisberg tut Zollunion.

Aus Düsseldorf wird gemeldet: 3n der Vollversammlung des Verbandes der Bergischen Industrie- und Handelskammern Wuppertal, Solingen und Düsseldorf ging Geheimrat Professor Dr. Duisberg u. a. auf die deutsch-österreichische Zollunion und ihre Wirkung auf die deutsche Ausfuhr em.

Er bezeichnet« di« geplante Zollunion als eine befreiende Tat, die ««dlich einmal eine Bresche in di« auf die Dauer unhalt­baren Zollmauern Europas schlage.

Nach den jahrelangen Erörterungen und theo­retischen Versuchen werde hier zum ersten Mal die Lösung des europäischen Wirt­schaftsproblems praktisch crngepackt und emge- leitet, ohne internationale Abmachungen zu verletzen.

Schweres Erdbeben in der argentinischen Provinz Tucuman.

fk.'Newyork, 4. April. Wie Ml» Buenos Aires gemeldet wird, hat sich in der argentinischen Provinz Tucuman eie schweres Erdbeben ereignet. In den beiden Städten Tucuman and Eraneros find ungeheuere Schäden ange­richtet mardchn. Nähere Einzelheiten fehlen noch.

Mann", so schreibt Hitler,der es versucht, eine gänzlich unbewaffnete Organisation zu einer Gewalttat gegen den heutigen Staat aufzuputschen, entweder für einen Narren oder einen Verbrecher, oder für einen Lockspitzel. Im Jahre 1923 habe ich erklärt, marschieren zu wollen, und dann bin ich marschiert. Heute mutz ich bekennen, datz ich jeden weiteren Versuch in dieser Richtung als Wahnsinn ansehe. Ich habe die strenge Legalität der Partei geschworen, und ich laste mich von Niemanden zum Mein­

eidigen machen, am wenigsten von Poli­zeihauptmann a. D. Stennes." Hitler er­klärt schließlich, dah er unbeugsam ent« schlossen sei, die Verschwörer gegen den Nationalsozialismus mit Stumpf und Stiel auszurotten.

Eine Erklärung der Straster-Gruppe.

Der Vollzugsausschutz der Kampfge­meinschaft revolutionärer Nationalsozia­listen, gezeichnet Otto Strasser, Major Buchrucker, Herbert Blank, gibt ebenfalls eine Erklärung heraus in der es heiht:Der Kampf Hitlers gegen die S.A. ist nur eine weitere Etappe im Kampf der Parteiführung gegen alle re­volutionären und sozialistischen Kräfte innerhalb der Hitler-Partei. Dieser Kampf, der eine zwingende Folge des fa- schisttsch-reaktionären Kurses ist, den Hitler in Theorie und Praxis etnae« schlagen hat, muhte notwendigerweise zu einer immer größeren Spannung zwi­schen den revolutionären Elementen fuh­ren, die auf die Dauer durch keinerlei Kompromisse zu überkleistern war.

So hat jetzt die revolutionäre S.A. zwangsläufig die gleiche , Konsequenz ziehen müssen und so wird dieser Prozeß weiter gehen bis zur restlosen Scheidung der Geister unter den ParolenMinister- sestel" oderDeutsche Revolution". Die Kampfgemeinschaft revolutionärer Na­tionalsozialisten richtet daher einen drin­genden Appell an alle Kämpfer der deut­schen Revolution, nicht nachzulasten im Kampf gegen Kapitalismus und Sklaverei, für Sozialismus und Freiheit bis zum Sieg der deutschen Re­volution, bis zur Errichtung des völkischen Erotzdeutschlarch"

Hauptmann Röhm fordert bedingungs­lose Erklärung für Hitler.

München, 3. April. Der Chef des Stabes der S.A., Hauptmann a. D. Röhm, erläht im Völkischen Beobachter eine Anordnung für die Gruppe Ost, wonach sämtliche Führer bis ernschlietzlich Sturmführei des Gruppenreiches Ost bis zum 12 April 1931 der Obersten S.A.- Führung in München die schriftliche Er- Närung abzugeben haben, ob sie be­dingungslos für Hitler find. Diejenigen Sturmführer, die bis zum ge­nannten Zeitpunkt ihre Erklärung nicht abgegeben haben, find mit dem 12. April aus der Partei und aus der S.A. ausge- fchlosteu. Die Stürme, die bann aufge-